Mittwoch, 6. August 2014

Erfolgreiche Suchanzeige: Huhn Grüni wieder da

Wieder zuhause: Grüni, vorhin fotografiert

Die Suchanzeige nach unserem Huhn hatte Erfolg, siehe: http://barrynoa.blogspot.de/2014/08/dessau-huhn-entlaufen-suchanzeige.html! Grüni ist wieder da!

Heute früh klingelte bei uns ein Nachbar, ca. 9 Häuser von uns entfernt wohnend, meldete uns, daß er Grüni bei sich hätte. Das war natürlich eine Freude, denn wir hatten die Hoffnung schon aufgegeben Grüni wieder zu bekommen. Dieser Nachbar hat sie schon seit Sonntag, ein anderer Nachbar sah sie auf der Straße und meinte sie gehörte diesem, da er auch Hühner hat. Das war nicht der Fall, der Hühnerhalter nahm Grüni aber trotzdem auf.

Wie er berichtete, wollte sie bei ihm abhauen. Immer wieder versuchte sie über den Zaun zu fliegen, was verständlich war, denn schließlich wollte sie zurück zu ihrem zuhause. Wie aber bekannt, finden Hühner schlecht selbst zurück, da kaum Riechorgan und die Straße war ihr absolut neu, da konnte sie sich nicht orientieren. Kurzerhand stutzte er ihr die Flügel und hielt sie einzeln in einem Stall, auch deshalb, weil die Althühner sie als Neuling ziemlich traktierten, was so Hühnerart ist, bei Neuzugängen.

Jedenfalls sieht Grüni noch ziemlich ramponiert aus, siehe ihren Hals, denn Hühner reißen in Rage gern die Federn von anderen aus. Das passiert natürlich nur wenn sie in einem Stall oder einer Voliere eingesperrt sind und nicht ausweichen können. Auf unserem großen Grundstück passiert das nicht, da sie genug Platz zum Ausweichen haben und Hühner nicht ein anderes Huhn lange verfolgen.

Wir hatten ja auch Zettel mit dem Foto von Grüni und einer Suchanzeige in unserer Straße sofort angeklebt, die allerdings der Hühnerhalter die vergangenen Tage nicht beachtet hatte. Egal, Grüni ist wieder zuhause. Sie freut sich, das merkt man, denn sie ist noch nach Stunden aufgekratzt und gackert, rennt alle bekannten Stellen im Garten ab und springt von einem Stall und von einem Nest zum anderen und springt natürlich auch auf meinen Schoß, siehe obiges Foto. Dieses Hochspringen hatte ich einigen Hühnern, wozu auch Grüni gehörte, aus Spaß antrainiert. Bei mehrmaligem "Hopp, hopp"- Sprechen springen sie auf den Schoß.

Hühner möchten ihr gewohntes haben, das Abenteuer aus Neugier unter dem Tor nach draußen durch zu kriechen, das war von Grüni bestimmt nicht so gedacht. Ausgang aber gerade noch so gut gegangen!

Dienstag, 5. August 2014

Alltäglicher Speziesismus


Speziesismus beschreibt die Ausbeutung der Tiere durch den Menschen, begründet allein auf deren Andersartigkeit. Hierbei wird aber die eigene homogene Gruppe des Menschen zuerst mit Attributen aufgewertet, um sich gegen die sogenannte „andere“ Gruppe, mit deren negativ besetzten Eigenschaften, abzugrenzen, ein Herrschaftsverhältnis aufzubauen und Ausbeutung zu legitimieren. Dieser Prozess, als „Othering“ bezeichnet, ist nicht nur beim Mensch-Tier-Verhältnis zu finden, sondern bei allen vorherrschenden Unterdrückungsmechanismen.

Was der Speziesismus der Menschen, siehe obige Begriffserklärung, in der Bevölkerung für Blüten treibt, dies zeigte sich bei dieser Gelegenheit:

Gestern hatte ich, was Blogleser wissen, eine Suchanzeige für unser entlaufenes Huhn Grüni in den Blog gesetzt (http://barrynoa.blogspot.de/2014/08/dessau-huhn-entlaufen-suchanzeige.html), auch in unserer Gegend an Masten ein paar Suchanzeigen angeheftet. Bisher allerdings ohne Erfolg, wie mir schon ein Nachbar, dessen Eltern und Großeltern schon hier wohnten, also ein Altsiedler, prophezeite, der meinte, daß sich da keiner drum kümmern würde. Da scheint er recht zu haben, denn meine Gegend ist nicht mehr die alte Siedlergegend von früher, wo man sich grüßte und Anteil nahm. Die alten Siedler sind mittlerweile so gut wie ausgestorben und sehr oft wurden die Häuser von den Erben an neureiche Kleinbürger verkauft, die, typisch neudeutsch, nur ihr eigenes egoistisches Krämchen machen. Wenn also ein herrenloser Hund bei uns durch die Gegend laufen würde, dann würde davon auch keiner Notiz nehmen, das ist dann bei einem Huhn nicht anders. Es sei denn, unsere Grüni würde in einem der oft geleckten Gärten und Vorgärten scharren und damit „Schaden“ anrichten. Da tippe ich dann aber eher darauf, daß da die meisten das Huhn verjagen würden, aber kaum sich weiter um es kümmern würden.

Gestern nach dem Starkregen schaute ich in einer der Nebenstraßen nach, ob denn die Zettel mit der Suchanzeige noch dran wären, was der Fall war und dabei beobachteten mich eine Frau mit drei Kindern, die da spielten. Der eine Junge zu mir: „Sind die Zettel von Ihnen?“ Ich: „Ja, habt ihr denn das Huhn gesehen?“ Der Junge: „Auf die Zettel haben wir nicht geguckt - ein Huhn suchen sie?“ Ich: „Na, da guckt man doch mal was auf so einem Zettel steht! Ja, das ist mein Huhn, das ist entlaufen und nun suchen wir es“! Der Junge: „Nö, auf solche Zettel gucken wir nicht.“ Dann mischte sich die Frau noch ein: „Ach wegen einem Huhn machen sie Zettel an?“ Ich: „Na, warum nicht, ist denn ein Huhn weniger als ein Hund, eine Katze oder ein Wellensittich? Wenn von da ein Tier entläuft oder weg fliegt, dann will man dieses Tier doch auch zurück haben und man macht Suchanzeigen, oder?“ Die Frau: „Das ist doch was anderes, als nur ein Huhn.“ Der Junge: „Können sie sich denn nicht ein neues Huhn kaufen oder sie können sich doch eins im Supermarkt kaufen, dann brauchen sie es nicht selbst zu schlachten“! Ich klärte ihn auf, daß ich keines unserer Hühner je schlachten würde, es darum überhaupt nicht ginge, auch nicht sich ein neues Huhn kaufen zu können, sondern darum, daß man doch an seinen Tieren hängt, die nicht wie ein Kleidungsstück einfach ausgetauscht werden. Begriffen hat das keiner von den beiden (die anderen Kinder waren zu klein und hörten nicht zu), nur dummes Glotzen, sowohl der Mutter wie dem Jungen.
 
Eine Bewußtseinsänderung bei diesem „Menschenmaterial“ ist da in weiter Ferne was den Speziesismus anlangt. Die krasse Unterscheidung zwischen Haustieren und Nutztieren ist besonders bei den Kleinbürgern und bei den Proleten tief verwurzelt. Die Politik tut ein Übriges das es so bleibt. Schon in den Kinderkrippen und Kindergärten überwiegen Fleischgerichte, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung kritisierte. Damit wird schon der Grundstein gelegt für künftige Fleischesser und damit Speziesisten. Die Lobby der Fleisch-und Milchindustrie ist eine extrem starke und die hat mächtigen Einfluß auf die Gesellschaft.
 
 
Dieser Tage telefonierte ich mit dem Dessauer Tierfreund Michael-Sergej Dittmann, siehe seine Dessauer Tierschutzseite: http://www.wellifreund-michadit.de. Er sprach meinen Blogbeitrag http://barrynoa.blogspot.de/2014/08/hohere-preise-fur-landwirte-weniger.html an, wo es darum ging, daß höhere Preise für Fleisch-und Milchprodukte das Tierleid nicht mindern werden, da die Bauern die höheren Erlöse für sich verwenden würden und nicht zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Nutztiere. Dittmann widersprach, was ich nachvollziehen kann. Er meinte es mit den Preiserhöhungen anders, daß ähnlich wie bei der Tabaksteuer, der Staat hohe Steuern auf tierische Produkte nehmen solle, die nicht den Bauern zugute kommen sollen. Da gehe ich mit, denn was beim Tabakkonsum geht, warum sollte das nicht bei tierischen Produkten gehen. Dittmann meinte, und dem schließe ich mich ebenfalls an, daß dies wahrscheinlich die Politik nicht macht, denn mit den Rauchern hat sie es sich gerade so getraut, weil die eh schon in der Minderheit waren, beim Alkohol macht sie es nicht, weil die Politiker selber saufen und dem Volk wenigstens eine legale Droge lassen wollen und bei tierischen Produkten wollen sie den Pöbel nicht gegen sich aufbringen. Da hat Dittmann recht, dies machten schon die römischen Kaiser so um den Pöbel ruhig zu stellen: "Brot und Spiele"! Statt Brot gibt die jetzige Obrigkeit billiges Fleisch! Ansonsten hat sich nicht viel geändert, statt der Gladiatorenkämpfe halt Fußball!
 

 

Montag, 4. August 2014

Dessau: Huhn entlaufen - Suchanzeige



Liebe Dessauer!

Gestern ist uns unser Huhn Grüni (grau mit rotem Plastering an einem Bein), siehe obiges Foto, entlaufen. Sie war schon immer die Abenteuerin unter unseren Hühnern, was die anderen sich nie trauen würden, das traute sie sich. Wer etwas zum Verbleib der Grüni weiß, der wird gebeten dies mitzuteilen (anhaltantik@yahoo.de). Außerdem bekommt der Finder von Grüni eine Belohnung.

Sonntag, 3. August 2014

Nostalgischer Fund: Altes Zigarettenpapier


Viele Jahrzehnte alt sind die Zigarettenpapier-Blättchen, aber man könnte sie noch immer benutzen, gefunden habe ich sie in Sachen meines vestorbenen Vaters:

K-M-Zigarettenpapier, hergestellt ab 1946 von Kömag, Köbeln-Oberlausitz, einer Firma, die zu DDR-Zeiten die Zigarettenpapiere für die DDR-Bürger herstellte. Das oben abgebildete Päckchen scheint allerdings noch aus der Zeit der SBZ (sowjetisch besetzte Zone) zu stammen.

Darunter in einem kleinem Blechschächtelchen Efka-Zigarettenpapier, noch aus der Zeit vor 1945, ich nehme an, das bekam mein Vater zu Wehrmachtszeiten als Soldat.



Zuletzt:

Beco-Zigarettenpapier (Beco = E. Blöthner &. Co.). Davon sind ein ganzer Schwung noch vorhanden. Aus welcher Zeit die stammen, das weiß ich allerdings nicht, aber ich vermute auch vor 1945?
 

 

Samstag, 2. August 2014

Aktueller Medien-Tipp: KenFM

Gehören Sie, werte Blogleser, noch immer zu denjenigen, die deutsche Mainstream-Medien konsumieren, obwohl sie deren Hetze und Lügen sowieso nicht glauben? All diese Medien zehren noch vom alten guten Ruf alter Zeiten, wo sie teilweise objektiv und freiheitlich waren. Diese Zeiten sind längst vorbei. Viel unterscheiden sich eine „Bild“, ein „Spiegel“ oder die „taz“ nicht mehr voneinander, überall der gleiche Volksverblödungsmüll und Lügenpropaganda, von den meisten deutschen Fernsehsendern und Rundfunksendern, mit wenigen Ausnahmen, ganz zu schweigen. Aber wozu gibt es das Internet. Eine wirklich alternatives Medium ist KenFM, von dem bekannten Journalisten Ken Jebsen mit seinem Team, siehe: http://kenfm.de


Sein letzter Kommentar zu der Anti-Putin-Hetze der deutschen Mainstream-Medien, zum Krieg Israels gegen die palästinensische Bevölkerung im Gaza-Streifen und zur Doppelmoral des Westens gegenüber der Verteufelung von relativ gemäßigten arabischen Staatsführern (Assad, Hussein, Gaddafi) und der Anbiederung an feudalistische Herrscher, wie z.B. den Saudis oder der Unterstützung menschenfeindlicher Rebellen in Syrien, die sogar jetzt in ihren Gebieten die Vollverschleierung der Frau verlangen, dies in einem Land wo die Frauen unter Assad gleichberechtigt waren, den müssen Sie sich unbedingt mal anhören, denn er reißt mit Fakten den widerlichen Journalisten der deutschen Mainstream-Lügenpropaganda die Maske vom Gesicht, siehe und höre:



Ältere Kommentare: einfach „kenFM“ bei youtube eingeben.
 

Hibiscusblüten am Teich

Die großen Hibiscusblüten liebe ich besonders und jedesmal freue ich mich bei einem Wörlitz-Besuch, wenn ich die Rabatten mit Hibiscus am Floratempel sehe, siehe http://barrynoa.blogspot.de/2009/08/worlitz-im-sommer.html.

Selbst habe ich mittlerweile zwei winterharte großblütige Hibiscus-Pflanzen in meinem Garten, siehe folgende Blogbeiträge:




Derzeit blüht eine dieser Hibiscus-Pflanzen, die, welche ich an den Rand des Gartenteiches gepflanzt habe. Ich finde die großen Blüten des Hibiscus machen sich gut in Verbindung mit den derzeit blühenden Seerosen, siehe nachfolgende Fotos.
 



 

Freitag, 1. August 2014

Höhere Preise für Landwirte = weniger Tierleid ?

Auschwitz beginnt da, wo einer im Schlachthaus steht und denkt: „Es sind ja nur Tiere“.
(Theodor W. Adorno (1903-1969), deutscher Philosoph)

 
Es wird derzeit mächtig diskutiert, ob die billigen Tierprodukte in den Supermärkten - also Fleisch, Wurst, Milchprodukte, Eier - die Hauptschuld daran tragen, daß Millionen von Tieren in Deutschland so leiden müssen, da die Bauern den Preisdruck nur über absolute Ausbeutung der Tiere und des damit verbundenen Tierleids ausgleichen können. Würden sie mehr Geld bekommen, dann würden sie die Tiere nicht so schlimm halten?
 
Wahrscheinlich ist das ein Trugschluß, wie neulich ein Bekannter von mir gut argumentierte. Dieser ist über 80 Jahre alt, hatte die schlechten Jahre nach dem Krieg als Vertriebener aus den deutschen Ostgebieten hier als Kind in unserem Gebiet erlebt. Er meint, Bauern bekamen nie den Hals voll, beuteten ihre Nutztiere schon damals immer bis auf´s letzte aus, ohne Mitleid und dies auch ohne Massentierhaltung.
 
Er war mit seiner Mutter und seinen Geschwistern 1945 bei einem Bauern einquartiert worden. Zwangsweise deshalb, weil freiwillig die Bauern keinen Flüchtling aufnahmen, auch wenn sie noch so viel Wohnraum hatten. Soviel zur Solidarität unter den Deutschen, die gleich null ist, dies ganz im Gegensatz zu vielen anderen Völkern, die ihre eigenen Landsleute nicht im Stich lassen, und wenn sie noch so wenig haben. Er bekam dort mit, wie der Bauer seine Tiere ausnutzte, nur auf seinen eigenen Nutzen aus war. Ob es den Tieren gut ging, das scherte ihn nicht, nur so weit, daß er Nutzen aus ihnen ziehen konnte.
 
Gerade nach 1945 schwammen die Bauern im Geld. Verkauften sie noch nebenher was, dann wurden sie richtig reich. Es gab das geflügelte Wort vom Bauern mit dem Perserteppich im Kuhstall. Das war nicht übertrieben, denn die hungernden Städter tauschten ihre letzten verbliebenen Kostbarkeiten für ein paar Eier und ein wenig Mehl oder Schinken bei Bauern ein. Der Gewinn war ein extrem hoher. Tierprodukte brachten besonders viel ein. Wurden die Tiere deshalb von den Bauern tierfreundlicher gehalten? Mein Bekannter verneinte das. Er hatte das tatsächlich mitbekommen.
 
Auch er und seine Geschwister bekamen nichts von der Bauernfamilie, mußten hungern. Ganz im Gegenteil, sie wurden als lästige Eindringlinge angesehen. Jeden Tag mußte er mit ansehen, wie mehrmals am Tag Städter bei der Bauersfrau vorsprachen um zu „tauschen“. Für Goldringe, Stoffe, Tabak, da hatte sie immer Lebensmittel zum Tauschen, für die arme Flüchtlingsfamilie in ihrem Haus, da hatte sie nichts. Sogar von den runter gefallenen Äpfeln des Apfelbaumes auf dem Hof durften sie nichts aufheben. Mein Bekannter erzählte mir, wie neidisch er auf die Tochter des Bauern war. Mit der ging er in eine Klasse. Jeden Tag hatte sie in ihrem Brotbeutel zwei Stullen mit dick Butter drauf und öfter auch mit Schinken, er selbst hatte nie Frühstück mit in die Schule bekommen, dafür reichte es nicht.
 
Er, der nichts von den Tieren des Bauern hatte, streichelte des öfteren die zwei Pferde des Bauern, weil sie ihm leid taten, denn sie mußten von früh bis spät schwer arbeiten. Sogar an Tagen wo der Bauer sie nicht ausnutzen konnte, da verlieh er sie gegen dementsprechendes Entgelt an Kleinbauern, die keine Pferde hatten. Noch heute sieht er diesen Bauern vor sich, wie er mit den Pferden umsprang, ihnen andauernd nur die Peitsche gab.
 
Auch früher: Ausbeutung und Schinderei von Nutztieren, typisch der Bauer mit der Peitsche
 
Nur höhere Preise, so er, die nützen gar nichts, wenn ein großer Massentierhalter, jetzt vielleicht im Jahr 100.000 Euro verdient, die Preise anziehen würden, er mehr bekommen würde, dann würde er das nicht an seine Tiere durch mehr bessere Haltung weiter geben, sondern er würde dann eben 140.000 Euro verdienen und für sich verbrauchen, die Tiere aber weiterhin so ausbeuten wie bisher. Was allein den Tieren helfen würde, das wären schärfere Gesetze der Haltungsbedingungen und deren strikte Kontrolle. Bodenhaltung bei Hühner gehören ganz verboten und enge Boxen bei Schweinen und Rindern ebenfalls, usw. Ein höherer Preis, den die Landwirte kassieren würden, der würde den Tieren nichts bringen.
 
„Geh mir bloß ab mit Landwirten!“ - so mein Bekannter. Von Mitte 1945 bis Anfang 1947 wohnte er dort bei diesen Typen und er hatte nur schlechte Erfahrungen, wie auch alle anderen Flüchtlinge die in diesem Dorf dort bei Bauern einquartiert waren. Nicht viel besser erging es früher den Knechten und Mägden und den Erntehelfern bei den Bauern, die wurden auch nur ausgebeutet, kamen kaum über die Runden und die Bauern wurden immer reicher. Das allerdings wußte ich schon selber, meine Mutter hatte mir oft genug von der Ausbeutung von Kindern auf den Gutsbesitzer-Landwirtschaften berichtet wie auf dem Gut Priorau bei Dessau, wo die ärmeren Kinder der Umgebung für einen Hungerlohn nach der Schule und in den Ferien auf den Feldern schufteten, oft von Aufsehern mit der Peitsche angetrieben, diese teilweise bei größter Hitze, siehe dazu auch: http://barrynoa.blogspot.de/2008/07/die-trostlose-kindheit-meiner-mutter_23.html.
 
Die Tochter des Gutsbesitzers sahen die schuftenden Kinder nur selten mal, dann auf ihrem Pferd hochnäsig vorbei reitend. Der Gutsbesitzer selber arbeitete auch nicht, dafür hatte er einen Verwalter eingesetzt. Auf Kosten der ausgebeuteten Nutztiere und der ausgebeuteten billigen Arbeitskräfte (neben den einheimischen Kindern auch Erntearbeiter aus Polen) konnte er ein luxuriöses Leben führen. Eine mehr als lobenswerte humanistische Sache war, daß im Osten die größten Ausbeuter enteignet wurden, all die Gutsbesitzer, Junker und Großbauern, siehe die Bodenreform, das muß man der sowjetischen Besatzungsmacht und der SED zugute halten. 
 
 
Speziesismus beschreibt die Ausbeutung der Tiere durch den Menschen, begründet allein auf deren Andersartigkeit. Hierbei wird aber die eigene homogene Gruppe des Menschen zuerst mit Attributen aufgewertet, um sich gegen die sogenannte „andere“ Gruppe, mit deren negativ besetzten Eigenschaften, abzugrenzen, ein Herrschaftsverhältnis aufzubauen und Ausbeutung zu legitimieren. Dieser Prozess, als „Othering“ bezeichnet, ist nicht nur beim Mensch-Tier-Verhältnis zu finden, sondern bei allen vorherrschenden Unterdrückungsmechanismen.