Donnerstag, 10. April 2008

100. Kolumne: B.N. und Robert Genin









„Die ferne Insel“ ist das Buch welches mich zum ersten Mal mit Robert Genin (1884-1939) bekannt machte. In diesem Buch beschreibt Genin seine Reise nach Bali und seinen Aufenthalt dort. Dieses Buch zählt eigentlich zu dem bekanntesten was uns Robert Genin hinterließ. Zu DDR-Zeiten gab es kaum etwas über Genin zu erfahren, deshalb war ich desto erfreuter als ich in dem Dessauer Antiquariat, damals in dem Jugendstilbau neben dem Magnet-Kaufhaus beheimatet, das obige Buch „Skizzen und Erinnerungen“ von Robert Genin entdeckte. Es kostete allerdings 180,00 Mark, eine stolze Summe, wenn man bedenkt, daß ich zu dieser Zeit 450,00 Mark netto im Monat verdiente. Egal, ich wollte es einfach haben, so angerührt war ich von den Texten und den Zeichnungen Genins.

Robert Genins eigene Lebensschilderung darin, die immer bitterfroh war und voller Leidensdruck durch seine schlimmen Lebensumstände aber auch durch seine Wahl des Malerberufes mit all dem schweren Ringen um inhaltliche Substanz seiner Bilder, die sprachen mich an. Genin hätte auch einen leichteren Weg im Leben gehen können, hätte wie 90 % der Alltagsmenschen einen bürgerlichen Beruf ergreifen können, hätte ein konventionelles Leben im Krähwinkel oder in der merkantilen Mittelschicht mit all ihren Konventionen führen können, aber er wählte den Weg den ihm seine innere Pflichtauffassung vorgab, andere nennen es den Auftrag den Gott ihm gab, und er wählte den dornenreichen Weg des Künstlers der eben bewußt nicht den Geschmack des zahlenden Kunstpublikums traf und nahm sein Kreuz auf sich, ähnlich einem Jesus von Nazareth oder einem Paul Gauguin oder einem Vincent van Gogh.

Genin schreibt in „Skizzen und Erzählungen“ von dem auf das es ankommt: „Ja das Sehen, darauf kommt es an. Wir irren blind durch die schöne Welt, bis uns einmal die Augen aufgehen oder auch nie. Dem Blinden aber helfen seine noch so vollendeten Kenntnisse nichts. Nur der Sehende kann offenbaren. Die Menge aber unserer Künstler ist blind, und das Sehen – das lernt man aber in der Schule nicht. So wie die Mutter ihr Kind empfängt und trägt, so empfängt und trägt der Künstler sein Werk. Es braucht seine Zeit, es reift und entsteht – und mit Schmerzen. Doch sind die meisten Werke unserer Zeit Frühgeburten und sind dem Tode geweiht. Nebenbei - mit welcher Freude, ja, Gier, die Künstler ihre Werke, ihre Kinder, für Geld eintauschen. Wir sind viel zu schwach. Es mangelt uns an Überzeugung um zu arbeiten der Sache willen. Der edle Schmerz und die übermütige Freude des Schaffens sind für uns keine genügende Belohnung. Wir sind jenem Pianisten ähnlich, der nur spielt, wenn die Menge ihm zuhört und umgehend Beifall spendet. Der Starke aber arbeitet, weil er nicht anders kann, er gleicht dem Alkoholiker, der sieht, daß seine Kräfte schwinden, die Gesellschaft ihn verachtet, und doch nicht von der Flasche lassen kann. Der Künstler trägt einen großen Gedanken in sich, er wird ihn nie los, und seine Arbeiten sind Aufleuchten seines Gedankens. Der Vorgang, das Was, ist für ihn nebensächlich, an dem Wie soll man ihn erkennen. Das Wie ist sein Lebensgedanke, an dem er so oft zugrunde geht. Kunst ist Religion, Natur sein Tempel, Schönheit – Glaube und Künstler – Priester. Der wahre Künstler ist der Märtyrer seines Glaubens.“

Diese Zeilen erinnern mich sehr an das ähnliche Credo Walter Timmlings über den ich ja hauptsächlich arbeite, aber auch ich selbst kann mich in etlichen Passagen darin wider erkennen, denn auch bei mir ist jegliche künstlerische Arbeit mit den von Genin beschriebenen Schmerzen verbunden wie auch schon der Buchtitel meines damaligen Foto-Lyrik- Buches „Bitterfroh bin ich“ andeutet.
Was nun Genin wiederum mit Dessau verbindet, dies sind seine Grafiken zu dem Dessauer Dichter Hans Bethge (siehe mein Posting: YinYang-Verlag), so zu den "Liedern nach dem Chinesischen".
Bernd Nowack

Gastfotos: Thailand bei Nacht






Kennen Sie Robert Louis Stevensons Novelle "Will von der Mühle"? Lesen Sie die Geschichte und Sie wissen, was ich damit ausdrücken möchte, wenn ich mich mit diesem Will vergleiche der seine Mühle Zeit seines Lebens nie verließ. Im Gegensatz zu diesem Will, der mir so sehr ähnelt, sind Stevensons sonstige Romanfiguren anderer Natur, sie gehen raus in die weite Welt und erleben Abenteuer, bis hin in die Südsee. Heute sind Flüge in diese exotischen Gefilde kein Privileg weniger Abenteurer mehr, sondern der europäische Massentourismus spült auch die deutschen Massen an die Strände besonders von Südostasien. Mein Ding ist das wie gesagt nicht, aber dennoch höre ich mir dergleichen Reiseberichte von Bekannten natürlich als alles aufsaugender Vertreter der bildenden Kunst und der schreibenden Zunft an. Zerbster Bekannte von mir haben schon so halb und halb Deutschland den Rücken gekehrt und leben einen Großteil des Jahres in Spanien oder in Thailand. Hauptgrund der beiden ist neben der Sonne, die größere persönliche Freiheit die in diesen Ländern herrscht. Wird es in Spanien auch immer unfreiheitlicher durch die Einbindung in die EU, lebt es sich in Thailand, deren Berichten zufolge, im Gegensatz zu dem reglementierenden Deutschland, dort noch immer libertär, von den billigen Preisen in Thailand mal abgesehen. All die Vorschriften und Einschränkungen der bürokratischen Überbordung, die uns das Leben so schwer machen, kennt man dort noch nicht, angefangen vom penetranten Flaschenpfand bis hin zur Bevormundung im Gesundheitswesen. Nur ein Beispiel zu letzterem: Versuchen Sie mal in Deutschland ein normales Antibiotikum in der Apotheke zu kaufen! Geht nicht! Sie müssen erst einen Arzt aufsuchen, der entscheidet dann ob Sie das bekommen dürfen, auch dann wenn Sie seit Jahren immer im Mai eine Bronchitis bekommen und sie genau wissen, daß da das Medikament XYZ Ihnen hilft. Nein, Sie müssen sich mit Fieber erst in überfüllte Wartezimmer setzen und das Rezept beim Arzt erbetteln. Wenn Sie Pech haben, dann bekommen Sie es nicht, müssen sich lange mit der Bronchitis herum quälen, weil das Budget des Arztes für Medikamente erschöpft ist. Anders in Thailand, dort werden Sie nicht bevormundet, gehen in die Apotheke und kaufen sich die Medizin, fertig aus, Rezeptpflicht gibt es nur für Opiate, etc.! Das gleiche Medikament welches in Deutschland z.B. 10 Euro kostet, plus der 10 Euro Kassengebühr für das Quartal, bekommen Sie dort eventuell für 2,30 Euro, kein Nachahmerpräparat sondern ein Originalmedikament, unter anderem Made in Germany.

Die Zerbster Bekannten zieht es natürlich nicht nur deshalb nach Thailand, sondern auch wegen des pulsierenden Nachtlebens. Ruhezeiten gibt es dort nicht, rund um die Uhr sind die Bars und Vergnügungsstätten geöffnet und hunderte Händler und Garküchen bevölkern zu allen Zeiten die Straßen. Stille gibt es nicht, ein Faktum, welches mich abschrecken würde.

Ich danke den Zerbstern Bergt und Fritz für die zugesandten Fotos für meinen Blog und mache das gern mal diese zu veröffentlichen, wenngleich der Blog hier bodenständig bleiben wird und dafür gedacht ist Sachen aus meinem Umfeld den Lesern nahe zu bringen. Obige Fotos zeigen die beiden Zerbster in Phuket Beach bei Nacht mit ihren dortigen Freundinnen und Ladyboys.

Dienstag, 8. April 2008

B.N. auf Fotos vom 14.3.2008





Lang hats ja gedauert ehe ich heute die Fotos (schade, daß sie künstlerisch wertlos sind durch die penetrante Datumsangabe) bekam, wo ich mal drauf bin, was selten mal vorkommt, denn fotografiert zu werden macht wohl in der Jugend Freude, wo man noch faltenfrei und schön aussieht, aber später? Naja, wenn man nicht eitel ist, dann trägt man den körperlichen Niedergang mit Fassung, aber ein Trost bleibt, es bleibt keiner jung, es sei denn man stirbt in jungen Jahren, aber wer will das schon! Trotz alledem, ästhetische Körperschönheit gibt es nur bis ins Jugendalter hinein, Personenfotografie von Älteren dient anderen Zwecken, will mehr die innere Persönlichkeit im Äußeren zeigen.

Wie gesagt, am 14.3.2008, war ich als Führer durch den Dessauer Georgengarten gefragt, was ich gern tat, zählt doch das Dessau-Wörlitzer Gartenreich zu meinen Lieblingsaufenthalten. Mit den Besuchern ging es also ausgehend vom Schloß Georgium zum Sockel wo früher ein Standbild des Fürsten Franz stand. Sein Bruder, der Namensgeber und Schöpfer des Georgengartens setzte seinem edlen Bruder und Fürsten von Anhalt-Dessau hier ein Denkmal mit der Inschrift: "Franzens Bild der in Dessau regiert von dem Bruder gesetzt - Wanderer Dir zur Lust liebst Du die Edlen und ihn". Eine schöne Inschrift und ich halte mich daran, denn Franz zu lieben und die Edlen, dies kann man wohl, denn was wäre wohl Dessau heute ohne den edlen Fürsten Franz und später das Bauhaus? Ein spießiges Kaff, mehr nicht! Und soll man statt edle Menschen, wie den verstorbenen Fürsten Franz, etwa die heutigen Dessauer lieben?

Weiter ging es am Vasenhäuschen entlang zum Beckerbruch mit dem Vierecksee, der leider nicht so recht in einen englischen Garten paßt, aber diese spätere Umgestaltung ist nicht mehr rückgängig zu machen. Zum Glück gibt es noch den unregelmäßigen Teil des Sees mit der Ruinenbrücke, wo man mich in "Empor zum Licht Pose" sieht, frei nach der Statue des griechischen Jünglings auf dem Laubengang des Wörlitzer Eisenhardts. Bis hin zum Leopoldshafen mit dem Wallwachhaus führte uns unser Weg und zum Kornhaus, welches den Geist des Fortschritts ebenso atmet wie die Anlagen und Bauten aus Franzscher Zeit, im frei machenden Bauhausstil. Das Porträt von mir, wo ich allein drauf bin, zeigt im Hintergrund das ebenfalls im Bauhausstil errichtete Gebäude rechts neben den Beamtenhäusern am Georgenschloß. Natürlich durfte bei dieser Führung das Bauhaus zum Schluß nicht fehlen. In dem Café im Keller bin ich Stammgast. Heute habe ich mich dort allerdings rar gemacht, aber dies ist den stark gestiegenen Preisen geschuldet und dem Rauchverbot! Früher rauchte ich dort immer eine Zigarre, das gehörte einfach zum Bauhaus-Klub, wie damals das Café hieß, dazu. Aber es wird einem in diesem System noch die letzte Freude genommen, der Alltag wird trist und trister: Vorschriften, Verordnungen, Androhung von Bußgeldern und Strafen auf alles und jedes, steigende Preise und das immer krassere Auseinanderklaffen der Schere zwischen arm und reich! Leute kauft Euch endlich Kämme, wir haben lausige Zeiten!

Bernd Nowack

Montag, 7. April 2008

Tierschutzverein Dessau: ein einziger Sumpf, 5


Stellen Sie sich vor, liebe Leser, wir haben vorgezogene Wahlen weil die Regierung korrupt war, total zerstritten war, man sich untereinander gar als „Ratten“ bezeichnete, es schlechte Arbeit auf der ganzen Linie war, es Skandale en masse gab, es deshalb ein konstruktives Mißtrauensvotum gab, die Regierung deshalb zurücktreten mußte und vom Präsidenten eine neue Notregierung eingesetzt werden mußte und 7 Tage nach der Machtübergabe sitzt der alte Finanzminister, vor Wochen zum Rücktritt gezwungen, noch an seinem Schreibtisch und tut so als sei nichts geschehen und arbeitet wie immer, ja all die alten Machtcliquen sitzen noch auf ihren alten Posten oder tummeln sich, zwar ohne Amt, in den Schaltstellen der Macht? So was gibt es nicht, würden sie mit Recht sagen, wenn man aufgrund eines Mißtrauensvotums abgewählt wird oder geschlossen zum Rücktritt gezwungen wird, dann hat man an den Schaltstellen der Macht nichts mehr zu suchen! So etwas gibt es nicht, ansonsten würde ja so ein Mißtrauensvotum verpuffen! Außerdem wäre es ja eine Frage der Ehre, wenn jemand wegen Unfähigkeit seinen Hut nehmen muß, dann kann er sich nicht an seinen Sessel krampfhaft klammern, das ist überall so. Jaaaa, gilt das nun auch für den Dessauer Tierschutzverein, dessen alte Führungsriege wegen der Fülle an Unfähigkeiten, Streitereien und diverser dubioser Skandale zurück treten mußte? Ja natürlich, würden Sie sagen, anders wäre es ja ein Witz! Na mal sehen ob das so seinen ordentlichen Gang geht, man hat ja auch schon Pferde kotzen sehen und als die Wende in der DDR kam, da hätte auch kein Mensch einen Pfifferling für die abgewählten DDR-Cliquen an der Macht gegeben. Von wegen Stasi in die Produktion oder der Parteisekretär geht als Kohlenträger arbeiten! Pustekuchen, die DDR-Bürgerrechtler waren die ersten die aus den Betrieben flogen und arbeitslos wurden. Stasileute gingen mit ihrem dicken Geldpolster in die freie Wirtschaft, wurden Unternehmer oder drängten in die Verwaltungen, machten es sich im lukrativen öffentlichen Dienst bequem und der Parteisekretär mit seinem Gefälligkeits-Studium „Staat und Recht“, deren Abschluss Funktionäre mehr geschenkt als erarbeitet bekamen, da sie nur einen Tag in der Woche während der Arbeit studieren mußten, der wurde pflugs als Rechtsanwalt in dem neuen Staat Bundesrepublik bestallt, deren Bekämpfung er als roter Kämpfer noch Anfang Oktober 1989 feierlich gelobte, als 100%iger Sozialist der sozialistischen Deutschen Demokratischen Republik, damals wie Honecker Erich abgehackt runterrasselnd. Nun ja, das kennen wir, die damaligen Cliquen an der Macht blieben uns schön erhalten.

Doch nun zum Tierschutzverein hier und heute am Tage 7 nach der Abgabe der Amtsgeschäfte. Am 2. 4. schreibt der Wochenspiegel in seiner Schlagzeile „Geschlossener Rücktritt“ vom desaströsen alten Tierschutzverein-Vorstand. Nun müßte man meinen am 1. 4. war Schlüsselübergabe und Koppe, Göricke und Co. wenden sich anderen Aufgabengebieten zu oder bleiben schlicht und einfach zuhause, oder war es doch ein Aprilscherz der Zeitung? Weit gefehlt, betreten Besucher das Tierheim scheint sich immer noch nichts verändert zu haben, es sitzen ein ehemaliges Vorstandsmitglied Frau Franz noch immer im Büro, ja fragt sogar einen Gassigeher Herrn Schauer wieso er denn wieder im Tierheim ehrenamtlich arbeite, obwohl die Frage umgedreht gestellt hätte werden müssen, wieso sie denn noch immer da arbeitet und sogar angeblich noch immer weisungsberechtigt sei, so auch das ehemalige Vorstandsmitglied Frau Wilke, die ebenfalls dort wie eh und je dort an ihrem Schreibtisch sitzt und gar die Anträge von neuen Mitgliedern des Vereins bearbeitet. Ja und die Besucher des Tierheims staunen nicht schlecht, daß sowohl die zurück treten müssenden Vorstandsmitglieder Koppe und Göricke dort geschäftig hin und her laufen als wenn nichts geschehen wäre. Ebenso fühlen sich frühere führende Leute der bisherigen Vereinsführung scheinbar noch immer fest im Sattel, sonst würde wohl eine in der Vergangenheit übel agierende Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit und Jugendarbeit, Sabrina Hofmann (siehe ihre unter die Gürtellinie gehenden Beiträge im Gästebuch der Weltloge unter dem Skip „Bücherwurm“, http://tanatra.npage.de/) nicht weiterhin Jugendliche durch das Tierheim führen. Nicht zu vergessen natürlich der Schlagzeilen sogar bei indymedia machende Kreisvorsitzende der DVU, Lutz Lange. Noch immer führt er im Tierheim das große Wort. Aber Lügen haben bekanntlich kurze Beine und Langes Lügenpropaganda wurde ja in der Vergangenheit schon auf der Tierschutzseite der Weltloge enttarnt. Nichtsdestotrotz kann Lange das Lügenverbreiten nicht lassen. So verbreitete er während seiner Anwesenheit im Tierheim, daß der Dessauer Hundekenner Klaus Schauer von dem neuen Notverwalter Sebastian Kaps Hausverbot bekommen hätte. Diese Lüge platzte jedoch sehr schnell, da Kaps gerade zufällig in dem Moment vorbei kam: Kaps wußte von nichts dergleichen! Nun ja, noch ist nicht aller Tage Abend, aber um Sebastian Kaps Aufgabe ist er wahrlich nicht zu beneiden, diesen Augiasstall aus zu misten, ein erzwungener Rücktritt ist eben halt kein Rücktritt aus freien Stücken! Derzeit spielt die alte Machtriege auf Zeit, will nicht recht weichen und hat auch noch gute Chancen mit dieser Taktik durch zu kommen, denn in einem halben Jahr sind Neuwahlen des Vorstands und wer ist wahlberechtigt? Die Mitglieder! Ja und wer sind die Mitglieder? Sind es gar die alten Mitgliederzirkel, die sich dann wieder gegenseitig vorschlagen können, sich dann wieder die Posten zuschachern können, obwohl sie schon einmal die Karre in den Sumpf gefahren haben. Zu befürchten ist es! Armer Tierschutz in Dessau-Roßlau kann man da nur sagen, wenn dies so kommt! Da hilft nur eines: Sich personell vollkommen erneuern! Die Stadt sollte genau hin gucken wie sich alles dort in Zukunft entwickeln wird und wenn dieser Tierschutzverein partout sich nicht grundlegend personell und strukturell ändern läßt, dann sollte man die Notbremse ziehen und einen neuen Betreiber für das Tierheim suchen, anders geht es nicht und sonst wird es eine unendliche Geschichte wie im Tierschutzverein Hamburg (siehe Tierschutzseite von der Weltloge), wo auch ein alter Vorstand auf Druck der Öffentlichkeit zurück treten mußte, aber dennoch die alten Cliquen weiterhin das Geschehen dort lenkten.
Bernd Nowack

Samstag, 5. April 2008

Faszinierende Bücher: Robinson spielt König




Faszinierende Bücher sind für mich diejenigen, die man viele Male liest, weil sie einem so gut gefallen oder die man immer wieder zur Hand nimmt, weil sie einem eben lange Zeit außerordentlich gut gefallen haben. Zu diesen Bücher-Hits zählt für mich "Robinson spielt König" von E.R. Greulich, ein Buch welches kaum noch jemand kennt. 1954 im Verlag Neues Leben erschienen, war es der 6. Band in der Reihe "Spannend erzählt". Spannend und abenteuerlich ist dieses Buch fürwahr von der ersten bis zur letzten Zeile, eine moderne Robinsonade, die aber auch eine gesellschaftskritische Analyse der amerikanischen Gesellschaft der Nachkriegszeit enthält die tiefschürfend ist. Die Quintessenz des Buches ist eine einfache: Ein reicher Yachtbesitzer landet mit seinen Töchtern, seiner Frau und einigen lakaienhaften Typen auf einer einsamen Insel. Auf der Suche nach einem Schatz läßt er das Schiff stranden, wobei viele Mannschafter umkommen. Schnell bilden sich zwei Lager, ähnlich der Robinsonade bei "Herr der Fliegen", nur daß statt Kindern und Jugendlichen Erwachsene die Akteure sind. In der Natur wirken zwar die zivilisatorischen Machtverhältnisse eine Weile fort, weil die Produktionsmittel - auf der Insel, Proviant und Ausrüstungen von Bord der Yacht - den bisher Mächtigen gehören, hier einem Mr. Knatchbull, aber die Karten werden neu gemischt und zwei einfache Teilnehmer der Kreuzfahrt erweisen sich langfristig als die lebenstüchtigeren Insulaner, denn schon bei der Bergung dieser Gegenstände zeigt es sich, daß sie es als die einzigen anpacken können. Eingebettet ist diese Quintessenz in abenteuerliche Begebenheiten in tropischer Natur die den Leser fesseln. Ich habe dieses Buch als Kind und Jugendlicher bestimmt 20 mal gelesen und bin es auch heute nicht über. Über den Autor können die Leser des B.N.-Blogs auf dem Klappentext des Buchumschlages etwas erfahren, dazu wie immer bitte den Scan durch Mausklick vergrößern.

Bernd Nowack

Donnerstag, 3. April 2008

Geschäftsaufgabe und neues Aufgabenfeld bei B.N.

Den werten Lesern meines Blogs möchte ich mitteilen, daß ich zum 30.4.2008 meine Versandhandelsfirma "Anhalt-Antik" aufgebe. Ab 1.5.2008 übernehme ich als Geschäftsführer und Inhaber den neuen Verlag "Tanatra-Kunst-Verlag". Über dessen Aufgaben und Programm werde ich die Leser des B.N.-Blogs zu einem späteren Zeitpunkt unterrichten.
Ihr Bernd Nowack

Herzliche Gratulation zur Verlagsgründung erreichte mich heute schon von der Weltloge Tanatra auf der Literatur-Seite der WT (http://tanatra.npage.de), deren Redaktion der Internetpräsenz der Weltloge ich ebenfalls übernehmen werde und deren Namen "Tanatra" ich dankenswerter Weise nutzen darf. Hier der kopierte Text der Gratulation:

Glückwunsch der Weltloge Tanatra zur Verlagsgründung des Tanatra-Kunst-Verlages

Die Weltloge Tanatra gratuliert recht herzlich zur Verlagsgründung des Tanatra-Kunst-Verlages mit Sitz in Dessau (Sachsen-Anhalt) dem neuen Geschäftsführer und Inhaber, unserem lieben Freund Bernd Nowack.
Mit tatkräftiger Unterstützung der Weltloge Tanatra baute Bernd Nowack in den vergangenen Wochen diesen neuen Verlag auf, der am 1.5.2008 offiziell tätig wird. In tiefer geistiger Übereinstimmung konnte die Weltloge Tanatra die Namensrechte an "Tanatra" Herrn Bernd Nowack für seinen Kunstverlag übertragen. Bernd Nowack übernimmt im Gegenzug die verlegerische Arbeit für die deutschsprachigen Publikationen der Weltloge Tanatra, einschließlich der Seiten der Weltloge Tanatra im Internet (http://tanatra.npage.de/). Wir wünschen Bernd Nowack viel Freude bei seiner neuen Aufgabe. In der Vergangenheit bewies er uns seine überragenden schriftstellerischen und künstlerischen Fähigkeiten, man denke da nur an seinen immer wieder lesenswerten B.N.-Blog aus unserer Linkliste und seine scharfsinnigen theosophischen und gesellschaftskritischen Traktate die er größtenteils unter Pseudonym schrieb.
Alles Gute, lieber Bernd, vor allem Gesundheit!
Deine Freunde
Armin von Bodenhausen, Karl Amberg, Martin Schmitt, Weltloge Tanatra
3.4.2008

B.N. und die Wassernuss




Eine besondere Lieblingslandschaft von mir ist der Großkühnauer Park mit dem Kühnauer See, in dessen Badeanstalt ich zu DDR-Zeiten Stammgast war. Dieser Park bildet den westlichsten Zipfel des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches und er ist eigentlich dem Wörlitzer Park ebenbürtig, was die Ästhetik anlangt, man denke da nur an das Weinbergschlößchen mit seinen Weinterrassen, auf dessen Turm man einen herrlichen Ausblick auf den Kühnauer See und die Elbaue hat, dann das Kühnauer Schloß und die neugotische Kirche und die Überreste des alten Burgwards Quina aus dem 10. Jahrhundert. Interessant ist natürlich auch, daß im Kühnauer Schloß der Bruder des Fürsten Franz, Albert, seinen Wohnsitz hatte, ein Adliger der ein ganz anderes Leben führte wie seine damaligen Standesgenossen. Heute würde man ihn einen anarchistischen Aussteiger nennen, zur damaligen Zeit galt er als Sonderling. Über den Park hatte ich schon zu DDR-Zeiten in der Publikation des Rates der Stadt Dessau "Dessauer Informationen" in meinen Naherholungstipps ausführlich geschrieben. Zu späterer Zeit werde ich ein paar dieser Tipps im Blog einscannen, so auch den Bericht über den Kühnauer Park. Deshalb hier und heute keine weiteren Hintergrundinfos über den Park, sondern nur eine kleine Randnotiz zur Flora des Gebietes.

Gestern fiel mir durch Zufall eine alte Wassernuss (trapa natans) wieder in die Hände. Jahrzehnte hatte ich sie verkramt und vermißt und hatte eigentlich angenommen, daß sie verloren gegangen wäre. Als junger Mann hatte ich für die LDZ eine Reportage über den Großkühnauer Schwimmmeister Rabach gemacht und hatte mir da auch mal einen Kahn ausgeliehen und bin damit über den See geschippert. Bei dieser Gelegenheit schwamm eine Wassernuss an mir vorüber die ich aus dem Wasser fischen konnte. Dies war Ende der 70er Jahre und zu dieser Zeit war die Wassernuß im Kühnauer See schon extrem selten. Nach der Wende wurde der Kühnauer See saniert und dem fielen die letzten Überreste der Wassernuss-Population zum Opfer. Die Wassernuss zählt derzeit zu den sehr stark gefährdeten Pflanzen in Deutschland, sie kommt nur noch in winzigen Restbeständen vor. Man kann sich kaum vorstellen, daß bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Kühnauer Dorfbevölkerung wagenweise Wassernüsse aus dem See erntete und diese in guten Jahren sogar an die Schweine verfütterte. Damals galt die Wassernuß als Nahrungsmittel für den Menschen, da stärkehaltig ähnlich der Kartoffel und wie die Kartoffel mußte auch die Wassernuss erst gekocht werden, damit man sie essen konnte. So ändern sich die Zeiten! Kaum ein heutiger Kühnauer weiss noch, daß die früheren Bewohner sich auf diese Weise ernährten. Aber wo soll auch dieses Traditionsbewußtsein herkommen? Echte Anhalter gibt es kaum noch, die Stadt Dessau ist eine Stadt des Zuzugs, dies geht schon seit ca. 150 Jahren so. 99% der Bevölkerung fühlt sich nicht als Anhalter und ist auch nicht anhaltisch. Wo sollte da wohl diese Verbundenheit zur anhaltischen Heimat herkommen?
Das obere Foto zeigt den Kühnauer See auf einem Gemälde um 1750, dem Maler Krägen zugeschrieben. Dieses Bild befindet sich in Dessauer Privatbesitz. Der Besitzer ist mir bekannt, er möchte aber nicht genannt werden. Erstmalig wird ein Foto dieses Gemäldes veröffentlicht, eine echte kunsthistorische Premiere und dies im B.N.-Blog! Nach Angaben des Besitzers zeigt das Bild den Teil des Kühnauer Sees mit der sogenannten Fischerinsel und der darauf stehenden Fischerhütte. Diese Fischerinsel ist auf alten Landkarten noch zu finden, besteht aber schon lange nicht mehr.
Das untere Foto zeigt besagte Wassernuss auf meiner Hand. Anbei noch ein kleiner Auszug aus Wikipedia:
"Die Wassernuss ist eine krautige Pflanze, die in stehenden Gewässern vorkommt und in 30 bis 60 cm Tiefe im Boden verankert ist. Ihre Blattstiele haben Schwimmkörper, so dass die fächerförmigen Lubblätter rosettenartig an der Wasseroberfläche schwimmen. Die Blätter tauchen jedoch erst im Juni auf, im Herbst verfärben sie sich rot und sterben dann ab.
Die Wassernuss blüht von Juli bis August. Ihre unscheinbaren Blüten sind weiß und radiärsymetrisch. Es entwickelt sich eine dunkelbraune, hartschalige Frucht, die an zwei, oft auch an vier Enden mit spitzen Dornen bewehrt ist, mit dem sie sich im Seegrund verankern kann und einen weißen Kern enthält, der zu 20 % aus Stärke besteht."