Samstag, 19. Mai 2018

"Deutschland, du mieses Stück Scheiße"



 
Im Zusammenhang mit einer Demonstration gegen die europäischen Sparvorgaben in Griechenland hatten Mitglieder der Gruppe „Theorie Organisation Praxis Berlin (TOP)“ mit der prägnanten Aufschrift „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“ gehalten.

Ein Transparent mit der Aufschrift "Deutschland, du mieses Stück Scheiße" ist nicht verunglimpfend. Das entschied die Staatsanwaltschaft schon 2015. Das Ermittlungsverfahren gegen Demonstranten, die 2015 ein Transparent mit dieser Aufschrift gehalten hatten, wurde eingestellt.  

Daß dieser Spruch Rechtsradikale erregt, ist verständlich, finden doch diese Kreise nichts dabei, daß in Deutschland unsoziale Zustände herrschen, daß sich die preußische Mentalität immer mehr Bahn bricht: Zucht und Ordnung. Da wird auf einen Asylbewerber aus Togo eingehackt, der sich gegen seine Abschiebung wehrte und dabei Solidarität unter den anderen Asylbewerbern in Ellwangen fand, so daß es nur 2 Hundertschaften an Polizei gelang ihn zu verhaften.

Auf der anderen Seite kaum Empörung bei den Deutschen über die NRW-Landwirtschaftsministerin Schulze-Föcking, die in ihrem Ressort auch den Tierschutz unter sich hatte, die aber selber schlimmste Zustände in ihren eigenen Massentieranlagen (Tier-KZ´s) zu verantworten hatte, was Tierschützer durch illegale Aufnahmen aufdeckten. Diese deutsche Type gehörte viel eher abgeschoben als dieser Togolese, stattdessen wurde sie nicht mal ihres Ministerpostens enthoben. Dieser Tage trat sie allerdings selbst zurück.



Schaut man sich die zwei Fotos an, wo ein kleiner englischer Junge liebevoll sein geliebtes Huhn in die Arme schließt, und das jedes Mal wenn er von der Schule kommt und sieht dann das Foto des widerlichen bayerischen Jungen, der gefühllos ein totes Huhn in der Hand hält, dann wird einem klar, daß deutsch zu sein noch lange kein Zeichen von etwas besserem ist, ganz im Gegenteil, die deutsche Mentalität ist keine besonders gute, wobei wie immer, Ausnahmen die Regel bestätigen.

Dienstag, 8. Mai 2018

Typisch deutsch: Zucht und Ordnung

Heute früh wurde mal wieder der Beitrag vom Februar 2018 im Sat1-Frühstücksfernsehen wiederholt, der zeigte wie die deutsche Polizei gegen unschuldige Bürger vorgeht (leider als Video nicht im Internet zu finden).

Da hatte eine Bäuerin aus Konkurrenzgründen einen Bio-Bauern bei der Polizei angezeigt, daß er wohl illegal ein Gewehr hätte, eine Anschuldigung die vollkommen haltlos war, wie auch schon vorherige Anschuldigungen, daß er als Bio-Bauer Pflanzenschutzmittel spritzen würde und dergleichen mehr. Statt die Anschuldigungen zu überprüfen, stürmte die Polizei gleich mal das Anwesen des Bauern mit einem Sondereinsatzkommando (SEK). Bei Minustemperaturen wurden die Bewohner, auch eine völlig unbeteiligte Mieterin, auf den Boden geschmissen und mußten dort lange Zeit liegen bleiben. Die unbeteiligte Mieterin war nur mit einem Nachthemd bekleidet und bat die Polizei ihr eine Decke zu geben, dies wurde von den deutschen Polizisten höhnisch und barsch abgelehnt. Die Polizisten schossen die Tür auf und ohne mit der Wimper zu zucken erschossen sie den absolut harmlosen einjährigen Hund des Besitzers.

Dieses Vorgehen der Polizei erfreut natürlich den deutschen Michel, der nach Ordnung und Sicherheit und einer starken Polizei lechzt, ja der gern Parteien wählt, die nach noch mehr Polizei rufen. Während noch in den 70er Jahren, aufgrund der 68er-Bewegung, der Beruf des Polizisten als volksfeindlich galt, so ist er jetzt wieder salonfähig geworden, das deutsche Volk liebt eben Law-and-Order und harte Büttel des Staates, da hat die ganze Umerziehung des deutschen Volkes durch die Alliierten nach 1945 nichts gebracht, der preußische Ungeist ist eben zu mächtig im deutschen Volk verankert, gehört zum deutschen Wesen, wie auch die Sucht kleine Sünden hart zu bestrafen, was sich auch mal wieder an der Entscheidung zeigte, Schwarzfahrer wie bisher ins Gefängnis zu stecken. Die volksfeindlichen Parteien CDU/CSU, FDP, SPD und AfD waren für Gefängnis, Linke und Grüne dagegen.

Daß ein Hund bei einem Polizeieinsatz erschossen wird, ist kein Einzelfall, sondern eher die Regel.


Montag, 7. Mai 2018

Gold im Garten

Gold im Garten? Nein, kein Edelmetall ist damit gemeint! Gemeint ist damit mein Koi Goldi, der sich gern von der Sonne bescheinen läßt und dabei wie Gold glänzt. Gemeint ist damit auch meine Goldulme, die zurecht ihren Namen trägt! Beides von mir mehr geschätzt als echtes Gold!




 

Sonntag, 6. Mai 2018

Lieblings-Rhododendron



In meinem Garten blühen bei weiterem üppigere Rhododendren als der obige, dennoch ist mir dieser Rhododendron der liebste, weil ich seine zarte Farbe so mag. Doch sehen Sie selbst, aber die Geschmäcker sind ja zum Glück unterschiedlich.

Samstag, 5. Mai 2018

Mai-Kalenderblatt aus dem Jahre 1904


Dieses obige Kalenderblatt des Monats Mai finde ich großartig. Es ist typisch internationaler Jugendstil aus dem Jahre 1904 und stammt aus der Strobridge Lithographing Company of Cincinnati (USA). Wundervoll die fliegenden Vögel und die Leiste mit Blütenmotiven. Leider gibt es keine Künstlerangaben, was wirklich sehr schade ist.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Der großartige Philosoph Dr. Karim Akerma: Bevölkerungswachstum und Antinatalismus

Einfach nur großartig, der Philosoph Karim Akerma! Wenn man dagegen all den spießbürgerlichen, kleingeistigen Gedankenmüll der vielen anderen „Denker“ sieht, die hochgelobt werden, dann tun sich Welten auf. Leider, leider sind Leute wie Akerma, Bleibohm und Hoos Rufer in der Wüste, und werden noch nicht einmal von sonst intelligenten Menschen verstanden.
Es sind nicht nur die von Religionen verblödeten Menschen („Mehret Euch!“) sondern auch wissenschaftlich denkende Menschen, die unbedingt meinen, sie müßten Kinder in die Welt setzen, die gar Kinderlose oder Homosexuelle bedauern, daß die keine Kinder haben. Es sind besonders die Frauen, die zu großen Teilen einen unbändigen Kinderwunsch, ja einen Kindertrieb, ähnlich dem Sexualtrieb, haben, und egoistisch dies verwirklichen, gar nicht daran denken, ob ein Kind geboren werden will, die Strapazen und das Leid des Lebens überhaupt auf sich nehmen will.

Diese Frauen handeln abgrundtief egoistisch und verantwortungslos. Das widerliche ist, daß die Ankündigung einer Geburt als etwas positives von der Mehrheitsgesellschaft angesehen wird, ein Malheur sieht darin kaum jemand. Fragt man Frauen, warum sie sich ein Kind gewünscht haben, so erntet man nur inhaltsleere Antworten und Verständnislosigkeit, daß man überhaupt so eine Frage stellt. Daran sieht man, daß die Menschheit nicht über den eigenen beschränkten Horizont sehen kann.

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos schreiben zu Karim Akerma hierzu in ihrem aktuellen Newsletter:


Liebe Freunde der Tiere,
in mehreren Rundmails hatten wir Sie bereits mit dem Antinatalismus, der Nachkommenlosigkeit bei Mensch und Tier, bekannt gemacht. Antinatalismus (Wortbildung nach lat. nasci: geboren werden) ist eine Moraltheorie, die tiefer ansetzt als alle herkömmliche Ethik. Alle bisherige Ethik geht von der Prämisse aus, dass Menschen und Tiere existieren (sollen) und sie fragt, wie die existierenden Menschen handeln sollen. Die Frage hingegen, ob Mensch und Tier überhaupt sein sollen, welche in der Geschichte von Denkern schon mehrfach berührt wurde, erhielt seine Dringlichkeit jedoch erst, als die Wachstumskurve der Menschenflut in den exponentiellen Bereich, in den unbeherrschbaren Bereich, überging.
Zur Erinnerung die Entwicklung in Zahlen: Die Erdbevölkerung nimmt täglich um netto ca. 200.000 Köpfe, jährlich also um mehr als 80 Millionen Menschen zu. Aus dieser Zunahme resultieren nahezu alle Umweltprobleme sowie Artenschwund und Naturvernichtung. Die Tragfähigkeit des Planeten Erde ist längst überschritten, Chaos vorprogrammiert. Zugegeben ein schwieriges Thema, aber ein Thema, bei dem es sich lohnt, intensiv darüber nachzudenken und eigenes Handeln kritisch zu hinterfragen.
Zur vertieften Information können Sie diverse Texte und Analysen rund um diesen Themenkomplex hier nachlesen:
http://www.pro-iure-animalis.de/index.php/antinatalismus.html.

Heute möchten wir diesen Diskurs mit einem höchst interessanten und tiefgründigen Interview von Dr. Karim Akerma fortführen und ergänzen. Es handelt sich um ein Interview mit einer großen deutschen Zeitung, das im Nachhinein abgelehnt wurde und nicht zur Veröffentlichung gelangte. Den Text des Gespräches finden Sie nachstehend:


Herr Akerma, Sie wollen, dass die Menschheit aufhört sich fortzupflanzen. Warum?

Dafür gibt es eine ganze Reihe von Gründen. Wir können uns doch zum Beispiel auf den ethischen Grundsatz einigen: Handle niemals so, dass ein Mensch aufgrund deiner Handlung sterben muss – abgesehen vielleicht von Notwehrsituationen. Jetzt ist es aber so, dass ein Kind, das ich in die Welt setze, zwangsläufig irgendwann stirbt. So ist die Welt eingerichtet. Folglich sollte ich nicht zeugen. Eltern verurteilen ihr eigenes Kind immer auch zum Tode.


Ist das verwerflich? Sie haben dem Kind das Leben doch überhaupt erst geschenkt.


Das ist eine beschönigende Metapher. Jemandem, der nicht ist, kann ich nichts schenken. Präziser müsste man sagen, dass Eltern so gehandelt haben, dass sich ein Mensch genötigt sieht sein Leben zu führen. Schon der große Aufklärer Kant hat die sogenannte Natalschuld-Umkehr angeregt. Kinder haben ja gar nicht nach Dasein gefragt. Sie fanden sich einfach vor und zwar auf Geheiß ihrer Erzeuger.


Sind Sie Ihren Eltern denn böse? Leben Sie nicht gerne?


Doch. Es gibt vieles, was das Leben für mich lebenswert macht; menschliche Begegnungen, Musik, Literatur, Sport. Es ist doch so: Niemand wollte zu leben beginnen. Aber wenn man einmal da ist, muss man weitermachen. Da wirken biologische Gesetze. Und solange keine Krankheiten, Trauerfälle und andere Katastrophen im Wege stehen, tun die Leute das sogar gern. Ich bin da keine Ausnahme.


Dann können Sie sich sicher auch freuen, wenn ein glückliches Paar seinen Kinderwagen an Ihnen vorbei schiebt?


Im nächsten Moment komme ich dann aber an einem Greis vorbei, dem Einsamkeit und Schmerzen ins Gesicht geschrieben stehen. Ich frage mich dann immer, ob den jungen Eltern eigentlich klar ist, dass ihr süßes Kind eines Tages auch so ein trauriger Alter wird. Irgendein blinder Fleck sorgt offensichtlich dafür, dass ihnen der Zumutungscharakter des Lebens verborgen bleibt.


Zumutungscharakter des Lebens? Ich dachte Sie leben gern?


Ich bin Philosoph. Unsere Aufgabe ist es, das vermeintlich Naheliegende in Frage zu stellen. Dazu gehört auszusprechen, dass unser Leben aus einer Reihe von Zumutungen besteht. Wir bewältigen ein fürchterliches Pensum. In der Schule sitzt nicht immer die fröhlich schreiende Meute. Da wird auch unter Stress und Schikanen gelitten. Es folgen 40 Jahre Berufsleben, dominiert von Langeweile oder Überforderung. Dann geht es mit einem Tritt in den Hintern in Rente. Von 100 Prozent auf fünf von einem Tag auf den anderen. Keiner gibt es zu, aber die meisten kommen damit nicht klar.


Zumindest hierzulande führen die meisten aber doch ein glückliches Leben. Wieso sehen Sie alles so schwarz?


Ich halte die ständige Rede vom Glücklichsein für einen Schutzmechanismus der Gesellschaft, um unser Fortleben als Gattung zu rechtfertigen. Ein sozialer Effekt, eine Art unterbewusste Verschwörung. Wir versichern uns ständig, dass das Leben in Ordnung ist. Aber, wenn sie sich unbeobachtet fühlen, dann klagen die Leute. Über den Job oder das gestörte Verhältnis zum Partner. Wir sind sehr gut im Verdrängen. Fast jeder kennt jemanden, der seit Jahren seelisch oder körperlich leidet. Aber haben Sie schon mal von chronischem Glück gehört?


Muss das denn unser Anspruch sein? Das viel zitierte „kleine Glück“ entschädigt doch immer wieder für vieles.

Das ist ein verbreitetes Missverständnis. Viele stellen sich Glück und Leid als Größen vor, die sich verrechnen lassen. Wenn man das konsequent zu Ende denkt, müsste man fragen: Hat das deutsche Wirtschaftswunder, das Millionen Glück gebracht hat, das Leid der Menschen in den Konzentrationslagern kompensiert? Der Verlust eines engen Freundes ist nicht dadurch vergessen, dass ich danach noch tollere Menschen kennenlerne. Leid wiegt ethisch schwerer als Glück.


Das müssen Sie erklären.


Die Grundlage meiner Überlegung ist der sogenannte negative Utilitarismus. Utilitaristisch handeln, heißt das Glück der größtmöglichen Zahl anzustreben. Nun maße ich mir nicht an, zu wissen, wie man das allgemeine Glück mehrt. Deshalb drehe ich das Prinzip um, denn wie sich Leid verhindern lässt weiß ich. Ganz einfach, indem ich verhindere, das Wesen die leiden können, überhaupt zu existieren beginnen. Das widerspricht zwar unserer Intuition, ist aber eigentlich bestechend logisch.


Wie versuchen Sie diese Einsicht zu verbreiten?


Man kann den Leuten zum Beispiel vor Augen führen: Wenn Kinder vor ihren Eltern sterben, ist das das Schrecklichste was ihnen passieren kann. Da würde jeder zustimmen. Nun sterben aber alle Kinder. Auch, wenn sie 90 werden, bleiben sie doch die Kinder irgendwelcher Eltern. Die Schrecklichkeit des Sterbens ist nicht dadurch aus der Welt, dass die Eltern vor ihren Kindern gehen. Eltern tun aber so.
Dass ihre Kinder irgendwann sterben, ist den Eltern doch klar. Wenn ein Kind stirbt, ist nicht der Tod so schrecklich, sondern die verpasste Chance auf ein erfülltes Leben.
Wer so denkt, ist immer noch mindestens senilitätsblind. Sie blenden aus, dass Ihr Kind dazu verurteilt ist, alle möglichen Altersleiden durchzustehen. Um deutlich zu machen, was da eigentlich passiert, müssen Sie den Euphemismus „Senioren-Residenz“ durch „Geronto-Lager“ ersetzen. Das ist der Skandal unserer Gesellschaft! Millionen Menschen sind dazu verurteilt, ihren Lebensabend in unwürdigem Zustand zu verbringen. Im Buch „Wie wir sterben“ zeigt der kanadische Kliniker Sherwin B. Nuland, dass das Sterben in den allermeisten Fällen eine furchtbare Sache ist. Die Leute schlafen nicht ruhig und mit beseeltem Lächeln ein. Der Organismus übernimmt das Ruder und hält die Leute noch Monate lang am Leben. Meist von entsetzlichen Ängsten und Schmerzen begleitet.


Wie fallen die Reaktionen aus, wenn Sie versuchen, das Eltern zu erklären?


Das reicht von Verständnis und ehrlichem Interesse, bis hin zu erbitterten Anfeindungen. Mir wird oft gesagt, zu denken wie ich sei böse. Manche glauben, ich wäre für die Vernichtung der Menschheit. Dabei plädiere ich ja nur für ein freiwilliges Verebben, das ist das genaue Gegenteil. Viele sagen, ich sei ein Pessimist. Denen kann ich bloß erwidern: Schaut in das Führungszeugnis der Menschheit, unsere geschriebene Geschichte. Die Menschen haben schon immer gemartert und sich geängstigt, es wurde nie besser. Wann soll die Probezeit unserer Gattung zu Ende sein, wenn nicht allerspätestens bei Auschwitz?


Würden Sie nicht unterschreiben, dass die Tendenz seither ziemlich positiv ist?


Nur auf den ersten Blick. Aller Fortschritt in Sachen Humanismus und Produktivität, ist leider untrennbar mit dem der Destruktivkräfte verflochten. Denken Sie an die frühe Neuzeit. Man ließ Gott hinter sich, tausende Möglichkeiten brachen auf und gleichzeitig begann mit der Erfindung der Feuerwaffen eine nie dagewesene Vernichtungsorgie. Anderes Beispiel: Atomkraft. Die war nicht bloß energiepolitischer Segen, sondern durch die Unfall-Gefahr und die Bombe höchst problematisch. Wie kann man in eine Welt in der sich unaufhaltsam das Klima wandelt, noch Kinder setzen? Das ist ein Lotteriespiel, letztlich ein Experiment mit Menschen. Wer das ausspricht, wird aber verfemt.


Sie spielen auch auf Ihren Habilitationsversuch an. Der scheiterte 1997 an einem 5:4-Votum.


Ich war damals mit dem Thema Antinatalismus im deutschsprachigen Raum allein auf weiter Flur. Deshalb habe ich naiver Weise angenommen, das wäre ein akademischer Türöffner. In Hamburg hat man das Recht, nach einem gescheiterten Habilitationsversuch die Handexemplare zurückzubekommen. Das wussten manche Mitglieder der Kommission offensichtlich nicht. Ich konnte an den teils sehr despektierlichen Randbemerkungen sehen, dass meine Arbeit nicht immer sachlich, sondern mit unterdrückter Wut gelesen worden war.


Was stand da am Rand?


Unwissenschaftliche Dinge wie „ach ja?“ und „sieh mal an?“ Als sei es völlig absurd, Dinge konsequent zu Ende zu denken. Dabei hat schon Kant die Frage aufgeworfen: Sollen Menschen sein? In meiner Verhandlung, so wurde mir zugetragen, wollte ein ausgewiesener Kant-Spezialist davon dann aber nichts mehr wissen. Es ist immer noch so, dass Autoren weltweit zu dem Thema lieber unter Pseudonym veröffentlichen. Weil sie sich vor gesellschaftlicher Ächtung oder Karrierenachteilen fürchten.


Sie sind verheiratet. War Ihre Frau von Anfang an mit Ihrer Sicht auf die Familienplanung einverstanden?

Sie hat das berühmte Ticken der inneren Uhr zum Glück nie gehört. Man sagt ja, dass Frauen ab 35 nervös würden und unbedingt Kinder wollten. Die Forschung weiß aber inzwischen: Das ist kein Ruf der Biologie, sondern bloß soziale Suggestion.


Soziale Suggestion?


Ja. Da auszubrechen erfordert Mut. Man könnte sagen, der Antinatalismus ist seinem Wesen nach eigentlich feministisch. Simone de Beauvoir war da in fast geschmackloser Weise Vorreiterin. Die hat Sprüche gebracht, wie: Ich möchte nicht, dass ein Polyp in meinem Inneren die Macht über mich ergreift. Die Gesellschaft betrachtet Frauen unterbewusst immer noch als reine Biologie. Frauen sind aber Kulturwesen, die entscheiden dürfen, statt von ihrer Biologie durchherrscht zu sein.


Indem wir die Menschheit langsam aussterben lassen, beantworten wir also die alte Frage, was den Menschen eigentlich zum Menschen macht?


Ganz genau. Wenn der Mensch wirklich ein Kulturwesen ist, muss er auch in der Frage seines eigenen Gattungsendes kulturbestimmt handeln.


Wie stellen Sie sich das denn vor, wenn die letzten Menschen sterben? Irren da Verzweifelte durch postapokalyptische Landschaften? Oder klopfen die sich auf die Schulter?


Gute Schriftsteller haben die Psyche solcher letzten Menschen erforscht. Ich denke an Hannelore Valencak „Die Höhlen Noahs“ oder Marlen Haushofers „Die Wand“. Wenn man denen glauben kann, ist das Ganze erträglich. Wenn die Betreffenden Einsicht in die Notwendigkeit des Antinatalismus hätten, wäre es sogar noch einfacher. Das Ende der Menschheit bedeutet ja das Ende aller Hungersnöte, aller Kriege, der Senilität, des Alleinseins. Es wäre das letzte Alleinsein, auf das kein weiteres Alleinsein folgen würde. Trotzdem entbrennt in der Literatur unter dem Menschheitsrest immer die Debatte, sollen wir es noch mal wagen? Wir sind wohl noch nicht so weit.


Sie glauben, das wird sich in absehbarer Zeit ändern?


Ich hoffe es. Der Antinatalismus kommt den meisten Menschen heute absurd vor. Das galt vor wenigen Jahrzehnten aber genauso für den Vegetarismus. Inzwischen beginnt die Einsicht Fuß zu fassen, dass Tiere empfindsame Wesen sind, die wir nicht einfach zu unserem Nutzen hervorbringen dürfen, weil es Alternativen gibt. Ich sage: Ebenso wenig dürfen wir einfach Nutzmenschen hervorbringen.


Nutzmenschen?


Ja, ursprünglich sind wir nichts anderes. Kinder erleichtern den Eltern vermeintlich die unerträgliche Schwere des Daseins. Sie stabilisieren. Wenn wir Kinder machen, dann ausschließlich für uns selbst.


Sollte man den Antinatalismus zur Not staatlich verordnen? Stichwort Ein-Kind-Politik in China.


Wenn damit Leid verhindert werden kann, bin ich dafür. Wir lesen viel davon, dass die Familien dort unter dieser Politik gelitten hätten. Aber keiner fragt, was passiert wäre, wenn die Bevölkerung ungebremst weitergewachsen wäre. China ist zwar riesig, hat aber pro Kopf kaum Anbaufläche. Ohne staatlichen Antinatalismus wären Hungersnöte nicht zu vermeiden gewesen. Über die konkrete Umsetzung muss man aber diskutieren.


Was müssten wir Menschen ändern, damit auch Sie sich mit der Weiterexistenz unserer Gattung anfreunden könnten?


Es gibt ja schon lange Bestrebungen uns biologisch oder technisch besser zu machen, unempfindlich für Leid und so weiter. Da geht dann aber vielleicht das bisschen Empathie drauf, über das wir verfügen und das Problem der Überbevölkerung ist auch noch nicht geklärt. Ich halte diesen sogenannten Transhumanismus für die letzte Fluchtstrategie vor der notwendigen Einsicht in den Antinatalismus.



Dieses Interview mit Dr. Karim Akerma finden Sie auch hier:

http://www.pro-iure-animalis.de/index.php/antinatalismus/articles/antinatalismus-interview-mit-karim-akerma.html

Mittwoch, 2. Mai 2018

Der 1. Mai 2018 in der Bundesrepublik Deutschland


Der 1. Mai 2018 in der Bundesrepublik Deutschland war geprägt von den Bemühungen der bourgeoisen Kapitalismusverteidiger und Klassengegner den Klassenkampfcharakter des Tages mit allen Mitteln zu unterdrücken. Hauptakteure dieser Strategie waren die System-Gewerkschaften die im DGB organisiert sind. Dazu kamen dann noch bourgeoise pseudolinke diverse Gruppierungen und die Partei „Die Linke“.

Staatlicherseits organisierte man in größeren Städten Spaßfeste um die Bürger davon abzuhalten bei revolutionären 1. Mai-Demos mit zu marschieren. Zudem baute man eine Drohkulisse mit einem martialischem Polizeiaufgebot auf um Demonstranten einzuschüchtern und sie von einer Teilnahme an einer revolutionären 1. Mai-Demo abzuhalten, was auch gelang, denn der Polizeieinsatz zum G20-Gipfel in Hamburg und das rigorose Vorgehen der Polizei war noch vielen Linken in unliebsamer Erinnerung. Die Taktik der Klassengegner ging auf, denn sowohl in Berlin, wie auch in Hamburg nahmen weit weniger Menschen an den revolutionären 1. Mai-Demos teil als sonst.

Das Motto der revolutionären 1. Mai-Demo in Hamburg hieß: „Kapitalismus, noch immer Scheiße!“ Dieses Motto traf den Kern der Sache. Auch die 1. Mai-Losung der KPD/ML traf den Kern der Sache: „Die „Linke“ ist tot – Der Klassenkampf lebt“. „Die Linke“ natürlich in Anführungsstrichen, da sie keine echte Linke ist, sondern eine bourgeoise Pseudolinke. Aus dem 1. Mai-Papier 2018 der KPD/ML:

„In der Innenpolitik geht der Großteil der Linken der neoliberalen Parole des Großkapitals „no border, no nation“, die von den Kirchen und der „Antifa“ unterstützt wird, auf den Leim.

Die herrschende Klasse versucht den proletarischen Internationalismus in den großbürgerlichen Kosmopolitismus zu fälschen.“no nation“ ist eine antidemokratische Forderung. Dem immer weltweiter handelnden Großkapital sind vor allem der Widerstand der kleinen Nationen und demokratische Wahlen in allen Staaten ein Dorn im Auge. Die zahlreichen Wahlkämpfe sind unberechenbar und man muß aus wahltaktischen Erwägungen den Massen Zugeständnisse machen. Lieber sollen die Entscheidungen in supranationalen, nicht gewählten Kommissionen in Brüssel, New York und London oder Schiedsgerichten wie bei TTIP gefällt werden. „no nation“ hat nichts mit der Tradition der Arbeiterbewegung und der kommunistischen Bewegung zu tun.
 
Josef Stalin auf dem 19.Parteitag der KPdSU,14. Oktober 1952: “Früher galt die Bourgeoisie als das Haupt der Nation, sie trat für die Rechte und die Unabhängigkeit der Nation ein und stellte sie „über alles“. Jetzt ist vom „nationalen Prinzip“ auch nicht eine Spur geblieben. Jetzt verkauft die Bourgeoisie die Rechte und die Unabhängigkeit der Nation für Dollars. Das Banner der nationalen Unabhängigkeit und der nationalen Souveränität ist über Bord geworfen. Ohne Zweifel werden Sie, die Vertreter der kommunistischen und demokratischen Parteien, dieses Banner erheben und vorantragen müssen, wenn Sie Patrioten Ihres Landes sein,wenn sie die führende Kraft der Nation werden wollen. Es gibt sonst niemand, der es erheben könnte.“

Die heutige „Linke“ überläßt diese Aufgabe der rückwärtsgewandten AfD.

„no border“ ist ebenso eine reaktionäre, neoliberale Forderung des Großkapitals. Kitas,Schulen, Unis kosten viel Geld. Einfacher ist es, qualifiziertes „Menschenmaterial“ aus ärmeren Ländern abzuziehen und mit unqualifizierten „Menschenmaterial“ Druck auf die unteren und aufgeklärten Arbeiter auszuüben.

Einwanderung ist ein Mittel den Wert der Arbeitskraft zu senken. Karl Marx sprach sich in seinem Artikel „Warnung“ vom 15. Mai 1866 gegen Einwanderung aus. Im Oktober und November 1866 sprach er sich dafür aus die Schiffe mit den belgischen Wirtschaftsflüchtlingen von England nach Belgien zurückzuschicken.(MEW Bd.16,1975.S.534). Die Bourgeoisie ködert dagegen die Linke mit falscher Humanität und Solidarität für die Versklavung der Arbeiterklasse.

Schlußfolgerung: Ohne vollständigen Bruch mit jedem Imperialismus und der Politik von „no border, no nation“ wird sich die Arbeiterbewegung weiter von der Linken entfernen und ist der Wiederaufbau einer antikapitalistischen Linken und einer kommunistischen Partei unmöglich."