Auf ein Wort, liebe Blogleser! Das ist - man glaubt es kaum, aber die Google-Statistik stimmt - der 1000. (-Eintausend-) Blogbeitrag! Soviel wollte ich gar nicht schreiben und auch nicht mich zu so vielen Themen zu Wort melden, als es im Dezember 2007 mit dem B.N.-Blog losging, aber es ist nun halt mal so passiert. Daß so ein kleiner Blog aus der Provinz mal diesen Erfolg haben würde, das konnte niemand ahnen. Ja und nun werden vielleicht etliche Stammleser enttäuscht sein, daß ich jetzt kürzer treten werde, nicht jeden Tag hier eine Kolumne abliefern werde, jedenfalls habe ich das so geplant. Dies wird natürlich all jene freuen, denen ich bewußt mit kritischen Berichten auf den Schlips getreten habe. Nun, so ganz werde ich es nicht lassen und in unregelmäßigen Abständen (wie in den ersten Jahren) hier schreiben. Ich hoffe nicht, daß deshalb viele Leser abspringen werden und ich bei Google dann nicht mehr so gut in der Suchmaschine geführt werde wie bisher, durch die guten Leserzahlen. Also auf ein Altes und ein Neues jenseits der magischen 1000er Zahl!
Montag, 5. September 2011
Altes: Erinnerung an den Insektenforscher und Denker Prof. Dr. Klaus Günther (1907 - 1975)
Ist es nur eine subjektive Sicht von mir auf die Gegenwart, oder ist es objektiv so, daß tatsächlich eine Verproletarisierung der deutschen Bürger stattgefunden hat? Wenn ich Menschen die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ihre Jugend und Reifezeit verbrachten mit Nachgeborenen vergleiche, dann fallen die Nachgeborenen im Stil, der Charakterbildung, der Allgemeinbildung und dem guten Benehmen weit ab. Dies fiel mir besonders beim Lesen der Briefe und Vorträge des von mir hoch geschätzten Klaus Günther, geboren 1907, gestorben 1975, auf. Gibt es heute noch solche vielseitig gebildeten Menschen, mit diesem Stil, diesem guten Benehmen, dieser Herzensbildung? Wo man auch hinschaut, in der deutschen Gesellschaft, es scheint die Minderwertigkeit die Mehrheit zu bilden. Besonders macht sich dies im öffentlichen Dienst und im Dienstleistungsgewerbe bemerkbar: Frechheit, Dummheit, Bürgerfeindlichkeit en masse?
2009 schrieb ich einen Blogbeitrag über den berühmten Insektenforscher Jean Henri Fabre, siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2009/04/bn-und-jean-henri-fabre.html , den ich schon früher sehr verehrte, nicht nur wegen seines Fachwissens, sondern wegen seiner Persönlichkeit. Klaus Günther war ebenfalls Entomologe und wie Fabre ebenfalls eine verehrungswürdige Persönlichkeit. Klaus Günther, der später eine Professur an der Freien Universität in Westberlin innehatte, lebte als Bombenopfer von 1945 bis 1948 auf Schloß Weesenstein und war da mit Lotte und Walter Timmling eng befreundet, die ebenfalls dort wohnten. Über Walter Timmling und seine Frau habe ich hier im Blog ja unzählige Beiträge geschrieben, also nur mal googlen, falls dies neuen Lesern kein Begriff sein sollte.
Daß Klaus Günther nicht nur Entomologe war, sondern auch ein Denker, der zeitweise auch in der Theologie und Theosophie bedeutsam wirkte, dies zeigte sich an seinen Vorträgen die er 1947 und 1948 bei den Freundeskreisen des Gottesbundes Tanatra (jetzt Weltloge Tanatra) hielt. Auszüge aus einem am 13. Juni 1948 von Klaus Günther gehaltenen Vortrag möchte ich wegen der Tiefe der Gedanken Günthers hier veröffentlichen. Außerdem habe ich noch Abschriften von Auszügen aus drei Briefen (zwei an Walter Timmling, einen an Lotte Timmling) eingescannt, die das freundschaftliche Verhältnis zwischen ihm und den Timmlings dokumentieren. Fotos: Tanatra-Archiv: 1. Klaus Günther, 2. Klaus Günther und „Bärbelchen“, seine Frau (1908-1969), 3. Schloßpark Weesenstein (Fotografen unbekannt); Scan einer Unterschrift Klaus Günthers von einem seiner Briefe.
Sonntag, 4. September 2011
Neues: Hans die Geige zu Gast bei Riekchen in Dessau-Nord
Toll – Hans Wintoch war heute zu einem Konzert in Dessau zu Gast! Was, Sie kennen Hans Wintoch nicht? Nicht schlimm, denn seit vielen Jahrzehnten kennt man Hans Wintoch nur unter seinem Künstlernamen „Hans die Geige“. Hier zwei Links zu ihm: http://www.rockgeiger.com und http://www.superillu.de/musik/Hans_die_Geige_925769.html. Es war eine mehr als gute Idee von der Gaststätte „Riekchen“ in Dessau-Nord „Hans die Geige“ im Biergarten des Lokals auftreten zu lassen. Das zahlreich erschienene Publikum war begeistert, das Wetter spielte mit und viele ältere Besucher freuten sich auch mal wieder Wolfgang Stier mit seiner röhrenden Rockstimme zu hören, der mit einem Musikerkollegen das Beiprogramm gestaltete. Ja, und das Hans die Geige sein Metier versteht, das ist bekannt und so war es auch in Dessau bei Riekchen, wo jedes Musikstück von ihm mit viel Applaus bedacht wurde. Viele der Dessauer Musikerkollegen ließen es sich nicht nehmen zu kommen, ich staunte wer alles sich dieses Konzert nicht entgehen lassen wollte. Anwesend, ganz privat und in Familie, auch Dessau-Roßlaus Oberbürgermeister Klemens Koschig (letztes Foto)!
Interessante weiterführende Bloggerkontakte
„Mich bewegt Ihr Engagement für den Naturpark Wörlitz-Dessau, ich kenne ihn ebenso wie Bad Muskau und, natürlich, Laxenburg bei Wien.“ – dieser nette Auszug aus einer Email von Professor Hans Haider (Wien), siehe auch: http://www.austria-lexikon.at/af/Wissenssammlungen/Biographien/Haider,_Hans, bezüglich meines Blogs, freut mich natürlich und beweist einmal mehr, daß Blogger Kontakte knüpfen können, die sie sonst ohne ihre Blogarbeit nie bekommen hätten. Ja, und das großartige daran, durch diese Bloggerei erweist man auch der Kunstwissenschaft einen Dienst, besonders dann wenn es um Künstler geht, die nicht so im Focus des Interesses stehen, z.B. Rudolf Hugk, über den ich in meinen beiden letzten Postings etwas beitragen konnte, welches das Bild über ihn abrundet.
Vielleicht erinnern sich Blogleser noch an meinen Blogbeitrag über Josef Kriwer? (http://barrynoa.blogspot.com/2011/03/erinnerung-josef-kriwer-1871.html). Ich konnte nicht heraus bekommen wann und wo Kriwer starb. Da sich nun Professor Haider mit Kriwer etwas ausführlicher beschäftigt hatte, er Kriwer als Künstler ebenfalls sehr schätzt, entspann sich ein angeregter Email-Kontakt, in deren Folge ich nun von Professor Haider auch die Sterbedaten von Josef Kriwer erfuhr. Resultat: Ich konnte das Fragezeichen in dem Blogbeitrag durch genaue Daten ersetzen und Kunstinteressierte können nun beim googlen diese Daten erfahren, was bisher nicht möglich war.
Vielleicht erinnern sich Blogleser noch an meinen Blogbeitrag über Josef Kriwer? (http://barrynoa.blogspot.com/2011/03/erinnerung-josef-kriwer-1871.html). Ich konnte nicht heraus bekommen wann und wo Kriwer starb. Da sich nun Professor Haider mit Kriwer etwas ausführlicher beschäftigt hatte, er Kriwer als Künstler ebenfalls sehr schätzt, entspann sich ein angeregter Email-Kontakt, in deren Folge ich nun von Professor Haider auch die Sterbedaten von Josef Kriwer erfuhr. Resultat: Ich konnte das Fragezeichen in dem Blogbeitrag durch genaue Daten ersetzen und Kunstinteressierte können nun beim googlen diese Daten erfahren, was bisher nicht möglich war.
Samstag, 3. September 2011
Altes: Rudolf Hugk - Aktausstellung im Kreiskulturhaus Staßfurt im Jahre 1981
Nicht zuletzt seiner Frau Margarete war es zu verdanken, daß Rudolf Hugk zu Lebzeiten relativ viele Ausstellungen hatte, siehe auch: http://barrynoa.blogspot.com/2011/09/altes-rudolf-hugk-sonderausstellung-im.html. 1981 stellte Hugk in der Kleinen Galerie des Kreiskulturhauses Staßfurt Akte aus. Seine Frau Margarete schrieb auch den Text in dem kleinen Ausstellungsprospekt. Da er lesenswert ist, auch was die damalige Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu freiheitlichem Umgang mit Nacktheit anlangte, habe ich diesen Prospekt mal eingescannt. Bezeichnend der Satz für das damalige natürliche Verhältnis zu diesen Dingen, dies im Gegensatz zu den heutigen unnatürlich prüden Zuständen: „Letztere organisierten gemeinsam mit Kunsterziehern bewusst Führungen für Schulklassen, um diese die Betrachtung des unbekleideten Körpers in Unvoreingenommenheit zu lehren, darin nicht „Nuditäten“ zu sehen oder sich prüde abzuwenden.“
Freitag, 2. September 2011
Altes: Rudolf Hugk - Sonderausstellung im Kreismuseum Torgau im Jahre 1980
Bekanntermaßen bin ich auf dem Gebiete der Malerei auch durch den Dessauer Maler Rudolf Hugk (4.6.1905 Zerbst – 10.6.1987 Dessau) beeinflußt worden, siehe dazu auch den Blogbeitrag: http://barrynoa.blogspot.com/2007/12/rudolf-hugk-und-bn.html . Wie ich vor kurzem feststellte, befindet sich im Spezialkatalog des Nachlasses von Rudolf Hugk auch ein Brief von mir an die Hugks, siehe: http://www.slub-dresden.de/sammlungen/digitale-sammlungen/werkansicht/cache.off?tx_dlf[id]=23745 .
Auch sonst ist dieser digitale Nachlaßkatalog eine Fundgrube für an Rudolf Hugk Interessierte. Einiges fehlt – verständlich, da nicht alles erfaßt werden kann. Mit freundlicher Genehmigung des Kreismuseums Torgau – Schloss Hartenfels habe ich heute mal für die Blogleser und Freunde der Kunst Rudolf Hugks den kleinen Prospekt der zur Sonderausstellung Rudolf Hugks vom 11.7.-31.8.1980 in Torgau erschien eingescannt. Diesen hatte mir Frau Hugk früher mal geschenkt. Diese Sonderausstellung in Torgau war laut Prospekt die dritte Hugk-Ausstellung in Torgau, ein Zeichen dafür, daß eine gute Zusammenarbeit zwischen Künstler und Museum bestand.
Dessau an der Mulde
Eine schöne Aussicht auf die Stadt Dessau hat man am Ufer der Mulde im Tiergarten. Das Wasser brodelt und zischt wenn es die wenigen Meter am Gefälle herunter rauscht. Früher stand hier das bekannte Gestänge, aber auch jetzt bietet der Anblick viel. Da endlich mal wieder die Sonne schien, heute ein paar Impressionen von dieser Stelle aus.
Der 1. September hat sich bei mir als "Schulanfangstag" (lange schon nicht mehr) nach den früheren zwei Monaten DDR-Sommerferien eingeprägt und dies nach so vielen Jahrzehnten? Schon merkwürdig, aber wahrscheinlich lag es daran, daß der 1. September meistens viel Sonne bescherte und man sich selber früher als Schulkind ärgerte, daß man nicht weiter die Ferien genießen konnte und später im Berufsleben ebensolche Gedanken hatte.
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