Samstag, 22. November 2014

"Unzüchtige" Kleider in der arabischen Welt?

1998. Blogbeitrag


„Dieses Kleid schockiert die arabische Welt“, diese schrieben heute die yahoo-Nachrichten und zeigten auch gleich ein Video mit dem „unzüchtigen“ Kleid, siehe:




https://de.nachrichten.yahoo.com/dieses-kleid-schockiert-die-arabische-welt-101753430.html?vp=1

„...In der arabischen Gesangs-Castingshow „Arab Star Academy“ trat die Libanesin mit ihrem Song „Oppa“ in einer gewagten schwarzen Robe auf. Das durchsichtige Kleid verdeckte nur den Intimbereich und ließ von hinten freie Sicht auf ihre Pobacken zu. Seitdem empören sich vor allem Frauen aus Ägypten, Jordanien und Saudi Arabien in sozialen Netzwerken. Im Internet häufen sich kritische Stimmen. Auf Youtube schreibt eine Nutzerin etwa: „Ich bin jordanische Christin und ich finde, dass so etwas anzuziehen respektlos ist, vor allem in den islamischen Ländern. Man kann seine Stimme mit der Welt teilen, aber mit Respekt und Würde...."

Widerlich, dieses Gesindel, sich aufzuregen über ein ganz normales Kleid, wie man in dem Video sehen kann. Der mittelalterliche Islam scheint abzufärben auch auf orientalische Christen, denn statt sich über die Vermummung von Frauen in arabischen Ländern aufzuregen, was wirklich unzüchtig da unnatürlich ist, da wird auf eine normal gekleidete Sängerin eingedroschen.
 
Wehret den Anfängen in Deutschland, kann man da nur sagen! Aber leider sind diese „Anfänge“ schon längst da und das Mittelalterliche verdrängt immer mehr unseren seit der 68er Befreiungsbewegung erreichten Fortschritt, siehe Gestattung des Kopftuches an Schulen, des Ganzkörperbadeanzugs beim schulischen Schwimmunterricht, die Legalisierung der männlichen Genitalverstümmelung (Beschneidung) an kleinen Jungen zu religiösen Zwecken und die Legalisierung des betäubungslosen Schlachtens (Schächten) zu religiösen Zwecken. 

Freitag, 21. November 2014

Die Dessauer Zigarettenfabrik "Hammonia" und das Schicksal ihres Besitzers Noah Kapeluschnik

1997. Blogbeitrag

 
 
Oranienbaum, das ist eine Stadt des Tabaks gewesen, siehe dazu: http://barrynoa.blogspot.de/2014/04/um-1900-tabakstadt-oranienbaum.html und http://barrynoa.blogspot.de/2014/04/schlo-oranienbaum-eroffnung-des-tabak.html, aber Dessau?

Es gab allerdings um 1900 bis Ende der 20er Jahre in Dessau eine Zigarettenfabrik, welche die Sorte „Hammonia“ auf den Markt brachte. Leider ist darüber so gut wie gar nichts überliefert und eine alte Schachtel „Hammonia", die konnte ich auch nirgends auftreiben. Wenn nicht Schüler des Anhaltischen Berufsschulzentrums "Hugo Junkers", ein Fachgymnasium, im Jahre 2008 die Lebensdaten von dem Besitzer der Zigarettenfabrik erforscht hätten, wo er und seine Frau in Dessau wohnten, dann wüßte man ehrlich gesagt gar nichts. Diese Schüler arbeiteten an einem Projekt, wo die Lebensdaten und Schicksale von Juden ermittelt wurden, die ihren letzten frei gewählten Wohnsitz in Dessau hatten bevor sie deportiert wurden und von den Nazis vernichtet wurden.

Den Besitzer der Dessauer Zigarettenfabrik „Hammonia“ traf dieses Schicksal zusammen mit seiner Frau, da sie Juden waren und nicht rechtzeitig emigrieren konnten. Noah Kapeluschnik und Hedwig Kapeluschnik starben beide in Theresienstadt, er im Dezember 1943 und sie im April 1944. Hier die Lebensdaten und Wohnanschriften von Noah Kapeluschnik: http://www.fachgymnasium-dessau.de/index.php?cid=104103001753 und von Hedwig Kapeluschnik: http://www.fachgymnasium-dessau.de/index.php?cid=104103001752.

Wenn jemand mehr über die Kapeluschniks  und die Dessauer Zigarettenfabrik weiß, Fotos oder Objekte, besonders eine alte Zigarettenschachtel der Dessauer Marke „Hammonia“ in Besitz hat oder über das Textilhaus „Askania“, welches Kapeluschnik nach der Zigarettenfabrik bis 1933/34 betrieb, etwas weiß, der möge sich bitte bei mir melden, wie immer hier: anhaltantik@yahoo.de.

Das einzigste mir bekannte Objekt zur Dessauer Zigarettenfabrik „Hammonia", welches mir per Fotos dankenswerter Weise ein Blogleser und Sammler zur Verfügung stellte, ist das abgebildete Blechschränkchen, aus welchem in kleinen Kaufmannsläden die Zigaretten der Marke "Hammonia" verkauft wurden, schon damals unter sicherem Verschluß, damit niemand Zigaretten stehlen konnte.
 
 

Tierschutz-Phrasen und Tierschutz-Taten

1996. Blogbeitrag

Auf Druck einer Tierschutz-Öffentlichkeit nahm der Betreiber der Seite „Tierschutz geht uns alle an“, Wolfgang Herrmann aus dem erzgebirgischen Jöhstadt, seine Seite mit seiner angeblichen Altersarmut vom Netz, die zu privaten Spenden für ihn animieren sollte und dies auch tat (http://wolodja.blog.de/2014/09/14/eigener-sache-altersarmut-vormarsch-19388432/) Die Seite ist also zum Glück nicht mehr vorhanden, höchstens noch im Cache oder natürlich in der Abspeicherung von Tierschützern. Zu Wolfgang Herrmann und seiner Seite „Tierschutz geht uns alle an“, siehe diese Blogbeiträge:









Herrmann nutzte die Gelegenheit und entfernte bei dieser Gelegenheit auch jede Menge Kommentare von kritischen Tierschützern, siehe seine „Begründung“: http://wolodja.blog.de/2014/11/20/loeschung-spaltpilz-kommentar-tiraden-19732623/#c20366208. Ihm zum Opfer fielen christliche Tierschützer und besonders antispeziesistische Tierbefreier, besonders die, welche aus Hühner-KZ´s Hühner befreien (durch Kauf) und diese versuchen an Tierfreunde zu vermitteln. Er selbst wurde bekanntlicherweise angesprochen, ob er sich nicht beteiligen möchte, diesen Beitrag veröffentlichte er gleich gar nicht auf seiner Tierschutzseite, siehe obigen Link mit der Leserpost.
 
Während nun Christen und Tierretter mit ihren Kommentaren ausgeschlossen werden, dürfen sich dubiose „Tierfreunde“ weiterhin dort tummeln. Wes Geistes Kind diese sind, durfte ich in einem Telefonat mit einem dieser „Tierfreunde“ mitbekommen. R.Sch. meinte, der Herr Herrmann nähme eventuell deshalb keine KZ-Hühner bei sich auf und unterstütze auch derartige Aktionen nicht, lösche auch derartige Kommentare, weil er eventuell befürchte, daß solche Hühner durch „terroristische Akte“ frei gekommen wären und er dann Ärger bekommen würde. Ach, auch wenn es so wäre, daß Hühner ohne Wissen des Besitzers aus einem Tier-KZ befreit würden, dann wäre das ein „terroristischer Akt“? Was für ein Sprachgebrauch für Tierbefreiungen, den nicht mal die Massentieranlagen-Lobby benutzt, aber angebliche Tierfreunde.
 
Unabhängig davon, daß sowieso die Mehrzahl der Tierrettungen durch legalen Kauf stattfindet, so ist es doch pervers, wenn hier bei so einer Definition Täter und Opfer vertauscht werden. Wer Tiere so einsperrt, daß sie nicht die geringsten tierischen Bedürfnisse leben können, der ist Täter und nicht derjenige, der solche armen Tiere rettet. Bei diesem „Tierfreund“, steht das Eigentum an einem Tier höher als dessen Rechte. Es ist solchen „Tierfreunden“ egal ob jede Menge Tiere dort in diesen Massentieranlagen aufgrund der nicht artgerechten Haltungsbedingungen verenden. Das ist ja in den Hirnen dieser Gesetzestreuen legal! Aber wenn ein paar wenige Hühner von rund 100 Millionen Hühnern in Deutschland eventuell illegal entnommen werden, was sowieso kaum vorkommt, weil Hühner-KZ´s mittlerweile so stark bewacht und gesichert sind wie Gefängnisse, dann soll das ein Verbrechen sein?

Daß mittlerweile nicht mal das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland sich scheut, Filmaufnahmen zu senden, die Mißstände in Tier-KZ´s zeigen, die illegal entstanden, zeigt wie abseitig so ein Denken dieses „Tierfreundes“ ist. Gerade gestern zeigten die „Tagesthemen“ der ARD ein aufrüttelndes Video der Gruppe „Animal rights“, was diese in einem Schweinestall im niedersächsischen Cloppenburg drehten. Grauenvoll, entsetzlich, diese Filmaufnahmen, wo bewegungsunfähige schwerstkranke Tiere von ihren Artgenossen bei lebendigem Leib aufgefressen wurden, siehe Tagesthemen-Beitrag „Kritik an Schweinehaltung“: http://www.ariwa.org/aktivitaeten/aufgedeckt/recherchearchiv/819-grausame-schweinemast.html.
 
Schwein liegt im Sterben

Realität in einem Schweinestall in Cloppenburg
 

Nach Lesart gesetzestreuer Tierfreunde, wäre dieses heimliche Drehen, siehe obige Fotos daraus, da illegal, ein „terroristischer Akt“? Schande über solche angeblichen Tierfreunde, die so denken und so ihre Hetzpropaganda gegen wirkliche Tierschützer loslassen, sie ganz im Sinne der Massentierhalter-Lobby arbeiten, die ihre „Eigentumsrechte“ verletzt sehen, wenn bei ihnen „eingebrochen“ wird.
 
Was würde mit den armen Tieren geschehen, wenn es nicht solche mutigen Tierschützer, wie die von Animal rights gäbe, die Tiere würden weiter schwerstens leiden, denn die offiziellen Stellen, wie das zuständige Veterinäramt konnte angeblich vorher nichts feststellen, was gegen den Tierschutz verstoßen würde - das bei diesen Bildern! Kein Wunder, wenn diese im warmen Büro sitzenden hoch bezahlten Beamten sich 24 Stunden vor einer Kontrolle ankündigen und solche Kontrollen nur alle paar Jahre mal stattfinden. Nur Dank illegaler Aktionen kann überhaupt auf so ein Leid wie in Cloppenburg aufmerksam gemacht werden, dies sollten sich mal die Gegner der Tierbefreiung vor Augen führen.



Donnerstag, 20. November 2014

Zuschauerfrage von B.N. bei Tectime TV (Sendung "Wissen")

1995. Blogbeitrag:



Die komplette Sendung "Wissen" (Folge 59)

Ich schaue selten Fernsehen, aber einen Sender, den schaue ich fast täglich: TectimeTV (früher Dr. Dish), siehe auch die Internetpräsenz: http://www.tectime.tv . Einfach großartig und dazu ein Team, welches sich wohltuend von den vielen anderen deutschen Sendern abhebt, schon der Freundlichkeit wegen.

Daß ich als früherer Technik-Muffel nun auch auf dem Gebiet der Technik mitreden kann, dies verdanke ich diesem Sender, besonders durch die Sendungen:
Wissen,
IT-Wissen,
Computerclub2,
Dr. Dish-Magazin und
Pixel,
siehe dazu auch meine älteren Blogbeiträge:
http://barrynoa.blogspot.de/2014/02/zeit-fur-technik-tectime-tv.html und http://barrynoa.blogspot.de/2014/06/mein-medientipp-computerclub2.html.

Die Sendung „Wissen“ mit der charmanten Sylvia Bommes und dem schlauen Dr. Dish gefällt mir besonders, da technische Fragen immer in einer lockeren und freundlichen Atmoshäre herüber gebracht werden, die einmalig ist. Auch die Musik, sowie Vor-und Abspann und die Pinwand sind sehr gut und so wollte ich mal wissen, wer das so gut kann. In der letzen Folge der Sendung „Wissen“ kam nun diese meine Frage und das Lob von mir „ging runter wie Öl“, wie das Zwischenbild anzeigte, siehe meine Standbilder von der Sendung. Sylvia Bommes (auch im TV-Sender München-TV präsent) schien verlegen, ob des Lobes.


Schön, daß nun auch mal der Gestalter der Pinwand (Jürgen) vor die Kamera kam und winkte, siehe letztes Standbild. Ich finde, man sollte nicht immer nur meckern, über alles und jedes in unserer Zeit, sondern wenn man von einer Sache begeistert ist, dies auch mitteilen, also nicht immer nur Kritik im Leben üben, sondern auch Lob spenden, bei denen, die Lob verdient haben.





Bei der von mir angefragten Musik konnte Dr. Dish keine Auskunft geben, verwies aber auf die Seite von doschdesign, siehe: http://doschdesign.com/productlist2.php?line=6&sortorder=2 und bei der CD Car-Presentation ist es der Track 13 (http://doschdesign.com/produkte/audio/Car_Presentation.html), dies für alle Freunde der "Wissen"-Musik!

Mittwoch, 19. November 2014

Wolfgang Herrmanns ("Tierschutz geht uns alle an") Hetze gegen Tierbefreiungen: Ex-KZ-Hühner bei ersten Momenten in der Freiheit



Eine interessante Leser-Email erhielt ich heute von dem Blogleser Karl Amberg, der mir diesen Link eines youtube-Videos von KZ-Hühnern sandte, siehe oben, die Tierretter befreit hatten und die nun bei wirklichen Tierfreunden die ersten Schritte in ein tierwürdiges Leben machen.

Es ist erschreckend, daß ausgerechnet angebliche Tierfreunde für diese geschundenen Tiere kein Herz haben. Sie haben nur ihre oft verhätschelten Hunde und Katzen im Sinn, füttern die mit eben dem Fleisch dieser Hühner und behaupten dann noch, daß das Fleisch in den Büchsen der Markenhersteller für Hunde.und Katzenfutter sowieso nur Abfall wäre, für ihr Tierfutter müßte kein Nutztier leiden. Das ist eine infame Lüge!

Ganz schlimm wenn es Tierschutzseiten, wie z.B. die Seite „Tierschutz geht uns alle an“ gibt, die alles daran setzen Hühnerretter und die Aktionen, die darauf abzielen solche Hühner in Familien zu geben, die sich solch armer Hühner erbarmen, zu diskreditieren. Widerlich, wenn der Betreiber dieser Seite, ein gewisser Wolfgang Herrmann, statt aktiv diese Tierrettungen zu unterstützen (aktiv, nicht nur mit Worten) auf seiner Seite um Spenden für sich bettelt, die naive Leser ihm auch geben. Freimütig gibt er zu, diese Spenden für sich verwenden zu wollen, siehe dazu auch diesen Blogbeitrag mit Leserbriefen: http://barrynoa.blogspot.de/2014/11/leserpost-zum-blog-tierschutz-geht-uns.html.

Großes Gesülze um seine angeblich große Armut dieses Wolfgang Herrmann auf seiner Seite und daß er, wenn er nicht Spenden der Leser bekommt, eventuell seine Internetgebühren nicht mehr bezahlen kann und dann würde es seine Tierschutzseite nicht mehr geben. Die Geldspenden sollen aber bitte nicht über sein Konto laufen, sondern bar per Briefpost - ein Schelm wer Arges dabei denkt!

Für Tierretter hat er allerdings nur in leeren Worten, in seinen diversen Pamphleten, etwas übrig. Die Katze aus dem Sack ließ er in einem Kommentar auf Tierretter gemünzt:

 Und betreffs Eures Eigenlobs und Eurer selbstbeweihräucherten Tierbefreiungsaktionen sind diese ja durchaus bewunderns - und auch anerkennenswert, jedoch steht auch immer die Frage im Raum, was wohl letztlich mit den Tieren geschieht, die aus Tierversuchslaboren oder Massentierhaltungsfabriken Eurerseits befreit werden. Denn nicht immer gelangen diese befreiten Tiere in gute, liebevolle und fürsorgende Hände, sondern werden von Tierbefreiern nicht selten leider auch einfach nur ausgesetzt und haben dann in der Natur keinerlei Überlebenschance. Aber ich kann mir schon denken, wie es diesbezüglich in Euren Köpfen tickt, denn angeblich ist es ja für das Tier hundertmal besser, in Freiheit eines jämmerlichen Todes zu sterben statt weiterhin in Gefangenschaft leben und leiden zu müssen.
Und mehr habe ich Eurem Gekritzel und Geschwafel nicht hinzuzufügen.
Mit unfreundlichen Grüssen - Wolodja"

Karl Amberg:Selbstverständlich ist es besser in Freiheit zu sterben, als in einem Tier-KZ und wenn ein Tier das KZ überlebt, im Schlachthof zu landen und als Legehuhn zu Katzenfutter verarbeitet zu werden. Ein Wolfgang Herrmann, der nimmt keine solche armen Hühner auf, obwohl er die Möglichkeiten dazu hätte (Gartengrundstück), wir ihm sogar einen Stall finanzieren und aufbauen wollten, aber dumm schwafeln, daß Tiere vielleicht nicht in gute Hände kämen, als wenn es etwas schlimmereres gäbe als ein Hühner-KZ.

Ja ja, die bösen Tierbefreier, die natürlich KZ-Hühner in die freie Wildbahn setzen - wie demagogisch doch dieser Herrmann argumentiert, nur um Tierrettungen zu diffamieren, als wenn Tierretter Hühner die so ausgelaugt sind in den Wald jagen würden. Dieser Kerl, der da zuhause am warmen Ofen sitzt, sich an keinen Tierrettungsaktionen je beteiligt hat, nur seine Seite schreibt, der hat nicht die geringste Ahnung, daß KZ-Hühner erst mal tagelang gepflegt und aufgepäppelt werden müssen, weil sie total fertig sind. Ein Freilassen in die Natur wie bei Kaninchen ist da vollkommen unmöglich. Wer natürlich nur theoretisch von Tierschutz schwafelt, seine Leser zum Veganismus auffordert, praktisch aber nicht einem einzigen Nutztier aus seiner schlimmen Lage heraus hilft, der sollte lieber seine „Gusche“ (sächsisch) halten.

Höchstwahrscheinlich resultiert Herrmanns Abwehr Tierrettern gegenüber aus dem Grund, dass er um seine Spenden naiver Leser fürchtet, dass die vielleicht ihr Geld sinnvoller anlegen, als es ihm persönlich zu spenden, sondern dafür KZ-Hühner aufnehmen, was auch etwas kostet, wie Stall, Futter usw.

"Käpt´n Bramsegel" und wer weiß mehr über Franz Kerka?

Was der Holzhof-Verlag des Guido Weißhahn in Dresden für den Erhalt der DDR-Kulturgeschichte geleistet hat und immer noch leistet, dies kann gar nicht hoch genug gewürdigt werden. Längst verschollen geglaubte Comics und Cartoons auch aus den Anfangsjahren der DDR, die schon zu DDR-Zeiten keiner mehr kannte, die werden in mühevoller Arbeit dem Vergessen entrissen und dem Leser wieder zugänglich gemacht.

Wie schwierig dies ist, dies zeigte sich an einem besonderen Juwel der DDR-Bildgeschichte, „Käpt´n Bramsegels Abenteuer“ von Franz Kerka, der in Teilen in der Zeitschrift „Unser Robinson“ in den 50er Jahren bis 1960 erschien und dann noch einmal auf Dia-Rollfilm bis Mitte der 60er Jahre. Aus diesem Puzzle setzte Guido Weißhahn in seinem Heft 18 der „Klassiker der DDR-Bildgeschichte“ für den heutigen Leser die Geschichte logisch zusammen. Ich war begeistert, denn der Zeichner Franz Kerka hebt sich wohltuend von vielen anderen Cartoonisten ab, seine Zeichnungen sind kleine Kunstwerke, was sich auch in der Machart zeigt, wohingegen die Handlung mehr einem gängigen Klischee von Abenteuergeschichten folgt: Piraten, Südsee, ein Unterseeboot á la Jules Vernes „Nautilus“ eines Kapitän Nemo, Kampf mit Kraken, Weltraumabenteuer, und Käpt´n Bramsegel mit seinem Papagei erinnert sehr an John Silver in Robert Louis Stevensons Roman „Die Schatzinsel“ und Kerkas Schiffsjunge Kalle an den Schiffsjungen Jim in der „Schatzinsel“. Aber dennoch sehr interessant zu lesen und durch die sehr hochwertigen Cartoons geradezu ein künstlerischer Genuß!


Dia-Rollfilme "Käpt´n Bramsegels Abenteuer"

Nicht weniger abenteuerlich liest sich die breiten Raum einnehmende Geschichte zur Geschichte und da besonders mysteriös, daß sich so wenig über Schöpfer Franz Kerka heraus bekommen ließ. Guido Weißhahn schreibt: „Die Person Franz Kerka bleibt trotz intensiver Recherchen im Vorfeld dieser Ausgabe ein Mysterium!“

Etliche Bücher wurden von Kerka illustriert und auch Dia-Rollfilme von ihm gezeichnet, aber seit Ende der 60er Jahre scheint er wie vom Erdboden verschwunden, wurde auch nie wieder irgendwo erwähnt. Das letzte Mal war es 1968, als ein Quartettkartenspiel mit 32 Quartettkarten + 1 Peterkarte + 1 Textheft in Faltschachtel im VEB Altenburger Spielkartenfabrik erschien, Bilder: Franz Kerka , Text: Annemarie Lesser, Reproduktion: Schmidt & Artinger, Reichenbach.

Szenen aus "Käpt´n Bramsegels Abenteuern"


Das ist mehr als mysteriös, bei einem so hochklassigen Grafiker, der Bücher wie „Alfons Zitterbacke“ von Gerhard Holtz-Baumert (Gerd Baumert) 1957 oder „Lumberjack“ von Wolf Durian 1961 illustrierte!

Meine Bitte an die Leser, wer etwas weiß über Franz Kerka, Lebensdaten etc., der möge sich doch bei mir melden (anhaltantik@yahoo.de), ich werde das dann besonders an Guido Weißhahn weiter leiten.

Es ist doch schade und ungerecht, daß über so einen guten Künstler so wenig bekannt ist, andere Comiczeichner dagegen in aller Munde sind und hoch geehrt werden, da braucht man nur an Hannes Hegen denken, der vor wenigen Tagen im Alter von fast 90 Jahren starb, dabei immer einer breiten Öffentlichkeit bestens bekannt, obwohl seine Digedags auch schon seit 1975 nicht mehr von ihm mit Leben erfüllt wurden, aber eine große Fangemeinde das Erbe hoch hielt.

Das spannende „Käpt´n Bramsegel"-Heft kann bezogen werden über den Holzhof-Verlag:

 
 
 
Weitere Blogbeiträge den Holzhof-Verlag betreffend oder ähnliche Themen betreffend, siehe hier:







Dienstag, 18. November 2014

Leserpost von Peter Achs: Junkers, Ursula Räßler und meine Mutter Erika Nowack, geb. Simolke



Es gibt Leserpost, über die freut man sich besonders, so über diese Email gestern von dem Fachbuchautor Peter Achs:
 
Hallo Herr Nowack,

bin beim Stöbern im Netz auf ihren interessanten Blog gestoßen.
Ihre Angaben zu ihrer Mutter und ihrer Zeit bei Junkers sind sehr interessant. Ich interessiere mich schon seit Jahren für die Geschichte der Junkerswerke. Habe dazu auch schon einiges veröffentlicht.

Die Zeichnerin bei Junkers war Ursula Räßler, technische Zeichnerin bei Junkers und nach dem Krieg Modezeichnerin. Sie war die Freundin von Junkers-Testpilot Hans-Joachim Matthies.

Die Bierzeitung zum Weihnachtsfest des Entwurfsbüros habe ich auch. Die Zeichnungen darin sind auch größtenteils von Frau Räßler.

Ihre Mutter war ja eine ausgesprochen hübsche Frau.

Viele Grüße
Peter Achs



Peter Achs nahm Bezug auf diese Blogbeiträge von mir:


Sehr schön, daß ich durch Peter Achs nun erfahren konnte, daß die Zeichnerin, die so wunderbar zum 21. Geburtstag meiner Mutter, sie und Entwurfsbüro-Chef der Junkers-Flugzeugwerke Gropler in diesen netten Karikaturen verewigt hatte, mit dem Vornamen Ursula hieß und sie die Freundin des Junkers-Testpiloten Hans-Joachim Matthies war. Meine Mutter wußte ja dies alles, aber dummerweise hatte ich mir Namen bei den Gesprächen mit meiner Mutter nie aufgeschrieben und etliches hatte ich auch schlicht vergessen. Jetzt, durch die Email von Peter Achs, da fiel mir ein, daß Ursula Räßler mit einem bekannten Testpiloten liiert war, aber daß sie Ursula hieß und nach dem Krieg Modezeichnerin, das wußte ich nicht. Das kann ich mir gut vorstellen, daß Ursula Räßler nach 1945 als Modezeichnerin arbeitete, denn sie hatte eine elegante Strichführung und gute Modezeichnerinnen wurden nach dem Krieg ja auch besser honoriert als Zeichner von Humor oder Comics.
 


Hier der Cartoon von Ursula Räßler, Entwurfsbürochef Gropler und meine Mutter darstellend.

Ich muß sagen, ein sehr humorvoller Cartoon!