Donnerstag, 11. April 2013

Konsumbrot, gut und schmackhaft


Durch Zufall stieß ich heute auf eine Internetseite mit dem Rezept für das gute alte Konsumbrot, siehe: http://baeckersuepke.wordpress.com/2009/07/04/konsumbrot. Die Seite ist interessant, denn man erfährt da etliches über dieses Brot. Vieles wußte ich von früher, aber vieles habe ich verständlicherweise auch vergessen. Daß es auch im Westen Konsumbrot gab, dies wußte ich z.B. nicht, dazu der Link zu Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Konsumbrot.

Bis vor kurzem gab es in Dessau im Dessau-Center neben dem Netto-Supermarkt auch einen Konsum, der leider pleite ging. An einer Seitenwand war nostalgische Werbung aus DDR-Zeiten angebracht, so auch Werbung für Konsumbrot, welche ich fotografierte, siehe Foto oben. Zwei Kinder im 50er-Jahre-Stil trugen stolz ein Konsumbrot nach Hause. Rechts im Hintergrund sind die alten DDR-Konsummarken zu sehen, die ich auch noch in guter Erinnerung habe, denn meine Mutter war von 1945 bis zum Ende der DDR Mitglied in der Konsumgenossenschaft und da sammelten und klebten wir natürlich immer Marken. Es lohnte sich im Konsum zu kaufen, besonders wenn man mal ein teures technisches Gerät im „konsument“, dem Warenhaus der Konsumgenossenschaft kaufte, das ergab dann ein schönes Taschengeld an Rückvergütung, die einmal im Jahr ausgezahlt wurde.  

Dienstag, 9. April 2013

Erinnerung an Kurt Pallmann (1886-1952) und seine Dessauer Ansichten



Es ist doch beschämend wie wenig lokalpatriotisch die meisten Dessauer sind, kein Wunder, denn schon in der Verwaltung der Stadt, dem öffentlichen Dienst, sitzen Leute die zu Dessau kaum eine Beziehung haben, denen das alte Dessau total fremd ist. Auch Politiker der Stadt sind oftmals Fremde, die schon deshalb keine intensive Beziehung zu Dessau haben können. Was in westlichen Bundesländern so gut wie gar nicht der Fall ist, das, sagen wir mal, ein Sachsen-Anhalter in Bayern einen hohes politisches Amt bekommt, so ist das umgekehrt sehr oft der Fall. Viele Wessis haben sich hohe Ämter im Osten unter den Nagel gerissen und dies nimmt kein Ende. Ist es nicht bezeichnend, daß z.B. die Spitzenkandidatin der Piraten-Partei auf der sachsen-anhaltischen Landesliste zur Bundestagswahl, eine Braunschweigerin ist? Da das mittlerweile von der Bevölkerung nicht mehr gern gesehen wird, da hatte sich ja bekanntlich diese Sandra Tiedtke, als gebürtige Sachsen-Anhalterin in Interviews ausgegeben, siehe: http://barrynoa.blogspot.de/2013/03/etikettenschwindel-die-piratenpartei_14.html. Nun, so soll es ja nun auch nicht sein, daß man lügt, nur um Heimatverbundenheit zu heucheln, aber es ist schon so, daß die einheimische Bevölkerung im eigenen Bundesland es satt hat von Wessis regiert zu werden. Als vor Jahren der einheimische parteilose Hans-Georg Otto bei der Dessauer OB-Wahl gegen einen Wessi von der SPD antrat und die Wahl klar gewann, da war das auch dem Umstand zuzurechnen, daß die Dessauer einen echten Dessauer an der Spitze haben wollten, weil da die Verbundenheit mit der Stadt und ihrer Geschichte, Kultur und Eigenart viel mehr gegeben ist, als bei jemanden der aus der Fremde kommt.

Neulich schaute sich ein seit 10 Jahren in Dessau lebender, aus dem Westen stammender, Kunstfreund ein paar Grafiken bei uns an und die Dessauer Ansichten eines Pallmann waren ihm kein Begriff, als er zwei Radierungen anschaute. Das war typisch, denn so gut wie jeder alte Dessauer kennt diese Dessau-Radierungen, wie die vom Alten Dessauer Theater (1. Scan), welches 1922 abbrannte. Auch, daß bei dem Brand die Dessauer Schauspielerin Lily Herking, die Mutter von Ursula Herking, ums Leben kam, dies weiß so gut wie jeder alte Dessauer, da es sich in das kollektive Gedächtnis der Dessauer tief eingeprägt hat. Fremde dagegen wissen dies alles nicht, können es auch nicht wissen, und sie können auch nicht ansatzweise die nostalgischen Gedankengänge alter Dessauer nachvollziehen, die, über ihre Eltern und Großeltern überliefert, das alte Dessau mit den wunderbaren Bauten, so wie es bis zur Zerstörung durch die Engländer am 7. März 1945 war, immer noch in werter Erinnerung halten.

Auf der anderen obigen Radierung von Pallmann (2. Scan) sind die Muldbrückenhäuser abgebildet, wo gerade eine kleine Kapelle die Brücke überqueren will. Auch die haben sich in das Gedächtnis der nachgeborenen alten Dessauer eingeprägt und sie trauern immer noch den alten Zeiten nach, nicht etwa den gesellschaftlichen und politischen Zeiten, sondern denen, als die Stadt noch so architektonisch schön aussah, wo eben solche baulichen Kleinode wie die Muldbrückenhäuser noch standen und wo die Stadt im Gegensatz zu heute einen harmonischen architektonischen Charakter hatte. 

Der Grafiker Kurt Pallmann (1886-1952) war selbst kein Dessauer, er war Berliner. Als Autodidakt zog es ihn aber sehr oft nach Anhalt, wo er ausgedehnte Wanderungen unternahm und wo er seine Motive fand, so Landschaftsbilder am Sieglitzer (Ölbilder). Als Autodidakten muß man ihn bezeichnen, obwohl er Dr. phil. war und er Kunstgeschichte und Architektur studiert hatte, denn er hatte nie eine Kunstakademie als Malschüler besucht. Dennoch sind seine Arbeiten wahre kleine Meisterwerke, siehe die eingescannten Radierungen. In Dessau wurden seine Radierungen von der Buchhandlung Schwalbe und der Kunsthandlung Hundt vertrieben. Obige zwei Radierungen erwarb ich als 14jähriger von eben dieser Buchhandlung Schwalbe, also sogar noch bis in die Mitte der 60er Jahre wurden diese Grafiken dort verkauft. Ob die Buchhandlung damals noch in privater Hand war oder schon zur Volksbuchhandlung umgewandelt war, dies weiß ich  allerdings nicht mehr.   

Montag, 8. April 2013

Peer Steinbrück, Handlanger der Islamisten ?

Da hat sich die SPD aber einen Kanzlerkandidaten ausgesucht, einen mieseren Typen als den Peer Steinbrück kann es kaum geben. Da brüskierte er die Schweiz indem er anregte, daß die „deutsche Kavallerie in die Schweiz einreiten solle“, um die Schweiz zu zwingen ihr Bankgeheimnis endlich aufzuheben - zwar ironisch gemeint, aber mit realem drohenden Unterton. Dann vernachlässigte er sein Bundestagsmandat, wofür er vom Steuerzahler fette Diäten kassierte, um stattdessen Vorträge zu halten, wofür er Beträge bis 20.000 Euro pro Vortrag einstrich, das auch von Städten die total pleite sind. Dann die Äußerung, daß das Gehalt eines Bundeskanzlers nicht angemessen sei. Damit meinte er nicht, daß es zu hoch sei und er als etwaiger Bundeskanzler auf einen Teil desselben verzichten wolle, wie das jetzt US-Präsident Obama und dessen Außenminister Kerry für ihre Bezüge ankündigten, sondern er fand, daß der Bundeskanzler zu wenig verdienen würde. Ende Februar diesen Jahres beleidigte er Italiens Wähler, die angeblich „Clowns“ gewählt hätten, dabei gar nicht selbstkritisch sehend, daß er ein viel größerer Clown (Politscharlatan) ist, als diese italienischen Spitzenpolitiker, siehe auch: http://barrynoa.blogspot.de/2013/02/neues-vom-clown-peer.html. Übel sein Abstimmungsverhalten im Bundestag zur Legalisierung der männlichen Genitalverstümmelung. 96 Abgeordnete der SPD stimmten gegen die verabscheuungswürdige  Genitalverstümmelung an 8 Tage alten Babys und kleinen Kindern, aber 25 Abgeordnete der SPD stimmten dafür und man traute seinen Augen nicht, auch der Kanzlerkandidat Peer Steinbrück war für religiöse Genitalverstümmelung, siehe: http://barrynoa.blogspot.de/2012/12/121212-schandgesetz-zur-legalisierung.html!

So ein amoralischer Mensch will Kanzler werden? Und nun der Hammer! Steinbrück macht sich zum Erfüllungsgehilfen von reaktionären Islamisten, indem er deren mittelalterliche Forderung nach Geschlechtertrennung in der Schule ins Auge faßt? Anstatt sich gegen den Wahnsinn der Geschlechterdiskriminierung in islamistischen Staaten auszusprechen, dieses zu brandmarken, da will er so etwas in Deutschland einführen? Anstatt Initiativen zu ergreifen, daß an deutschen Schulen es endlich verboten wird, daß Schülerinnen und Lehrerinnen Kopftuch tragen, so wie das in den 30er Jahren schon Atatürk in der Türkei verbot, da wird er zum Handlanger reaktionärer Islamisten? Da kann man nur hoffen, daß so ein Typ nicht Kanzler wird, mit ihm zurück ins geistige Mittelalter, dann ist es nicht mehr weit weg bis zur islamistischen Republik Deutschland.

Bundeskanzlerin Merkel lehnte das Ansinnen Steinbrücks und der Islamisten ab, damit zeigte sie sich fortschrittlicher als der Reaktionär Steinbrück! Steinbrücks Worte für getrennten Sportunterricht von islamischen Mädchen und Jungen: "Wenn die Schulen es einrichten können, sollten sie da Rücksicht auf die religiösen Gefühle nehmen und getrennten Sportunterricht anbieten.“ Schlimm genug, daß man es duldet, daß an deutschen Schulen kleine Mädchen vermummt und mit Kopftuch auch bei größter Hitze auf der Schulbank sitzen dürfen, nur weil deren Eltern islamische Fanatiker sind, welche die Mädchen zwingen Kopftuch zu tragen, anstatt, daß dies generell verboten wird, oder daß islamische Mädchen in Deutschland in diesen mittelalterlichen Ganzkörperbadeanzügen mit Kopftuch zum Schwimmunterricht gehen dürfen, anstatt normale europäische Badebekleidung zur Vorschrift zu machen, werden, langsam aber sicher, unsere ehemals freiheitlichen Sitten durch islamistische Moralvorstellungen ersetzt, siehe: http://barrynoa.blogspot.de/2009/10/vergleich-bademode-1979-und-2009-zuruck.html.

Wie weit wir jetzt schon von der ehemals fortschrittlichen prüderiefreien Erziehung entfernt sind, dies zeigte die Geschichte der Freikörperkultur an Kindergärten und Schulen schon in den 20er Jahren bis in die DDR-Zeit hinein, wo sogar nackt geturnt und geschwommen wurde, siehe: http://www.michis-seiten.de/seite186.html. Dies wäre heute nicht mehr möglich, dank des reaktionären gesellschaftlichen Rollbacks, ausgelöst von Kirchen, Islamisten und Feministinnen.

Weiterer Link zum Thema:
Fotos:

Das 1. Foto aus dem Jahre 1936 zeigt junge Mädchen in Istanbul in der damals typischen freiheitlichen Kleidung. Unter Atatürk war die Türkei auch islamisch, aber eben nicht mittelalterlich islamistisch. Das, was sich jetzt in Deutschland abspielt, dies wäre nicht mal in der Türkei möglich gewesen, wie kopftuchtragende vermummte Mädchen und Frauen, wie auf unteren Fotos, schon gar nicht im öffentlichen Raum, z.B. Schulen.
2. Foto: islamistisches Mädchenturnen
3. und 4. Foto: islamistische Bademoden 
 
 

 


Sonntag, 7. April 2013

Die Dessauer Wallwitzburg ist einen Ausflug wert!

 
Schön ist sie, die Wallwitzburg in Dessau! Heute wo die Sonne schien und langsam der Schnee wegtaut, da strahlte sie geradezu in ihrem edlen Weiß aus den noch winterlich kahlen Bäumen des nördlichen Georgengartens/Streithegers heraus.
 
Eine schöne Sache ist auch das kleine Mini-Café auf der Wallwitzburg – klein aber fein und mit tollem Ausblick in die Elbaue. Bei einer Tasse Kaffee kann man da gut die wunderbare Aussicht genießen, ohne auf die windige Aussichtsplattform des Turmes steigen zu müssen.
 
Nicht weit weg von der Burg wird man von netten Zwergziegen freundlich begrüßt. Die haben einen sehr großen Auslauf, bis in die untere Aue hinein. Endlich mal eine Tierhaltung so wie sie sein muß, ein Bauwagen als Stall zum Unterstellen bei schlechtem Wetter und ansonsten freie Landschaft! Die Zwergziegen scheinen Menschen zu mögen, denn schon von weitem schauten sie und meckerten freudig, bis sie genug von uns hatten und alle gemeinsam uns verließen, ein Bild wie in Arkadien, siehe Fotos.
 
Gefreut habe ich mich auch über die vielen Nistkästen (siehe Bild 12), die an vielen Bäumen in lichter Höhe angebracht wurden. Eine tolle Leistung, diese Kästen in dieser Höhe anzubringen. Wie ich aus früheren Besuchen des Streithegers wußte, gibt es in diesem Gebiet viele interessante Vögel, die sich nun über die neuen Nistgelegenheiten freuen werden. Statt vieler Worte, stattdessen viele Fotos, für die Leser des Blogs! Hier auch noch Bloglinks von früheren Besuchen dieser Parkanlagen mit mehr Informationen:
 









 
 

























Samstag, 6. April 2013

Eine kleine Hyazinthe



Ein ganz klein wenig etwas Gutes hat der lange Winter dieses Jahr denn doch, erstmalig habe ich mir eine Hyazinthe für die Wohnung gekauft, da meine Hyazinthen im Garten, die sonst zu dieser Zeit schon blühten, noch unter einem Schneeberg verschüttet sind, und noch lange brauchen werden um zu blühen.

Eine kleine Hyazinthe also erstmalig in der Wohnung, auf dem Fensterbrett! Nicht nur, daß sie wunderschön anzusehen ist in ihren rosa Farben, sondern sie duftet auch, daß man meint, ich hätte im Zimmer etwas Parfüm zerstäubt. Ein angenehmer Duft, den ich draußen in der Natur bei meinen Freilandhyazinthen nie wahrgenommen hatte, da man sich ja nicht so tief beugt um an einer Blüte zu riechen. Die Hyazinthe hat bekanntlich ihren Namen von Hyạkinthos, der nach der griechischen Mythologie ein Jüngling aus Sparta war, den Gott Apollo liebte und den er durch einen von dem eifersüchtigen Gott des Windes, Zephir, gelenkten Diskuswurf tötete. Aus dem Blut des Hyakinthos entsproß die nach ihm benannte Blume »Hyazinthe«, siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Hyakinthos.

Mozarts Oper „Apollo und Hyacinth“ behandelt dieses Thema, allerdings wurde die ursprüngliche Mythologie zu Gunsten einer Variante geändert, welche den moralischen Vorstellungen der Kirche entsprach, Librettist war schließlich ein Benediktinerpater. „Apollo und Hyacinth“  war Mozarts erste Oper die er komponierte. Da war erst 11 Jahre alt!

Abbildungen:
Meine kleine Hyazinthe auf dem Fensterbrett, April 2013 (2 Fotos), eine Zeichnung eines mir unbekannten Künstlers, wo der Diskuswurf von Apoll und das tödliche Eingreifen von Zephyr gut dargestellt ist, sowie eine Zeichnung aus dem Jahre 1698 von Jan Claudius de Cock mit dem Motiv der Apollo-Hyakinthos-Geschichte.


Mittwoch, 3. April 2013

1920er Jahre: „Urania – Monatshefte für Naturerkenntnis und Gesellschaftslehre“ - Teil 6

Ich habe noch einen zweiten Aufsatz (erster Aufsatz, siehe: http://barrynoa.blogspot.de/2013/04/1920er-jahre-urania-monatshefte-fur.html) von Prof. Karl Hartwig aus einer „Urania“ von 1924 (Dezemberheft) eingescannt, da ich diesen äußerst interessant finde: „Der Werdegang der menschlichen Seele“. Man muß nicht unbedingt mit der rein materialistischen Sicht Karl Hartwigs übereinstimmen, dennoch ist viel Wahres in dem Beitrag, was leider in unserer Zeit der Restauration reaktionärer irrationaler Denkweisen bewußt in Vergessenheit geraten ist.
 
Einleuchtend und logisch ist die Erkenntnis von Hartwig, daß das Denken als späteste Funktion des Menschen in seiner seelischen Entwicklung sich am leichtesten der wirtschaftlichen Aufgabe anpaßt, das Gefühlsleben - wie Hartwig in dem Aufsatz schreibt – da älteren Datums als das Denken, bereits konterrevolutionäre Elemente (Religion, Nationalismus) aufzeigt. Das Triebleben, die älteste seelische Entwicklungsstufe des Menschen, ist am meisten im Unterbewußtsein verankert, es hat die reaktionärste Funktion, so Hartwig. Daraus folgert Hartwig analytisch:
 
„Zugleich müssen wir uns aber darüber klar sein, daß die seelische Entwicklung infolge der Beharrungstendenzen des menschlichen Unterbewußtseins nicht gleichen Schritt mit der wirtschaftlichen Entwicklung halten kann, sondern ihr zeitlich nachfolgt. Es mag paradox (auf den ersten Blick widersinnig) erscheinen, wenn ich sage: Der seelische Zeitgenosse der heutigen Wirtschaft wird erst geboren werden“.
 
Wie wahr! Daß diese Erkenntnis nicht nur für die Zeit zwischen den Weltkriegen zutraf, dies aber in besonderem Maße, da eine Zeit extremer Barbarei, sondern auch für die Nachkriegszeit galt, wo der Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft an eben diesem tief verankerten reaktionärem Unterbewußtsein der Menschen scheiterte, so ist auch heute die Geburt des „neuen“ Menschen, mit dem eine wirklich gerechte Gesellschaftsordnung aufgebaut werden könnte, noch lange nicht in Sicht und dieser Mensch wird wahrscheinlich auch in späteren Jahrhunderten nie geboren werden, da der Mensch sein Unterbewußtsein nie wirklich ändern kann. 
 
Diese Schlußfolgerung zog Karl Hartwig allerdings nicht, noch war es ja eine Zeit voller Idealismus, wo man annahm, daß zumindestens in ferner Zukunft mit einem "neuen" Menschen eine gerechte Gesellschaftsordnung entstehen würde. Das Verdienst Karl Hartwigs besteht auch darin schon 1924 vor der Illusion gewarnt zu haben, daß in Bälde diese paradiesischen Zeiten erkämpft werden könnten. Ernüchterung setzte ein paar Jahre nach 1924 sowieso ein, als immer mehr deutlich wurde, daß das Experiment Sozialismus/Kommunismus vorerst real gescheitert war, siehe die damalige Entwicklung in der Sowjetunion mit seinen autoritären unfreiheitlichen Strukturen.
 


   

Montag, 1. April 2013

1920er Jahre: „Urania – Monatshefte für Naturerkenntnis und Gesellschaftslehre“ - Teil 5

In den 20er Jahren wehte ein frischer Wind in Deutschland, nicht von den herrschenden Parteien aus, denn die waren reaktionär oder sozialfaschistisch, wie z.B. die SPD, sondern von der außerparlamentarischen Linken aus, die in Zeitungen und Journalen ihre fortschrittlichen Ideen verbreiteten, so in der „Urania“.

Einer der fortschrittlichsten Philosophen damals war Theodor Hartwig, siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_Hartwig_(Philosoph) ,den ich sehr schätze. Heute ist er leider fast in Vergessenheit geraten, kein Wunder, denn die Bourgeoisie mag ihn heute genau so wenig, wie damals die Sozialfaschisten und die Nationalsozialisten, sprach er doch Wahrheiten aus die an den Grundpfeilern der Ausbeutergesellschaft rüttelten. Aber auch die KPD kam mit den Freiheitsmodellen eines Theodor Hartwig oder eines Wilhelm Reich, siehe:  http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Reich, nicht klar, war sie doch besonders ab 1930 von kleinbürgerlicher Denkweise geprägt und freiheitlicher Fortschritt ihr ebenso wesensfremd wie den bürgerlichen Parteien, siehe der Rausschmiß von Wilhelm Reich aus der KPD, der wie Hartwig eine Abkehr von kleinbürgerlichen Denkweisen propagierte, Stichwort: sexuelle Revolution, Freikörperkultur im öffentlichen Erziehungswesen und dergleichen mehr, siehe dazu Wilhelm Reichs epochales Werk „Die Massenpsychologie des Faschismus“ (http://www.berndsenf.de/pdf/Die%20Massenpsychologie%20des%20Faschismus.pdf).

Ich freue mich desto mehr, daß ich einen heute so gut wie unbekannten Aufsatz Theodor Hartwigs aus einer „Urania“ vom Februar 1925 einscannen kann, um ihn nicht dem Vergessen anheim fallen zu lassen: „Die Erschaffung der Welt“.