Samstag, 21. November 2009

Altes: Der Ziebigker Jugendklub





Wer suchet, der findet! Da suchte ich vor einiger Zeit nach alten Fotos vom Jugendklub Ziebigk, den ich in meiner Jugend sehr gern besuchte, siehe http://barrynoa.blogspot.com/2009/09/bn-und-der-klub-der-werktatigen-dessau.html und bat gar die Leser mal nachzusehen ob sie nicht alte Fotos von diesem wunderbaren Klub noch irgendwo hätten und siehe da, durch Zufall fand ich selber interessantes Material in meinen eigenen Archiven über den Klub. In der Ausgabe der Betriebszeitung des VEB Zementanlagenbau Dessau vom 20. August 1965, die sich in meiner Sammlung befindet, fand ich einen Beitrag über den Jugendklub Ziebigk, geschönt zwar mit viel parteichinesisch, aber immerhin mit zwei Fotos. Es freute mich die kleine Bar mal wieder zu sehen und das Gebäude von außen, wo gerade ein Arbeitseinsatz stattfand. Nun, wie ich schon in meiner damaligen Kolumne schrieb, sah die spätere Praxis dann anders aus. Da war dann nicht mehr viel von staatlicher oder parteimäßiger Gängelung zu spüren. Wir Ziebigker Jugendlichen konnten frei nach unseren Vorstellungen unsere Freizeit verbringen, mit Feiern und Tanz nach westlicher Musik, die damals in Mode war. Und wie man auf einer Seite der Betriebszeitung von 1965 sieht, prüde waren die Zeiten früher in der DDR keineswegs, siehe die beiden fast nackten Mädchen in der Zeitung! Ob die nun schon 18 Jahre alt waren, dies weiß der Geier, dies kümmerte damals keinen. Heute dagegen gelten alle unter 18jährigen nach dem Gesetz als Kinder und Aktfotos von Personen unter 18 Jahren sind verboten (Kinderpornografie-Paragraph). Weit her ist es also nicht mit der versprochenen Freiheit in der neuen Gesellschaftsordnung, von Zwangsarbeit und Ausbeutung bei 1-Euro-Jobs und dergleichen Unfreiheiten mehr ganz zu schweigen.

Freitag, 20. November 2009

Einweihung des "Tanatra-Mobils"




Heute wurde das „Tanatra-Mobil“ bei einer Ausfahrt mit zwei Damen des Leopolddankstiftes Dessau eingeweiht. Sowohl Frau Kantorin i.R. Müller wie Frau Lehrerin i.R. Karius gefiel die Ausfahrt mit Besuch eines großen Einkaufszentrums und anschließendem Spaziergang in die heute sonnige Natur nebst Picknick. Da das „Tanatra-Mobil“ mit einer kleinen Küche ausgerüstet ist, eignet es sich sehr gut für Senioren auch bei längeren Fahrten, zumal die Möglichkeit besteht sich auf einer bequemen Liege im Fahrzeuginneren auch einmal lang zu machen. Zu buchen sind Seniorenausflüge mit Picknick bei der Fa. Steve Neumann - Hausmeisterservice und Seniorenbetreuung, Email: SteveNeumannRosslau@yahoo.com, welche bei mir im Hause ihren Sitz hat. Auf den Fotos sind die Damen Karius und Müller, Seniorenbetreuer Neumann nebst Hund Molly und meine Wenigkeit zu sehen.

Mittwoch, 18. November 2009

B.N. und Anne Koch-Gosejacob


Es ist doch immer wieder spannend und interessant wenn sich Leser meines Blogs zu Wort melden. Daß auch Kollegen aus dem künstlerischen Bereich sich an mich wenden und Beiträge reflektieren, dies freut natürlich besonders. Ein netter Kontakt entwickelte sich dieser Tage mit der Osnabrücker Autorin Anne Koch-Gosejacob, die mich bat ihre Fotos des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches zuzuordnen. Durch meine umfangreichen Beiträge auf diesem Gebiet in meinem Blog ist sie auf mich gestoßen. Ich meinerseits freue mich die Leser mit Anne Koch-Gosejacob bekannt zu machen und empfehle den Lesern doch mal auf die Seiten ihrer Homepage zu gehen um mehr zu ihrer Person und ihrem Schaffen zu erfahren.

Hier die URL:

Dienstag, 10. November 2009

Großstadtflair in Dessau


Ich bin kein Freund von postmodernen Bauten, besonders nicht von denen die so gar keinen eigenen Stil haben sondern vor Eklektizismen nur so triefen. Versöhnlich stimmt mich dagegen das neue Center was auf dem Gelände des ehemaligen "konsument"-Kaufhauses und der Großhandelsgesellschaft Textilwaren entstanden ist. Die Museumskreuzung in Dessau wurde durch diesen neuen Bau aufgewertet, dies ganz im Gegensatz zum Rathaus-Center mit dem Karstadt-Kaufhaus. Dieser monströse Bau wurde zwischen Rathaus und zwei Wohnanlagen gequetscht. Die Chance wurde vertan den ehemals leeren Platz vor dem Rathaus als Vergrößerung des Stadtparks zu nutzen welcher schon in den 70er Jahren verkleinert wurde. Dessaus Mitte wirkt nun recht kleinlich und wenig großstädtisch. Ein großstädtisches Flair strahlte dagegen schon immer die Museumskreuzung aus und nun sogar noch mehr, dies nicht zuletzt durch den stilisierten futuristischen Saturn auf dem Dach desselben. Leider wird einem ja das Einkaufen in der Innenstadt durch das Parkplatzproblem verleidet, da nützen auch keine Parkhäuser, denn wer will denn schon wenn er für 5 Euro etwas einkauft etwa 2 Euro Parkgebühr berappen. Da sind die Einkaufscenter in den Außenbezirken attraktiver wo man umsonst parken kann. Was in der Innenstadt fehlt, dies sind kostenfreie Parkplätze, aber dies wird Wunschtraum bleiben, denn die Dessauer Stadtverwaltung ist ja sowieso nicht als bürgerfreundlich berühmt, sondern eher wegen ihrer Abzockermentalität ihren Bürgern gegenüber bekannt.

Dienstag, 3. November 2009

B.N. bei Eyeplorer

Durch Zufall geriet ich auf die Seiten von Eyeplorer und entdeckte mich da! Na ja, ich bin es zwar nicht wenn man meint ich wäre eine der beiden Personen auf den links abgebildeten Fotos und auch ansonsten gab es ein paar Fehler wenn man Gebiete von mir anklickte, so wird z.B. mein Geburtsjahr stets und ständig falsch angegeben, aber das ist ja bei Wikipedia nicht anders. Da nützen auch Hinweise meinerseits nichts, andere Menschen wissen es halt besser wann ich geboren bin! Man kann da manchmal nur noch schmunzeln! Na egal, jedenfalls ist diese grafische Sache ansonsten nicht schlecht gemacht. Hier die URL: http://de.eyeplorer.com/show/me/Bernd+Nowack .

Montag, 2. November 2009

Schildbürgerstreich Dessauer Jagdbrücke



















Die Gegend um den Dessauer Frühlingssee war zu DDR-Zeiten ein entlegener Ort der nur von wenigen FKK-Freunden aufgesucht wurde. Dies hatte den Vorteil, daß die Natur dort naturbelassen war, auch wenn die FKK-Freunde mit ihrem Auto zum Frühlingssee fuhren, der Natur hatte dies nicht geschadet. Es macht ja auch nichts wenn ein paar Autos auf der Wiese am Frühlingssee parken, denn das alljährliche Hochwasser setzt der Grasnarbe entschieden mehr zu als die paar Reifeneindrücke. Dadurch, daß das Gebiet nur schwer zu erreichen war, strömten auch nie große Massen an Menschen dorthin und die seltenen Pflanzen und Tiere auf dem Ostufer der Mulde wurden nicht gestört. Anders nun seit der Wende! Mit dem Auto zum Frühlingssee fahren ist mittlerweile verboten, saftige Strafen drohen, reine Bürgerfeindlichkeit und Abzocke, denn im Sommer donnert schweres Gerät von Landwirten über die dortigen Wiesen, denn das Gebiet wird bewirtschaftet. Also um Naturschutz geht es den Verantwortlichen der Stadt Dessau absolut nicht, denn sonst hätte man nicht Anfang der 90er Jahre ausgerechnet an dieser sensiblen Stelle eine Brücke über die Mulde gebaut und dies nur weil die Radfahrertouristenlobby Druck gemacht hatte. Besonders Radtouristen aus dem Westen möchten auf kürzestem Weg von Dessau nach Osten kommen und diese Touristen sind verwöhnt, die mögen es nicht auf Feldwegen zu fahren, sondern edle Pflastersteine müssen es schon sein. So wurde in Schildbürgermanier gepflastert was das Zeug hält und dies in einer Auenlandschaft die naturbelassen sein sollte. Nun Deutschland hat ja genug Geld was aus dem Fenster geschmissen werden kann! Daß nun das Gebiet, welches man so teuer pflasterte, bei Hochwasser unter Wasser steht und die Pflasterung nicht lange halten wird, dies war den Verantwortlichen der Stadt Dessau egal, Hauptsache den radfahrenden Westtouristen wird westliches Flair vermittelt, denn naturbelassene Landschaften sind dort ja bekanntlich verpönt.

Ja und seitdem diese unselige Jagdbrücke besteht, da wälzen sich Massen an Menschen zu Fuß und per Rad durch die dortige Natur. Da nützt es selbstverständlich auch nichts, daß Schilder aufgestellt werden, die die Besucher bitten die Muldesandbank nicht zu betreten, da dort der seltene Flußregenpfeiffer brütet, allein schon die vielen Gaffer am Ufer verscheuchen den Vogel. Es ist ein einziger Nonses. Heute ein paar Fotos von diesem Gebiet, aufgenommen an einem trüben Tag, damit einem nicht Menschen die fotografische Sicht versperren. Mit dem Bau der Jagdbrücke ging es mit der Natur der Muldaue bergab, aber die Verantwortlichen klopfen sich selber auf die Schultern und meinen in ihrer Fehleinschätzung der Realität, daß sie viel bessere Naturschützer seien als zu Zeiten vor der Wende – so jedenfalls in offiziellen Verlautbarungen.

Sonntag, 1. November 2009

Schöne Zigarrenkisten












Sind sie nicht interessant gemacht, die Zigarrenkisten? Schön, daß auch die Gestalter in der Gegenwart sich nostalgischer Motive bedienen, wie etwa dem legendären Orientexpress – sogar im Innendeckel mit einem alten Fahrplan darin – oder der Abbildung von goldenen Medaillen in Landschaften und Interieurs des 19. Jahrhunderts mit all den dazu gehörigen Utensilien. Aus meiner kleinen Sammlung von Zigarrenschachteln heute ein paar Stücke die mir besonders gefallen. Dumm nur, daß die Grafiken heute von den staatlichen Tabakfeinden zerstört werden indem diese Antitabaksprüche draufgeklebt sind. Bei den heute hier abgebildeten Schachteln ist es noch human, da sie etwas älteren Datums sind, kauft man die Zigarren heute, dann sind es zwar noch dieselben Designs aber die aufgeklebten Sprüche verunzieren oft ein ganzes Drittel der Fläche und sind beim besten Willen nicht abzubekommen ohne die darunter befindlichen Schichten zu zerstören.

Die Bevormundung des Bürgers nimmt immer extremere Formen an. Da regte man sich früher über die Bevormundung des Bürgers im Sozialismus auf und pries den Westen als Hort der Freiheit und nun erleben wir viel stärkere Gängelung, Bevormundung, Bespitzelung durch den autoritären „demokratischen“ Staat, angefangen von unwürdigen Arbeitsverhältnissen bei Leiharbeitern (Sklavenarbeitsverhältnisse), Zwangsarbeit bei 1-Euro-Jobbern, Gängelung und Drangsalierung durch Hartz-IV-Schandgesetze, gläserne Bürger durch Datenüberwachung und Datenabgleich, Infantilisierung der Jugend indem man Personen unter 18 Jahren kurzerhand per Gesetz zu „Kindern“ erklärte, bis hin zu eben den Bürger bevormundenden Aufklebern auf Tabakwaren und dem Rauchverbot in Gaststätten und dergleichen. Ja, leider wurde es nichts mit der 1990 bei der Wiedervereinigung versprochenen Freiheit, ganz im Gegenteil, die derzeitigen Einschränkungen und Repressalien werden noch nicht das Ende der Fahnenstange sein und die reale Zukunft könnte George Orwell´s Roman „1984“ noch weit übertreffen.