Freitag, 26. August 2011

Jugendstil zwischen Kunst und Massenware


Der Jugendstil zeichnet sich dadurch aus, daß er erstmals keine elitäre Kunstrichtung nur für die Reichen war, sondern so gut wie ein jeder konnte sich irgendein Stück dieser Kunstrichtung leisten, da viele Produkte industriell hergestellt wurden. Kunst also fürs Volk? Nicht nur, denn auch Kleinmöbel, Broschen, Wandschmuck oder ähnliches, was qualitativ ein wenig hochwertiger war, konnte sich denn doch nur das Bürgertum, wenn auch nun schon das Kleinbürgertum leisten. Heute mal ein paar solcher Produkte, die an der Grenze zwischen Kunst, Kunsthandwerk und industrieller Massenware angesiedelt sind, die mir persönlich dennoch gefallen.

Mittwoch, 24. August 2011

Steinreich in Mikronesien


Über meinen Kontakt zu der Republik der Nördlichen Marianen haben Blogleser ja schon gelesen, siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2008/01/wituland.html. Wie bekannt war ich am Entstehen einer Sondermünze dieses pazifischen Inselstaates nicht ganz unbeteiligt. Gestern bekam ich mal wieder Post (richtige Briefpost!) von den Nördlichen Marianen, es waren – zwar verspätet – Geburtstagsgrüße. Bei dieser Gelegenheit bedankte man sich noch einmal für meine Mitarbeit an der Münze. Für mich ein Anlaß hier im Blog auf einen besonderen Aspekt hinzuweisen, weshalb gerade mikronesische Inselstaaten besonders prädestiniert sind solche Sondermünzen zu prägen, gab es doch in Mikronesien schon vor Jahrhunderten, lange vor Ankunft der Europäer, Geldmünzen, und zwar aus Stein und dazu sagenhaft große (teilweise mehr als mannshoch, siehe Foto und Link: http://www.wissenschaft-online.de/artikel/774751)!

Bevor ich mit der Südsee über die Witumünze in Kontakt kam, interessierte ich mich als Robert-Louis-Stevenson-Fan und Freund der Kunst Paul Gauguins natürlich auch schon für diese Inseln und da besonders für die ehemals deutschen Kolonien. 1903 erschien Karl Rudolf Indras Buch „Südseefahrten“, welches sich seit langem in unserer Familie befindet und welches ich als Kind gern las. Anbei Scans davon! In diesem Buch lag eine Karte aus der gleichen Zeit mit den deutschen Kolonien in der Südsee. Da ich sie insofern interessant finde, weil sie maßstabsgetreu die Größe des damaligen deutschen Reiches mit den riesigen Entfernungen der deutschen Kolonien im Pazifik vergleicht, habe ich sie auch eingescannt (darüber zeitgenössisches Foto). Die meisten Inseln sind ja relativ klein, aber erstaunlich groß auch in der Landmasse, der deutsche Teil von Neuguinea. Dies wird einem erst dann bewußt, wenn man die Karte des damaligen Deutschland daneben sieht.    

Dienstag, 23. August 2011

Altes: Das Dessauer Schwedenhaus im Jahre 1975


Im September 2009 schrieb ich über das Schwedenhaus, einem markanten Bauwerk des Dessau-Wörlitzer Gartenreiches und ebenso wie der Sieglitzer Waldpark an der Straße von Dessau nach Vockerode gelegen, siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2009/09/das-schwedenhaus-in-dessau.html. Im Gegensatz zum leider nunmehr gesperrten Parkplatz zum Sieglitzer Waldpark, siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2011/08/neues-sieglitzer-waldpark-fur-besucher.html, kann man die Reste des Schwedenhauses noch mit dem Auto besuchen, der dortige Parkplatz ist noch vorhanden (noch!). Na vielleicht wird er dann auch geschlossen, wenn das Schwedenhaus mal wieder ganz aufgebaut ist (?). Daß dieses kulturhistorische Bauwerk 1981 mutwillig abgebrannt wurde, kann man nicht verstehen. Hat sich für diesen Vandalismus eigentlich jemals jemand verantworten müssen? Gehört hat man davon nie etwas, auch wer bei dieser „Feuerwehrübung“ mitgemacht hat! Heute mal noch zwei Farbbilder die ich 1975 vom Schwedenhaus gemacht habe. Auch wenn das Schwedenhaus damals schon recht ramponiert war, übte es, so im Wildwuchs, doch noch seinen ganz besonderen Reiz aus. 

Sonntag, 21. August 2011

Neues: Mrosek-Zuckertütchen aus Dessau nach Albanien


Wer Google-Blogs, wie diesen, kennt, der weiß, daß neben einem Besucherzähler auch eine Auflistung seitens Google nach Ländern erfolgt. Hier mal (unten) meine letzte Statistik (letzte Woche). Nun, in den nicht so warmen Monaten (Urlaubszeit) wie jetzt sind es schon mal mehr Besucher, aber im Schnitt 300 pro Tag und da sind manchmal Leser aus recht exotischen Ländern darunter. Immer dabei Leser aus Albanien, verständlich, da ich ja etliche Beiträge mit albanischen Themen im Blog habe und seit jeher Freundschaften mit Albanern pflege. Daß aber nun mich ein mir unbekannter albanischer Leser anmailte mit der Bitte, doch mal in meiner Heimatstadt Dessau nach Zuckertütchen Ausschau zu halten, da er diese sammle, dies erstaunte mich schon. Dieser Sammler von Zuckerstückchenverpackungen, die mit Werbung versehen sein müssen, hat schon mehrere 10.000 Stück in seiner Sammlung. Interessiert war er auch an dem alten Zuckerhut aus DDR-Zeiten den ich neulich hier vorstellte (http://barrynoa.blogspot.com/2011/08/altes-brasilia-und-zuckerhut-in-der-ddr.html). Also den soll er haben, wird zugeschickt! Außerdem werde ich ihm 4 Zuckertütchen der bekannten Dessauer Konditorei Mrosek beilegen, da ich sie interessant finde und ich sowieso dort gern im Café sitze oder am Sonntag dort meine zwei Stückchen Sonntagsnachmittagstorte kaufe. Da der jetzige Inhaber der Konditorei Bernd Fuchs heißt, ziert ein sich die Schnauze leckender Fuchs mit Konditormütze das Packpapier und die Zuckertütchen dieser Firma. Als Cartoonist finde ich dieses Logo äußerst originell und gelungen. Na dann ab ins ferne und und uns Dessauern (ehemaliges Café Tirana und Besuch Enver Hoxhas in den 50er Jahren in Dessau) doch so nahe Albanien!



Seitenaufrufe nach Land (diese Woche):

Deutschland 1.603
Schweiz 55
Österreich 52
Vereinigte Staaten 43
Niederlande 39
Frankreich 26
Belgien 17
Polen 17
Russische Föderation 12
Albanien 8

Samstag, 20. August 2011

Neues: Sieglitzer Waldpark für Besucher die mit dem Auto kommen nicht mehr zugänglich


Also man kann es kaum fassen, wie mit dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich neuerdings umgegangen wird. Dieses Gartenreich ist als Gesamtkunstwerk aufzufassen, denn in der West-Ost-Ausdehnung sind die Anlagen um Kühnau, der Georgengarten, das Luisium, der Sieglitzer Waldpark und die Wörlitzer Anlagen bis weit nach Rehsen hinein als Einheit zu sehen. Sichtachsen und natürliche Auenlandschaft sind Bindeglied dieses gärtnerischen Gesamtkunstwerkes. Ein sehr wichtiger Teil dieses Gartenreiches ist der Sieglitzer Waldpark. Schon zu DDR-Zeiten ein Stiefkind, freute man sich, daß vor ein paar Jahren mit der Rekonstruktion begonnen wurde und besonders erfreute, daß der Wiederaufbau der Solitude in Angriff genommen wurde.

Im Jahre 2008 besuchte ich einen Teil des Sieglitzer Waldparkes und schrieb auch darüber hier im Blog, siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2008/09/der-sieglitzer-waldpark.html. Meine damalige Euphorie über die Wiederherstellung des Parkes war verfrüht, denn statt den Park der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ihn wie die Wörlitzer Anlagen, das Georgium oder das Luisium dem Tourismus und den anhaltischen Bürgern zugänglich zu machen, schläft der Park wie eh und je einen Dornröschenschlaf, dies wo er in früheren Zeiten ein beliebtes Ausflugsziel war.

Da ich las, daß die Bauarbeiten an der Solitude große Fortschritte gemacht haben, wollte ich mit Dessauer Heimatfreunden bei dem schönen Wetter heute einen Ausflug dorthin machen. Meine Gäste, zwei Rentner, zwar schon Mitte 70, aber immer noch rüstig, und ich, waren für den Spaziergang gerüstet, mit Rolli für alle Fälle, einer Decke zum Ausruhen und Proviant, denn vom Parkeingang bis zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten im Park und wieder zurück zur Straße kommen schon etliche Kilometer zusammen. Ja und dann die Pleite! Der einzigste Parkplatz von wo man in den Sieglitzer Waldpark gelangen kann, der an der Straße die von Waldersee nach Vockerode führt liegt, ist nun geschlossen, verrammelt mit Baumstämmen, siehe meine Fotos! Dies wo er erst vor ein paar Jahren schön mit Split ausgelegt wurde! Der Ausflug mußte ausfallen, denn das Auto so weit wegzustellen, daß weitere 10 Kilometer Weg zustande gekommen wären, dies hätten wir kaum bewältigt. Die gesamte DDR-Zeit konnte man dort parken und auch noch bis vor einiger Zeit in der Nachwendezeit, nun nicht mehr! Der Sieglitzer Waldpark ist für Besucher die mit dem Auto kommen nun gestorben, denn auch sämtliche Wege dorthin sind ja als verbotene Privatwege ausgeschildert, siehe Foto! Verbotsschilder die von der Dessau-Wörlitzer Kulturstiftung stammen. Sollte diese Kulturstiftung etwa den Parkplatz geschlossen haben, damit keine Besucher die mit dem Auto anreisen, den Park mehr besuchen können?

Keine Ahnung wer die bürgerfeindliche Schließung zu verantworten hat, aber eines ist klar, auch wenn dies nicht von der Kulturstiftung zu verantworten ist, dann erfüllt diese hohe Steuergelder verschlingende Verwaltung der Stiftung nicht ihre Aufgaben, wenn sie nicht mal so eine Parkplatzschließung verhindert. Daß irgendwelche Kräfte daran wirken, daß das Dessau-Wörlitzer Gartenreich für Besucher die mit dem Auto anreisen unattraktiv wird, dies zeigte sich schon an den neu installierten Parkverboten in der Nähe des Floratempels, siehe meinen Blogbeitrag http://barrynoa.blogspot.com/2011/08/licht-und-schatten-im-worlitzer-park-im.html und an der neu gebauten Brücke am Eisenhart, wo Autofahrer mit tiefergelegten Autos um ihren Unterboden zittern müssen, wenn sie diese Brücke überqueren, so ungünstig ist sie gebaut. Und die Brücke, wo man um sein Auto bangen muß, führt zum Autoparkplatz am Eichenkranz. Ein Schelm wer Arges dabei denkt!     

Neues: 1-Euro-Job-Brigade in Dessau-Roßlau säubert die Wasserstadt von Grün


Dessau konnte sich mal die „Stadt im Grünen“ nennen und war stolz auf seinen grünen Gürtel. Die Zeiten sind vorbei seit 1-Euro-Job-Brigaden „den Wald fegen“. Ich habe hier im Blog ja schon des öfteren über die massenhaft vorkommenden grünzerstörenden Maßnahmen in Dessau-Roßlau berichtet, wo besonders das Unterholz in großem Stil vernichtet wird. Daß gerade im Unterholz die Mehrzahl an Tieren lebt, dies hat sich bei den Verantwortlichen in Dessau-Roßlau noch nicht herum gesprochen. In anderen Städten werden mit großem Aufwand sogenannte Benjes-Hecken (http://de.wikipedia.org/wiki/Benjeshecke) angelegt um verloren gegangene Flora und Fauna zurück zu holen - in Dessau-Roßlau wird gnadenlos das Gegenteil gemacht.

Derzeit „bearbeitet“ mal wieder so eine Brigade die Grünflächen der Wasserstadt und es steht zu befürchten, daß sie sich wie die Holzfäller die den Urwald am Amazonas ruinieren, bis zum Diepold in der Muldaue vorarbeiten. Auf dem Platz am Diepold, einem idyllischen Gewässer, steht nämlich schon der Bauwagen dieser Brigade vom Jobcenter. Toll, daß dieser schäbige Wagen, der mal wieder einen neuen Anstrich nötig hätte, und dies wäre dann endlich mal eine sinnvolle Arbeit für die dort tätigen 1-Euro-Jobber, den Blick auf den Diepold versperrt. Daß Dessau mal wegen seiner point de vues, der Sichtachsen und Ausblicke in die Landschaft berühmt war, dies scheint niemand mehr von den Verantwortlichen zu wissen und Besucher unserer Stadt können nun wochenlang einen schäbigen Bauwagen sehen, statt sich am Anblick des Diepolds zu erfreuen.

Am Ende der Wasserstadt stehen Garagen mit der Rückseite zur Straße. Dies ist ein mehr als unästhetischer Anblick, aber Mutter Natur war erfinderisch und so hat sich seit längerer Zeit dort ein wilder Grüngürtel entwickelt, der die häßliche Rückfront der Garagen wunderbar verdeckte. Und das tolle daran, in diesem dichten Wuchs konnte sich eine vielseitige Fauna ansiedeln. Das ging von der Spitzmaus, Kröten, Käfern, bis hin zum Teichrohrsänger, der in Ermangelung eines breiten Röhrichtstreifens am nahen Diepold das mannshohe röhrichtartige „Unkraut“ als Nestbauersatz gern annahm. All dies fiel nun dieser Brigade zum Opfer. Radikal ist alles gerodet worden und man kann nun nur noch auf diese häßlichen Garagenrückwände schauen. Wie wildromantisch und durch das viele Grün CO2-schluckend der Grünstreifen vorher war, dies kann man an den Fotos sehen, die ich an Restbeständen heute machte, wo noch nicht gerodet wurde.

Link zum Teichrohrsänger:

http://www.nabu.de/aktionenundprojekte/vogeldesjahres/1989-derteichrohrsaenger  

Auszug: Als streng an Schilf und andere Röhrichte gebundene Vogelart steht der Teichrohrsänger für eine ganze Lebensgemeinschaft von Pflanzen und Tieren, die vor allem durch Entwässerungsmaßnahmen, Uferverbauung und Eutrophierung der Gewässer bedroht ist.

Freitag, 19. August 2011

Altes: Kindheit in den 50er Jahren in Zwenkau (DDR)



Meine Beiträge hier im Blog über Kindheit in den 50er Jahren finden scheinbar Anklang und dies natürlich besonders bei Lesern deren Kindheit auch in den 50er Jahren lag. Da bleibt es nicht aus, daß Leser mir auch Fotos von sich aus dieser Zeit zusenden. Ich habe heute mal ein paar Fotos des B.N.-Blog-Lesers Jürgen Koch aus Zwenkau ausgesucht, dies deshalb weil darunter etliche typische 50er-Jahr-Fotos waren.

Aus dem Jahr 1950 stammen die ersten drei Fotos, typisch der akkurate Scheitel und der Topfschnitt, ein Überbleibsel der Nazizeit, die auf zackige Ordnung achtete. Ich kann mich noch gut erinnern, daß ältere Männer bis in die 70er Jahre hinein so einen Haarschnitt trugen und das waren dann die Typen die sich am meisten über die Langhaarigen aufregten, die lange Zeit in der DDR als Gammler verschrien waren. Da die DDR viele Rituale und spießbürgerliche Einstellungen der NS-Zeit übernahm, so auch die Vorstellungen wie ein deutscher Junge oder ein deutscher Mann äußerlich zu sein hatte. Ja das Schaukelpferd, auch so ein typisches Spielzeug der 50er und auch aus der Zeit der 30er und 40er Jahre übernommen. Na und in diesen Zinkbadewannen badete wohl ein jedes Kind dieser Jahre im Sommer im Garten, so die Eltern einen Garten hatten. Swimmingpools kannte man da noch nicht, auch die Reichen nicht.

Von 1954 sind die nächsten 3 Fotos, typisch die Wintermütze mit Ohrenklappen, eigentlich eine sehr nützliche Sache. Na und wer 1954 als Kind eigene Ski hatte, der zählte in der DDR als wohlbehütetes Kind von Eltern die sehr modern waren und die sich so etwas leisten konnten. Ja und wer gehörte 1954 schon zu den Privilegierten in der DDR die so einen Campingurlaub in Thiessow machen konnten, so mit eigenem Zelt und eigener Campingausrüstung? Das war schon etwas ganz besonderes! Interessant das dann folgende Foto von 1954 an der deutsch-deutschen Grenze mit dem Grenzwarnschild "Achtung Grenze". Dies zu einer Zeit wo diese Grenze zwar schon bewacht wurde, aber es immer noch Grenzgänger dort schafften rüber zu kommen.

Das letzte und dann farbige Foto stammt aus den Jahren um 1958/59, typisch für diese Zeit der Campingbeutel auf dem Rücken von Jürgen Koch und die damals „hochmoderne" Sonnenbrille, deren Form heute albern wirkt, und die in den 50er Jahren aus den USA nach Europa kam.