Donnerstag, 4. Juli 2013

Unsere Fische

Es ist nicht so einfach gute Fotos von unseren Fischen in unserem kleinen Gartenteich zu machen, schwimmen sie doch meist ein paar Zentimeter unter der Wasseroberfläche, dadurch sind die Fotos immer etwas unscharf. Nichtsdestotrotz, heute ein paar Schnappschüsse von ihnen:







 

Mittwoch, 3. Juli 2013

Militarismus in Dessau: Militär-und Kriegervereine

In ein paar Tagen feiert Dessau sein 800jähriges Bestehen, Grund für mich in diesen Tagen historische Dinge von Dessau im Blog einzustellen (Leser werden dies schon an den Beiträgen vergangener Tage und Wochen bemerkt haben).

Daß Dessau neben seiner kulturvollen Seite auch eine weniger schöne Seite, nämlich eine militaristische Seite, hatte, dies ist bekannt. Man kann dies gut an zwei Persönlichkeiten Dessaus festmachen, einmal dem militaristischen Fürsten Leopold, einem alten preußischen Militär, der eine unheilvolle militaristische Tradition in Anhalt begründete und auch sonst ein übler Geselle war, grobschlächtig und wenige kulturvoll, und dem Fürsten Franz, Inbegriff des fortschrittlichen und kulturvollen Herrschers. Während die Nazis Leopold hochjubelten, ehrten die fortschrittlichen Menschen immer Franz. Es ist schon übel, daß ausgerechnet Leopold in letzter Zeit wieder in Dessau geehrt wird, so wurde ein großes Fest gar nach ihm benannt. Es fehlt bloß noch, daß die unseligen Militär-und Kriegervereine der Zeit vor 1945 wieder auferstehen, wundern würde einen das nicht, bei dem Hang vieler Deutscher zu Uniformen, Zucht und Ordnung und militärischem Drill.

Es war tatsächlich so, daß in der Kaiserzeit und der Weimarer Zeit diese Kriegervereine in Dessau großen Zuspruch hatten, auch was die Mitgliederzahlen anlangte, dagegen waren fortschrittliche Vereine, wie der Naturfreunde-Verein oder der Gartenbau-Verein, in der Minderheit. Der größte Kriegerverein Dessaus, war der 1885 gegründete "Militär- und Kriegerverein Herzog Friedrich von Anhalt", siehe Abzeichen aus der Kaiserzeit (1. Foto). Daß die Nazis, wo sie ansonsten alle möglichen anderen Vereine verboten, diesen Kriegerverein beließen, zeigt das Abzeichen auf dem 2. Foto in der Mitte, welches ein Abzeichen zu den Feierlichkeiten zum 50jähriges Bestehen des "Militär- und Kriegervereins Herzog Friedrich von Anhalt", Dessau am 12.5.1935 ist. Typisch, daß der bei den Nazis so beliebte Fürst Leopold das Abzeichen ziert und nicht der Namensgeber des Vereins, der Herzog Friedrich. Daß auch ein sächsischer Militärverein in Dessau präsent war, zeigt das Fahnenweihe-Abzeichen links daneben (Fahnenweihe des Militärvereins „Sachsen“, Dessau, 3. Juli 1927), rechts daneben ein Pappabzeichen "II. Mitteldeutscher Marine-Tag Dessau", 11. u. 12.9.1926. Zwar waren die Marine-Vereine kein reinen Militärvereine, aber dennoch stark militaristisch auf die Kriegsmarine ausgerichtet.

Daß auch von Dessau noch nicht eingemeindete Orte ihre eigenen Kriegervereine hatten, dies zeigt das Pappabzeichen zum 60jährigen Bestehen des Kriegervereins Törten, siehe 3. Foto. Wie stark militaristisch ausgerichtet auch die Weimarer Republik war, zeigt das 4. Foto mit diversen Pappabzeichen zu Regimentstreffen, Fahnenweihen etc. (letzteres Abzeichen allerdings schon in der NS-Zeit), die immer ein großes gesellschaftliches Ereignis waren. Kein Wunder also, daß die Anhalter schon 1932 mehrheitlich die kriegslüsternen Nazis wählten, auf diesem militaristischen Nährboden. Pazifistische und fortschrittliche humanistische Vereinigungen, die es auch in Dessau gab, waren dagegen in verschwindender Minderzahl. Auf diese militaristische Grundeinstellung der Bevölkerung konnte auch die DDR aufbauen: Kasernierte Volkspolizei, NVA (Wiedereinführung wehrmachtsähnlicher Uniformen, Wiedereinführung des preußischen Stechschritts), Kampfgruppen, GST, vormilitärischer Unterricht in der Schule. Während wenige aufrechte junge Männer den Dienst an der Waffe in der DDR ablehnten, sich als Bausoldat schikanieren ließen, machten mit Freude am Militarismus und aus Karrieregründen viele Typen den Dienst über die Pflichtzeit hinaus bei der NVA.






 

Engelstrompeten-Blüte

Ich finde die Engelstrompeten (http://de.wikipedia.org/wiki/Engelstrompeten) haben ihren deutschen Namen zu recht, sind doch die Blüten wie Trompeten geformt. Warum aber heißen diese Pflanzen nicht nur Trompeten, sondern Engelstrompeten? Ich kann es mir so erklären: Die Blütenkelche sind so zarter Natur, daß nur Engel auf ihnen Töne hervor zaubern könnten! Daß die Engelstrompeten giftig sind, ist bekannt, auch daß Zubereitungen daraus ein Rauschmittel sind, vielleicht hat dies auch Einfluß auf die Namensgebung gehabt, denn im Himmel soll es ja auch berauschend zugehen, bei Musik und Gesang der himmlischen Heerscharen, d.h. der Engel (lol).

Hier ein paar Fotos unserer einen gerade blühenden Engelstrompete (die zweite blüht noch nicht): 
 




 

Dienstag, 2. Juli 2013

Dessauer Sportmedaillen um 1900

In Ergänzung meines Blogbeitrages über die Prinz-Aribert-Regatta (http://barrynoa.blogspot.de/2013/07/altes-die-dessauer-prinz-aribert-regatta.html) und damit bezüglich der Sportstadt Dessau vor rund 100 Jahren, hier noch ein paar Medaillen die an Sportler in Dessau verliehen wurden:
 
 
 
 
 
Medaillen waren damals oft das einzigste was ein Sportler bekam, der Profisport war noch in den Kinderschuhen und Hobbysportler betrieben ihren Sport nur zur Körperertüchtigung und wegen der Gemeinschaft in den Vereinen, wo oft die gesamte damals knappe Freizeit (wegen der langen Arbeitszeiten) verbracht wurde. Eine Medaille, und sei sie auch nur die für einen 3. Platz auf lokaler Ebene für eine bestimmte Sportart, war dann immer eine große Ehre. Dies drückte sich in den Medaillen aus, die meistens aufwendig hergestellt wurden und die oft sogar von renommierten Künstlern entworfen wurden.

Auch in Dessau gab es um 1900, wie im gesamten Deutschland, eine große Anzahl von Sportvereinen, getrennt nach Klassenzugehörigkeit, so rein bürgerliche Vereine oder reine Arbeitervereine. Immer aber auch waren es auch klassenübergreifend sogenannte „nationale“ Vereine, die neben dem Sport sich dem patriotischen Pathos verschrieben hatten, wie man z.B. beim 2. Preis des 1. „nationalen“ Sportfestes des bekannten Dessauer Sportvereins 98er (zu DDR-Zeiten: ZAB-Sportklub) vom 17.8.24 sehen kann (erste beiden Fotos).

Noch ganz der alten Kaiserzeit und dem Jugendstil verbunden ist die Ehrenplatte (3. Foto) für einen 1. Sieger im Dreikampf, Dessau, 1922 (die Buchstaben A. St. O. P. kann ich leider nicht deuten). Wahrscheinlich ist es aber so, daß man noch alte Ehrenplatten aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg über hatte und diese nahm, weil ja bekanntlich es 1922 an allen Ecken und Enden fehlte, und Deutschland in dieser Zeit sogar eine Hungersnot durchmachte.

Typisch für die Zeit vor dem 1. Weltkrieg ist die Medaille „Dessau 18.8.12, Athl. Cl. D. Kraft (Athletik Club Deutsche Kraft)“ mit dem Sportler im Lendenschurz, dem Motiv vieler Bronzefiguren und Medaillen.  

Fotografieren verboten?

 
 


Gestern hatte ich in der Gutenbergstraße zu tun und da kam ich an dem kleinen markanten Garten am Lutherplatz vorbei. Toll die blühenden Malven und da der Garten an einer Straßenecke liegt, so können sich auch viele Bürger daran erfreuen, die dort vorbei kommen. Ich hatte gerade 3 Fotos gemacht, wollte eigentlich noch die schöne Holzplastik eines Bibers fotografieren (alles von außen, außerhalb des Zaunes), da kam eine aufgeregte Frau so um die 60 auf mich zu:
„Was machen Sie denn da? Gibt es einen Anlaß, daß sie hier fotografieren (vorwurfsvoller Ton!)? Das ist hier privat, hat meine Freundin gemacht und Sie fotografieren hier???“
Ich: „Ich fotografiere hier, weil mir der Garten gefällt und im Übrigen kann ich den Garten ohne Genehmigung fotografieren, Gebäude und Anlagen fallen nicht unter den Persönlichkeitsschutz wie z.B. Menschen!“

Das leuchtete der Type nicht ein, die meinte sie müsse den Garten ihrer Freundin vor einem bösen Fotografen schützen der vielleicht sogar die Fotos im Internet veröffentlichen könne, wo das doch bestimmt verboten sei (?). Ich hatte keinen Bock darauf mich mit dieser doitschen Blockwartin weiter rum zu machen und beließ es bei den 3 Fotos und zog meines Weges. Ja, da war sie mal wieder die typisch doitsche Mentalität des preußischen Gesetzeswahns, wo Bürger meinen, daß Gesetze alles und jedes doch verbieten würden und wenn der Gesetzgeber noch ein paar freiheitliche Lücken in den Gesetzbüchern gelassen hat, dann können es solche doitschen Typen gar nicht fassen und zu gern hätten sie, daß noch viel mehr verboten werden solle als bisher schon.

Hart aber unfair: Rente mit 70 ?

Hart aber unfair ging es mal wieder in der gestrigen Fernsehsendung „Hart aber fair“ zu. Typisch und unfair, daß 2 Gegner der Rente mit 70 (Leni Breymaier und Günther Wallraff) sich gegenüber 3 Befürwortern der Rente mit 70 wehren mußten. Daß diese Ungleichheit fair sein soll, dies ist mir ein Rätsel, aber man kennt es schon, daß das Systemfernsehen bewußt ungleich die Sitze in diesen Runden verteilt, immer zugunsten der Herrschenden.

Daß die herrschende Klasse immer mehr an den Arbeits-und Lebensbedingungen des ausgebeuteten Volkes zuungunsten des Volkes drehen will, dies ist klar und daß ausgerechnet Typen wie dieser Unternehmer der 110 Arbeiter unter sich hat, dieser Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, der schon immer ein Lobbyist der Ausbeuterklasse war oder dieser Bundestagsabgeordnete der FDP, darüber bestimmen wollen ab wann der einfache Bürger in Rente zu gehen hat - nach deren Meinung: Arbeiten bis zum Umfallen - wo sie selbst mit ihren extrem hohen Einkünften überhaupt nicht auf spätere Renten angewiesen sind, dies war schon mehr als makaber und volksverdummend. Aber es ist nun mal so, daß in unserem kapitalistischen Schweinesystem (besser wäre eigentlich: Haifischbecken) ausgerechnet diejenigen über Einkünfte von Menschen entscheiden wollen, die selbst ein mehrfaches an Einkommen zur Verfügung haben. So entscheiden über HartzIV-Sätze, Wohngeldsätze und dergleichen Professoren, hohe Beamte und Politiker, wo kaum mal jemand darunter ist, der unter 15.000 Euro im Monat verdient. Diese Typen maßen sich an, darüber zu entscheiden, daß sich doch HartzIV-Empfänger mit 4,30 € täglich für Essen und Trinken (Regelsatz) zu begnügen haben, während dieses Pack selbst schon für das eigene Frühstück in einem Lokal ein mehrfaches ausgibt.

Wenn natürlich das einfache Volk so einfältig ist und die Lobbyisten dieses Systems in die Parlamente wählt und sich von der Volksverdummungspropaganda der Medien einlullen läßt, dann kann man halt nichts machen und die Menschen sollen dann nicht rumjammern wenn sie wie die Schafe zur Schlachtbank getrieben werden. Ganz besonders einfältig ist die Meinung, daß es bei einem guten Hirten auch den Schafen gut geht, wobei doch einleuchten müßte, daß sich ein Hirte Schafe nicht hält weil er um dessen Wohl besorgt ist, sondern er sie nur hält um sie auszubeuten bis hin zum Schlachten.

Hier der Mitschnitt der Sendung: http://www.ardmediathek.de/das-erste/hart-aber-fair/rente-erst-mit-70-wer-will-denn-so-was?documentId=15498462  

Montag, 1. Juli 2013

Altes: Die Dessauer Prinz-Aribert-Regatta

Jetzt um diese Zeit, also Ende Juni, Anfang Juli, da gab es in Dessau um 1900 immer ein sportliches Großereignis - die Prinz-Aribert-Regatta. Wie ich von meinem Großvater weiß, der auch öfter Zuschauer war, schauten immer tausende Dessauer an den Ufern zu wie die Ruderer um Meisterehren kämpften, dies zu einer Zeit als der Sport gerade in den Kinderschuhen war. Daß Dessau zur Kaiserzeit auch eine Stadt des Sports war, war dem anhaltischen Prinzen Aribert
(http://de.wikipedia.org/wiki/Aribert_von_Anhalt) zu verdanken.

Aribert (Postkarte, 1. Abbildung), war damals ein Mann der wegen seiner Homosexualität in Teilen der Bevölkerung einen zweifelhaften Ruf besaß - seine sexuelle Ausrichtung war allgemein bekannt - der andererseits aber wegen seiner Sportlichkeit und wegen seiner Leutseligkeit gerade bei den unteren Schichten der Bevölkerung beliebt war. Er selbst, der gern als Dandy in Dessau auftrat, war sich nicht zu schade auch mit dem „einfachen“ Volk Kontakt zu haben, dies in einer Zeit wo dies sonst nicht üblich war. Das brachte ihm Sympathien ein, die sonst Homosexuellen gegenüber nicht entgegen gebracht wurden. Wie Großvater erzählte, wurde die andere Sexualität Ariberts von den Dessauern weitgehend akzeptiert, wenngleich es immer wieder anzügliche Witze über ihn gab, besonders zur Zeit der Kotze-Affäre, wo Aribert vom Kaiser mit der Anklägerschaft in dem bekannten Prozess beauftragt worden war, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Kotze-Aff%C3%A4re.

Aribert selbst war ein Sportsmann durch und durch und deshalb vom Kaiser beauftragt die Vorbereitungen zu den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen 1896 seitens des Deutschen Reiches zu organisieren. Da er das scheinbar gut gemacht hatte, wurde er Vorsitzender des deutschen Nationalen Olympischen Komitees und war maßgeblich als Vertreter Deutschlands an der Organisierung der 2. olympischen Spiele in Paris im Jahre 1900 beteiligt.

Dessau war schon vor 1900 eine deutsche Hochburg des Rudersports, begünstigt durch die Lage an zwei Flüssen. Aribert förderte mit Geld und Anteilnahme diesen Sport in Dessau und stiftete eine Regatta, die jährlich stattfand. Ich habe mal eine Auszeichnung aus meiner Sammlung, die ein Teilnehmer des Wettbewerbs des Jahres 1899 erhielt (Prinz-Aribert-Regatta Dessau 16.7.99) für diesen Blogbeitrag fotografiert, siehe 2. Abbildung. Die  3. Abbildung zeigt eine Preismedaille aus dem Jahre 1907 (Prinz-Aribert-Regatta Für vorzügliche Leistungen Dessau 30.6.07), darunter zwei zeitgenössische Abbildungen von der Prinz-Aribert-Regatta.