Hundeluft – welch kurioser Name für einen Ort! Wenn man aber weiß, daß der Name Hundeluft eigentlich von dem alten Wort „Hundelauft“, also dem Auslauf für Hunde, herrührt, der allerdings im Laufe der Jahrhunderte dann durch Sprachschluderei zu Hundeluft verballhornt wurde, dann wirkt er gar nicht mehr so komisch. Hundeluft, diesen anhaltischen Ort, erreicht man u.a. aus Richtung Dessau-Roßlau und Thießen (siehe meinen vorherigen Blogbeitrag). An Interessantem hat der Ort z.B. die barocke St. Bonifatius-Kirche, welche um 1745 erbaut wurde, und die Ausflugsgaststätte „Zum Erlengrund“ zu bieten. Bei der St. Bonifatius-Kirche gefiel mir besonders die Wetterfahne, da sie den anhaltischen Bären auf Mauer zeigt. Auch der um die Kirche herum gelegene Friedhof macht einen guten Eindruck, siehe meine Fotos von den dort gerade blühenden Bäumen. Etwas außerhalb des Ortes befindet sich die Ausflugsgaststätte „Zum Erlengrund“. Diese liegt direkt an dem Flüßchen Rossel und neben guter heimischer Küche wird auch auf dem weitläufigen Gelände viel für die Gäste geboten, so gibt es einen Streichelzoo, eine Kegelbahn, ein Kinderkarussell und eine Burgminiatur. Und im Tal der Rossel, direkt neben der Gaststätte, gibt es tatsächlich einen Erlenbewuchs, der einem wie ein Wohnort von anhaltischen Feen und Wassergeistern anmutet.
Samstag, 29. Mai 2010
Hundeluft in Anhalt
Hundeluft – welch kurioser Name für einen Ort! Wenn man aber weiß, daß der Name Hundeluft eigentlich von dem alten Wort „Hundelauft“, also dem Auslauf für Hunde, herrührt, der allerdings im Laufe der Jahrhunderte dann durch Sprachschluderei zu Hundeluft verballhornt wurde, dann wirkt er gar nicht mehr so komisch. Hundeluft, diesen anhaltischen Ort, erreicht man u.a. aus Richtung Dessau-Roßlau und Thießen (siehe meinen vorherigen Blogbeitrag). An Interessantem hat der Ort z.B. die barocke St. Bonifatius-Kirche, welche um 1745 erbaut wurde, und die Ausflugsgaststätte „Zum Erlengrund“ zu bieten. Bei der St. Bonifatius-Kirche gefiel mir besonders die Wetterfahne, da sie den anhaltischen Bären auf Mauer zeigt. Auch der um die Kirche herum gelegene Friedhof macht einen guten Eindruck, siehe meine Fotos von den dort gerade blühenden Bäumen. Etwas außerhalb des Ortes befindet sich die Ausflugsgaststätte „Zum Erlengrund“. Diese liegt direkt an dem Flüßchen Rossel und neben guter heimischer Küche wird auch auf dem weitläufigen Gelände viel für die Gäste geboten, so gibt es einen Streichelzoo, eine Kegelbahn, ein Kinderkarussell und eine Burgminiatur. Und im Tal der Rossel, direkt neben der Gaststätte, gibt es tatsächlich einen Erlenbewuchs, der einem wie ein Wohnort von anhaltischen Feen und Wassergeistern anmutet.
Der Kupferhammer in Thießen
Unscheinbar ist es, das kleine Flüßchen Rossel, welches durch Roßlau fließt. Bei Hochwasser allerdings, da kann es schon gewaltigen Schaden anrichten, so wie im Jahre 2002. Nun, derzeit ist es im Gegensatz zur Oder in unserem Gebiet normal – es besteht keine Hochwassergefahr! Und so fließt sie also gemächlich dahin, eher einem Bach gleichend als einem Fluß – die Rossel! Interessant ist sie ein paar Kilometer flußaufwärts, in dem Ort Thießen. Dort wurde sie vor 410 Jahren aufgestaut und seitdem betreibt sie mit ihrer Wasserkraft den über die Grenzen Anhalts bekannten Thießener Kupferhammer, ein technisches Denkmal welches seit 1602 urkundlich erwähnt noch heute in Betrieb ist, dies allerdings jetzt nur noch museumsmäßig. Bei meinem gestrigen Ausflug fotografierte ich für die Leser des Blogs die wildromantische Landschaft dort, mit dem kleinen Stausee, welcher durch die Auenbäume wie ein verwunschener Weiher wirkt. Auch die Werkstatt des Kupferhammers wirkt seltsam verwunschen mit den spinnenbehangenen Festern und dem düsteren Innenraum. Freundlich und einladend dagegen die nebenan befindliche Gaststätte mit den auf den dahinter liegenden Wiesen herum laufenden prächtigen Hühnern. Ansonsten macht der Ort Thießen einen mehr als verschlafenen Eindruck. Wie in vielen Orten der ehemaligen DDR sind viele Häuser seit der Wende verlassen und besonders große Wohnblöcke verfallen. Die Straßen waren erschreckend menschenleer und dies an einem Freitag. Nur eine Perserkatze, die in den Häusern vor dem Kupferhammer ihr zuhause hat, die kam neugierig auf mich zu und suchte meine Gesellschaft. Sie begleitete mich einen Stück des Weges und wollte gestreichelt werden – ein selten zutrauliches Tier! Wie meistens, auch zu diesem Ausflug wieder ein informativer Link: http://www.kupferhammer-thiessen.de/ .
Freitag, 28. Mai 2010
Die Cartoonisten Ferdinand Barlog und Paul Simmel
Heute mal vier Werbepostkarten aus den 30er Jahren die ich in meiner Sammlung habe. Zwei dieser Karten machen Werbung für den „Agfa-Viskoseschwamm“ (siehe Rückseite der Postkarten) und die anderen beiden Karten sind Reklamekarten für Bier aus dem Würzburger Brauhaus. Interessant für mich sind die Cartoons auf der Vorderseite der Karten, stammen sie doch von zwei der bekanntesten Cartoonisten der 20er und 30er Jahre:
Ferdinand Barlog (http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Barlog)
und Paul Simmel (http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Simmel).
Beide Zeichner waren mir schon immer sympathisch und deshalb freute ich mich als ich vor etlichen Jahren diese vier Karten erwerben konnte. Da ich diese Postkarten in journalistischen Beiträgen und kunstwissenschaftlichen Arbeiten über diese beiden Künstler noch nie gesehen habe, so möchte ich sie heute der Öffentlichkeit mittels meines Blogs vorstellen.
Donnerstag, 27. Mai 2010
Der Manga-Zeichner Guido Göricke aus Dessau-Roßlau
Japan ist das Land der Cartoonisten. Es gibt dort zehntausende Zeichner die mit ihrer Kunst ihren Lebensunterhalt verdienen und wer Talent hat der erfährt in Japan größte Hochachtung und Förderung. Trotz dieses Überangebotes gelingt es mir immer wieder auf diesem Kunstmarkt ein paar Cartoons abzusetzen. Es ist typisch für Dessau, in meiner Heimatstadt kennt mich kaum jemand unter meinem Künstlernamen Barry Noa, Japaner aber kennen mich. Zu DDR-Zeiten sah es noch anders aus, da wurden Künstler gefördert. In Dessau waren es das Kreiskabinett für Kulturarbeit unter der Leitung von Waltraud Kroker und die Staatliche Galerie Schloß Georgium unter der Leitung von Ingrid Ehlert, die sich vorbildlich um die Berufs-und Laienkünster der Stadt Dessau kümmerten. Vorbei das Ganze! Die derzeitige Stadtverwaltung ignoriert geflissentlich die eigenen Dessauer Künstler. Es herrscht absolute Totenstille. Daß darunter auch junge Talente leiden, dies erfuhr ich als mich der Dessau-Roßlauer Cartoonist Guido Göricke ansprach und mich bat doch ihn mal insofern zu unterstützen, indem ich ihn in meinem Blog vorstellen würde. Auch ich kannte bisher den 23jährigen Guido Göricke nicht, wie denn auch, denn sein Talent wird geradezu mit Füßen getreten, da er sich nicht durchsetzen kann, da er keine Kontakte außerhalb des kulturfeindlichen Dessau-Roßlau hat.
Guido Göricke hat sich als Autodidakt dem Zeichnen von Mangas verschrieben. Er schreibt die Storys zu den Bildgeschichten selbst und er entwirft und baut auch Mangafiguren aus Masse. Unzählige Ordner mit Comics, Skizzen und Entwürfen füllen seine Einraumwohnung. Statt nun sein Talent zu fördern, ihm Zeichenunterricht oder Praktika bei Künstlern zu ermöglichen, so wie man dies vor 1990 in Dessau mit Talenten machte, da ignoriert man ihn. Statt ihm zu helfen seine Zeichenkunst und seine schriftstellerische Kunst zu vervollkommnen, muß er tagtäglich ganztags in einer Werkstatt stupideste Arbeiten verrichten, dies für einen Hungerlohn um die 100 Euro im Monat und dies mit Kollegen um sich, deren geistiger Horizont erschreckend ist, da in der Behindertenwerkstatt, in der er wegen eigener leichterer Behinderung arbeitet und er auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht unterkam, viele geistig zurück gebliebene Menschen tätig sind. Daß so ein Umfeld die eigene künstlerische Kreativität nicht fördern kann, dies leuchtet ein. Einmal in den Fängen so einer Einrichtung zu sein, dies bedeutet, daß man fremdbestimmt ist und derartige Einrichtungen haben ja keinerlei Interesse, daß irgendein dort Tätiger von der stupiden Arbeit freikommt um sich künstlerisch verwirklichen zu können, wird doch an jedem dort Arbeitenden tüchtig verdient und es hängen an einer Auslastung der dortigen Arbeitsplätze die Gehälter der diversen Betreuer, Sozialpädagogen, Werkstattleiter, Verwaltungskräfte etc.
Die Realität ist leider die, daß auf fast allen Gebieten die versprochene Freiheit nach der Wende ausblieb, ja daß im Gegenteil auf sehr vielen Gebieten die Freiheit welche die Bürger vor der Wende hatten immer mehr eingeschränkt wurde, dazu zählt auch die Freiheit sich auf dem Gebiet der Kunst verwirklichen zu können, dies mit Förderung von Talenten und nicht mit Unterdrückung derselben und Zwangsarbeit von talentierten Menschen in Maßnahmen des zweiten Arbeitsmarktes die nicht ihrem Niveau entsprechen. Es ist doch würdelos wenn durch die schändlichen Hartz-Gesetze nach einem Jahr Arbeitslosigkeit intelligente Menschen, zum Teil Akademiker, etwa in Grünanlagen Laub fegen müssen, weil sie einen solchen 1-Euro-Job zwangsweise annehmen müssen, oder daß begabte Zeichner in einer Behindertenwerkstatt stupideste Arbeiten verrichten müssen. Daß dies unter den Begriff Zwangsarbeit fällt, ist logisch, denn tun diese Menschen diese Arbeit nicht, dann wird ihnen die Existenz genommen, durch Versagen von jeglichen finanziellen Leistungen und damit zwangsläufiger Obdachlosigkeit.
Aus unzähligen Comicfolgen von Guido Göricke für die Leser des Blogs ein paar Ausschnitte und zwei Fotos von ihm in seiner Einraumwohnung die ihm auch als Atelier dient.
Dienstag, 25. Mai 2010
Mal wieder ein Ballonfahrer über meinem Grundstück
Na da werde ich doch gleich mal die beiden Fotos in den Blog setzen, die ich eben (20.35 Uhr) gemacht habe. Schön, diese Ballons! Es war nicht das erste mal, daß Ballons über mein Haus schwebten. Meistens ist es dann Vorabend und die Sonne scheint noch einmal kräftig bevor sie untergeht. Wahrscheinlich suchen sich die Ballonfahrer dieses Wetter aus und das Gebiet hinter meinem Garten ist der Landeplatz. Ein wenig Bedenken habe ich schon, wenn ich meine hohen Fichten sehe, aber bisher ist alles gut gegangen, die Ballons kamen immer in etlicher Entfernung gut über die Bäume hinweg.
Die Lust am Drehberge
„Die Lust am Drehberge“, so nannte man früher in Anhalt-Dessau die miniaturisierten olympischen Sportwettkämpfe die rund um den Drehberg, einer kleinen Anhöhe im Dessau-Wörlitzer Gartenreich, von 1776 bis 1799 stattfanden. Eine „Lust“ ist es zwar heutzutage nicht, den Drehberg zu besichtigen, denn das Umfeld ist mehr als abstoßend (siehe meinen vorherigen Blogbeitrag: http://barrynoa.blogspot.com/2010/05/lustiges-und-weniger-lustiges-im-dessau.html ).
Die ringförmige Anlage am Drehberg war ursprünglich als Grabanlage für Fürst Franz und seine Gemahlin gedacht, das gebaute Mausoleum wurde aber 1826 wieder abgerissen, da das Fürstenhaus als Grabstätte von Franz und Luise sich dann doch für Waldersee entschieden hatte (siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2010/05/das-grabmal-des-fursten-franz-in-dessau.html ). Der Drehberg ist, wie die meisten Bauwerke und Erhebungen des Gartenreiches, durch Sichtachsen in die umgebende Landschaft eingebunden. Eine dieser vier Sichtachsen verbindet den Drehberg mit dem Eisenhart (siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2009/09/worlitz-im-sommer-2009-teil-5.html und http://barrynoa.blogspot.com/2010/04/der-worlitzer-park-im-fruhjahr-2010.html ). Heute nun ein paar Fotos vom Drehberg, aufgenommen am gestrigen Pfingstmontag
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