Donnerstag, 6. Mai 2010

Urlaubsreise nach Thale 1940



Angeregt durch meine Kolumne http://barrynoa.blogspot.com/2010/05/erinnerungsstucke.html , wo es u.a. um meinen Aschenbecher mit einem Feuersalamander ging, schaute ich mal Mutters altes Fotoalbum durch, um mir die Fotos ihrer Reise nach Thale anzusehen. Ich denke mir, diese Fotos haben nicht nur privaten Charakter, sondern sind bestimmt auch geschichtlich interessant, wird in ihnen doch auch Zeitgeist lebendig. Mein Mutter war 1940 erst 19 Jahre alt und es war ihr erster Urlaub in einer Zeit die sehr durch Arbeit und Krieg bestimmt war. In bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, wo die Kindheit mehr als trostlos und herzlos war, siehe meine Beiträge http://barrynoa.blogspot.com/2008/07/die-trostlose-kindheit-meiner-mutter.html  und
http://barrynoa.blogspot.com/2008/07/die-trostlose-kindheit-meiner-mutter_23.html , da waren die wenigen Tage der Freiheit und Entspannung in diesem Urlaub als Jugendliche ein Lichtblick in ihrem Leben. Ohne die Arbeit bei den Dessauer Junkers-Werken hätte meine Mutter dieses Positive im Leben nicht gehabt. Mit Dankbarkeit sprach sie immer von den Junkers-Werken in Dessau und daß sie das Glück gehabt hatte, dort zu arbeiten, siehe:
http://barrynoa.blogspot.com/2010/02/meine-mutter-und-die-dessauer-junkers.html .
Meine Mutter unternahm die Reise nach Thale zusammen mit einer Arbeitskollegin, diese war eigentlich keine engere Freundin von ihr, aber seinerzeit war es noch nicht üblich, daß junge Mädchen allein in Urlaub fuhren und außerdem macht es ja für alle Alterschichten mehr Spaß in Gesellschaft zu verreisen als allein in Urlaub zu fahren.

Erinnerungsstücke




Vielen Dank, werte Elfriede Bergmann, für die Segenswünsche zur Führung des Tanatra-Archives, siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2010/04/tanatra-archiv-von-paraguay-nach.html ! Sie haben recht, mein Schreibtisch in meinem Arbeitszimmer im Fürstlichen Stift Leopolddank in Dessau ist voller Erinnerungsstücke. Ja, mit denen lebe ich, quasi sind diese und ich unis! Nun, vielleicht interessiert es die Leser des Blogs auch, welche Dinge da auf meinem Schreibtisch stehen und welche Erinnerungen mich mit ihnen verbinden? Die Schreibtischlampe aus den 20er Jahren, die ist besonders interessant, gehörte sie doch bis Anfang der 30er Jahre dem Schneidemühler Stadtverordneten Romanus Berg, der für die KPD 1932 sogar in den Reichstag als Abgeordneter einzog. Mein Vater und seine Eltern (Clemens und Martha Nowack) stammten aus Schneidemühl (Pommern), sie wohnten dort am Hindenburgplatz und sie kannten irgendwie Romanus Berg. So um 1931 herum verkaufte er ihnen diese Schreibtischlampe und einige andere Sachen. Wie es dazu kam, dies entzieht sich meiner Kenntnis. Das merkwürdige daran ist, daß mein Großvater väterlicherseits keineswegs kommunistisch eingestellt war, sondern Mitglied der NSDAP war. Trotzdem hatte er zu Romanus Berg einen guten, wenn nicht sogar freundschaftlichen Kontakt. Zu Romanus Berg, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Romanus_Berg .


Der Bronzefrauenakt von dem Bildhauer Paul Aichele (* 1859  † 1910), der ist im eigentlichen Sinne kein Erinnerungsstück. Die Figur erwarb ich zu DDR-Zeiten und sie gefällt mir wegen ihrer Verbindung von Antike, Jugendstil und ästhetischer Erotik. Die Alabaster-Schreibgarnitur mit den beiden Dackeln aus Bronze erinnert mich natürlich an unsere liebe Dackelhündin Fanny und der Briefbeschwerer und der Brieföffner mit den Steinbockmotiven, die sind Erinnerungsstücke an meine lieben Eltern. Solange ich denken kann, standen diese bei uns im Wohnzimmer. Ja, und dann steht da noch ein Aschenbecher mit einem Feuersalamander auf meinem Schreibtisch. Den brachte meine Mutter von ihrer ersten Urlaubsreise ihrem Vater, also meinem Opa, als Souvenir mit. Diese Reise führte sie 1940 nach Thale in den Harz und dort sah meine Mutter bei den Wanderungen zum ersten Male leibhaftige Feuersalamander, die dort häufiger anzutreffen sind. Daraufhin kaufte sie diesen Aschenbecher für ihren Vater. Mein Opa war leidenschaftlicher Pfeifenraucher und wenn man zu ihm kam, dann sah man ihn meistens seine Shagpfeife rauchen. War die Schmaucherei beendet, dann legte er die Pfeife in den Aschenbecher. Heute nun steht dieser Aschenbecher bei mir auf dem Schreibtisch und er nimmt meine erkalteten Zigarrenstummel auf. 70 Jahre hat er auf dem Buckel, dieser Aschenbecher aus Keramik – ein Menschenleben ist er alt und eigentlich genauso zerbrechlich wie ein Mensch.

Mittwoch, 5. Mai 2010

Wenn der Flieder wieder blüht...



Der Flieder blüht! Dies ist für mich ein Fest der Sinne, denn keine Blüte duftet so berauschend und ist außerdem noch so wunderbar anzusehen wie Flieder! Flieder mag ich sehr, auch wenn er allzu schnell verblüht. Es ist merkwürdig, aber Flieder bedeutet für mich heimatliche Gefühle zu haben. Für einen Russen werden es die Birken sein und für einen Südsee-Insulaner die Kokospalmen die heimatliche Gefühle wecken, bei mir ist es der Flieder, wenngleich ich Eiche und Linde für Bäume halte die auch sehr stark Heimat bedeuten. Leider habe ich keinen Flieder mehr im Garten, aber überall sieht man ja jetzt ihn so wunderbar blühen und duften.

Heute ein paar Fotos von den Sträuchern der kleinen Parkanlage des Dessauer Funkplatzes und von einem von mir gepflückten Strauß in der Vase. Dazu passend von youtube das Lied „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ (Komponist: Franz Doelle 1883-1965, Text: Fritz Rotter 1900-1984, aus dem Jahr 1928, eine Aufnahme von Paul Godwin mit seinen Jazz-Symphonikern, Refraingesang: Leo Monosson). Eigentlich war ja Ruth Arden die Erstinterpretin dieses Evergreens, aber leider konnte ich keine Tonaufnahme von ihr im Netz finden.

Die Kunstwissenschaftlerin Charlotte Timmling, mit der ich befreundet war und bei der ich arbeiten durfte, die hat 1928 den Durchbruch des Liedes in Dresden erlebt. Ihr Mann, der Kunstwissenschaftler, Maler und Lyriker Walter Timmling, war ja ein blumenbesessener Mensch, der oft mehrmals am Tag Blumen kaufte, einmal um sie zu malen und zum weiteren um sich an ihnen zu berauschen – eben ein Künstler durch und durch! In ihrem bisher unveröffentlichten Buch „Unser Haus“ schreibt sie: „Vom Obergeschoß her klang zu allen Stunden des Tages der Schlager von 1928, der mir inzwischen zu Elegie wurde: „ Wenn der weiße Flieder wieder blüht, sing ich dir mein schönstes Liebeslied“. Er ist mir allezeit nicht zuviel geworden…“

http://www.youtube.com/watch?v=NJ7biFGsdTU  

Dienstag, 4. Mai 2010

Göttliches Licht



Gott ist Licht


Gottesgedicht

Ich will den Herrn von ganzem Herzen loben. Ja, Herr, mein Gott, wie groß bist Du. In ewiger Herrlichkeit thronst Du im Himmel droben und Engelscharen preisen Dich dort immerzu. Du bist mit Ehre und mit Pracht gekleidetund strahlend hell in reines Licht gehüllt, das Dich für alle Zeit von jedem Schatten scheidet und alle Himmel bis in ihren letzten Winkel füllt. Dein Schöpferwort erschuf einst diese Erde und dieses Wort hat Finsternis erhellt. Du sprachst zuallererst: Es werde! und brachtest Licht in die noch dunkle Welt.Von diesem Licht spricht heute noch Dein Regenbogen der leuchtend sich in einem Regenschauer bricht.Ich fühle mich in seinen Bann gezogen,weil er von Deiner großen Liebe zu mir spricht. Du selbst bist Licht, hast Licht im Sohn gegeben.Ihn sandtest Du in meine Finsternis auf Erden.Nur so kam Helligkeit in mein verdorb‘nes Leben und endete der Sündennacht Beschwerden.Vorbei ist jetzt die Furcht vor Menschen, Satan und Gericht. Du schenkst voll ein, hast mir den Tisch bereitet. Es leuchtet über mir Dein göttlich Angesicht das segnend jede Dunkelheit durchdringt und mich geleitet. Du gabst Dein Wort als Licht mir auf die Reise. Es scheint mir hell auf langer Wanderschaft und ist zudem auch Stärkung mir und Speise und die Gewähr für täglich neue Kraft. Solch große Güte macht es hell in meinem Herzen, denn dort spiegelt sich ja Deine Herrlichkeit. Das schenkt stets Mut, trotz Kampf und Schmerzen und macht mich freudig für Dich dienstbereit.

(Gottesgedicht, Autor: Martin Volpert, 2008)


Einen Abglanz dieses göttlichen Lichtes wird uns in farbigen Glasfenstern zuteil, nicht umsonst zieren diese viele Kirchen. So also sind diese Glasfenster nicht etwa nur irdische Zierde, sondern sie lassen das sichtbare Licht in den Gläubigen eindringen auf daß sein inneres Licht davon berührt werde.

Auch eine einfache Glastür - wie die im ersten Foto abgebildete, welche die Tür zu meinem Flur ist - erfüllt diesen Zweck, wenn das Sonnenlicht am späten Nachmittag den dunklen Flur erhellt, dann ist das auch da mehr als nur ein physikalischer Vorgang. Mehr als nur ästhetisch auch die Kirchenfenster in der evangelischen Kirche in Dessau-Waldersee, die auf den nachfolgenden zwei Fotos zu sehen sind. Die Kirche in Dessau-Waldersee beherbergt im Erdgeschoß des Turmes die letzte Ruhestätte von „Vater Franz“, dem noch heute verehrten früheren Fürsten, welcher das Gartenreich Dessau-Wörlitz schuf. Gerade auch deshalb nimmt die Walderseer Kirche eine besonders weihevolle Stellung ein.

In der bildenden Kunst widmeten sich etliche Künstler dem Thema des göttlichen Lichtes. Drei typische Bilder dieser Lichtverehrung sind als Scan zu sehen, das Bild „Lichtgebet“ oder auch „Empor zum Licht“ genannt von Fidus (Hugo Reinhold Karl Johann Höppener), das Bild „Empfängnis“ ebenfalls von Fidus und das Bild „Tempel des Lichtes“ von Ludwig Fahrenkrog.

Montag, 3. Mai 2010

Blaue Tonne kontra Rumpelmännchen



Heute war es mal wieder soweit, die blauen Tonnen wurden in unserer Straße geleert. Es verwundert mich immer wieder, daß fast alle Anwohner die blaue Tonne vor die Tür stellen und ihr Altpapier kostenlos der Stadt und dem Verwertungsbetrieb überlassen, zumal es ja mittlerweile etliche private Aufkaufstellen für Altpapier in Dessau gibt, die gutes Geld für Altpapier, Gläser, Lumpen und Altmetall zahlen. Also ich finde es lohnt sich, wenn man eh mit dem Auto in die Stadt muß und man dann die Altstoffe dort abgibt. Also ich sehe nicht ein, der Stadt und ihrem Verwertungsgbetrieb unnütz Geld in den Rachen zu schmeissen, zumal die Stadt ja auch ihre Bürger nicht sonderlich schont wenn es ums Geld geht.
Zu DDR-Zeiten gab man auch nicht der Stadt die Einnahmen von seinem Altpapier, sondern steckte das Geld in das eigene Sparschwein oder überließ es sammelnden Kindern die durch die Straßen zogen um ihr Taschengeld aufzubessern. Scheinbar hat es keiner mehr nötig, denn auch sammelnde Kinder sehe ich nicht mehr. Schade, denn dadurch wurde man von Kindes Beinen an daran gewöhnt, daß man für Geld eigentlich auch etwas tun muß, es nicht vom Himmel fällt oder es nur vom Hartz-IV-Amt oder von der Kindergeldkasse kommt.
Ja und das Rumpelmännchen kennt wohl jeder ehemalige DDR´ler noch gut. Es prangte eine Zeitlang an den Sero-Annahmestellen.

Sonntag, 2. Mai 2010

Aphorismen



Ich bin ein Freund von Aphorismen! Kalenderblätter haben sich schon immer dazu angeboten Aphorismen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Aphorismen die mir besonders gefielen, die schmiß ich nicht in den Papierkorb, sondern ich habe sie aufgehoben. Den werten Lesern des Blogs heute ein paar dieser Kalenderblätter-Aphorismen von einem Abreißkalender aus dem Jahre 2000.

Samstag, 1. Mai 2010

1. Mai 2010