Samstag, 9. Dezember 2017

Dare to be different - Trau Dich anders zu sein !



„Dare to be different“ (Trau Dich anders zu sein), dieses Bild auf einem Buchtitel eines mir unbekannten Künstlers, gefällt mir. In schlichter Grafik zeigt es einen Jungen, der anders ist als die Masse der Jungs des Pöbels - statt sinnentleertem Fußballspiel zu frönen, kümmert er sich liebevoll um einen Hund.

Trau Dich, hebe Dich von der dumpfen Masse ab!

Montag, 4. Dezember 2017

Steimles Welt: DDR-Welt-Kulturerbe

Die einzigste Sendung im Fernsehen, die uns nicht mit Westdreck und westlicher Unkultur berieselt, ist „Steimles Welt“ im MDR. Gestern Abend gab es mal wieder eine Sendung mit Uwe Steimle und Michael Seidel und die war mal wieder großartig.

In vielen Beiträgen wurde unsere ostdeutsche Identität festgehalten, eine Identität die ohne diese Sendung verloren gehen würde. Wer, außer Steimle und Seidel, haben sonst schon mal unsere wunderbaren DDR-Autos erwähnt, die in den 50er Jahren bei uns gebaut wurden, wo der Bundesbürger der irrigen Meinung ist, das gute Autos nur im Westen gebaut wurden? Gerade die 50er Jahre waren in der DDR eine Zeit fortschrittlichster Produkte und dazu eine Zeit in der es sich gut leben ließ, im Gegensatz zu jetzt.

Wer die Sendung verpaßt hat, der sollte sie sich in der Mediathek anschauen:


 
 
Hier ein paar Highlights  (Standbilder) aus der Sendung:

 
Wie immer: Steimle und Seidel fahren im wunderbaren alten „DDR-Wartburg-Camping“ aus Eisenach:
 

 
 
 
Michael Seidel und Uwe Steimle (Steimle mit „мир san мир - Hemd“ mit der weißen Friedenstaube!) vor dem Gebäude in Steinach (Thüringen) wo die wunderbaren „Marolin"-Figuren hergestellt wurden und werden. Seidel stellt dort seine aus den 30er Jahren stammenden alten Krippenfiguren vor:
 


 

Besuch bei dem 88jährigen Miniaturschnitzer Lothar Lauterbach in Eisleben, der wundervolle kleine Kunstwerke in Nußschalen (!) schnitzt:
 

 

Besuch bei den Papiertheatersammlern Leanthe und Ludwig Peil:
 
 

Steimle: „Wer seinen Teddy noch hat, kann kein schlechter Mensch sein!“.
 
Besuch bei der Teddy-Herstellerin Dorothea Siegel in Bockau:
 

Steimle: "Wem es nicht jetzt warm ums Herz wird, dem ist nicht mehr zu helfen!“


Besuch bei Bodo Schmidt,  d e m  „Sachsenring-Sammler“. Großartig diese wunderbaren Sachsenring-Autos aus DDR-Produktion der 50er Jahre:










Weitere Blogbeiträge zu „Steimles Welt“:




Sonntag, 3. Dezember 2017

Deutsche Mentalität: 85-jähriger Rentner aus Düsseldorf ruht sich acht Minuten an Bushaltestelle aus – 35 Euro Geldstrafe!

An Napoleons Einschätzung der Mentalität der Deutschen hat sich seit Jahrhunderten bis jetzt leider nichts geändert. Die Worte Napoleons über die Deutschen kennen Sie?


Napoleon Bonaparte, Kaiser der Franzosen:

“Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nie zu säen.

Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf Erden.

Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.”

Welches Volk schlug sich 30 Jahre (!) lang, im 30jährigen Krieg von 1618-1648, gegenseitig die Köpfe ein, so daß es fast ausgerottet wurde? Das waren natürlich die Deutschen. Die ekelerregende Mentalität der Deutschen, die Zucht und Ordnung als Tugend zu ihrem Markenkern hat, wurde seit den Preußenkönigen, dem militarisierten Kaisertum und dem absolut abartigen NS-Regime zwar immer wieder als überwunden erklärt, aber ist unausrottbar.
 
In keinem europäischen Land gibt es z.B. staatliche „Ordnungsämter“, die den Kommunen unterstehen, nur in Deutschland gibt es diese.

Daß Obdachlose aus warmen Bahnhofsgebäuden oder warmen Einkaufspassagen von deutschen Ordnungshütern, seien dies nun private Sicherheitsdienste oder staatliche Büttel, entfernt werden und in die oft tödliche Kälte geschickt werden, dies ist bekannt. Dies ist seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland ein Markenkern der unmenschlichen angeblich freiheitlich-demokratischen Ordnung, nur damals in der DDR unbekannt, weil es dort keine Obdachlosen gab, weil die DDR ein Grundrecht auf Wohnen kannte und auch rigoros durchsetzte.

Aber in der BRD sind auch ganz normale Bürger, die nur mal für ein paar Minuten auf einer Bank ausruhen wollen, vor den deutschen Zucht-und-Ordnung-Bütteln des Systems nicht sicher, wie das der Fall eines 85jährigen bewies, der von einem städtischen deutschen Ordnungsamt einen Bußgeldbescheid über 35 Euro bekam, weil er sich auf eine Bank unerlaubt gesetzt hatte.

So etwas kann nur in Deutschland passieren und da gibt es Typen, die Deutschland gut finden, die meinen, daß die Welt sich am Wesen der Deutschen ein Vorbild nehmen sollen?




85-jähriger Rentner aus Düsseldorf ruht sich acht Minuten an Bushaltestelle aus – 35 Euro Geldstrafe

Ein 85-jähriger Mann aus Düsseldorf ist zu einer Geldstrafe im Umfang von 35 Euro verurteilt worden, weil er acht Minuten lang auf der Bank einer Bushaltestelle saß und sich ausruhte. Der Mann geht täglich mit seinem Hund spazieren und benutzt diese Haltestelle für eine kurze Pause. Medienberichten zufolge sei der Mann demenz- und herzkrank.

"Die Anlagen des öffentlichen Verkehrs dürfen nur im Rahmen ihrer Bestimmung für öffentliche Verkehrszwecke benutzt werden", hieß es. Der Mann habe diese Anlage aber als "Ruheplatz" benutzt, was gesetzwidrig ist. Also, wer nicht auf den Bus wartet, darf dort nicht sitzen. Wie eine Sprecherin der Stadt mitteilte, hätte ein Mitarbeiter der Behörden den Mann für einen Obdachlosen gehalten, was eine unverschämte Lüge ist, denn ein Obdachloser hat keine Wohnung und man hätte ihm nicht den Bußgeldbescheid an seine Adresse zusenden können. Und auch wenn es ein Obdachloser gewesen wäre, darf der nicht auf einer Bank sitzen? Aber das hatten wir ja schon mal, in einer Zeit wo Juden auch sich nicht auf Bänke setzen durften. Eine kurze Gegenäußerung würde ausreichen, um der Geldstrafe zu entkommen, antwortete die deutsche Bütteldame vom Ordnungsamt: "Wenn der Mann einfach eine Pause benötigte, dann war das selbstverständlich in Ordnung."


Heinrich Heine:

Der Deutsche gleicht dem Sklaven, der seinem Herrn gehorcht ohne Fessel, ohne Peitsche, durch das bloße Wort, ja durch einen Blick. Die Knechtschaft ist in ihm selbst, in seiner Seele; schlimmer als die materielle Sklaverei ist die spiritualisierte. Man muss die Deutschen von innen befreien, von außen hilft nichts.“

          Anarchisten-Spruch auf einer Wand:

         Deutsches Wesen verrecke! 
 




Samstag, 2. Dezember 2017

Lieblingssendungen im DDR-Fernsehen: Willi Schwabes Rumpelkammer

Riesaer Zündholzetikett 1962 zum 10. Jahrestag der Gründung des DFF


Daß es 1990 keine Wiedervereinigung war, das zeigte sich sehr schnell, indem uns das gesamte westdeutsche System aufgezwängt wurde und von unserer in 40 Jahren DDR gewachsenen ostdeutschen Identität nichts in das „vereinte" Deutschland übernommen wurde. Alles, aber auch alles aus DDR-Zeiten wurde kaputt gemacht.

Dazu zählte auch unser DDR-Fernsehen, der DFF (Deutscher Fernsehfunk). 1992 wurde der DFF abgeschaltet und dies in sehr unschöner Weise, indem man nicht wie vereinbart um Punkt Mitternacht am 31.12.91 abschaltete, sondern schon vorher, so daß der DFF nicht mal mehr allen treuen Zuschauern alles Gute wünschen konnte.

Willi Schwabe in der Rumpelkammer


Eine Sendung, die ich im DFF immer gern schaute, war „Willi Schwabes Rumpelkammer“, die von 1955 bis 1990 im DDR-Fernsehen lief. Großartig wie der Gentleman Willi Schwabe immer durch die Sendung führte, in seiner vornehmen Hausjacke und mit seiner gepflegten Sprache. In dieser Sendung gab es immer großartige Filmausschnitte alter Filme zu sehen, Filme die man jetzt im Fernsehen vermißt, weil die derzeitige Hysterie gegenüber Filmen aus der Zeit zwischen 1933 und 1945 dies nicht mehr zuläßt. Die DDR war da durchaus toleranter und liberaler, was die heutige Anti-DDR-Propaganda verschweigt, ja die genau das Gegenteil behauptet.

Aus Wikipedia:

„Am Anfang jeder Sendung stieg Willi Schwabe mit einer Laterne in der Hand über eine Treppe auf einen nachgebauten Dachboden als Kulisse hinauf. Dabei wurde als Melodie „Tsn der Zuckerfee“ aus „Der Nußknacker“ von Tschaikowski auf einer Celesta mit ihrem typischen weichen, an ein Glockenspiel erinnernden Klang, gespielt. Willi Schwabe schloß die Bodenkammer auf, entzündete die Laterne und begrüßte die Zuschauer mit den Worten, „Guten Abend meine Damen und Herren und herzlich willkommen in der Rumpelkammer“. Hierauf verbeugte er sich tief. Es wurden Ausschnitte aus alten deutschen Tonfilmen gezeigt, d. h. von Filmen aus den Jahren 1929 bis 1945, z. T. auch bis 1956, Anekdoten und Wissenswertes über die Schauspieler erzählt und derer Geburts- oder Todestage gedacht. Im 1. Programm des DDR-Fernsehens liefen ab den 1960er Jahren fast jeden Montagabend um 20.00 Uhr alte deutsche Filme, die in der o. g. Zeit entstanden waren (Montagsfilm).“


Die Sendung erreichte nach 1990 immer noch die alte Popularität, wurde aber aufgrund der Kolonialisierung der DDR als nicht „mehr wertvoll“ betrachtet und beendet.

Dienstag, 28. November 2017

Schöne Erinnerung an „Fury – Die Abenteuer eines Pferdes“


Neben „Ivanhoe“ mit Roger Moore in der Hauptrolle, siehe: http://barrynoa.blogspot.de/2017/05/zum-tode-von-roger-moore.html und „Die Abenteuer der Seaspray“, siehe: http://barrynoa.blogspot.de/2009/03/bn-und-die-abenteuer-der-seaspray.html, da war „Fury – Die Abenteuer eines Pferdes“, eine weitere Serie im Westfernsehen, die ich als Kind nicht verpaßte.

Die Serie lief im Nachmittagsprogramm des Westfernsehens, welches für Kinder gedacht war. Die 114-teilige Serie wurde von 1955 bis 1960 in den USA im Schwarz-Weiß-Format produziert und ab 1958 wöchentlich im Nachmittagsprogramm ausgestrahlt. Jede Folge umfaßte etwa 25 Minuten Sendezeit.

Entstanden ist die Serie nach einem Jugendbuch von Albert G. Miller aus den frühen 1950er Jahren. Diese Serie gab mir ein Bild von Pferden, was nicht dem Klischee eines Nur-Reitpferdes oder Nur-Reitpferdes entsprach, sondern von einem dem Menschen ebenbürtigen Mitlebewesen: intelligent, fühlend und edel!

Man muß noch im Nachhinein dieser Serie dankbar sein, daß sie damalige Kinder zur Tierliebe und Tierachtung erzog.

Sonntag, 26. November 2017

Zum 165. Todestag von Pavel Fedotov am 26. November 1852


Als Kind sammelte ich Kunstpostkarten, die ich in der Dessauer Buchhandlung „Bild und Buch“ bei der Schriftstellerin Christa Borchert kaufte, siehe dazu auch: http://barrynoa.blogspot.de/2013/02/christa-borchert.html

Ein Bild auf so einer Kunstpostkarte gefiel mir besonders: „Das Frühstück des Aristokraten“ von Pavel Andreevich Fedotov. Mir gefiel dieses Bild deshalb so besonders, weil das Interieur des Zimmers so ganz nach meinem Geschmack war und tatsächlich richtete ich mich später ähnlich ein.
Pavel Andreevich Fedotov wurde am 22. Juni 1815 in Moskau geboren. In seinem kurzen Leben schuf Fedotov Gemälde, die Beispiele der Genremalerei sind und sich lustig machten über das Leben der privilegierten Schichten der damaligen russischen Gesellschaft. Zeit seines Lebens litt Fedotov an Depressionen. Er lebte zurückgezogen, litt an Kopfschmerzen und alterte schnell; sein Augenlicht wurde schlimmer.
 
Im Frühjahr 1852 begann er, bedeutende psychische Probleme zu zeigen; es gab auch eine unglückliche Liebesaffäre, die zu seinen Schwierigkeiten beitrug. Schließlich führte sein unangepaßtes Verhalten an die spießige damalige Gesellschaft zu seiner Verhaftung durch die Polizei, woraufhin er in eine Nervenheilanstalt gebracht wurde. Die Depression schritt dort schnell voran, kein Wunder, denn in einer psychiatrischen Anstalt, besonders in früherer Zeit, wurden die Patienten kränker statt gesünder. Auch das Malen wurde ihm dort verboten. Die "Behandlung" war Gift für seelisch erkrankte - sie beinhaltete damals brutale körperliche Bestrafungen, Fesselungen, Aderläße und Kaltwasserbäder.
 
All diese Malträtierungen überstand Fedotov nicht. Er starb völlig ausgezehrt am 26. November 1852 in so einer Klinik für psychisch Kranke, eines von vielen Opfern in der Geschichte der Psychiatrie.

Samstag, 25. November 2017

Max Schwimmer 1924: Wählt USPD!


Wer zu DDR-Zeiten libertäre zeitgenössische DDR-Kunst liebte, der verehrte, so wie ich, natürlich Max Schwimmer [1895-1960] (https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Schwimmer), setzte der doch freiheitliche Akzente in einer offiziellen Kunstszene, die überwiegend vom sogenannten sozialistischen Realismus geprägt war.

Eines meiner Lieblingsbücher von Kindesbeinen an bis heute ist das Buch „Vom glückhaften Stern“ von Karl Dantz (1884-1967), siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Dantz. Illustriert ist es von Max Schwimmer (1895-1960), siehe: http://barrynoa.blogspot.de/2014/03/karl-dantz-und-max-schwimmer-vom.html.

Hier weitere Blogbeiträge von mir zu Max Schwimmer:

http://barrynoa.blogspot.de/2014/05/max-schwimmer-1-mai-1928.html


1924 entwarf Schwimmer das Wahlplakt zu den Reichstagswahlen der fortschrittlichen USPD, einer Partei, die sich wohltuend von den Arbeiterverrätern der SPD unterschied. Auch sein Wahlplakat unterschied sich wohltuend von den konservativen Plakaten der bürgerlichen und rechten Parteien, war es doch expressionistisch fortschrittlich: ein Hammer mit der Aufschrift „Sozialismus“ schlug auf das reaktionäre ausbeuterische Ungeheuer namens „Kapitalismus“ ein, siehe obige Abbildung.