Montag, 11. Februar 2008

Samstag, 9. Februar 2008

Freitag, 8. Februar 2008

Charlotte Timmling und B.N.





Eine schöne Zeit verlebte ich als Privatsekretär der Kunstwissenschaftlerin Charlotte Timmling. Loti (so nannte man sie in Künstlerkreisen) war die Frau des bekannten Malers, Lyrikers, Kunstwissenschaftlers und Denkers Walter Timmling, der schon 1948 verstorben war. Loti lebte im Alter in Dessau in der Mainstraße, dort lernte ich sie das erste mal kennen. Loti hatte damals eine Privatsekretärin, Lore Harbrucker, mit der ich befreundet war, die stellte den ersten Kontakt her. Ich war fasziniert von all den Bildern und den Bekanntschaften die Charlotte Timmling hatte. Bei ihr gingen sowohl die Erbprinzessin von Anhalt sowie Künstler und Theologen ein und aus und sie hatte Freundschaften in den anderen Teil Deutschlands, die sie besuchten, von Freunden der Kunst Timmlings bis hin zu einem damaligen Landtagsabgeordneten der SPD, die ich alle, als ich selber Privatsekretär bei ihr war, kennenlernen durfte.


1980 war ich Klubhausleiter des Klubhauses der Werktätigen in Dessau-Großkühnau, da war es für mich möglich eine Ausstellung der Werke Timmlings zu organisieren. Gern erinnere ich mich noch an die Eröffnungsveranstaltung im großen Saal. Ich organisierte einen bekannten Konzertpianisten, der gab die "Bilder einer Ausstellung" zum Besten, dann Reden von dem Kulturverantwortlichen der SED-Kreisleitung Herrn Felgenträger, von mir und anschließend ein hoch interessanter Vortrag von Charlotte Timmling über ihren Mann. Da ich Einladungen verschickt hatte, war diese Veranstaltung gut besucht, anschließend ging es zum Rundgang durch die Ausstellung, deren Räume ich unkonventionell mit reichlich Blumenschmuck und Palmenkübeln dekoriert hatte, da Walter Timmling Blumen sehr geliebt hatte und er auch als Blumenmaler der Neuen Sachlichkeit bekannt war.


Als nun Lore Harbrucker aus privaten Gründen nicht mehr für Loti arbeiten konnte übernahm ich für eine geraume Zeit diese Arbeit als Privatsekretär. Ich katalogisierte alle bekannten Bilder Timmlings, ordnete den schriftlichen Nachlaß und begleitete die Besucher von Loti, die von außerhalb kamen. Eine höchst interessante Arbeit mit viel Freiheit in der Zeiteinteilung. Da Loti nie vor 14.00 Uhr empfangsbereit war, sie auch bis dahin mich nicht in ihren Räumen haben wollte, ging ich meistens erst 15.00 Uhr zu ihr. Da wurde nicht etwa gleich mit der Arbeit begonnen, es wurde erst mal über Literatur, Kunst und Theologie im Allgemeinen gesprochen, dann kamen wir zur eigentlichen Arbeit. Loti verlangte allerdings, daß man zuhause schöngeistige Bücher las, was ich ja eh tat, und fragte dann oberlehrerhaft, was ich denn gestern Abend gelesen hätte, um darüber mit mir zu diskutieren. Auch war es geradezu Pflicht das heimische Theater zu besuchen, was sie gesundheitlich nicht mehr konnte. Ich mußte ihr dann z.B. haargenau erzählen wie die Aufführungen waren und ob nun Gabriele Bernhard in "Diana" tanzte oder nur die Ersatztänzerin.


Obige Scans sind aus den Jahren 1980 (Ausstellung) und 1982 (zu sehen Loti und meine Wenigkeit, damals mit Schnauzer, bei der Arbeit!

Dienstag, 5. Februar 2008

Alles Gute Nico!


Mit meinem lieben Hund Lenn, den ich ehrenamtlich im Tierheim Dessau betreute, ging ich ein Jahr lang fast jeden Tag immer denselben Weg zur Mulde herunter. Diese Spaziergänge waren für Lenn die einzigste Abwechlung in einem ansonsten tristen Alltag in seinem Zwinger. Denselben Weg nahm auch eine andere ehrenamtliche Gassigeherin mit einem kleinen schwerstbehinderten kleinen Hund. Dieser Nico war ein tapferer kleiner Hund der ein schweres Schicksal hinter sich hatte und der an den Hinterläufen gelähmt war. Lenn und ich beobachteten gern den fleißigen Nico wie er auf den Wiesen emsig Löcher grub um nach Mäusen zu suchen. Bei dieser Tätigkeit war er unermüdlich, auch wenn er fast nie Erfolg beim Mäusefangen hatte. Durch diese lang andauernde Bekanntschaft mußte man den kleinen Nico natürlich auch in sein Herz schliessen.


Wie mir Tierfreunde berichteten, wurde Nico nun an eine Familie mit Kindern aus Halle vermittelt. Mit Kinderwagen und Kegel und dem Nico als neuem Mitglied der Familie ging es zu Fuß ab vom Tierheim zum Bahnhof und dann mit der Bahn nach Halle in eine völlig neue Umgebung. Kritisch sehe ich das für Nico Ungewohnte, denn er war noch nie soweit gelaufen, kannte nur die Wiesen am Tierheim, und nun die Stadt Dessau, die Bahn, die neue Stadt Halle, eine Wohnung, wo er doch bisher nur seinen Zwinger kannte.


Als ich noch im Tierheim ehrenamtlich tätig war, monierte ich, daß die Tierheimhunde nicht in die Stadt durften, Gassigeher die dies dennoch taten, bekamen Ärger. Es wäre doch aber so wichtig, daß Hunde die in Familien vermittelt werden, auch Stadtleben kennen lernen dürfen, damit sie keinen Kulturschock erleben müssen. Doch diese Ansichten von mir fanden leider kein Gehör bei den Verantwortlichen. Dem lieben Nico wünsche ich viel Glück in seiner neuen Umgebung, als Neu-Hallore!


Sonntag, 3. Februar 2008

Das Mädchen Liane






"Das Mädchen Liane" hieß einmal ein populärer Film in den 50er Jahren. Die damaligen freizügigen Filmaufnahmen der 15jährigen Hauptdarstellerin, im Urwald gedreht, erregten damals einiges Aufsehen. Weniger großes Aufsehen erregte mein Lieblingsmodel, das Mädchen Liane aus Dessau. Aber dennoch, Sie kam von allen meinen Fotomädchen am meisten an und mit ihr war ich in vielen Publikationen der DDR-Zeit vertreten. Sie posierte als Pinup-Girl natürlich züchtig, wie es damals in der DDR üblich war. Als 16jährige durfte sie mit mir zur Verleihung des Interpretenpreises mit nach Berlin. Das war sonst nicht üblich, aber bei der Redaktion des "neuen leben" kamen hunderte Zuschriften von jungen Männern, vor allem Soldaten, die Liane in Berlin sehen wollten. Da wurde sie halt mit eingeladen. Es war wirklich umwerfend wie viele Menschen vor dem Hotel standen und ein Autogramm von ihr erhaschen wollten. Es hat mich gefreut für Sie, denn ich hatte sie ja entdeckt und sie war mein Model. Eine Modelkarriere machte sie dennoch nicht, denn Profimodels gab es in der DDR nicht. Oben ein paar Fotos von einigen hundert die ich von Liane gemacht hatte und zwei Seiten aus dem Jugendmagazin "neues leben" mit ihr, die mir beim Kramen in die Hände fielen.
Ach ja und den Eisbecher mit Liane, der von der Redaktion (bitte nl-Seite vergrößern) für die spritzigste Kurzgeschichte ausgelobt wurde, den gewann ein junger Mann von 14 Jahren und der traute sich nicht zu kommen und Liane, die Redakteure und meine Wenigkeit warteten vergebens auf ihn, da löffelten wir halt die Eisbecher selber. Ich glaube, das Eis hatte geschmeckt!

Brambach im Winter





Ein beliebtes Ausflugsziel im Sommer sind die Elbterassen in Brambach bei Dessau, eingemeindet in die Stadt Dessau-Roßlau seit einiger Zeit. Aber auch das Hinterland von Brambach lohnt zum Wandern und Spazieren. B.N. ist gern in dieser Gegend und kann dort herrlich entspannen, da es dort oft menschenleer ist. Anbei ein paar Fotos aus dieser Gegend. Natürlich gibt es auch dort den Kahlschlag der Dessaus Auen so schwer schädigt. Oft sind es 1-Euro-Job-Brigaden denen man eine Maßnahme aufgezwungen hat, die dann rings um Dessau das Unterholz rücksichtslos beseitigen. Jeder weiß, das gerade das Unterholz wichtig ist für die Fauna unserer Landschaft und besonders für unsere Vögel als Brutgelegenheit lebenswichtig ist. Leider wird dem keine Rechnung getragen.


Auf der Fahrt von Dessau nach Rosslau mußte B.N. mit ansehen wie auf der rechten Seite der Auenwald regelrecht gefegt wurde und oft brannten etliche riesige Feuer wo das geschlagene Unterholz verbrannt wurde. Dies obwohl gegen Kleingärtner mobil gemacht wird die in kleinem Umfang in ihren Gärten ein wenig verdorrte Äste und Dornengestrüpp verbrennen möchten. Ein negatives Beispiel ist auch der Friedhof von Neeken, ebenfalls zu Dessau-Roßlau gehörend. War dies im vorigen Jahr noch ein geschützter lauschiger Ort, gleicht er jetzt einem Acker. Meterhoch türmen sich da jetzt die geschlagenen Sträucher. Von dem Klimawandel und der Wichtigkeit der Bäume und Sträucher für unser Klima hat man bei den Verantwortlichen der Stadt Dessau-Roßlau scheinbar noch nichts vernommen.