Donnerstag, 14. August 2014

Ahoj-Brausepulver seit 1925



Eines der ältesten deutschen Markenprodukte welches immer noch auf dem Merkt ist, ist das Ahoj-Brausepulver (seit 1925). Ich als Nostalgiker finde Verpackungen im alten Stil immer besser als modern designte Produkte. Auf die Schnelle fällt mir da z.B. „Kaiser Natron“ ein, siehe:

 

Der Matrose auf dem Ahoj-Brausepulver erinnert an die Matrosenanzüge der Kaiserzeit, die bis in die 1930er Jahre getragen, irgendwie an die „gute alte Zeit“ vor dem 1. Weltkrieg erinnern, die natürlich auch keine gute Zeit war, aber im Vergleich zu dem was danach kam, eben doch.

Der Kaiser und seine Kinder und der junge Willy Brandt haben ihn getragen, wie Millionen Jungen in ganz Deutschland: den Matrosenanzug. Wie kam es, daß der Matrosenanzug so populär wurde, daß fast jeder Junge ihn trug oder ihn sich zumindestens wünschte. Queen Victoria machte ihrem damals 3jährigen deutschen Enkel Wilhelm 1862 einen Matrosenanzug als Geschenk und unter ihm als Kaiser Wilhelm II. wurde der Matrosenanzug zur beherrschenden Knabenmode und dies für Generationen. Noch immer ziert er das Ahoj-Brausepulver, obwohl er selbst schon lange aus der Mode gekommen ist, aber gerade deshalb ist wahrscheinlich dieses Brausepulver so beliebt, was es mit einer modernen Verpackung garantiert nicht wäre.

Ich gebe es zu, eigentlich bin ich kein Freund von künstlicher Brause, kaufe aber dennoch, besonders im Sommer, dieses Brausepulver und trinke diese Brause auch, was ich bei einer modernen Marke wahrscheinlich nicht machen würde.
Diese Seite der Ahoj-Brause sollten Sie unbedingt mal anklicken, wirklich toll gemacht, mit den Spielereien, aber auch dem Wissenswerten:

http://www.ahoj-brause.de

Dienstag, 12. August 2014

Tierfreunde, Tierrechtler - Speziesisten und Antispeziesisten

Es ist schlimm wenn Tierfreunde nicht zusammen halten. Da wird der bekannte Dessauer Tierrechtler M.D. auf einer Tierfreunde-Seite beleidigt und ihm wird abgesprochen ein Tierfreund zu sein. Daß mit M.D. Michael Dittmann gemeint ist, das weiß nun allerdings jeder in Dessau, siehe: http://www.wellifreund-michadit.de.

Man kann nun dem M.D. vorwerfen, daß er nicht immer diplomatisch ist, aber eines kann man nicht, ihm vorwerfen, daß er kein Tierfreund ist. Schaut man sich seine Seite an, dann wird man feststellen, daß diese nicht nur die Seite eines Tierfreundes ist, sondern eines Tierrechtlers, was leider die meisten Dessauer Seiten von Tierfreunden nicht sind, denn die kreisen immer nur um Heimtiere, fast nur Hunde und Katzen, die Ausbeutung der sogenannten Nutztiere durch den Speziesismus (siehe Erläuterung unten) den greifen diese Seiten nicht an, schon gar nicht der User W.F. der den Michael Dittmann so angriff, denn W.F. der sich zwar gern als Hundetherapeut feiern läßt, der mit Hunden in Seniorenheime geht, dies organisiert, der ist leider ein solcher „Tierfreund“ der von Tierrechten wenig hält, jedenfalls nicht bei „Nutztieren“. So propagierte er auf seiner Seite den Fleischkonsum, indem er bei einem großen Fest Grillfotos veröffentlichte und den Fleischkonsum von Fleisch aus Tierhöllen bejahte, denn es handelte sich nicht um Fleisch und Würstchen von Fleisch aus Ökohaltung. Was das für die Tiere in diesen Mastanlagen für ein furchtbares Leben bedeutet, scheint W.F. und andere sich Tierfreunde nennende Menschen nicht zu stören, stattdessen Krokodilstränen wenn es sich um Hunde und Katzen handelt.

Auf meinen damaligen Beitrag „Tierschutz fängt beim Fleischkauf an“ (http://barrynoa.blogspot.de/2013/10/tierschutz-fangt-beim-fleischkauf-an.html) reagierte W.F. nicht etwa als Tierrechtler, sondern als Lobbyist der Fleischindustrie in einem Tierforum, ebenso bei einem anderen Beitrag, als er Werbung für Zirkus mit Tieren machte, obwohl diese Art Zirkus ja nun seit Jahren von wirklichen Tierfreunden als Tierquälerei mit Recht angesehen wird. Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen, schon gar nicht jemand der kein Tierrechtler ist, einen anderen, der dies ist, absprechen, ein Tierfreund zu sein.

Was nun das Besuchen von alten Menschen in Seniorenheimen mit Hunden anlangt, so ist das auf den ersten Blick eine löbliche Sache, aber es ist wie das Almosengeben für Obdachlose, was auch löblich ist, aber das Grundübel nicht löst, nämlich, daß es Gesellschaftsformen gibt, wo Obbachlosigkeit überhaupt erst möglich ist. Das muß bekämpft werden, das Grundübel beseitigt werden, eine soziale Gesellschaft ohne Obdachlosigkeit erkämpft werden. Ähnlich ist das mit der Hundetherapie in Seniorenheimen. Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, bekämpft werden müssen diese menschenfeindlichen Kasernierungen in den meisten Seniorenheimen, die mehr Krankenhäusern ähneln als Pensionen, was sie nicht sein sollen, sondern letzte Wohnungen der alten Menschen. Wer in ein solches „Heim“ muß, der darf nicht mal sein Haustier dorthin mitnehmen, muß es in ein Tierheim geben. Das ist doch menschen-und tierverachtend! Da soll nun einmal in der Woche über solchen Trennungsschmerz eine Stunde streicheln eines fremden Hundes darüber hinweg helfen? Was „normalen“ Menschen gestattet ist, sich ein Haustier zu halten, das muß selbstverständlich auch alten Menschen gestattet werden.

Daß dies wunderbar geht, das zeigen die alternativen Wohnprojekte von alten und pflegebedürftigen Menschen, wo es selbstverständlich eigene Tiere in den Häusern gibt. Daß solche selbstbestimmten Wohnprojekte von den derzeitigen Betreibern von „Heimen“ nicht gern gesehen werden, das ist klar, denn solche „Heime“, in denen im übrigen auch sich die Heimbewohner sich dem Heim anpassen müssen und nicht, wie in einer Pension oder einem Hotel, umgedreht, die sind wahre Gelddruckmaschinen, sowohl für die privaten Besitzer wie auch für die „karitativen“ diversen Organisationen. Diesen fetten Gewinn will man sich doch nicht von alternativen freien Wohnprojekten wegnehmen lassen und so soll alles beim Alten bleiben, aufgelockert mit ein wenig Spieltherapie einmal eine Stunde in der Woche mit Hunden für die Alten.

Es gibt ja nun in Dessau mehrere Vereine die mit Hunden in Seniorenheime gehen, wenn man aber sich da einige dieser Hundehalter anschaut, die sich da ihrer Tierfreundlichkeit brüsten, und muß feststellen, daß darunter auch solche sind, die jahrelang, ohne Skrupel zu haben, auf einem Schlachthof gearbeitet haben, täglich vorbei gegangen sind an den vor Todesangst schreienden Tieren, was sie nicht rührte, dann handelt es sich nicht um Tierfreunde im engeren Sinne, sondern nur, wie bei den Jägern, die auch ihren Jagdhund lieben, aber dennoch mit Lust ein Reh totschiessen, nur um Speziesisten, denen Tierrechte egal sind.




Speziesismus beschreibt die Ausbeutung der Tiere durch den Menschen, begründet allein auf deren Andersartigkeit. Hierbei wird aber die eigene homogene Gruppe des Menschen zuerst mit Attributen aufgewertet, um sich gegen die sogenannte „andere“ Gruppe, mit deren negativ besetzten Eigenschaften, abzugrenzen, ein Herrschaftsverhältnis aufzubauen und Ausbeutung zu legitimieren. Dieser Prozess, als „Othering“ bezeichnet, ist nicht nur beim Mensch-Tier-Verhältnis zu finden, sondern bei allen vorherrschenden Unterdrückungsmechanismen.


 
 
 
Hier der Kommentar des Bloglesers und Tierschutzseitenbetreibers Michael-Sergej Dittmann, siehe: http://www.wellifreund-michadit.de/auf-anderen-ts-seiten-gelesen:
 
 
Zunächst einmal möchte ich für den unerwarteten und konstruktiven Blogbeitrag des Herrn B.N. bedanken. Auch wenn ich nicht "immer diplomatisch" sein sollte, ist das immer noch besser als manch schmierige und hochtrabende Darstellung und Verdrehung eines Sachverhaltes auf so manch anderer Seite. Meist nennen sich diese Seiten selbsterwählt Tierschutz und Tierfreundseiten, genauso wie ihre Admis oder gar Superadmins.
Doch merke: Nicht überall wo Tierschutz draufsteht, ist auch Tierschutz drin.
Ich für mich selbst habe jedenfalls diesen hohen Maßstab nie postuliert. Aber was ist eigentlich geschehen?
In letzter Zeit war ich auch sehr bei FB aktiv, und da kann man ja "liken" wie auch kritische Äußerungen zu gewissen Artikeln schreiben.
Nun war es aber leider so, dass ein gewisser Herr W.F. in sehr selbstlobender Art seinen Hundestreichelverein in den Himmel hob. Das ging mir einfach gegen die Hutschnur, so dass ich daraufhin folgendes schrieb:

"Mittlerweile eine verschworene Gemeinschaft mit viel " Herzblut " für die Tiere."; Herzblut für verwöhnte Haustiere, sprich Hunde. Wird in dieser "verschworenen Gemeinschaft" auch mal über das Leid der sog. Nutztiere gesprochen, oder gab es auch schon mal Proteste gegen den Stierkampf, den Walfang, für weniger Fleischkonsum, u. v.a. Zumindest auf Eurer HP Fehlanzeige. Friede, Freude, Eierkuchen und Bilder von bespaßten Rentnern allein ist nicht mehr zeitgemäß!

Seit dem ist gegen meine Person ein regelrechte Hetzkampagne entstanden.
Herr W.F. bediente sich sogar einer anderen HP, währenddessen er seine eigene "sauberhielt" Und während man auf der besagten anderen HP froh über jeden Beitrag ist, wurde seitens des dortigen Betreibers in die gleiche Kerbe gehackt. Gleiche Brüder gleiche Kappen eben!
Da aber mit solchen Typen kein vernünftiger Dialog möglich ist, betrachte ich die Sache als abgehakt.
Wer kein Interesse am wirklichen Tierschutz hat, wird sich natürlich immer am Begriff "bespaßte Rentner" künstlich hochziehen.
Wichtiger wäre es jedoch sich über wirkliche Tierschutzthemen zu unterhalten, wie ich es in meiner Antwort z.o.g. FB-Beitrag in den Vordergrund stellte. Aber Narzißten klammern dies eben aus! Schade!

Montag, 11. August 2014

Einkaufs"erlebnisse" in Dessau

Eine Bekannte aus Nürnberg, mit der ich des öfteren telefoniere, machte mir den Mund wässrig, als sie mir erzählte, daß sie mal wieder einen Romanescu zu Mittag gekocht hätte, dazu die Kartoffelsorte „Bamberger Hörnchen“. Romanescu, diese Art Mischung zwischen Blumenkohl und Brokkoli, kannte ich, sie schmeckt auch mir besser als ein Blumenkohl oder ein Brokkoli. Irgendwann gab es Romanescu auch mal in einem Supermarkt in Dessau, aber gesehen hatte ich ihn lange nicht. Und „Bamberger Hörnchen“? Nie gesehen diese Kartoffelsorte in Dessau, wo es überhaupt nur 2-3 Kartoffelsorten in einem Laden gibt, was meine Bekannte im Westen nicht glauben wollte, die mir immer von interessanten Kartoffelsorten erzählte, die sie gerade gekauft hatte, von denen man hier im Osten nur träumen konnte. Ihr Gemüsehändler hat immer mindestens 15 verschiedene Sorten im Angebot, das ist das absolute Mindestmaß. Hm, gerade bei Kartoffeln hat man den Eindruck, als wenn die guten Kartoffeln im Westen bleiben und wir die Kartoffeln bekommen die im Westen keiner haben will, die, wenn wir die nicht essen, sonst nur an die Schweine verfüttert würden.

Also los in die Einkaufstempel von Dessau, nach Romanescu Ausschau haltend. Lange schon war ich nicht mehr bei Kaufland in Dessau-Mildensee, deshalb mal dorthin, schließlich ist es neben dem Edeka-Center im Junkers-Park wohl der größte Supermarkt, denke ich! Von einem Tempel keine Spur, eher ein Billigmarkt, denn die schöne Kaufland-Gaststätte gibt es nicht mehr, dafür drängen sich Menschen im Eingangsbereich an eine Art Imbiss mit wenigen Plätzen, an denen sich zu allem Überdruß Massen an Kunden vorbeidrängen, also angenehme Eßkultur sieht anders aus. Das Angebot: grauenvoll, nur Fleischgerichte! Also ich habe nicht ein einziges vegetarisches Gericht dort entdecken können. Da braucht man sich nicht wundern, daß der Fleischkonsum immer mehr zunimmt, wenn so ein großer Supermarkt keine Alternativen anbietet. Als die Gaststätte noch da war, da war es noch besser, aber jetzt: niveaulos!

Romanescu bei Kaufland? Fehlanzeige! Ich fragte einen zuständigen Herrn, der dort Gemüse sortierte. Der genervt, ob dieses „Ansinnens“, wollte nicht glauben, daß es in westdeutschen Städten diesen Romanescu so gut wie immer gäbe. Warum sollte dies auch nicht der Fall sein, denn Blumenkohl und Brokkoli gibt es ja auch bei uns fast das ganze Jahr lang und Romanescu ist nicht anders im Anbau. Wie so oft, das Personal im Osten hat keine Ahnung oder stellt sich dumm, meint man müsse mit dem Einheitsfraß zufrieden sein, den es hier fast deckungsgleich in allen Supermärkten gibt.

Vorbei am Eierstand, wo Kaufland mit 99 Cent die 10er Packung Bodenhaltungseier wirbt und damit wie so viele andere Anbieter sich einen Dreck um den Tierschutz von Millionen von Legehennen in diesen Eierfabriken schert, durch diesen niedrigen Preis die Landwirte zu immer mehr Ausbeutung der Hühner und immer schlimmeren Lebensbedingungen der Hühner treibt. Da stand eine junge Mitarbeiterin und sortierte Eierpackungen aus, wo ein Ei von Zehnen der Packung kaputt war. Diese Packungen wanderten mitsamt den ganzen Eiern in einen Abfallbehälter wo schon Pappen und ähnliches lagerten. An die 20 Packungen hatte sie schon aussortiert. Ich sprach sie an, warum denn nicht wenigstens die ganzen Eier aussortiert würden, die dann an einem gesonderten Regal einzeln verkauft werden könnten. Sie guckte nur dumm, wahrscheinlich war sie des Denkens und Sprechens nicht mächtig, oder war sie eine der geduckten Mitarbeiterinnen, die sich nichts trauen, denen das eigenständige Denken und Handeln vor lauter deutschem Obrigkeitsdenken abhanden gekommen war, ähnlich den Knechten und Mägden im 19. Jahrhundert, die, wenn sie ein Fremder ansprach, sich nicht trauten zu antworten und immer auf die Herrschaft verwiesen, weil es ihnen von der verboten war Auskunft zu geben und sie nur das machen durften was die Herrschaft angeordnet hatte? Tatsächlich, sie: „Fragen Sie die Kollegin dort vorn, ich kann dazu nichts sagen“! Na ja, das 19. Jahrhundert hat Einzug gehalten, selbstständiges Denken, Handeln und Sprechen war dieser jungen Frau wahrscheinlich eingebläut, dieses zu unterlassen, oder eine extrem Dumme die nicht antworten kann, nichts dazu sagen kann, was sie da macht, keine eigene Meinung hat? Na, dann fragte ich die Kollegin, auf die mich die verhuschte Mitarbeiterin verwies. Die, aus ganz anderem Holz geschnitzt (wahrscheinlich eine festangestellte und etwas höher gestellte Mitarbeiterin als die andere Mitarbeiterin), wollte mir in schnoddrigem Ton weismachen, daß die Eier wieder zurück an den Erzeuger kämen. Wer´s glaubt wird selig! Das gäbe ein mächtiges unlogisches Transportproblem, zurück zu einem Großlager, einer Großhandlung, dann der Hühnerfabrik. Blödsinn hoch drei! Diese Mitarbeiterin dachte mich verdummen zu können, da hatte sie aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn ich wußte wie in den Supermärkten mit derlei Eierpackungen umgegangen wird, sie landen nämlich im Müll. Sollte märchenhafterweise Kaufland eine Ausnahme sein? An Märchen glaube ich nicht, sondern an das was mir Mitarbeiterinnen, die mal Praktikum in Supermärkten machten, erzählten und teilweise auch fotografierten, daß massenweise Eierpackungen, auch wenn nur ein einziges Ei kaputt war, in den Müll geschmissen werden. Siehe zu in den Müll geschmissene Lebensmittel auch diese meine Blogbeiträge mit Fotos: http://barrynoa.blogspot.de/2013/12/unmoralische-supermarkte-lebensmittel.html, http://barrynoa.blogspot.de/2014/01/stolle-und-vogelfutter-in-den-mull.html und http://barrynoa.blogspot.de/2012/03/die-amoralische-vernichtung-von.html.


Ist es gegenüber den Hühnern nicht eine Mißachtung perversesten Ausmaßes, daß sie in Tierhöllen bis aufs Blut ausgebeutet werden, sie unter grauenvollen Lebensbedingungen, jeden Tag ein Ei legen müssen und sonst nur im Streß dahin vegetieren, nach einem Jahr in einem Schlachthof entsorgt werden, wenn dann achtlos vom Handel ganze Kisten mit Eiern weg gedonnert werden? Die Achtung vor einem Ei ist in dieser Gesellschaft restlos weg, weil solche Verkäuferinnen überhaupt nicht mehr wissen, was es heißt für ein Huhn dieses Ei zu „produzieren“. Entfremdung von der Natur oder Interessenlosigkeit dieser Handelsleute? Diese Typen schauen doch bestimmt Fernsehen? Da gibt es doch nun genügend Sendungen die sich mit diesen Themen beschäftigen, die die unhaltbaren derzeitigen Zustände anklagen, wo Tiere in der Massentierhaltung gequält werden und wo dann wiederum der Handel Massen an Lebensmitteln achtlos in den Müll kippt. Schauen diese Typen so was nicht, sondern nur Tingeltangel-Sendungen mit Schlagergesang oder Fußball oder Formel 1-Sendungen? Wahrscheinlich, denn sonst könnte dieses System doch so gar nicht funktionieren, denn dann würden doch die Mitarbeiter in solchen Supermärkten das nicht so mitmachen. Oder sind diese Typen die absoluten Egoisten, denken nur an ihre Karriere, an ihren Job, ihr Geld, und alles andere ist ihnen egal, so wie die Weiber-Kreaturen in den Schweinezuchtanlagen, die wegen des Geldes kleine Ferkel totschlagen, sie oft lebend in die Abfalltonnen kippen, dies ohne Gefühlsregung, nur an ihre volle Lohntüte denkend, die sie dann eventuell für Alkohol, Tand und Kirchensteuer ausgeben, siehe: http://barrynoa.blogspot.de/2014/07/wir-sind-weltmeister-hysterie-und-tier.html und http://barrynoa.blogspot.de/2014/07/deutsches-schweinesystem.html ?

Was eine gute Sache dort bei Kaufland in Dessau-Mildensee ist, das ist ein kleiner privater Stand vor dem Kaufland und zwar mit Produkten von freilaufenden Tieren, wie Wollschweinen. Wer schon nicht auf Fleisch und eine Bockwurst ganz verzichten kann oder will, der sollte wenigsten dort kaufen, denn statt Fleisch von Tieren aus Tierhöllen gibt es dort Produkte von Tieren die wenigstens frei laufen können und nicht in engen Ställen gehalten werden. Die Verkäuferinnen dort auch ganz anders. Man konnte sich mit ihnen normal unterhalten und meine Fragen wurden sachlich und nett beantwortet. Die Verkäuferinnen waren wohltuend anders, nicht so obrigkeitsheischend dummfrech, wie die, mit denen ich vorher zu tun hatte.

Da ich also im Kaufland Dessau-Mildensee keinen Erfolg hatte mit dem Kauf von einem Romanescu, fuhr ich kurzerhand zum Dessauer Edeka-Center im Junkers-Park um dort mein Glück zu versuchen. Ich war lange nicht da und war erstaunt über das neue Nummernsystem an der Fleischtheke. Man muß wissen, daß dort eine ellenlange Fleischtheke steht - übrigens nur ein winziger Bruchteil dessen gibt es in diesem Edeka-Center Regale für vegane Produkte - ist Edeka ein Handlanger der Fleischindustrie? Das drängt sich einem auf, denn vegane Produkte gibt es ja mittlerweile jede Menge, aber eben nicht in den Supermärkten. Da ist man gezwungen diese bei Versandhändlern zu bestellen, z.B. beim Lebe-Gesund-Versand, siehe: http://barrynoa.blogspot.de/2014/07/den-tieren-zuliebe-vegane-lebensmittel.html. Ich ging an der Fleischtheke vorbei, kopfschüttelnd über das übermäßige Angebot, welches entschieden größer war als das Angebot an Gemüse, denn auch Romanescu hatten sie, wie auch schon Kaufland Dessau-Mildensee, nicht im Angebot, und war Zeuge eines merkwürdigen Zwischenfalls. Ein alter Mann, bestimmt schon über 80, der wurde von dort mit anstehenden Kunden zur Ordnung gerufen. Er hätte keine Nummer gezogen, würde sich wohl vordrängeln wollen und sich nicht an die Vorschriften halten wollen. Der wußte gar nicht, wie ihm geschah, war sich keiner Schuld bewußt, bis ihn diese Kundinnen aufklärten. Er hätte, wie beim Jobcenter (Als wenn so ein alter Mann wüßte wie es in einem Jobcenter zugeht!), eine Nummer zu ziehen, dann würde diese Nummer aufleuchten und er würde dann bedient. Was für ein Schmarren, um bedient zu werden, war man gezwungen eine Nummer zu ziehen? Schön blöd die Leute, die dort noch kaufen, sich das bieten lassen, sich selber zur Nummer machen. Statt als Kunde König zu sein, ist man dort nun eine Nummer?
 
So ähnlich im Edeka-Center im Dessauer Junkers-Park
 
Ein Glück, daß ich sowieso an einer Fleischtheke mich nicht anstelle, aber daß sich das die Fleischesser gefallen lassen? Ich fragte einen Mitarbeiter, was denn das solle. Dieser, ein, wie mir schien, nicht so ganz kleiner Mitarbeiter, meinte, daß dies notwendig gewesen sei, da es früher oft Rempeleien bis hin zu Tätlichkeiten unter den Kunden gegeben hätte, wer denn dran wäre und jetzt würden die Kunden diszipliniert dort anstehen. Hm, sollte das wirklich so sein, bisher ungesittete Kunden, denen durch Nummernziehen Disziplin beigebracht werden mußte? Sollte der Pöbel Überhand genommen haben, sogar an einer Fleischtheke nur noch durch Nummernziehen in die Räson gebracht werden können? Ich fand die Begründung einfach nur lachhaft und unglaubwürdig. Deshalb sprach ich mal noch einen anderen Mitarbeiter an, ein ältere Verkäuferin. Doch da landete ich wieder bei einer absolut obrigkeitshörigen Kollegin, die mir antwortete, daß sie sich dazu nicht äußern könne, diese Nummernsache wäre von oben so angeordnet worden. Ich: „Von Oben“? „Ja, und da haben Sie keine Meinung zu haben? Seit wann ist das denn so mit den Nummern?“ Sie: „Schon länger, die Leute haben erst gemeckert, aber nun haben sie sich dran gewöhnt!“ Ich: „Na ja, das ist typisch deutsch, die Deutschen haben sich in der Vergangenheit an alles „gewöhnt“, wenn es von der Obrigkeit kommt. Eine letzte Frage an Sie! Wenn ihre Chefs anordnen, daß Rentner kein Bier mehr bekommen dürfen, dann befolgen Sie das wohl?“ Sie: „Was soll ich machen, ich muß das machen was angeordnet wird!“ Typisch, da braucht man sich bei dieser deutschen Obrigkeitsmentalität nicht zu wundern, daß unsere Vorfahren alle Schandtaten die von der Obrigkeit angeordnet wurden, brav ausgeführt haben, unter dem deutschen Motto: Nach oben katzbuckeln und nach unten treten!

Letztendlich landete ich dann noch bei Porta. Und dort, wie ein Kontrastprogramm, ein ganz anderes Klima: Nettes zuvorkommendes Personal, gar nicht verhuscht oder dummfrech, kein „Nummernziehen“ etwa an der Selbstbedienungstheke der Gaststätte, die ein breites Angebot hat, im Gegensatz zu dem schäbigen Imbiss bei Kaufland Dessau-Mildensee und dazu ein Ambiente der Gaststätte, wo man wirklich als König Kunde seinen Kaffee trinken und sonstig speisen kann, eben ein Einkaufstempel mit Niveau. Es gibt als auch Licht, nicht nur Schatten, bei den Handelseinrichtungen in Dessau.     

Sonntag, 10. August 2014

Heißer Sommer? Berliner Weisse mit Schuß!


Ich bin ansonsten kein Freund von Alkohol, aber an heißen Sommertagen gehört für mich dennoch eine „Berliner Weisse mit Schuß“ als Erfrischungs-Getränk unbedingt dazu. Es gibt ja neuerdings etliche Zusätze als „Schuß“, aber ich bin da konservativ und ich bevorzuge den Zusatz Himbeere. Früher mußte man selbst mixen, aber das wird einem seit einiger Zeit abgenommen, zumindestens beim „Berliner Kindl“-Bier.

Mehr zur Berliner Weisse, siehe hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Wei%C3%9Fe. Obiges Foto habe ich eben bei mir aufgenommen, eine Flasche Berliner Weisse mit Himbeer-Schuß vor einem Werbeschild, welches alte Berliner Kindl-Bierflaschen zeigt.

Samstag, 9. August 2014

Blog-Briefkasten

Mein Email-Postfach quillt oft über, und, werte Blogleser, sehen Sie es mir bitte nach, daß ich nicht jede Email beantworte, auch sehen Sie es mir bitte nach, daß ich trotz Zusage zu antworten, es dann doch nicht schaffe. Es ist dieser Blog doch ein Freizeitvergnügen meinerseits und ich kann nicht täglich hier 8 Stunden oder mehr mich mit ihm und den Zuschriften beschäftigen. Heute deshalb mal ein paar Emails als Blogbeitrag, Emails die es wert sind nicht unter zu gehen, weil sie sich von vielen anderen Emails wohltuend abheben, damit meine ich Emails, wie „Ich habe einen Teppich aus Vietnam, wie in Ihrem Blogbeitrag vom soundsovielten, wieviel kann ich dafür nehmen wenn ich ihn verkaufe?“ und ähnliches. Günstig ist immer gleich die Telefonnummer (Festnetznummer) anzugeben, dann kann ich anrufen, das ist zeitsparender, als wenn ich erst eine Email schreiben muß, zu der ich dann letztendlich doch nicht komme.



Leserpost zu:



Zum obigen Blogbeitrag:

Ob nun ein Prolet, ein Akademiker, ein Reicher oder Armer, ein Christ
oder Nichtchrist, oder wie man die Schichten der Bevölkerung auch noch
klassifizieren möchte, mehr oder weniger Ethik besitzt, soll meinerseits
hier nicht beleuchtet werden. Darüber könnte stundenlang diskutiert
werden. Zumindest ist aber Ethik eine Frage der Herzensbildung, vor allem
auch Tieren gegenüber.

Wenn ich aber nun folgendes lesen muß, ich zitiere:
"Nun wußte ich ja schon, daß dieser Nachbar kein Tierfreund war, denn
einmal hatte ich mit ansehen müssen, wie er eine Taube von seinem Dach
herunter schoss, die dann auf seinem Hof, angeschossen, versuchte weg zu
flattern, und er den hübschen Vogel, über dessen Gurren ich mich damals
jeden Tag gefreut hatte, auf seinem Hof mit dem Gewehrkolben totschlug.
Aber die Antwort mit dem Hund vom Grundstück runter knüppeln,
schockierte mich denn doch wieder und ich nahm mir vor, diesen Menschen
in Zukunft links liegen zu lassen, Nachbar hin, Nachbar her. Man kann
nicht erwarten, daß jeder Mensch ein Tierfreund ist, aber bei derartiger
verrohender Einstellung zu Tieren hört die Freundschaft auf!"

könnte ich einfach kotzen. Zur Bestrafung eines solchen Barbaren könnte
ich selbst Hand anlegen.

Da aber Selbstjustiz verboten ist, und die Tierschutzgesetze zu lasch
gehandhabt werden, sind einem quasi die Hände gebunden.
Aber eines weiß ich: solch einen Typen würde ich nicht mehr mit dem
Arsch anschauen. Und wenn er auch seit Jahren mein Nachbar ist.

Michael-Sergej Dittmann (http://www.wellifreund-michadit.de)


Ach, ja, da haben Sie ja einen „feinen“ Nachbarn. Warum haben Sie den nicht angezeigt, wegen der Taube die der abgeschossen hat. Ist verboten in Wohngebiete zu schießen und mit Luftgewehr schon gar nicht. Solche Kreatur muss Handwerk gelegt werden, haben Sie verkehrt gemacht, Herr Nowak, den nicht anzuzeigen.

Erwin Hartung


Sehr geehrter Herr Nowack, ich freue mich dass das arme Huhn wieder da ist. Ich habe auch Hühner, 3 Zwerghühner, und schon mehrmals sind sie ausgebüxt, aber ich habe nette Nachbarn, die haben mir die Hühner immer wieder sofort zurück gebracht. Wenn nicht, hätte ich auch Zettel angemacht, das ist doch gar keine Frage, das man das macht. Der Mann der da die Taube abgeschossen hat und mit dem Knüppel auf einen entlaufenen Hund schlagen würde, das ist doch das Allerletzte, so ein Mistkerl. Zum Glück haben wir in unserem Dorf nicht solche Bürger, obwohl da auch viel einfache Menschen sind. Haben sie recht, das mit der Unterscheidung von Proleten und Proletarier. So einen minderwertigen primitiven Proll kannte ich auch, statt normal zu reden, hat der nur gekraftmeiert und gepöbelt, war noch zu DDR-Zeiten. Er hatte zwei Schweine privat gefüttert und die mächtig schlecht behandelt, auch mit seinem Fuß gestauckt, dass die Wunden hatten. Den haben wir uns in der LPG zur Brust genommen, das hat uns gereicht mit so einem.....

Bernhard Lehmann



 
Sehr geehrter Herr Nowack,
vielen Dank für Ihren Blog vom 30.03.2014 (s.u.)
http://barrynoa.blogspot.de/2014/03/von-alma-de-l-aigles-taubengeschichte.html
Denn genau das ist mir passiert: Meine Vermieterin mahnte die Fütterung an mit all den blöd-dusseligen Argumentationen, die Menschen ohne den leisesten Hauch von Fauna und Flora aus der Vorurteilskiste kramen: Gesundheitsgefährdung, Ratten, Verunreinigung durch herunterfallendes Futter und Kot.

Ich habe vom Fensterbrett aus gefüttert, denn genau davor steht ein Birnbaum, der eine hervorragende An- und Abflugstelle für die Vögel ist. Es kamen auch Tauben - Türkentauben. Da meine Vermieterin offensichtlich nicht unterscheiden kann, sind dies für sie eben: Tauben. Und da weiss "man" ja, was los ist.
Es gibt bei uns kein städtisches Vogel-/Taubenfütterungsverbot. Heute lag die Kündigung der Wohnung im Briefkasten, weil ich mich angeblich über das "Fütterungsverbot" - das wohl jeglicher rechtlichen Grundlage entbehrt in dieser apodiktischen Form - hinweggesetzt habe. Natürlich weiss sie nicht, da sie nicht beobachtet, dass die Vögel es gewohnt sind, zu bestimmten Zeiten etwas zu bekommen, sie kennen mich, sind mit mir vertraut, und wo immer ich auftauche, reagieren sie auf mich. Nun, ich habe bereits einen Termin beim Mieterbund wg. des Fütterungsverbots, nun kommt noch die Kündigungsgeschichte obendrauf - ich glaube, das wird ziemlich lustig vor Gericht, denn dort wird es wahrscheinlich enden, falls die Dame nicht vorher einknickt.

Ich habe daher schon mal ein akribisch recherchiertes Dossier für den Anwalt beim Mieterbund vorbereitet - und Ihren Kommentar zu dem Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung miteingebaut. Denn schlüssiger kann man es nicht ausdrücken! Ich habe natürlich die Urteile zum Thema genau gelesen und ärgere mich, dass in dem eigentlich positiven Urteil des Landgerichts Berlin (http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0111/hauptmm.htm?http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0111/011135.htm#text10) zum Thema Vogelfütterung wieder einmal die Gesundheitsgefährdung durch Tauben behauptet wird - aber Sie werden mir wahrscheinlich beipflichten: Es gibt da solch ein seltsames Bundesinstitut für Risikobewertung, das jährlich Zoonose-Berichte herausgibt - ach,wenn die doch nur einmal gelesen werden würden! Dann wäre man in der Tat schlauer. Aber Denken und Begreifen macht halt manchmal Aua im Kopf, nicht wahr....
Also: Noch mal Danke! für den Argumentations-Push, ich hoffe, der Mieterbund folgt mir - drücken Sie mir die Daumen.
Herzliche Grüße

Susanne Pommer


Lieber Herr Nowack,

gestern hatte ich meinen Termin beim Mieterbund, und wie zu erwarten, diese Kündigung wegen "Missachtung des Verbots Tauben zu füttern" ist komplett nichtig, weil a) nicht begründet, b) formal falsch (keine Beachtung der gesetzlichen Kündigungsfristen). Ich kann Ihnen sagen, als ich gestern nach Hause stapfte, konnte ich dieses Honigkuchenpferd-Grinsen gar nicht mehr aus meinem Gesicht bekommen.
Und merke heute erst, wie sich allmählich die doch unterschwellige Spannung löst, letztendlich bin ich juristischer Laie, und einen winzigen Hauch von Zweifel (so ca. 0,5%) trug ich mit zum Termin. Ich muss damit leben, dass auch meine sonst sehr geschätzte Umwelt nicht so ganz verstehen kann, dass ich mir solch einen Ärger einhandle, nur weil ich darauf beharre, 'meine' Vögel zu füttern. Aber ich sehe es immer noch so, wie Sie ja trefflich kommentiert haben (Mitteldeutsche Zeitung): Ich muss mich ganz und gar nicht bevormunden lassen, wenn ich hier weder die Mietsache gefährde noch gegen irgendwelche kommunalen Verordnungen verstoße. Ich bin ja nicht Berufsnörgler und Streitsucher, habe aber einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, und, so denke ich, ein ganz gutes Gespür dafür, wenn Grenzen überschritten werden und Kompromissfähigkeit oder Toleranz eben nicht mehr angesagt sind.
Ich habe gerade eben Ihre erfolgreiche Hirschkäfer-Enklave betrachtet - doll! Ich habe noch nie welche lebend gesehen. Ein echter Schatz. Vielleicht hilft es ja, die Nachbarn mal auf eine halbe Stunde Beobachtung einzuladen, um ihnen zu zeigen, was da eigentlich los ist im Gehölz, das scheinbar so ungeordnet und unordentlich herumsteht. Oder Sie informieren Spezialisten an der Uni, die dann hochentzückt mit ihren Studenten Feldforschung betreiben können - das wäre doch mal ein Knaller.

In diesem Sinne, ich wünsche Ihnen erst Mal alles Gute und bleibe am Ball!
Herzliche Grüße
Ihre
Susanne Pommer


Lieber Herr Nowack,
mal wieder ein Lebenszeichen von mir.
In der Vermieter-Angelegenheit noch nichts Neues - die Dame hat ja noch den Brief des Mieterbundes zu erwarten, dafür bleibe ich noch ein wenig an den Tauben hängen.
Im Anhang meine zur Zeit 4 interessantesten Individuuen. Die erste Taube - die ist etwas besonderes. Sie ist eine Rassetaube, eine Takla oder Türkischer Klatschtümmler, mit Ring, und zählt zu den Kunstflugtauben. Es gibt da unendlich viele Rassen (die europäischen oft mit dem Zusatz "Roller", Pürzler, was schon ganz gut beschreibt, was diese Tauben, genetisch bedingt, so drauf haben). Die Taklas ziehen beispielsweise Kerzen, also senkrecht hoch, und ohne an Höhe zu verlieren, überschlagen sie sich gerne und mehrmals (türkisch "Takla" bedeutet 'Überschlag'), so, wie ich das bisher verstanden habe, gehört das zum besonderen Balzverhalten der Täuber. Ich habe nach meiner mühsamen Recherche und nachdem sich die Taube dann quasi durch ihr lautes Flügelklatschen verraten hat, den entsprechenden Obmann des Deutschen Flugrollerclubs kontaktiert, der mir die Adresse eines Züchters hier in der Nähe gegeben hat. Der ist nun am Wochenende bei einer europäischen Meisterschaft und hat im Augenblick keine Zeit, weil er seine Tauben noch trainieren muss, aber er rührt sich noch mal bei mir, und dann wird man sehen, ob man das Tier eventuell zurückholen kann, was aber wohl sehr schwierig ist. Es bedeutet halt viel Aufwand, zum einen müsste sie ja erst mal im Fall des Falles in den Flugkasten gelockt werden (wenn sie denn überhaupt noch mag), zum anderen bedeutet das für die Züchter, dass solch ein Tier, was länger außerhalb des Schlages war, erst einmal in Quarantäne gesetzt werden muss. Und viele sagen dann nein, weil es eben zu aufwändig ist. Das kann ich schon nachvollziehen, wir haben auch einen Rassehund, aber eben nur ein Tier, und nicht 20, 30 oder mehr. Er erzählte mir auch, dass es durchaus Züchter gibt, die fahren 1300 km, um ihre Taube wieder zu holen. Also, so ganz pauschal kann man die Tauben-Züchter, die ja auch mal in Kleintier-Zuchtvereinen organisiert sind, nicht diskreditieren, da gibt es, solche und solche. Habe Ihren Beitrag über diesen absolut unmöglichen Kleintier-Zuchtverein Berlin-Spandau gelesen. Wo war denn da bitte sehr das Veterinäramt? Bei jeder Hunde-Ausstellung sind frische tierärztliche Atteste vorgeschrieben und Tierärzte vor Ort! Ohne kommt überhaupt kein Hund, sei es zur Ausstellung oder als 'Gast', auf den Platz....
Die rotweißen Tauben sind hier als Paar aufgetreten, nicht beringt, aber wohl mindestens Nachkommen von Zuchttauben, welchen auch immer. Mir ist halt aufgefallen, dass sie hier als Paar erscheinen, und das ist in einer Stadttauben-Population eher ungewöhnlich, weil sich da Farbschläge nach Gusto der Tauben selbst mischen. Ich habe den Verdacht, dass, was man - häufig nicht-organisierten - Taubenzüchtern oft vorwirft, jemand seine frei gelassen hat, aus welchem Grund auch immer. Ich habe gesehen, dass Sie solch eine nette beringte Taube fotografiert haben (grüner Ring), das ist 100% eine Brieftaube aus dem Jahr 2013.
Und die vierte im Bunde der "Besonderen" ist eine junge Stadttaube, die sich den Rotweissen locker angeschlossen hat und mal vorbeischaut, weil es ja hier etwas zu fressen gibt. Mir gefiel ihre Färbung dermaßen gut, dass ich einen Taubenfarben-Experten angeschrieben habe, der sie dann als blaubindig mit Dirty-Faktor beschrieb - das steht für diesen schwarzen Anteil, ist ein ganz normaler Ausdruck, und nicht degradierend für die Tauben gemeint.
Sie sehen: Da rutscht man allmählich in ein Thema hinein und steht doch immer noch komplett am Anfang. Bis ich endlich mal raushatte, dass es sich um eine Takla-Taube handelt, bin ich über gefühlt tausende Taubenrassen gestolpert, und die Farbenschläge sind ein Kapitel für sich, da muss man als Laie kapitulieren, den Blick habe ich einfach nicht. Aber es fasziniert, und wenn man sowieso ein visueller Mensch ist, noch viel mehr.
So, genug gelabert - ich bin mal echt gespannt auf den Arte-Beitrag!
Einen herzlichen Gruß von
Susanne Pommer






B.N.: Diese Tauben sind wunderbare edle Tiere! Füttern Sie unbedingt weiter, werte Susanne, auch wenn Sie dadurch diesen Ärger mit Ihrer Vermieterin haben. Wenn ich dran denke, daß es Menschen gibt, die Tauben nur so aus Niedertracht abschießen, siehe die Leserzuschriften ganz oben, dann kann einem nur schlecht werden!

 
Sehr geehrter Herr Nowack
Bei einer Internet-Recherche zu "Aus Wald und Flur" bin ich auf Ihre Blogger-Seite gekommen, auf der ich Ihre Fotos zu den beiden genannten Zigarettenbilderalben und Ihre Kommentare dazu gefunden habe (Datum: 14. Februar 2011). Was Sie zu den Zigarettenbilderalben geschrieben haben, kann ich sehr gut nachvollziehen, gehörte doch meine Eltern-Familie mit ihren fünf Kindern auch zu den ärmeren Leuten. Ich erinnere mich jedenfalls noch sehr gut an den Band über die Pflanzen unserer Heimat, den ich als Vorschulkind schon studierte und später auch gründlich las. Wir wohnten damals in einer Arbeitersiedlung direkt am Waldrand, so dass es für mich ganz natürlich war, so viel wie möglich über Wald und Flur zu erfahren und persönlich dann auch in Augenschein zu nehmen.

Meine Frage an Sie ist: Haben Sie die beiden Bände noch zu Händen und würden Sie sie mir eventuell verkaufen können? Denn ich habe heute, nach mehr als 70 Jahren, nichts mehr davon zur Verfügung und würde gerne wieder einmal hineinsehen wollen.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Hans Ueckert

 
B.N.: Ich verkaufe!

 
Sehr geehrter Herr Nowack,
Ich habe Teile ihres Artikels über P.E.M. Albrecht gelesen und ihre Begeisterung über seine Werke und ihre Erinnerungen darin empfunden. Ich habe Herrn Albrecht nie persönlich kennen gelernt, jedoch kann ich vielleicht Licht über den Verbleib seines Nachlasses bringen. Wenn ich mich nicht völlig irre, habe ich viele seiner Werke, über 60 Stücke, vor Jahren persönlich gesehen. Das waren Bilder von ca. 1910 bis ca. 1950. Alles verschiedene Motive, Bilder aller Größen, angeblich die Hälfte des Nachlasses, der seinem Kind zugefallen sein soll. Könnte dies so stimmen? Wenn Sie dies interessieren sollte, könnte ich ggf. Fotos davon noch besorgen, denn ich glaube, dass diese Sammlung noch heute so existiert und seit Jahren in Berliner Privatbesitz ist.
Sie erreichen mich unter.....
Mit freundlichen. Grüßen

C. S.

B.N.: Bitte um Nachsicht aber derzeit kann ich mich nicht noch um P.E.M. Albrecht kümmern das wird mir einfach zuviel.

Zu "Mail von Rainer Schlewitt (Bansin) zum Blogbeitrag "Für eine gerechtere und solidarischere Welt"

"...von dem Bansiner Comiczeichner Rainer Schlewitt, dem ich im letzten Jahr hier im Blog eine Plattform gegeben habe, weil sein Engagement in punkto Digedags, die er in Fanzeitschriften am Leben erhält, sowohl mit Zeichnungen wie auch mit Texten..."
Nur soviel: Ohne diesen ganzen Sermon vollständig gelesen zu haben: Er enthält schon in der Einleitung krasse Fehler: Schlewitt ist und war nie Comiczeichner, er hält sich ob seiner infantilen "Kunst", welche sich auch auf sein "dichterisches Schaffen" bezieht, jedoch dafür. Das muss nicht unkontrolliert von Ihnen bestätigt werden. Auch ist er nicht derjenige, der "die Digedags am Leben erhält", dafür sorgen schon ECHTE Künstler und Wissenschaftler. SEIN Leben ist geprägt vom Hass gegen die Abrafaxe, die seiner Meinung nach Schuld am Ableben der Digedags haben. Klingt komisch? Eben.

mfg

ein Leser aus Wolfen


Sehr geehrter Herr Nowack,

mein Name ist Dirk Hennings (Jg. 1962). Ich bin ein gelegentlicher Leser
ihres Blogs und besonders an den "heimatkundlichen" Beiträgen
interessiert. Ich wurde in Dessau geboren, habe aber nur die ersten vier
Lebensjahre dort verbracht und zwar bei meinen Großeltern in
Dessau-Waldersee, Paul-Kmiec-Straße 77 (damals, heute Wittenberger
Straße), also unweit des Hauses von Willibald Krause, den sie in Ihrem
Blog bereits mehrfach erwähnten. Als Ferienkind habe ich immer mal
wieder in der Werkstatt des Schumachermeisters gesessen, den ich weniger
als mundartlichen Dichter in Erinnerung habe, dafür war ich zu jung,
sondern vielmehr als begnadeten Erzähler. Bevor ich mich nun aber in
Erinnerungen verliere, möchte ich eine Bitte loswerden: Ich suche schon
seit langem ein Bild des Dessauer Hauptbahnhofs-Innenansicht und zwar
eine, die das pompöse Propagandabild zeigt. Nach meiner Erinnerung war
eine Gruppe zu sehen: mehrere Generationen, ein Arbeiter, der eine
riesige Fahne trug (Arbeiterfahne?) eine Arbeiterin, vielleicht Bäuerin,
davor sprangen junge Pioniere. Ich vermute das Bild wurde in den 1960er
Jahren oder früher aufgetragen.
Haben Sie vielleicht noch eine Aufnahme oder wissen, wo sich eine finden
ließe.
Das wäre großartig!!!
Ich wünsche Ihnen alles Gute - verbittern Sie nicht - und bedanke mich
schon im Voraus für Ihre Mühe.

Mit freundlichen Grüßen,
Dirk Hennings

B.N.: Ja, da fordere ich die Blogleser auf. Es muß doch wohl zumindestens noch jemand ein Foto von der Wandmalerei haben? Ich selbst muß leider passen.


Hallo,

Sie erinnern sich vielleicht an meinen Roman “Allgäu Sixties” ...

ich habe jetzt mit einer Bekannten zusammen eine Homepage. Wir wollen die unglaublichen 60er Jahre wieder aufleben lassen und die Fans um uns scharen ...


Da leben die 60er Jahre mit ihrer Musik wieder auf! Könnten Sie vielleicht irgend etwas dazu beitragen? Vielleicht ein Buchtipp oder einen Kommentar usw.. Das wäre doch toll!

Viele Grüße

Peter M. Roese

P.S. Bald bringen wir ein Interview mit den Lords!



Betr.: Ihren Blogbeitrag von Donnerstag 8. Oktober 2009
Text:
Eine kolorierte Radierung befindet sich seit Jahren in meinem Besitz, die ich eben wegen der hübschen Hummeln und wegen der filigranen Art der Grafik sehr mag, signiert mit C. Hoepner. Ja und diese oder diesen C. Hoepner finde ich in keinem Kunstlexika. Schade, denn ausgehend von diesem Blatt bin ich schon der Meinung, daß C. Hoepner ein guter Künstler oder eine gute Künstlerin war. Von der Beschaffenheit des Papiers zu urteilen, stammt das kleine zauberhafte Kunstwerk aus den 30er Jahren und es ist deshalb anzunehmen, daß sein/e Schöpfer/in nicht mehr lebt. Weiß jemand mehr zu C. Hoepner? Also mich würde es freuen mehr über diese/n mir unbekannte/n Künstler/in zu erfahren.

Sehr geehrter Herr Bernd Nowack,

...auch ich besitze eine kolorierte Radierung von "C. Hoepner" (seit ca. 40-Jahren),
auch ich habe schon alles auf den Kopf gestellt
(einschl. einer Anzeige im Spiegel), um etwas über diesen Maler zu erfahren.
Durch Zufall bin ich erst heute auf Ihre Internet-Präsenz gestoßen,
haben Sie inzwischen etwas neues über diesen Maler erfahren?
Bisher dachte ich, bei meiner Zeichnung,
--- könnte es sich auch um einen Marine-Maler handeln.
Als kleines Bonbon, sende ich Ihnen ein Photo dieses Bildes,
wie Sie sicher feststellen, handelt es dabei trotz des unterschiedlichen
Motivs ein-wand-frei um eine Radierung von von C. Hoepner,
sie ist für mich sehr, sehr schön.!
Vielleicht können wir ja gemeinsam diese Herkunfts-Rätsel lösen?
Vielen Dank!

Beste Grüße
U. H.


B.N.: Gern! Also nochmals, wer kennt diesen Maler, C. Hoepner? Hier noch einmal das Bild welches in meinem Besitz ist und neu das Bild des Email-Schreibers:



 

Freitag, 8. August 2014

Eine Geburtstags-Glückwunsch-Karte von 1951


Da hat sich jemand besondere Mühe gemacht, mir eine Geburtstagskarte aus dem Jahre 1951 geschickt, die ich heute empfangen habe. Ich bin zwar hauptsächlich ein Sammler von Postkarten der Zeit um 1900, aber über diese Karte habe ich mich dennoch, besonders am heutigen Tag, gefreut. Ein kleiner Gärtnersmann mit einem Karren voller Blumen, umschwirrend von einem gelben Zitronenfalter - ein hübsches Motiv! Habe sie gleich mal eingescannt. Vielen Dank, werte Frau Berggruen! Auch den anderen Gratulanten, besonders Johanna Caulwell aus Berlin - besten Dank! Antwort an Herrn Eising: 63!

Donnerstag, 7. August 2014

Prolet ohne Ethik?

Was mich bei unserem entlaufenen und nun wieder bei uns seienden Huhn Grüni (http://barrynoa.blogspot.de/2014/08/dessau-huhn-entlaufen-suchanzeige.html und http://barrynoa.blogspot.de/2014/08/erfolgreiche-suchanzeige-huhn-gruni.html) etwas befremdete, das war, daß es bei entlaufenen Tieren scheinbar nicht Usus ist nach ihnen zu suchen. Da wundert es nicht, daß die Tierheime oft überfüllt sind.

Es ist doch eine Selbstverständlichkeit, daß ein Tierhalter das Entlaufen seines Tieres meldet, zumindestens dem Tierheim und der Feuerwehr, die für Fundtiere zuständig sind. Denn sollte das Tier irgendwo gefunden werden, dann ist es wichtig, daß diese Stellen sofort wissen, zu wem es gehört und nicht etwa, daß erst lange Nachforschungen angestellt werden müssen wem das Tier gehört. Ist so ein Verlust denen nicht bekannt, dann passiert es, daß die Tierheime es lange versorgen müssen, bis hin zu späterer Vermittlung.

Genauso selbstverständlich ist es, wenn man ein entlaufenes Tier findet, daß man es nicht einfach nur mit nach Hause nimmt, sondern, daß man das zuständige Tierheim informiert, denn dort kann schon längst eine Verlustmeldung eingegangen sein. Unser Huhn hatte jemand in der Nachbarschaft gefunden, es bei sich aufgenommen, aber eben dies nicht bei den zuständigen Stellen gemeldet. Mehr durch Zufall und durch unsere angeklebten Suchzettel bekamen wir das Huhn nach einigen Tagen wieder. Ende gut - alles gut, aber es hätte auch anders ausgehen können!

Beim Abnehmen der nun nutzlosen Suchzettel erzählten wir das einem Nachbarn, der das nicht zu verstehen schien. Da etliche in unserer Straße einen Hund haben, machte ich ihm das an einem Hundebeispiel deutlich. Ich: „Wenn ein herrenloser Hund auf ihr Grundstück kommt, dann können sie doch diesen auch nicht einfach behalten, denken, ach der Hund gefällt mir, den behalte ich, sondern man informiert das Tierheim, oder!“ Die Antwort entsetzte mich, denn sie war nicht etwa spaßig makaber gemeint, sondern der Typ meinte das im vollem Ernst. Er: „Wenn so ein Hund bei mir aufs Grundstück kommt, dann gehe ich hinter, hole einen gaaaanz großen Knüppel und knüppele den Hund von meinem Grundstück runter, und nicht anders!“

Nun wußte ich ja schon, daß dieser Nachbar kein Tierfreund war, denn einmal hatte ich mit ansehen müssen, wie er eine Taube von seinem Dach herunter schoss, die dann auf seinem Hof, angeschossen, versuchte weg zu flattern, und er den hübschen Vogel, über dessen Gurren ich mich damals jeden Tag gefreut hatte, auf seinem Hof mit dem Gewehrkolben totschlug. Aber die Antwort mit dem Hund vom Grundstück runter knüppeln, schockierte mich denn doch wieder und ich nahm mir vor, diesen Menschen in Zukunft links liegen zu lassen, Nachbar hin, Nachbar her. Man kann nicht erwarten, daß jeder Mensch ein Tierfreund ist, aber bei derartiger verrohender Einstellung zu Tieren hört die Freundschaft auf!

Wie kommt es, daß besonders bei einfachen Menschen aus dem Proletenmilieu es so viele Rohlinge gibt? Dabei muß man zwischen Prolet und Proletarier unterscheiden. Erstere geben wahrscheinlich ihre Unterdrückung, die sie als abhängige Arbeiter erfahren, an Schwächere weiter, so den Schwächsten, den Tieren. Proletarier sind anders, sind oft sogar größere Tierfreunde als Bourgeois, da sie sonst wenig Freuden haben, siehe die Taubenfreunde bei den Bergleuten. Sie sind auch im Gegensatz zu ersteren an Bildung und Kultur interessiert und sind meist ehrlichere Leute als Bourgeois. Das sogenannte Lumpenproletariat, die Proleten, dagegen, fallen schon durch ihre primitive großschnäuzige Art auf, sind sehr oft dem Alkohol verfallen und haben keine ethischen Grundsätze. Oft sind es solche Typen, die sogar in der Öffentlichkeit oder im privaten Bereich, handgreiflich werden, weil sie verbal sich nicht artikulieren können. Mit diesen Menschen ist wahrlich kein Staat zu machen, was die Bourgeoisie ausnutzt, um alle Ausgebeuteten in diese Kategorie des abstoßenden Proleten zu stecken. So werden Hartz-IV-Empfänger sehr oft alle pauschal in die Kategorien „Asozial, primitiv, roh und ungebildet“ gesteckt, was zum Glück nicht der Fall ist.