Sonntag, 29. Mai 2016

Martin Neuffer, linker Sozialdemokrat: Gedanken zur Zuwanderung (1982)

Martin Neuffer; aus seinem Buch „Nein zum Leben“:


„Vor allem stellt die grandiose Lebensverschwendung der Natur das in unserer Sittlichkeit tief verankerte Prinzip der Ehrfurcht vor dem Leben oder gar der Heiligkeit des Lebens von Grund auf in Frage. Eine Schöpfung, die ihren „Betrieb“ und ihre evolutionäre Weiterentwicklung ausschließlich über den Weg einer permanenten Massenvernichtung aller ihrer lebenden Geschöpfe betreibt, lässt nicht gerade darauf schließen, dass sie dem einzelnen Lebewesen – und sei es vernunft – und empfindungsbegabt – irgendeinen Eigenwert zuerkennt. Wenn Rückschlüsse vom Verhalten eines Systems auf die Intentionen seines Urhebers, in welchem Maße auch immer, überhaupt Aufschluss geben können, so lässt sich für unseren Kosmos daraus nur die Hypothese gewinnen, dass sein Schöpfer dem individuellen Leben keinen besonderen Rang, sondern im Gegenteil völlige Gleichgültigkeit hat zuteil werden lassen....


Ich halte die Bedingungen menschlichen Lebens für schlechthin unzumutbar. Intelligente Lebewesen mit einem Todesurteil für eine befristete Zeit ins Leben zu rufen, sie schwersten Leiden auszusetzen, ihre Existenz vom Verzehr anderer Organismen abhängig zu machen, sie isoliert und ohne Perspektive als Entwicklungsform auszuprobieren und ins Leere laufen zu lassen, ihnen eine Moral zu geben ohne jede Chance, schuldlos zu bleiben, ihr Scheitern und ihren Untergang auch als Kollektiv fest zu programmieren -- das sind Konditionen, die auch durch eine gehörige Zugabe spontaner Lebensfreude nicht annehmbar werden. Dies fordert ein Nein zum Leben geradezu heraus.“

 
Dieser Autor Martin Neuffer (1924-2004), siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Neuffer_(Verwaltungsjurist) , dessen Bücher „Die Erde wächst nicht mit: Neue Politik in einer überbevölkerten Welt“, C. H. Beck, München 1982 und „Nein zum Leben: Ein Essay, Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1992, unbedingt gerade heute gelesen werden sollten, über den schrieb 1982 „Der Spiegel“ einen hochinteressanten Artikel (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14344559.html).

 

Bemerkenswert daß solche Gedanken der damalige linke Sozialdemokrat Martin Neuffer äußerte, heute sind solche Gedanken nur noch bei AfD-Mitgliedern und bei Pegida zu hören und als „Rechts“ verschrien. Die deutsche Linke hat sich damit von der Vernunft getrennt und ist nurmehr als „Pseudolinke“ zu bezeichnen. Eine ernstzunehmend große nationale Linke gibt es nicht mehr, sondern nurmehr eine dem liberalen Multikulti und der Globalisierung frönendes Kleinbürgertum mit rosarotem Anstrich, der aber beim kleinsten Windhauch abblättert.


 
Auszüge aus dem Spiegel-Bericht (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14344559.html):

 
SPD-Kommunalexperte Martin Neuffer über die Ausländerpolitik der Bundesrepublik
 
Eine radikale Neuorientierung der Bonner Ausländerpolitik fordert der langjährige hannoversche Oberstadtdirektor, Städtetagpräside und NDR-Intendant Martin Neuffer, 57. In seinem soeben erschienenen Buch „Die Erde wächst nicht mit“ Martin Neuffer: „Die Erde wächst nicht mit. Neue Politik in einer überbevölkerten Welt“. Verlag C. H. Beck, München; 195 Seiten; 17,80 Mark. plädiert der linke Sozialdemokrat dafür, die Einwanderung von Türken in die Bundesrepublik „scharf“ zu drosseln und auch das Asylrecht „drastisch“ auf Europäer zu beschränken.
 
Auszüge:

Es gibt eine Zeichnung von Sempe, die einen gewaltigen Demonstrationszug zeigt: unübersehbar viele Menschen sind zusammengeströmt, von den Seiten laufen immer noch mehr dazu. Der Zug folgt einem großen, aus den Massen emporgereckten Banner mit der Aufschrift "Wir sind zu viele!" Eine Massendemonstration gegen die Existenz der Massen. Knapper ist unsere Hilflosigkeit gegenüber dem Problem nie dargestellt worden. Wir sind in der Tat offenbar schon jetzt viel zu viele Menschen auf diesem kleinen Planeten.

Für die unmittelbar vor uns liegende Entwicklungsphase bis zum Jahr 2000 gehen die Schätzungen nicht allzu weit auseinander. Sie liegen für diesen Zeitpunkt zwischen rund 6 und 6,5 Milliarden Menschen. Das bedeutet eine Zunahme von 40 bis 50 Prozent.

Der UN-Jahresbericht von 1981 über den Stand der Weltbevölkerung hält eine Stabilisierung im Jahr 2110 bei 10,5 Milliarden Menschen für möglich, falls das Tempo der jetzigen Familienplanungsprogramme durchgehalten werden kann. Auf jeden Fall werden auf dem Bevölkerungshöhepunkt rund 90 Prozent der Menschen in den jetzigen Entwicklungsländern leben.

Ganz allgemein ist zu fragen, ob ein Bevölkerungsausgleich zwischen übervölkerten und noch vergleichsweise dünn besiedelten Ländern durch Umsiedlungen in großem Maßstab zur Lösung der Wachstumsprobleme beitragen kann.

Sind solche Wanderungsbewegungen in ethnisch relevanten Größenordnungen überhaupt sinnvoll? Zunächst ist festzustellen, daß sie in der ganzen Menschheitsgeschichte immer wieder stattgefunden haben, in allen denkbaren Formen, selten mit für alle glücklichen Ergebnissen.

Daß Länder einem starken Einwanderungsdruck unterliegen, kann daran liegen, daß diese vergleichsweise dünn besiedelt sind, also noch "Platz haben". Es kann auch daran liegen, daß die Lebensbedingungen in solchen Ländern so günstig sind, daß darin eine besondere Anziehungskraft liegt. Es kann auch beides zusammenkommen.

Letztes gilt etwa für die USA. Deren Bevölkerungsdichte beträgt nur ein Zehntel von der der Bundesrepublik. Zugleich ist der Lebensstandard dort so S.38 hoch, daß er auch für die "ganz unten" beginnenden legalen oder illegalen Neueinwanderer attraktiv ist. So sehen sich die USA einer riesigen Einwanderungswelle vor allem aus Mexiko, aber auch aus anderen süd- und mittelamerikanischen Staaten ausgesetzt. Sie führt zu einer tiefgreifenden Veränderung des Landes. Die Epoche einer englisch-spanischen Zweisprachigkeit Nordamerikas zeichnet sich ab.

Bei anderen Ländern haben sich Einwanderungsbewegungen aus der Liquidierung der kolonialen Vergangenheit entwickelt. Das gilt besonders für Frankreich, die Niederlande und Großbritannien. Die Bilanz aller dieser Umsiedlungsbewegungen ist wenig ermutigend.

Bei Emigrationen in Länder gleicher Sprache und verwandter Kultur sind die Belastungen noch am geringsten. Wenn arbeitslose englische Facharbeiter nach Australien auswandern, wo sie gebraucht und mit offenen Armen aufgenommen werden, so gibt es da sicher keine strukturellen, sondern höchstens vorübergehende persönliche Schwierigkeiten. Wenn der Auswanderer kein Engländer, sondern ein Schwede oder Deutscher ist, so gilt fast das gleiche. Man kann davon ausgehen, daß die Einwanderer und ihre Familien über kurz oder lang Australier werden.

So könnte man sich vielleicht auch erfolgreiche Bevölkerungsausgleiche innerhalb der spanisch sprechenden Länder Süd- und Mittelamerikas vorstellen. Jedenfalls wären sie einer Steigerung der Geburtenzahlen in den dünn besiedelten Ländern vorzuziehen.

Da, wo die Umsiedlung in einen sprachlich und kulturell ganz fremden Raum stattfindet, wird der Vorgang problematisch. Sind es einzelne oder wenige, die diesen Schritt tun, so kann die Integration in die neue Umgebung gelingen - mag sie auch mindestens die beiden ersten Generationen besonders belasten. Handelt es sich um größere ethnische Gruppen, die sich im fremden Kulturkreis ansiedeln, so wird die Chance der Integration teils erschwert, teils auch bewußt abgelehnt.

Das amerikanische Beispiel ist instruktiv. Aus eingewanderten Mexikanern werden keine englischsprechenden Nordamerikaner. Sie bringen ihre spanische Kultur und Sprache mit und bilden eine eigene Gesellschaft. In Wirklichkeit handelt es sich dabei gar nicht um eine Einwanderung, deren Ziel immer die Integration im aufnehmenden Land ist, sondern um eine Art friedlicher Landnahme. Zwischen 1980 und 2000 wird für Mexiko ein Bevölkerungszuwachs von 42 Millionen Menschen erwartet zu den 67 Millionen, die es dort jetzt schon gibt. Welcher Druck von diesem Wachstum ausgehen wird, ist leicht auszumalen. Ein großer Teil wird sich tatsächlich in den USA abspielen.

Ein anderes abschreckendes Beispiel sind die asiatischen Minderheiten in Großbritannien. Tatsache bleibt, daß ihre S.39 Integration offenbar weithin mißlungen ist, daß sie in einer unterprivilegierten Gettosituation leben, zum Teil in kriminelle Verhaltensweisen abgleiten und zu allem anderen auch noch zur Herausbildung von Reaktionen des Rassenhasses bei der eingesessenen weißen Bevölkerung Anlaß geben. Am Ende stehen dann jene grausamen Straßenschlachten und Stadtteilverwüstungen, die an die brennenden Negerviertel der nordamerikanischen Großstädte erinnern.

Ethnische Gruppenkonflikte in Ländern mit großen, nichtintegrierten Einwanderungsbevölkerungen können sich über generationenlange Zeiträume hinziehen und zu einer ständigen Quelle von Unstabilität und Unfrieden werden. So muß es mit aller Deutlichkeit formuliert werden: Ganze Bevölkerungsteile in Länder anderer Kulturbereiche umzusiedeln, ist kein tauglicher Weg für die Lösung des Übervölkerungsproblems der Wachstumsländer.

Alles deutet darauf hin, daß solche Wanderungen insgesamt weit mehr Probleme schaffen, als sie lösen - und zwar nicht nur vorübergehend, sondern oft für lange geschichtliche Zeiträume. Weltweit haben Umsiedlungen und Vertreibungen größerer Bevölkerungsteile, wo sie nicht mit der völligen Verdrängung der Eingesessenen verbunden waren, in aller Regel zu Konflikten, Spannungen und Klassenherrschaft, zu Elend und Gewalt geführt.

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Die aktivsten Gruppen werden mit dem Mut, der Hartnäckigkeit und der Verschlagenheit der äußersten Verzweiflung auszubrechen suchen. Sie werden auf allen Wegen, mit allen Mitteln, unter allen Gefahren in endlosen Massen herandrängen - überallhin, wo es nur um ein geringeres besser zu sein scheint als in ihrer Heimat. Die "boat people" waren nur eine erste von dieser Zukunft kündende Welle.

Die reicheren Länder werden sich gegen diesen Ansturm zur Wehr setzen. Sie werden Befestigungsanlagen an ihren Grenzen errichten, wie sie heute nur zum Schutz von Kernkraftwerken dienen. Sie werden Minenfelder legen und Todeszäune und Hundelaufgehege bauen. Die DDR wird endlich eine lukrative Exportindustrie in Grenzabsicherungssystemen entwickeln können.

Die Situation unseres Landes ist dadurch gekennzeichnet, daß schon eine große Minderheit von Ausländern der verschiedensten Völker hier mehr oder weniger dauernd lebt. Immer mehr wollen hierbleiben, mit ihren Familien und möglichst für immer. 4,6 Millionen Ausländer leben in der Bundesrepublik. So viele waren es vorher noch nie, obwohl die Anwerbung aus allen nicht der Europäischen Gemeinschaft angehörenden Ländern seit 1973 untersagt ist.

Immer weniger Ausländer, die einmal hier sind, kehren in ihre Heimat zurück. Jüngere Befragungen ergaben, daß über 80 Prozent von ihnen keine konkrete Rückkehrabsicht haben. Immer mehr holen auch ihre Familien nach Deutschland nach. Immer mehr Ausländerkinder werden hier geboren. Und mit beträchtlichem Erfolg gelingt es den Schlepporganisationen, aus Südasien und Afrika angeblich politische Asylanten zu importieren, von denen die meisten sicher aus wirtschaftlichen Gründen kommen und bleiben wollen.

Dabei stört es sie nicht im geringsten, daß die Bundesrepublik schon jetzt ein überaus dicht besiedeltes Land ist. Daran sind sie gewöhnt. Es stört sie ja nicht einmal unser Wetter. Ähnlich wie Nordamerika ist die Bundesrepublik eines der reichsten Länder der Erde - mit allen Annehmlichkeiten, die solcher Reichtum auch für seine ärmsten Bewohner mit sich bringt: Sozialleistungen. Infrastruktur, Aufstiegschancen. Man hofft auf einen Arbeitsplatz, eine billige Wohnung. Manche können ihren Unterhalt auch ohne Schwierigkeiten im kriminellen Sektor finden.

Die rechtlichen Regelungen schützen zwar nicht immer vor Behördenschikanen, sie sind im ganzen aber doch wohl ausländerfreundlicher als die irgendeines anderen Landes. Auch bei relativen Verschlechterungen in der Bundesrepublik im Vergleich zu anderen Ländern, die möglich, aber gewiß nicht zwangsläufig sind, bliebe der materielle Anreiz, sich hier niederzulassen, überaus hoch. Die Landnahme hat begonnen.

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Diese Probleme sind gewichtig. Mehr als eine Million ausländischer Kinder S.45 und Jugendlicher wachsen in der Bundesrepublik auf. Viele haben Schwierigkeiten mit ihren zwei Sprachen. Ihre Aussichten auf eine qualifizierte Ausbildung und einen qualifizierten Arbeitsplatz, überhaupt auf einen Arbeitsplatz, sind deutlich geringer als die deutscher Kinder. Mehr als die Hälfte von ihnen schafft überhaupt keinen Schulabschluß, einige bleiben Analphabeten.

Zugenommen hat die Zahl derer, die als Halbwüchsige ins Land kommen, die dadurch überhaupt keinen Zugang zur Schul- oder Berufsausbildung mehr finden. Das Abgleiten in die Asozialität ist für sie fast vorprogrammiert.

Andererseits führt die gutgemeinte Integrationspolitik der Bundesrepublik zu oft untragbaren Belastungen für deutsche Kinder und Lehrer in den Schulen. Die Herausbildung von Wohnungsschwerpunkten der Ausländer führt zur Verdrängung eingesessener deutscher Bevölkerung aus ihren Stadtteilen. Hochrechnungen des Frankfurter Schulentwicklungsplans besagen, daß der Ausländeranteil an den Frankfurter Hauptschulen bis zum Jahr 1990 auf durchschnittlich 70 Prozent steigen wird. Schon heute gibt es Schulklassen, in denen nur noch jedes zehnte Kind Deutsch als Muttersprache spricht.

Politische Auseinandersetzungen radikaler Ausländergruppen, besonders der Türken, führen zu zusätzlichen Krawallen und zur Beeinträchtigung der Sicherheit und des Friedens auf den Straßen und Plätzen unserer Städte. Die Gruppen exportieren die heimischen Konflikte nach Deutschland und tragen sie hier mit aller Rücksichtslosigkeit aus. Sie wenden sich dabei immer stärker und immer radikaler auch gegen die deutsche Polizei. In Städten mit hohen Ausländerquoten ist die Grenze des Tragbaren oft schon überschritten.

Die Integrations- und Eingliederungsbemühungen der deutschen Behörden sind beachtlich. Aber sie stoßen an Grenzen, die kaum überschreitbar sein dürften. Schon 1990 wird der Ausländeranteil in der Bundesrepublik mehr als 10 Prozent betragen. In der deutschen Stadt mit dem höchsten Ausländeranteil, Frankfurt, liegt die Quote heute schon bei über 20 Prozent. Bis zum Jahr 2000 kann sie dort auf 50 Prozent ansteigen. Wir sind auf dem falschen Weg.

Die schwerstwiegenden Probleme sind bei den Türken entstanden. Sie bilden die größte ständige Einwanderungsgruppe. Im Gegensatz zur ursprünglichen Gastarbeitersituation sind sie inzwischen ganz auf ständige Niederlassung eingestellt. Ihre Zahl ist ständig bis auf gegenwärtig 1,5 Millionen angewachsen und steigt weiter. Das entspricht jetzt schon der Einwohnerzahl von 15 Großstädten mit je 100 000 Einwohnern.

Während der Anteil der Türken an der Gesamtzahl der Ausländer erst ein Drittel beträgt, ist von den Ausländerkindern unter 6 Jahren schon mehr als die Hälfte türkisch. Das weitere Wachstum der türkischen Volksgruppe in der Bundesrepublik ist fest programmiert.

Türkische Familienväter lassen ihre Familien nachkommen. Alleinstehende gründen eine. Unter dem Stichwort Familienzusammenführung siedelt auch das junge Mädchen nach Deutschland über, das ein in Deutschland lebender Türke auf einer Urlaubsreise in seine Heimat geheiratet hat. Auch der umgekehrte Fall kommt vor. Bei der zahlenmäßigen Stärke der jüngeren Jahrgänge kommt allein auf diese Weise eine beträchtliche weitere Einwanderungswelle in Gang. Vor allem handelt es sich um junge Frauen, die bald Kinder gebären werden.

Diese Verlagerung des türkischen Bevölkerungswachstums in die Bundesrepublik ist, mit Verlaub gesagt, ein gemeingefährlicher Unfug. In den meisten Fällen besteht nur wenig Aussicht, daß die gutgemeinten Integrationsbemühungen der Bundesrepublik je dazu führen werden, daß diese Türken Deutsche werden. Es muß vielmehr damit gerechnet werden, daß die Integrationschancen mit der zunehmenden Massierung immer größerer Zahlen von türkischer Bevölkerung weiter absinken. Je mehr Türken hier leben, um so geringer ist die Aussicht, daß es zu einer echten "Einbürgerung" kommt.

Die jetzt schon klar erkennbare Konzentration in den türkischen Wohnbereichen wird sich fortsetzen. Dort finden die türkischen Familien ein soziales Umfeld vor, das sie zu keinen besonderen Integrationsbemühungen zwingt, wahrscheinlich im Gegenteil in dieser Hinsicht entmutigt und hemmt.

Private Kontakte zu deutschen Familien bestehen nur in seltenen Fällen. In den türkischen Familien wird weiter türkisch oder kurdisch gesprochen, auch wenn einige mit uns deutsch reden können. Die Kinder werden türkisch und das heißt islamisch erzogen.

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So wächst zur Zeit eine starke, im ganzen wenig assimilationsfähige völkische Minderheit heran. Die übliche Integrationspolitik ist in vielen Türkenstadtteilen jetzt schon eine Farce. Vielfach wird ein eigenes Schulsystem für die türkischen Kinder die einzige sachgerechte Lösung sein, nicht zuletzt im Interesse der von der jetzigen Gemeinsamkeit S.47 vielfach schwer belasteten deutschen Kinder und Lehrer.

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Die Gefahr, daß alle Integrationsbemühungen völlig illusorisch werden und daß sich zugleich eine Art türkisch-islamisches Subproletariat bildet, liegt auf der Hand. Wie stark die politische Polarisierung schon fortgeschritten ist und wie ungehemmt sich gewaltsame radikale Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit entwickeln, wird von Jahr zu Jahr deutlicher.

Was für die Türken gesagt wurde, gilt grundsätzlich auch für die Angehörigen der meisten anderen Länder außerhalb der Europäischen Gemeinschaft. Nur den vorläufig noch geringen Zahlen ist es wahrscheinlich zu verdanken, daß die schwer zu integrierenden Gruppen der Marokkaner und Tunesier, der Pakistani und Inder und vieler anderer afrikanischer und asiatischer Länder bisher keine ähnlichen Probleme ausgelöst haben.

Es ist gut, daß unter dem Druck der Entwicklung nunmehr eine intensive öffentliche Diskussion der mit der Türkeneinwanderung zusammenhängenden Probleme in Gang zu kommen scheint. Sie muß zu einer Politik führen, die den weiteren Zustrom, auch von Familienangehörigen, scharf einengt und die Verbote mit starken materiellen Anreizen für eine Rückwanderung verbindet.

Zugleich bedarf es auch einer strikt einschränkenden Einwanderungsgesetzgebung gegenüber den Angehörigen anderer Völker. Wir sollten aus dem türkischen Problem lernen, wie sehr es darauf ankommt, vorbeugend zu handeln.

Es ist wohl notwendig, ausdrücklich zu sagen, daß es sich hier nicht um Diskriminierung handelt. Die Deutschen sollen ja nicht deshalb - so einigermaßen - unter sich bleiben, weil sie zu einer besseren Sorte Menschen gehören. Sondern es sollen ihnen vermeidbare soziale Probleme und Belastungen, Konflikte und Auseinandersetzungen erspart werden, wie sie aus der Aufnahme großer ethnisch und kulturell fremder Bevölkerungsgruppen entstehen. Es soll ihr Recht gewahrt und gesichert werden, in einem deutschen und nicht in einem Vielvölkerstaat zu leben.

Die Türkei erwartet allein in den nächsten 20 Jahren einen Bevölkerungszuwachs von 24 Millionen Menschen. Es kann nicht angehen, daß davon ein wesentlicher Teil in der Bundesrepublik Aufnahme findet. Die Türkei muß ihre Bevölkerungs- und Sozialprobleme im eigenen Land lösen. Ihr dabei zu helfen, hat gerade die Bundesrepublik schon in der Vergangenheit mit großem materiellen Aufwand versucht. Bevölkerungsexport ist aber kein Lösungsweg, auf den wir uns einlassen können.

Dabei ist es an sich ein trauriger Gedanke, daß wir nicht alle aufnehmen können, die bei uns leben wollen. Die Türken haben ebenso wie die Griechen und Italiener und alle anderen schon jetzt einen Einfluß auf unsere Lebensweise und Kultur ausgeübt, den viele nicht mehr missen möchten. Seit sie in unsere Markthallen eingezogen sind und etwas von Süden und Lebenskunst, von Genuß und Anderssein eingebracht haben, ist bei uns besser leben.

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Dies wird sich nicht durchhalten lassen. Die Bevölkerung Afrikas wird sich voraussichtlich vervierfachen, ehe das Wachstum zum Stillstand kommt, die Südasiens von heute 1,4 auf über 4 Milliarden ansteigen. Der mit solchen Entwicklungen verbundene ungeheure soziale Druck wird zwangsläufig zur Herausbildung autoritärer bis diktatorischer politischer Regime in zahllosen Ländern dieser - und natürlich auch anderer - Erdregionen führen. Unter Anlegung heutiger Maßstäbe wird sich die Zahl derer, die politisch bedroht oder verfolgt werden, leicht auf Hunderte von Millionen Menschen belaufen.

Es ist eine Illusion, zu meinen, die Bundesrepublik könne in dieser Lage ihre Grenzen für alle Asylanten der Erde weit offen halten. Sie könnte es schon nicht annähernd für die unübersehbare Masse der echten politischen Flüchtlinge. Sie wäre aber auch überhaupt nicht in der Lage, zwischen echten und den Fluten der unechten Asylsuchenden zu unterscheiden. Eine solche Unterscheidung verlöre von einem bestimmten Punkt an auch jeden Sinn.

Natürlich müssen wir helfen - sogar bis an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit und unter großen eigenen Opfern. Aber unser kleines Land kann nicht zur Zuflucht aller Bedrängten der Erde werden. Es bleibt uns keine andere Wahl, als das Asylrecht drastisch einzuschränken.

Damit sollte aber nicht so lange gewartet werden, bis die ersten Millionen schon hier sind und die Binnenprobleme bereits eine unlösbare Größenordnung erreicht haben. Wir müssen die Frage unverzüglich diskutieren und entscheiden. Eine Beschränkung des Asylrechts auf Bürger europäischer Länder könnte zum Beispiel als sachgerecht ins Auge gefaßt werden.

Mit Micky Maus verkauft sich alles besser!


Pedro Monsonis (Valencia) war in den 30er Jahren einer der größten Exporteure von Orangen aus Spanien. Um die Orangen noch werbewirksamer zu verkaufen, da mußte die gerade erst populär gewordene Micky Maus auf den Etiketten der Orangen herhalten. Schon damals erkannte man, daß mit Comicfiguren sich Waren jeglicher Art besser verkaufen lassen.

 

Freitag, 27. Mai 2016

Der Garten Ende Mai 2016

Was macht der Garten Ende Mai 2016? Dazu ein paar Fotos für die Gartenfreunde unter meinen Bloglesern.


Garten-Azalee und Japanische Quitte:


 
 
 Japanische Quitte:



Die superschlanke Goldulme:




Für das leibliche Wohl: Kopfsalat und Dill im Frühbeet:



Kleines Apfelbäumchen:


 

Niedlich, aber trotzdem ein ungebetener Gast: Katze auf der Lauer nach Vögeln, die den Futterplatz der Hühner am Teich aufsuchen wollen:


Donnerstag, 26. Mai 2016

Prächtige Rhododendron-Büsche in Dessau-Törten

An einem Eckhaus Sandberg/Dohlenweg in Dessau-Törten, meiner Heimat, da gefällt mir ein Vorgarten ganz besonders gut, stehen doch dort seit vielen Jahren prächtige Rhododendron-Büsche, die gerade jetzt wunderbar blühen. Sie sind es wert einmal fotografiert zu werden.




 

Mittwoch, 25. Mai 2016

Wieder da! "Tatar-Lebens-Elixier" aus DDR-Zeiten

Da freute ich mich, als ich las, daß es das gute alte „Tatar-Lebens-Elixier“ wieder gibt! Ich hatte es schon sehr vermißt, denn zu DDR-Zeiten kaufte ich es gern in der Ziebigker Drogerie Altmann oder im Dessauer Reformhaus Hederich, Inhaberin Frau Mühle.

Nach der Wende verschwand das Lebenselixier vom Markt, wie so vieles Gute aus DDR-Zeiten. Nun wird es wieder produziert! Allerdings gibt es jetzt einen Wermutstropfen: den Preis! Kostete zu DDR-Zeiten „Tatar“ die 100 ccm-Flasche nur 1,83 Mark, so kostet jetzt allein das 20 ccm-Minifläschchen 4,85 Euro! Eine Wahnsinnsteuerung!

Bestellen kann man „Tatar“ über eine Apotheke und da setzte ich mich auf meinen Hosenboden, diese verlangte für die „Beschaffung“ 5,00 Euro, also mehr als den Wert des Fläschchens. Nepp allenthalben in der kapitalistischen Bundesrepublik! Wir kamen vom Regen in die Traufe, was die Lebenshaltungskosten anlangt. Dieserart Abzocke vermiest einem die Freude darüber, daß es das gute alte „Tatar-Lebenselixier“ wieder gibt.


Zur Geschichte von „Tatar-Lebenselixier“:


 
 
"Tatar-Lebens-Elixier" zu DDR-Zeiten
Foto: HoSoBeyer - Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=45102474

Werbung in der "LDZ" zu DDR-Zeiten (70er Jahre)

"Tatar-Lebens-Elixier" heute

Kassenzettel
 

Montag, 23. Mai 2016

Der Venustempel zur Maienzeit auf einer Postkarte um 1900

Als Ergänzung zu meinem Blogbeitrag über die beiden jonischen Rundtempel im Dessau-Wörlitzer Gartenreich, siehe: http://barrynoa.blogspot.de/2015/12/die-beiden-rundtempel-des-dessau.html, habe ich noch eine Postkarte aus meiner Sammlung von Postkarten aus der Zeit um 1900 heraus gesucht und eingescannt. Diese zeigt den Wörlitzer Venustempel zur Maienzeit. Wie man sehen kann, war der Wörlitzer Park auch um 1900 ein Paradies und nicht, wie manche glauben machen wollen, erst nach der Wendezeit 1990 in einem guten Zustand, was nicht stimmt. Auch zu Kaisers Zeiten, zu NS-Zeiten und zu DDR-Zeiten war der Park ein gepflegtes Paradies, was man jetzt oft nicht wahrhaben will.

 

Samstag, 21. Mai 2016

Nostalgie: "Unser Robinson"





Kann man sich das heute noch vorstellen, daß eine Zeitschrift 1 Cent kostet? Wer, wie ich, in der DDR in den 50er Jahren seine Kindheit verbracht hat, der kennt das noch: die Kinderzeitschrift „Atze“ für 20 Pfennige, „Unser Robinson“ für 10 Pfennige, ja und ganz zu Anfang der 50er Jahre kostete „Robinson“ nur 1 Pfennig! Diese Zeiten sind restlos vorbei, auch die Aufbruchstimmung die in den 50er Jahren herrschte, ist Vergangenheit, stattdessen Kapitalismus, Ungleichheit, Multikulti und Resignation!

Die 50er Jahre waren überhaupt die beste Zeit, welche die DDR gekannt hat. Allein die Fülle an Kultur und Kunst waren überwältigend. Schaut man mal in die alten Hefte der Kinderzeitschrift „Unser Robinson“ wird diese großartige Zeit wieder lebendig. Allein die Comicserie um Käpt´n Bramsegel von Franz Kerka, siehe auch: http://barrynoa.blogspot.de/2014/11/kaptn-bramsegel-und-wer-wei-mehr-uber.html, machen „Unser Robinson“ wertvoll.
 

Titelzeichnung von Franz Kerka
 
Auch die Leserbriefecke zeigt wie die Politik der DDR in den 50er Jahren noch ausgerichtet war: Leserbriefe aus West und Ost!
 

Ob wohl Hans-Jürgen Seeger, Roßlau, Ziegelstr. 2 noch lebt? Damals suchte er Briefaustausch zu einem 14-15jährigem Mädel und er interessierte sich für Zeichnen und Film. Wenn er noch lebt, so ist er, wie ich, heute ein alter Mann!   
 

Ein Buch, welches in „Unser Robinson“ angekündigt wurde, dies kaufte ich mir und habe es heute noch: Alfred Wellm, „Die Kinder von Plieversdorf“!
 


 
Ich fieberte mit den fortschrittlichen Dörflern mit und ich verachtete die in alten Vorstellungen lebenden Bauern, wie die Großmutter von Hein, die eine aus dem Nest gefallene Elster totschlagen wollte, weil das bei Bauern schon immer so üblich war. Wie froh war ich, als Hein die Elster rettete und zu sich nahm. Das fortschrittliche Neue setzte sich langsam durch, gegen das rückschrittliche primitive Alte.
 


 

Und natürlich kaufte ich als Kind auch „Robinsons billige Bücher“, die nur 2 Mark kosteten und gern wäre ich Mitglied im Robinson-Klub geworden und hätte das Robinson-Abzeichen getragen, doch irgendwie kam es nie dazu. Dann kamen bald die 60er Jahre und vieles ging den Bach herunter, auch „Unser Robinson“ wurde eingestellt.
 
Sic transit gloria mundi!

Freitag, 20. Mai 2016

Grausamer weiterer Fuchsangriff

Es ist mal wieder passiert: Der Fuchs schlug wieder zu!

Wie schon so oft, mußten meine lieben Hühner leiden. Die arme Wackel, schon zwei mal überstand sie mit knapper Not früher schwer verletzt einen Fuchsangriff, die griff der Fuchs und verschwand mit ihr auf Nimmerwiedersehen. Ich kann nur hoffen, daß sie schnell tot war, nicht lange leiden mußte.

Anders erging es Gertrud. Der Fuchs ging bestialisch mit ihr um, schleuderte sie gegen einen Stein und schüttelte sie so, daß sie sich schwere innere Verletzungen zuzog. Dann ließ er von ihr ab. Nur durch Schmeißen eines Silvesterknallers ließ sich der Fuchs vertreiben, er ergiff Wackel und verschwand.

Drei der Hühner (Braunchen, Tessia, Krümel) blieben unverletzt, erlitten aber einen Schock. Gertrud nahm ich rein ins Haus, aber ich konnte nichts mehr machen, sie rang schwer nach Luft, keuchte und schrie, bis sie in einem letzten Todeskampf noch einmal durchs Zimmer flatterte, um dann tot umzufallen.

Ich bin jedesmal erschrocken über die Grausamkeit mit der der Fuchs vorgeht, auch über seine Mordlust in die er sich steigert, so daß er sich von uns Menschen kaum abhalten läßt. Die Natur ist extrem grausam und ungerecht. Hühner sind bescheidene Wesen, tun keiner Seele was und müssen so ein Ende nehmen.

Um Gertrud trauere ich besonders, war sie doch ein mehr als anhängliches Huhn. Kaum kam ich in den Garten und setzte mich auf die Terrasse, so kam sie sofort und sprang zu mir auf den Sessel, machte die Kunststückchen, die ich ihr aus Joke beigebracht hatte, und leistete mir Gesellschaft. Sie war ein ausnehmend kluges Huhn.

Möge den bestialischen Fuchs die Kugel eines Jägers treffen!

Gertrud und Wackel (verdeckt) im März diesen Jahres
 
Die junge Gertrud

Wackel im Winterquartier
 
Wackel nach einem früheren Fuchsangriff
 
 
 

Montag, 16. Mai 2016

Pfingstgrüße Anno 1900, Teil 4

Aus meiner Sammlung von Postkarten um 1900 zum Pfingstfest drei Postkarten: "Fröhliche Pfingsten":



Sonntag, 15. Mai 2016

Pfingstgrüße Anno 1900, Teil 3

Aus meiner Sammlung von Postkarten um 1900 zum Pfingstfest zwei Postkarten: "Fröhliche Pfingsten":





Samstag, 14. Mai 2016

Pfingstgrüße Anno 1900, Teil 2

Aus meiner Sammlung von Postkarten um 1900 zum Pfingstfest zwei Postkarten: "Fröhliche Pfingsten":


Freitag, 13. Mai 2016

Pfingstgrüße Anno 1900, Teil 1

Aus meiner Sammlung von Postkarten um 1900 zum Pfingstfest eine Postkarte: "Fröhliche Pfingsten":




Donnerstag, 12. Mai 2016

Vorbei: Freude an Zigarettenschachtel-Design


Durch die neue EU-Richtlinie können nunmehr Zigarettenschachteln kaum mehr nach Marken unterschieden werden, so voll beklebt sind diese mit Warnhinweisen. Vorbei die Zeiten wo man Zigarettenschachteln sammeln konnte. Da lobe ich mir meinen Papierkorb, den ich Anfang der 90er Jahre erwarb, wo das Camel-Bild in voller Design-Schönheit drauf prangt. Dieser Papierkorb ist übrigens ein sehr praktisches Möbel, denn man kann auf ihm wie auf einem Hocker sitzen, wenn man denn nicht über 100 Kilo Gewicht auf die Waage bringt.

Mit der Werbung für Zigaretten wird es wohl auch bald vorbei sein. Vorbei die Zeiten wo Zigarettenreklame oft kleine Kunstwerke waren, wie die der Marke Murat um 1900, siehe nachfolgende Bilder.