Dienstag, 3. April 2012
Das Café am Bauhaus - gestern und heute
1961/62 wurde in unmittelbarer Nachbarschaft des Dessauer Bauhauses das bei den Dessauern sehr beliebte Café am Bauhaus errichtet. Im Erdgeschoß beherbergte es eine HO-Kaufhalle und oben gab es das Café mit Bar und einer kleinen Tanzfläche. Zu DDR-Zeiten herrschte ja in Dessau nicht die Tristesse die heute herrscht, es gab jede Menge Tanzlokale, Klubhäuser, Jugendklubs, Cafés und Gaststätten, die immer gut besucht waren, auch in der Woche über. So war auch in dem Tanz-Café am Bauhaus jeden Abend und jede Nacht immer was los. Zu einer kleinen Live-Kapelle konnte man bis in den frühen Morgen tanzen, gut speisen und an der Bar internationale Cocktails trinken und dies zu Preisen die sich jeder Bürger leisten konnte. Ich fand das Café am Bauhaus sehr ansprechend, sowohl die moderne Architektur mit der tollen Neonreklame an der Forderseite und Seite, die in der Nacht Großstadtflair verbreitete, wie auch die Inneneinrichtung und die gepflegte Gastronomie sprachen mich an. Wie so vieles andere, ging nach der Wende auch diese, den Dessauern so viel bedeutende Einrichtung kaputt. Vorbei die Zeiten des tollen Nachtlebens, Dessau ist jetzt eine tote Stadt und auf Kleinstadtniveau herab gesunken.
Nach vielen Jahren des Leerstandes wurde das Gebäude jetzt einer neuen Bestimmung zugeführt, es beherbergt nun die gemeinsame Bibliothek der Hochschule Anhalt und der Stiftung Bauhaus. Am 30. März 2012 erfolgte die Einweihung der „Bibliotheken am Bauhaus“. Nun ja, besser als wenn dieses wunderbare Gebäude dem Verfall preisgegeben worden wäre, aber ein Aufleben des tollen Nachtlebens, indem man das alte Tanz-Café als 60er-Jahre-Nostalgie-Café wieder aufgemacht hätte, dies wäre bürgerfreundlicher gewesen. Auch die Kaufhalle im Erdgeschoß hätte man wieder aufmachen können. Dies hätte auch am Tage wieder Leben in diese Gegend bringen können.
Fotos: Ansichtskarte des Bauhaus-Cafés aus den 60er Jahren und Foto des Jetztzustandes, gestern von mir gemacht.
Montag, 2. April 2012
Zweiklassengesellschaft: Pendlerpauschale 30 Cent, Fahrkostenerstattung für Arbeitslose 20 Cent
Benzin wird immer teurer und dies merken auch die Berufstätigen, die aber für den Weg zur Arbeit 30 Cent pro Kilometer in der Pendlerpauschale geltend machen können. Da das die Unkosten nunmehr nicht mehr deckt wird über eine Erhöhung der Pendlerpauschale diskutiert. In der Union gibt es Unterstützung für die Forderung der FDP, die Pendlerpauschale von 30 Cent pro Kilometer zu erhöhen. "Ich halte eine Erhöhung von zehn Cent pro Kilometer für durchaus angemessen", sagte der CDU-Politiker Karl-Josef Laumann, also zukünftig 40 Cent pro Kilometer.
Daß Arbeitslose Menschen zweiter Klasse sind, zeigt sich mal wieder daran, daß Ihnen bis jetzt nur 20 Cent Fahrkostenerstattung pro Kilometer zustehen und im Monat eine Höchstgrenze von 130,- Euro gilt, was bei den Bürgern erster Klasse nicht der Fall ist. Die Arbeitslosen müssen also von ihrem armseligen Arbeitslosengeld oder den Hartz-IV-Almosen die Fahrtkosten zu großen Teilen begleichen. Dies betrifft alle die in unentgeltlichen Praktika arbeiten müssen (!), zu Maßnahmen, Kursen oder„Weiterbildungsmaßnahmen“ verpflichtet (!) wurden oder die zu Meldungen und Gesprächen in die Arbeitsämter und Jobcenter verpflichtend eingeladen werden, Nichterscheinen führt zu Sanktionen bis hin zum völligen Einstellen der Geldleistung.
Bald also 40 Cent pro Kilometer für die Bürger erster Klasse und für die Bürger zweiter Klasse weiterhin nur 20 Cent? Dies ist natürlich kein Thema für die Gewerkschaften der Arbeiteraristokratie wie verdi oder die IG Metall, die setzen sich lieber für ihre eh schon gut Verdienenden ein, Arbeitslose gehen ihnen doch schon immer am A.... vorbei. Diese Gewerkschaften nützen der Masse der Bürger nicht, ganz im Gegenteil, sie schaden ihnen, siehe die maßlosen Erhöhungen im öffentlichen Dienst, die der einfache Bürger mit höheren Gebühren, Steuern, Eintrittspreisen in öffentlichen Einrichtungen und dergleichen zu tragen hat. Die Gewerkschaften und ihre Klientel kann man getrost als Sozialschmarotzer bezeichnen, die auf Kosten der armen Schichten gut leben, aber noch immer gibt es Einfältige die als Arbeitslose Mitglied der Gewerkschaft sind, mit ihren Beiträgen diese Organisationen mit finanzieren.
Daß Arbeitslose Menschen zweiter Klasse sind, zeigt sich mal wieder daran, daß Ihnen bis jetzt nur 20 Cent Fahrkostenerstattung pro Kilometer zustehen und im Monat eine Höchstgrenze von 130,- Euro gilt, was bei den Bürgern erster Klasse nicht der Fall ist. Die Arbeitslosen müssen also von ihrem armseligen Arbeitslosengeld oder den Hartz-IV-Almosen die Fahrtkosten zu großen Teilen begleichen. Dies betrifft alle die in unentgeltlichen Praktika arbeiten müssen (!), zu Maßnahmen, Kursen oder„Weiterbildungsmaßnahmen“ verpflichtet (!) wurden oder die zu Meldungen und Gesprächen in die Arbeitsämter und Jobcenter verpflichtend eingeladen werden, Nichterscheinen führt zu Sanktionen bis hin zum völligen Einstellen der Geldleistung.
Bald also 40 Cent pro Kilometer für die Bürger erster Klasse und für die Bürger zweiter Klasse weiterhin nur 20 Cent? Dies ist natürlich kein Thema für die Gewerkschaften der Arbeiteraristokratie wie verdi oder die IG Metall, die setzen sich lieber für ihre eh schon gut Verdienenden ein, Arbeitslose gehen ihnen doch schon immer am A.... vorbei. Diese Gewerkschaften nützen der Masse der Bürger nicht, ganz im Gegenteil, sie schaden ihnen, siehe die maßlosen Erhöhungen im öffentlichen Dienst, die der einfache Bürger mit höheren Gebühren, Steuern, Eintrittspreisen in öffentlichen Einrichtungen und dergleichen zu tragen hat. Die Gewerkschaften und ihre Klientel kann man getrost als Sozialschmarotzer bezeichnen, die auf Kosten der armen Schichten gut leben, aber noch immer gibt es Einfältige die als Arbeitslose Mitglied der Gewerkschaft sind, mit ihren Beiträgen diese Organisationen mit finanzieren.
Sonntag, 1. April 2012
April, April: Alg-2-Erhöhung, Rentenerhöhung, Rente mit 60 (stattdessen mehr Geld für den öffentlichen Dienst)
Meldung, 1. April 2012:
Die Bundesregierung hat sich insgesamt zufrieden über die Erhöhung des Arbeitslosengeldes 2 von 374,- Euro auf 574,- Euro, also um 200,- Euro pro Monat, geäußert. Ebenso wurde nun endlich die Mindestrente von 800,- Euro für jeden Rentner eingeführt. Diese Maßnahmen waren dringend erforderlich um die große Armut dieser Bürger abzumildern. Das Renteneintrittsalter wurde auf 60 Jahre gesenkt und Altersteilzeit für alle Beschäftigten ist ab 55 Jahren möglich.
April, April! Stattdessen:
Meldung, 31. März 2012 - Die Bundesregierung hat sich «insgesamt zufrieden» über den Tarifabschluss für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst geäußert. Innenminister Hans-Peter Friedrich erklärte, die Arbeitgeber seien bis an die Schmerzgrenze gegangen. Verdi-Chef Frank Bsirske sprach von einem beachtlichen Ergebnis. Der Tarifvertrag sieht Gehaltssteigerungen von insgesamt 6,3 Prozent verteilt auf zwei Jahre vor.
und Meldung vom 28.11.2011:
Die Landesbediensteten in Sachsen-Anhalt können ab dem Jahr 2012 mit 55 Jahren wieder freiwillig in Altersteilzeit gehen. Darauf habe sich das Land mit den beteiligten Gewerkschaften am Donnerstag geeinigt, teilte das Finanzministerium am Freitag mit.
Was für ein asoziales Schweinesystem! Da bekommen schon jetzt mit Privilegien und horrenden Gehältern ausgestattete Bedienstete des öffentlichen Dienstes 6,3 % mehr Gehalt im Monat und dies wird dann mit steigenden Preisen und der Inflation begründet und der Staat läßt sich von verdi erpressen, wohl wissend, daß diese unverschämte Erhöhung von den Bürgern durch höhere Abgaben bezahlt werden muß, und dies auch von denen die unter der Armutsgrenze leben. Und Rente erst ab 67? Für Landesbedienstete in Sachsen-Anhalt natürlich nicht, da wurde dieses Jahr die schon abgeschaffte Altersteilzeit ab 55 wieder eingeführt!!! Statt wirklich Bedürftigen zu einem normalen Leben zu verhelfen, mästet man weiter die auf Kosten der Bürger lebenden Bediensteten des öffentlichen Dienstes? Dazu auch:
http://barrynoa.blogspot.de/2012/03/npd-verbot-warum-kein-verdi-verbot.html
Samstag, 31. März 2012
Tod der kleinen Rattendame Elisabeth
Freud und Leid liegen eng beieinander wenn man sich Haustiere hält. Alle unsere Ratten sind uns sehr ans Herz gewachsen und Tag für Tag werden sie anhänglicher. Waren sie noch ungestüm in der Zeit der Jugend, so werden sie immer lieber und gerade durch den täglichen engen Kontakt mit Ihnen, wenn man sie streichelt und sie mit einem schmusen, dann hängt man immer mehr an ihnen. Wer hätte das heute gedacht, daß von unseren vier Rattendamen Elisabeth als erste von uns gehen muß. Sie gehörte zu den zwei erst vor nicht mal einem Jahr zu uns gekommenen Ratzen und war meiner Meinung nach immer ganz munter, ganz im Gegensatz zu unserer Altrattendame Jecki, die seit ein paar Wochen eine arge Geschwulst hat, die täglich größer wird. Jeden Tag rechnen wir mit einer Verschlechterung und damit dem Tod von Jecki. Daß nun Elisabeth vor Jecki stirbt und dies so plötzlich, dies hatten wir nie in Betracht gezogen.
Noch wenige Minuten vor ihrem plötzlichen Tod aß Elisabeth mit Begeisterung an einer süßen Leckerei und war munter, bis sie auf einmal in sich zusammensackte und ohne irgendeinen Laut von sich zu geben tot war – plötzlicher Herztod? Ca. 10 Minuten später habe ich die Arme fotografiert, wie sie mit offenen Augen, als wenn sie noch leben würde, in voller Rattenschönheit da lag, siehe obiges Foto. Daß Ratten nicht sehr alt werden, das weiß ich, aber nicht mal ein Jahr alt zu werden, dies finde ich traurig. Trösten kann einen nur, daß es auch Elisabeth bei uns gut hatte, denn in den meisten Fällen ist so ein Rattenleben, auch wenn als Haustier gehalten, nicht schön. Auf Wiedersehen kleine liebe Elisabeth! Hier ein paar Fotos von Elisabeth (wir nannten sie im Kindesalter Fax, später paßte der Name Elisabeth aber besser zu ihr) und ein Link zu einem Beitrag über sie im Kindesalter: http://barrynoa.blogspot.de/2011/08/neues-die-kleine-ratte-fax.html
Freitag, 30. März 2012
Glückwunsch an den Grafiker Siegfried Kraft zu seinem 92. Geburtstag
Herzlichen Glückwunsch zum heutigen 92. Geburtstag, lieber Siegfried Kraft! Den Grafiker Siegfried Kraft kannte ich von Kindheit an nur von dem Buch „Von dem armen kleinen Knaben in einer grossen Stadt“ von Dostojewski, und dies in der künstlerischen Fassung von Siegfried Kraft mit seinen Original-Bleischnitten und in Orginal-Kalligraphie aus dem Jahre 1948, siehe meinen Beitrag: http://barrynoa.blogspot.de/2011/06/siegfried-kraft-von-dem-armen-kleinen.html .
Dieses Buch liebte ich immer sehr und desto mehr freute ich mich, daß vor ein paar Wochen sich Siegfried Kraft bei mir telefonisch meldete und wir einen netten Kontakt aufnahmen. Aus dem von Siegfried Kraft mir geschenkten Katalog „k.s., grafikdesign, kunst im kirchlichen Raum“ (Herausgeber Angermuseum Erfurt), erlaube ich mir zu Ehren seines heutigen Geburtstages ein paar Seiten einzuscannen um die Arbeiten des vielseitigen Siegfried Kraft einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Vielen ehemaligen DDR-Bürger wird Kraft bekannt sein, zwar nicht unbedingt namentlich, aber so z.B. durch seine Gebrauchswerbung für Carl Zeiss Jena oder für die iga (Internationale Gartenbauaustellung) in Erfurt (das weltbekannte Logo stammte von Siegfried Kraft).
Donnerstag, 29. März 2012
Rassismus-Hysterie in den bundesdeutschen Mainstream-Medien
Freiheit? Freiheit der Rede in Deutschland im Jahre 2012? Wohl kaum, denn die Mainstream-Deutschen der „politisch Korrekten“ erinnern einen immer mehr an frühere Zeiten. Wer in der DDR auch nur im mindestens in Verdacht stand etwas gegen den Sozialismus gesagt zu haben, der galt als Staatsfeind. Heute werden selbstverständliche Meinungsäußerungen als „rassistisch“ gebrandmarkt, dies in einer Art und Weise die geradezu lächerlich ist. Da darf der Sarotti-Mohr nicht mehr Mohr heißen und wer gar das Wort Neger in den Mund nimmt, den möchte die bürgerliche Mainstream-Meute am liebsten lynchen.
Gestern in der Sendung des deutschen staatlichen Volksverblödungsfernsehen in der Sendung Anne Will ging es um die Pflege in Heimen. Statt, daß es nun um die Entmündigung und Diskriminierung der Heiminsassen ging, empörte man sich in der Runde und später in den Medien über eine angeblich rassistische Äußerung von Barbara Scheel, der Frau von Altpräsident Walter Scheel. Frau Scheel: „In dem Pflegeheim, von dem ich rede, ist jeder zweite Pfleger ein Ausländer und spricht kaum Deutsch. Wir haben einen schwarzen Afrikaner, so wie ich ein weißer Europäer bin. Und wir haben 90-jährige Frauen, die sollen sich intim von so einem Menschen pflegen lassen. Die haben erst einmal einen Schock.“
Ein Sturm der Entrüstung brauste auf, stern.de schreibt: „Doch selbst Anne Will sieht sich genötigt, sie wegen des "rassistischen Untertons" zur Ordnung zu rufen.“ In den anderen Mainstream-Medien der gleiche hysterische Tenor: Rassismus, Rassismus! Völlig unter ging die berechtigte Kritik der Frau Scheel an der Art und Weise, wie entwürdigend mit alten Menschen in Heimen umgegangen wird, so z.B. dem Duzen der alten Leute seitens des Personals und eben daß dieser Schwarzafrikaner kaum deutsch spricht, wie so viele ausländische Pfleger. Schlimm genug, daß oft in Krankenhäusern ausländische Ärzte tätig sind, die kaum deutsch verstehen und es deshalb zu keinen vernünftigen Arzt-Patientengesprächen kommen kann, aber in Pflegeheimen, wo die Heimbewohner auf Gespräche angewiesen sind? Warum regte sich die Mainstream-Meute nicht darüber auf, daß in eben diesem Heim Bewohner wie Kindergartenkinder behandelt werden: „So jetzt gehen wir mal schön ins Bett!“, wie Barbara Scheel berichtete. „Wie? Geht der Pfleger mit der alten Dame ins Bett? Was soll dieses krampfhafte vermeiden des Aussprechens: „Möchten Sie jetzt ins Bett“? Jeder prollige Hotelgast würde sich diese entwürdigende Sprache vom Hotelpersonal verbitten, aber Heimbewohner die oft noch mehr für ihren Aufenthalt im Heim löhnen müssen als in einem Hotel, die sollen sich das gefallen lassen?
Der arme Pfleger, oh wie schlimm und ganz doll rassistisch als schwarzer Afrikaner bezeichnet zu werden. Vielleicht wissen es diese Typen, die sich da jetzt so aufregen, nicht, daß es auch schwarze Europäer gibt oder auch weiße Afrikaner, was soll da beleidigend sein? Noch nicht mal ein regierender Oberbürgermeister Wowereit würde sich aufregen, wenn er als schwul bezeichnet wird. Schwarzer Afrikaner darf man also nicht mehr sagen, dann ist man Rassist? Warum wird auf alte Deutsche, die eben nicht in Multikulti aufwuchsen, keine Rücksicht genommen? Einer türkischen alten Frau in einem deutschen Heim wird doch auch nicht zugemutet, daß sie von einem deutschen Mann intim gewaschen wird. Da geht es doch und da sorgt man doch dafür, daß türkisches weibliches Personal die Pflege übernimmt und es wird auf das Schamgefühl Rücksicht genommen, ja man rühmt sich dessen sogar.
Wenn man diese pseudofortschrittlichen bürgerlichen Typen sich so vehement für wirklich diskriminierte Menschen einsetzen würden, doch da hört man nichts, so z.B. zur unmenschlichen Ausbeutung in 1-Euro-Jobs oder der Drangsalierung von Arbeitslosen seitens der Ämter. Die bourgeoisen Mainstream-Gutmenschen meinen auch noch, daß sie tolerant, freiheitlich und fortschrittlich seien, aber dies meinten die Deutschen schon so manches mal fälschlicherweise in der Vergangenheit. Wie Chamäleons passen sich die bürgerlichen Bundesdeutschen dem Zeitgeist an, man will ja nicht anecken und anderen Rassismus vorwerfen kann ja der Karriere nicht schaden.
Gestern in der Sendung des deutschen staatlichen Volksverblödungsfernsehen in der Sendung Anne Will ging es um die Pflege in Heimen. Statt, daß es nun um die Entmündigung und Diskriminierung der Heiminsassen ging, empörte man sich in der Runde und später in den Medien über eine angeblich rassistische Äußerung von Barbara Scheel, der Frau von Altpräsident Walter Scheel. Frau Scheel: „In dem Pflegeheim, von dem ich rede, ist jeder zweite Pfleger ein Ausländer und spricht kaum Deutsch. Wir haben einen schwarzen Afrikaner, so wie ich ein weißer Europäer bin. Und wir haben 90-jährige Frauen, die sollen sich intim von so einem Menschen pflegen lassen. Die haben erst einmal einen Schock.“
Ein Sturm der Entrüstung brauste auf, stern.de schreibt: „Doch selbst Anne Will sieht sich genötigt, sie wegen des "rassistischen Untertons" zur Ordnung zu rufen.“ In den anderen Mainstream-Medien der gleiche hysterische Tenor: Rassismus, Rassismus! Völlig unter ging die berechtigte Kritik der Frau Scheel an der Art und Weise, wie entwürdigend mit alten Menschen in Heimen umgegangen wird, so z.B. dem Duzen der alten Leute seitens des Personals und eben daß dieser Schwarzafrikaner kaum deutsch spricht, wie so viele ausländische Pfleger. Schlimm genug, daß oft in Krankenhäusern ausländische Ärzte tätig sind, die kaum deutsch verstehen und es deshalb zu keinen vernünftigen Arzt-Patientengesprächen kommen kann, aber in Pflegeheimen, wo die Heimbewohner auf Gespräche angewiesen sind? Warum regte sich die Mainstream-Meute nicht darüber auf, daß in eben diesem Heim Bewohner wie Kindergartenkinder behandelt werden: „So jetzt gehen wir mal schön ins Bett!“, wie Barbara Scheel berichtete. „Wie? Geht der Pfleger mit der alten Dame ins Bett? Was soll dieses krampfhafte vermeiden des Aussprechens: „Möchten Sie jetzt ins Bett“? Jeder prollige Hotelgast würde sich diese entwürdigende Sprache vom Hotelpersonal verbitten, aber Heimbewohner die oft noch mehr für ihren Aufenthalt im Heim löhnen müssen als in einem Hotel, die sollen sich das gefallen lassen?
Der arme Pfleger, oh wie schlimm und ganz doll rassistisch als schwarzer Afrikaner bezeichnet zu werden. Vielleicht wissen es diese Typen, die sich da jetzt so aufregen, nicht, daß es auch schwarze Europäer gibt oder auch weiße Afrikaner, was soll da beleidigend sein? Noch nicht mal ein regierender Oberbürgermeister Wowereit würde sich aufregen, wenn er als schwul bezeichnet wird. Schwarzer Afrikaner darf man also nicht mehr sagen, dann ist man Rassist? Warum wird auf alte Deutsche, die eben nicht in Multikulti aufwuchsen, keine Rücksicht genommen? Einer türkischen alten Frau in einem deutschen Heim wird doch auch nicht zugemutet, daß sie von einem deutschen Mann intim gewaschen wird. Da geht es doch und da sorgt man doch dafür, daß türkisches weibliches Personal die Pflege übernimmt und es wird auf das Schamgefühl Rücksicht genommen, ja man rühmt sich dessen sogar.
Wenn man diese pseudofortschrittlichen bürgerlichen Typen sich so vehement für wirklich diskriminierte Menschen einsetzen würden, doch da hört man nichts, so z.B. zur unmenschlichen Ausbeutung in 1-Euro-Jobs oder der Drangsalierung von Arbeitslosen seitens der Ämter. Die bourgeoisen Mainstream-Gutmenschen meinen auch noch, daß sie tolerant, freiheitlich und fortschrittlich seien, aber dies meinten die Deutschen schon so manches mal fälschlicherweise in der Vergangenheit. Wie Chamäleons passen sich die bürgerlichen Bundesdeutschen dem Zeitgeist an, man will ja nicht anecken und anderen Rassismus vorwerfen kann ja der Karriere nicht schaden.
Dienstag, 27. März 2012
Abgewickelt: Lauchstädter Heilbrunnen aus Sachsen-Anhalt
Im Jahre 2004 heißt es in einem Firmenporträt über den Lauchstädter Heilbrunnen: „Die Gründung des Betriebes erfolgte 1905. Er zählte in den 20er- und 30er- Jahren zu den bekanntesten und größten Brunnenbetrieben Deutschlands. Der Betrieb wurde 1951 verstaatlicht und war bis zum Jahr 1990 in das Getränkekombinat Dessau eingegliedert. 1991 erfolgte die Privatisierung. Damit wurde der Grundstein für die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit gelegt.“
Wer nun heute in einem Getränkemarkt Lauchstädter Heilbrunnen kaufen möchte, der wird ihn nicht finden, stattdessen jede Menge Mineralwässer aus dem Westen Deutschlands und aus dem Ausland. Der wohlschmeckende und gesundheitlich von keinem Westwasser übertroffene Lauchstädter Heilbrunnen aus dem geschichtsträchtigen Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt wurde wie so vieles Gutes aus der ehemaligen DDR abgewickelt, die gute Quelle einfach dicht gemacht. Von wegen „1991 erfolgte die Privatisierung. Damit wurde der Grundstein für die Wiederherstellung der Marktfähigkeit gelegt“, diese Volksverdummung ist einfach lachhaft, denn wettbewerbsfähig war der Lauchstädter Heilbrunnen gerade in der Zeit von 1951 bis 1991 zu DDR-Zeiten und auch davor und da auch nicht erst seit 1905, denn um 1700 wurde die heilsame Quelle entdeckt und schon Kurgäste in der Goethezeit tranken den Brunnen, allerdings wurde er erst 1905 in Flaschen abgefüllt.
Auch ich trank den Lauchstädter Heilbrunnen sehr gern und zu DDR-Zeiten half er mir ein Nierenleiden zu überwinden. Seit etwas über einem Jahr gibt es den Lauchstädter Heilbrunnen nun nicht mehr, immer mehr verschwinden einem liebgewordene Dinge, die einen ein Leben lang begleiteten. Würde man all diesen Identitätsklau mit den Westdeutschen gemacht haben, dann hätte es dort einen Aufstand gegeben, aber mit der Bevölkerung der „Kolonie Neue Bundesländer“ kann man es ja machen.
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