Samstag, 24. April 2010

Erinnerung an den Dessauer Hofjuwelier Otto Heinzelmann (1845-1889)



Auf dem Friedhof III (siehe auch meine anderen diversen Beiträge zu diesem Friedhof) befindet sich das Grab des bekannten Dessauer Hofjuweliers Otto Heinzelmann (1845-1889). Leider hat die Stadt Dessau auch auf diesem Grabstein einen Aufkleber angebracht, daß die „Angehörigen“ den Grabstein sanieren müssen. Daß mittlerweile es keine Angehörigen mehr gibt, dies scheint die Stadt nicht zu interessieren. Es scheint die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung auch nicht zu interessieren, daß es sich bei Otto Heinzelmann um eine herausragende Dessauer Persönlichkeit handelt die seinerzeit als Hofjuwelier des anhaltischen Herzogs weit über die Grenzen Anhalts bekannt war. Mit den letzten Nachkommen der Heinzelmanns war ich befreundet, siehe meine Kolumne: http://barrynoa.blogspot.com/2010/03/bn-und-lore-und-dieter-harbrucker.html. Lore (geb. Heinzelmann) und Dieter Harbrucker sind seit einigen Jahren tot und um den Grabstein müßte sich eigentlich die Stadt kümmern, wenn sie nur ein wenig geschichtsbewußt wäre. Hofjuwelier Otto Heinzelmann war der Großvater von Lore Harbrucker und neben seinen damals sehr geschätzten Juwelierarbeiten war er verantwortlicher Juwelier für die anhaltischen Orden, die noch heute wegen ihrer Schönheit von Sammlern hoch geschätzt werden. Besonders die Orden die den anhaltischen Bären auf der Mauer zeigen sind unverkennbar. Was allerdings immer wieder falsch dargestellt wird, das ist, daß der Irrtum besteht, als hätte Otto Heinzelmann, oder seine Mitarbeiter, alle anhaltischen Orden selbst angefertigt - dies ist nicht der Fall! Auch wenn auf den Ordensschachteln der Name von Otto Heinzelmann prangt, so war er nur in den wenigsten Fällen deren Hersteller. Wie mir damals Lore Harbrucker erzählte, gab auch ihr Großvater die Orden an diverse Werkstätten in Auftrag, besondere Stücke ausgenommen. Neben dem Foto des Grabsteines mit dem absurden gelben Aufkleber anbei ein Scan eines erst vor kurzem bei ebay versteigerten Schmuckstückes in der Originalschatulle Otto Heinzelmanns und ein Scan des Bruststerns des anhaltischen Hausordens Albrechts des Bären 1. Klasse.

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