Vor ein paar Tagen hatte ich in meinem Blogposting Aufnahmen von Pferden aus dem Dorfe Möst gezeigt. Die Leser werden sich erinnern, daß ich erwähnte, daß Möst nur ein paar Kilometer von Dessau entfernt ist und ich dort gern zur Entspannung hinfahre. Zu dem Dorf Möst gehört die Siedlung Möster Berg, die ich interessant finde. Sie liegt tatsächlich auf einem kleinen Berg und heute war ich mal wieder dort und genoß die gute Waldluft. Vom Dorf Möst fährt man die Wiesen entlang und dann beginnt die Steigung und wunderbarer Wald der mitunter recht urtümlich ist umfängt einen. Für die Leser des Blogs ein paar Impressionen aus diesem Gebiet. Die Siedlung Möster Berg entstand in den 30er Jahren mit ein paar Häusern, errichtet von den Junkers Flugzeugwerken, die für Erholungszwecke gedacht waren. Nach dem Krieg vergrößerte sich die Siedlung und heute ist sie recht bunt, von heruntergekommenen Bruchbuden die von alternativen Leuten genutzt werden bis hin zu exklusiven Wochenendhäusern ist alles vertreten. Der Großteil der Bewohner nutzt die Häuser und Bungalows nur zu Erholungszwecken, ca. nur 8 bis 9 Familien wohnen für immer dort. Auf meinen Fotos sieht man ein fast originales altes Junkershaus (das gelbe) und einen Bungalow der für etliche andere steht. Der nette Briefkasten und der Totempfahl gehören zum Grundstück Nr. 29 eines dort ansässigen Künstlers und Lebenskünstlers der mit seinen skurrilen Plastiken und Installationen das Interesse der Wanderer erregt. Ganz am Rande des Möster Berges, etliche hundert Meter von den anderen entfernt, steht an einer Böschung die Villa Waldfrieden wie ein verwunschenes Haus in der Wildnis, denn auch der Weg dorthin ist recht abenteuerlich. Zwei mächtige haushohe Rhododendron-Büsche blühen gerade in voller Pracht auf dem Gelände der Villa.
Sonntag, 17. Mai 2009
Samstag, 16. Mai 2009
Geliebte unvergessliche Fanny!



11 Jahre lang - ihr gesamtes Leben - war unsere geliebte Dackelhündin Fanny bei uns ein vollwertiges Familienmitglied, ohne wenn und aber! Am 27.12.1962 wurde sie in Dessau geboren und Ende Februar 1963 kam sie zu uns. Schuld war ich, denn ich wollte unbedingt einen Hund haben und Dackel gefielen mir schon damals ausnehmend gut. Viel gäbe es zu schreiben über die liebe Fanny, über ihre emotionale Art, wie sie sich freute wenn meistens Mutter die Leine holte und es los gehen sollte zu ihren geliebten Spaziergängen. Noch an der Straßenecke quiekte sie vor Freude. Also dressiert war sie nicht, sie hatte mit Recht ihren eigenen Kopf zum denken. Warum auch nicht, wieso sollen Tiere den Menschen sklavenähnlich untertan sein, nicht gleichwertige Partner sein, die eben nur ein wenig anders sind? In unserer kleinen Familie waren Krankheiten, große wie kleine, Dauergast und auch Fanny blieb von diesem Schicksal nicht verschont. Einige Jahre bis zu ihrem Tode litt sie an schweren Durchfällen, wahrscheinlich verursacht durch ständige Vergiftungen. Einen Verdacht hatten wir wohl, aber den zu äußern war damals gefährlich und wäre wohl noch heute justitiabel. Jedenfalls hatte sie es die letzten Jahre schwer und wir waren bei den Tierärzten Dauergast. Ja und die Mediziner waren auch schon zu DDR-Zeiten meistens keine Samariter, die Tierärzte eingeschlossen. Mit 11 Jahren ging es ihr am Abend auf einmal extrem schlecht, sie schrie vor Schmerzen. Wir riefen den diensthabenden Tierarzt an und baten dringend um einen Hausbesuch um sie von ihren Schmerzen zu erlösen, die kalte Antwort lautete: „Bringen Sie den Hund her, kommen tue ich nicht!“ Fanny starb in unseren Armen ohne eine erlösende Spritze zu bekommen, denn ein Taxi zu bekommen war zu DDR-Zeiten auch unmöglich und ein Transport unserer Fanny sowieso in diesem Zustand nicht zuzumuten.
Leid und Krankheiten sensibilisieren und noch heute fällt es mir schwer engeren Kontakt zu Menschen aufzunehmen die vor Gesundheit strotzen und die im Leben nichts durchgemacht haben, da fehlt mir jegliche gemeinsame menschliche Basis. Dies ist ähnlich einer Veganerin und Tierschützerin die schwerlich einen Schlachter heiraten kann.
Die Fotos zeigen unsere geliebte Fanny von den ersten Tagen an als sie zu uns kam bis zu ihrem Totenbett in ihrem Körbchen. Begraben liegt sie in unserem ehemaligen Garten auf dem Dessau-Ziebigker Knarrberg. Sie war eine wirkliche Persönlichkeit und einmalig und wir konnten uns nie wieder einen neuen Hund anschaffen, zu stark war die Bindung an Fanny und die Trauer um sie.
Leid und Krankheiten sensibilisieren und noch heute fällt es mir schwer engeren Kontakt zu Menschen aufzunehmen die vor Gesundheit strotzen und die im Leben nichts durchgemacht haben, da fehlt mir jegliche gemeinsame menschliche Basis. Dies ist ähnlich einer Veganerin und Tierschützerin die schwerlich einen Schlachter heiraten kann.
Die Fotos zeigen unsere geliebte Fanny von den ersten Tagen an als sie zu uns kam bis zu ihrem Totenbett in ihrem Körbchen. Begraben liegt sie in unserem ehemaligen Garten auf dem Dessau-Ziebigker Knarrberg. Sie war eine wirkliche Persönlichkeit und einmalig und wir konnten uns nie wieder einen neuen Hund anschaffen, zu stark war die Bindung an Fanny und die Trauer um sie.
Dinge - Mittler von Diesseits nach Jenseits





Es gibt Menschen die nur in der Gegenwart leben und für die Zukunft planen – zu denen zähle ich mich nicht! Für mich sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unis! Auch tote Dinge haben für mich eine wesentliche Bedeutung ähnlich den lebenden, siehe auch mein Posting über die Beseeltheit der Dinge http://barrynoa.blogspot.com/2009/02/zwei-ampeln-und-die-beseeltheit-der.html . So sind Fotografien und Alltagsgegenstände z.B. für mich wichtige Mittler zwischen Diesseits und Jenseits. Dies wird mir besonders deutlich wenn ich alte Fotografien ansehe oder z.B. wie jetzt alte Übergardinen aus dem Schrank hole. Diese Dinge weg zu schmeissen käme mir nicht in den Sinn. Etwas auszusortieren muß deshalb wohl überlegt werden, damit man nicht ein wichtiges Stück dieser geistigen Mittler verliert. So habe ich selbstverständlich je ein altes Stück unserer alten Gardinen aufgehoben, da ich mit ihnen wichtige Erinnerungen verbinde. Besonders gern mag ich die Gardinen die bei uns bis zu meinem 5. Lebensjahr im Wohnzimmer hingen, siehe die zwei alten Fotos und den ersten Gardinenscan. Dies ist insofern merkwürdig, da sie nach unserem Umzug von Törten nach Ziebigk nicht mehr genutzt wurden sondern nur noch in einer Truhe lagen, wo ich sie relativ selten mal sah. Zum Zeitpunkt des Umzuges war ich 5 Jahre alt. Etwas weniger hänge ich an den Gardinen die bei uns von meinem 5. Lebensjahr bis etwa meinem 20. Lebensjahr an den Fenstern hingen, d.h. je früher ich mit Dingen in Kontakt kam, desto mehr sprechen sie mich emotional heute noch an. Auf den beiden alten Fotos sind meine Mutter und mein Vater und ich zu sehen, dazu mein geliebter alter englischer Klubsessel von dem ich mich auch heute noch nicht trennen mag obwohl man auf ihm nicht mehr sitzen kann so ramponiert ist er schon. Er ist der letzte aus einem ganzen Ensemble mit Couch die bei uns in meiner frühen Kindheit standen und oft vergleiche ich ihn mit mir der ich auch der letzte meiner Familie bin.
Diese Gardinen die mir noch heute so gut gefallen kauften meine Eltern 1945 in schwerer Zeit gebraucht, sie stammen aus den 30er Jahren und wie mir meine Mutter früher erzählte betrachtete ich schon als Kleinkind die Bilder mit Interesse darauf, den chinesenhaften Mann mit seinem Hund, den Paradiesvogel und die exotischen Blüten. Jetzt im Alter schätze ich dieses Dekor auch kunsthistorisch bedeutsam ein, der Designer schuf ein wirkliches Meisterwerk was den Namen Kunst verdient. Die beiden anderen Gardinen sind typische Produkte der 50er Jahre im Stromlinienstil, also passend zu Peitschenlampe und Nierentisch, eigentlich der letzte eigenständige Designstil, denn danach gab es nur noch Eklektizismus und abgewandelte Nachahmerstile.
Diese Gardinen die mir noch heute so gut gefallen kauften meine Eltern 1945 in schwerer Zeit gebraucht, sie stammen aus den 30er Jahren und wie mir meine Mutter früher erzählte betrachtete ich schon als Kleinkind die Bilder mit Interesse darauf, den chinesenhaften Mann mit seinem Hund, den Paradiesvogel und die exotischen Blüten. Jetzt im Alter schätze ich dieses Dekor auch kunsthistorisch bedeutsam ein, der Designer schuf ein wirkliches Meisterwerk was den Namen Kunst verdient. Die beiden anderen Gardinen sind typische Produkte der 50er Jahre im Stromlinienstil, also passend zu Peitschenlampe und Nierentisch, eigentlich der letzte eigenständige Designstil, denn danach gab es nur noch Eklektizismus und abgewandelte Nachahmerstile.
Lebendige Nostalgie - Tante Kläres Clivia

Wenn ich derzeit in meine Diele gehe dann erfreue ich mich an einer herrlich blühenden Clivia. Diese Topfpflanze gehörte früher einer Tante von mir - Kläre Caulwell. Oft besuchte sie meine Mutter und auch wir waren des öfteren zu Gast bei ihr und ihrem Mann in der Straßburger Straße in Dessau-Ziebigk. Ich kann mich noch sehr gut an ihre Wohnung erinnern, könnte aufzeichnen wo und was im Wohnzimmer stand. Mir gefiel damals der freie Blick aus der Wohnung auf ein Feld und den dann anschließenden „Beckerbruch“ der zum Georgengarten gehört besonders gut. Im Winter konnte man von Tante Kläres Wohnzimmer neben den Heerscharen an Krähen mitunter sogar Rehe beobachten. Kläres einzigster Sohn ist übrigens der in der DDR bekannte Schulfunkjournalist Werner Caulwell zu dem ich bis jetzt ein gutes Verhältnis habe und der mittlerweile ein alter Mann ist. 1978 starb Tante Kläre und folgte damit ihrem Mann nach. Ihr Sohn schenkte uns dann diese Topfpflanze und meine Mutter pflegte sie bis zu ihrem Tod im vorigen Jahr. Nun bin ich für die Clivia verantwortlich. Es kommt mir eigentümlich vor, daß eine Topfpflanze so viele Menschen überlebt hat. Tante Kläre ist nun schon über 30 Jahre tot und ihre Clivia erblüht bisher jedes Jahr aufs neue. Obwohl Tante Kläre eine überzeugte Atheistin war, so denke ich doch, daß ihre Seele im Himmel weilt und sie aus dem Jenseits sich an diesem Blühen erfreut. Ja Tante Kläre, Du hast recht, ich muß heute noch die Clivia gießen, denn sie ist schon wieder ziemlich trocken, gerade in der Blüte braucht sie viel Wasser!
Auf dem alten Foto (angekreuzt) sieht man Kläre Caulwell neben ihrem Gatten, auf der linken Seite ihr Sohn der spätere Journalist Werner Caulwell, rechts meine Mutter und mein Vater und ich ganz rechts unten als kleiner Junge, an der Wand der alte Spiegel der schon über 100 Jahre in unserer Familie ist und der jetzt bei mir im Treppenhaus seinen Dienst tut.
Freitag, 15. Mai 2009
Gänse und Turmfalke sagen sich gute Nacht - Schierau bei Dessau!
Die nächste Ortschaft hinter Dessau-Törten - wo ich wohne - ist das Dorf Möst (siehe dazu auch mein Blogposting vor einiger Zeit), nach weiteren 2 km kommt das Dorf Schierau, wo ich heute mal war und wovon ich ein paar Impressionen zeigen möchte. Es ist der verschlafene ländliche Charakter der einen gewissen Reiz hat. Leute sieht man kaum mal, es erscheint einem alles wie ausgestorben. Mißtrauisch beäugten mich allerdings ein paar Gänse vom Dorfteich aus. Das Kriegerdenkmal am Dorfplatz war gepflegt aber die Kirche machte einen recht traurigen Eindruck. 1460 erbaut und 1668 neu errichtet ist sie regelrecht verfallen, nur der Kirchturm ist erhalten geblieben und restauriert worden. Dieser Kirchturm ist Heimstatt eines Falken, den ich leider aber nicht mehr vor die Linse meines Fotoapparates bekam, denn bevor ich fotografieren konnte flog er aus seiner Nische hoch oben am Turm davon. Schierau gehört zu den vielen tausenden Dörfern in der ehemaligen DDR deren Niedergang nach der Wende offensichtlich ist. Die Dörfer veröden weil die Jugend wegzieht da es keine Arbeit seit der Beseitigung der LPG´n mehr gibt und auch das kulturelle Leben liegt am Boden. Läden aller Art gibt es in Dörfern sowieso seit der Wende nicht mehr und nur noch wenige Dorfgaststätten überlebten. Der Niedergang im ländlichen Raum ist nicht aufzuhalten da nützen auch Dorfverschönerungsprogramme wenig da sie nur die Oberfläche tünchen aber nicht die wahren Ursachen des Niedergangs angehen.
Donnerstag, 14. Mai 2009
Samaritergeist und preussischer Bürokratengeist
Die unterschiedliche Außenwirkung von sozialen Einrichtungen ist oftmals nur eine Frage der Leitung derselben. Ist z.B. ein Leiter sozial kompetent und hat eine Samariternatur dann wirkt dies auch nach außen für den Menschen, im Gegenzug dazu wird das Ergebnis für den Menschen schlecht ausfallen wenn der Leiter einer solchen sozialen Einrichtung eventuell einen herrschsüchtigen Charakter hat und dazu noch kleinkariert preussisch bürokratisch eingestellt ist.
Beredtes Beispiel sind zwei solcher Einrichtungen in Dessau, die Bahnhofsmission und die Suppenküche, beide mit christlichem Auftrag, die erstere halte ich für wahrhaft christlich eingestellt und die zweite leider für das Gegenteil. Und beide Male mache ich für den Geist der dort herrscht die Leiterinnen verantwortlich. Die derzeitige Leiterin der Dessauer Bahnhofsmission ist eine wahre Samariterin die die Gäste zuvorkommend behandelt und ihre Würde achtet, seien es auch noch so verkrachte Existenzen. Gelinde gesagt ist es so, daß man in der Bahnhofsmission Dessau wie in einem guten Café bedient wird mit genau derselben Gastfreundlichkeit wie dort. Äußerst beachtlich und in wahrhaft christlichem Geiste!
Negativ dagegen die Suppenküche in Dessau! Vor ein paar Tagen aß das erste Mal ein Bekannter von mir dort. Da er Suppe und Nachtisch nicht auf einmal tragen konnte bat er die Chefin die dort zufällig stand ihm doch mal die Tür zu öffnen – erstaunte unfreundliche Reaktion dieser Dame ob dieses Ansinnens, daß ein „Suppenküchen-Bittsteller“ so etwas von ihr erbat, dies war wahrscheinlich wegen des Klassenunterschiedes mehr als befremdlich.
Heute nun kam ich in die Verlegenheit diese soziale Einrichtung aufzusuchen, da ich im daneben befindlichen Leopolddankstift von 10-15 Uhr wegen Handwerkern nicht von dort wegkam um woanders etwas zu essen oder aus der Kaufhalle mir etwas zu holen. Von den Bewohnern des Leopolddankstiftes hatte ich vernommen, daß diese sich gelegentlich von dort in einem Gefäß Suppe holten, denn jeden Tag selber kochen ist nicht jedem möglich. Nun ich also um 12.00 Uhr mal kurz rüber in diese Suppenküche und wollte dort ein Essen kaufen. Dort mußte ich feststellen, daß dies nicht so einfach möglich ist, außer Haus (ein Haus weiter!) würde man die Suppe nicht verkaufen, auch mein Hinweis auf mir bekannte Außerhauskäufer fruchtete nichts - man holte die Chefin! Der erläuterte ich mein Anliegen, daß ich mich nicht zum Essen dort hinsetzen könne wegen der Handwerker nebenan, ich gleich wieder zurück müsse und deshalb das Essen gern mitgenommen hätte, aber dies quittierte sie nur mit Achselzucken! In äußerst unfreundlicher Art und Weise wurde ich abserviert. Was dies alles mit Kompetenz auf sozialem Gebiet zu tun hat, dies entzieht sich meiner Kenntnis. Es ist wirklich schade um diese Einrichtung, noch dazu wo es so viele wirklich sozial kompetente Arbeitslose gibt die eben diese innere Samaritereinstellung haben, die aber leider nicht an derartige Arbeitsstellen gelangen.
Von meinem Großvater weiß ich, daß es in der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren auch eine Suppenküche in Dessau gab. Eine zeitlang war er auch auf diese billige Suppe angewiesen und selbstverständlich wollte er nicht mit oftmals schrägen Typen dort speisen und nahm sein Henkeltöpfchen mit um dann zuhause die Suppe zu essen. Ja und heute? Da ist dies nicht mehr möglich? Verboten? Es kann doch wohl nicht wahr sein, daß Gäste gezwungen werden sich in den Speiseraum zu setzen um dort die Suppe zu essen, zusammen mit - wie ich feststellen mußte - recht zwielichtigen Typen, und es nicht möglich ist die Suppe zuhause zu essen und dies nicht mal im dringlichen Ausnahmefall? Eine eigenartige Philosophie dort die ich nur mit preussisch bürokratischen Ungeist erklären kann der bei deutschen Amtspersonen immer noch drin steckt, in der unheilvollen Kontinuität von der Kaiserzeit bis heute.
Beredtes Beispiel sind zwei solcher Einrichtungen in Dessau, die Bahnhofsmission und die Suppenküche, beide mit christlichem Auftrag, die erstere halte ich für wahrhaft christlich eingestellt und die zweite leider für das Gegenteil. Und beide Male mache ich für den Geist der dort herrscht die Leiterinnen verantwortlich. Die derzeitige Leiterin der Dessauer Bahnhofsmission ist eine wahre Samariterin die die Gäste zuvorkommend behandelt und ihre Würde achtet, seien es auch noch so verkrachte Existenzen. Gelinde gesagt ist es so, daß man in der Bahnhofsmission Dessau wie in einem guten Café bedient wird mit genau derselben Gastfreundlichkeit wie dort. Äußerst beachtlich und in wahrhaft christlichem Geiste!
Negativ dagegen die Suppenküche in Dessau! Vor ein paar Tagen aß das erste Mal ein Bekannter von mir dort. Da er Suppe und Nachtisch nicht auf einmal tragen konnte bat er die Chefin die dort zufällig stand ihm doch mal die Tür zu öffnen – erstaunte unfreundliche Reaktion dieser Dame ob dieses Ansinnens, daß ein „Suppenküchen-Bittsteller“ so etwas von ihr erbat, dies war wahrscheinlich wegen des Klassenunterschiedes mehr als befremdlich.
Heute nun kam ich in die Verlegenheit diese soziale Einrichtung aufzusuchen, da ich im daneben befindlichen Leopolddankstift von 10-15 Uhr wegen Handwerkern nicht von dort wegkam um woanders etwas zu essen oder aus der Kaufhalle mir etwas zu holen. Von den Bewohnern des Leopolddankstiftes hatte ich vernommen, daß diese sich gelegentlich von dort in einem Gefäß Suppe holten, denn jeden Tag selber kochen ist nicht jedem möglich. Nun ich also um 12.00 Uhr mal kurz rüber in diese Suppenküche und wollte dort ein Essen kaufen. Dort mußte ich feststellen, daß dies nicht so einfach möglich ist, außer Haus (ein Haus weiter!) würde man die Suppe nicht verkaufen, auch mein Hinweis auf mir bekannte Außerhauskäufer fruchtete nichts - man holte die Chefin! Der erläuterte ich mein Anliegen, daß ich mich nicht zum Essen dort hinsetzen könne wegen der Handwerker nebenan, ich gleich wieder zurück müsse und deshalb das Essen gern mitgenommen hätte, aber dies quittierte sie nur mit Achselzucken! In äußerst unfreundlicher Art und Weise wurde ich abserviert. Was dies alles mit Kompetenz auf sozialem Gebiet zu tun hat, dies entzieht sich meiner Kenntnis. Es ist wirklich schade um diese Einrichtung, noch dazu wo es so viele wirklich sozial kompetente Arbeitslose gibt die eben diese innere Samaritereinstellung haben, die aber leider nicht an derartige Arbeitsstellen gelangen.
Von meinem Großvater weiß ich, daß es in der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren auch eine Suppenküche in Dessau gab. Eine zeitlang war er auch auf diese billige Suppe angewiesen und selbstverständlich wollte er nicht mit oftmals schrägen Typen dort speisen und nahm sein Henkeltöpfchen mit um dann zuhause die Suppe zu essen. Ja und heute? Da ist dies nicht mehr möglich? Verboten? Es kann doch wohl nicht wahr sein, daß Gäste gezwungen werden sich in den Speiseraum zu setzen um dort die Suppe zu essen, zusammen mit - wie ich feststellen mußte - recht zwielichtigen Typen, und es nicht möglich ist die Suppe zuhause zu essen und dies nicht mal im dringlichen Ausnahmefall? Eine eigenartige Philosophie dort die ich nur mit preussisch bürokratischen Ungeist erklären kann der bei deutschen Amtspersonen immer noch drin steckt, in der unheilvollen Kontinuität von der Kaiserzeit bis heute.
Samstag, 9. Mai 2009
Am Sonntag ist Muttertag !





Süß wie die Mutter ist dem Kinde auf Erden nichts.
Ja, Kinder, habt die Mutter lieb!
Das Leben bringt euch keine Liebe,
die so wohl wie diese tut.
Euripides
Nun, dieser Spruch kann wohl nicht verallgemeinert werden, denn Rabenmütter gab und gibt es zuhauf, auch Mütter die ihre Mutterrolle nicht annehmen wollen, die sogar ihr Kind in fremde Hände geben, wie z.B. in eine Kinderkrippe und dies oft ohne Not! Mein größtes Glück im Leben war, daß ich eine großartige Mutter hatte, die eine wirkliche Mutter war auf die der Spruch von Euripides voll zutrifft. Was wäre wohl aus mir geworden als ich im frühen Jugendalter einen schweren Unfall hatte, man mir im Krankenhaus das Bein abnehmen wollte, dies schon beschlossene Sache war, aber meine Mutter diese verhinderte indem sie einen externen Chirurgen, den großartigen Dr. Moniak, bat den Fall zu übernehmen und der dann mit viel Zivilcourage mich aus den unfähigen Fängen der bisherigen Ärzte befreite, obwohl ihm das viel Ärger einbrachte, denn schon früher wollten die Halbgötter in Weiß keine Fehler eingestehen; der mich dann nochmals mit Erfolg operierte mit dem Ergebnis, daß ich immer noch auf zwei Beinen laufen kann statt wie von den anderen Ärzten geplant ein Holzbein gehabt hätte. Ja, und wäre eine andere Mutter in der sozialfaschistischen DDR zuhause geblieben als es mir einige Jahre danach gesundheitlich weiter schlecht ging, in einer Zeit wo Hausfrau- und Muttersein verpönt war, wo Frauen ihre Kraft hauptsächlich dem „Aufbau des Sozialismus“ (richtiger wäre dem „DDR-Establishment und der Stasiherrscher“) zur Verfügung stellen sollten? Viele Frauen waren materialistisch eingestellt, arbeiteten gern für den „Sozialismus“ statt sich um ihre Kinder zu kümmern, nicht wegen des Sozialismus, sondern aus Egoismus, wollten sich etwas leisten: Bohnenkaffee trinken, zum Frisör gehen, sich tolle Kleider kaufen, in Bars gehen und das Tanzbein schwingen. All das machte meine Mutter nicht; sie war für die Familie da und statt egoistischer Selbstverwirklichung mit all den luxuriösen Annehmlichkeiten lebte sie mehr als bescheiden, machte eben selber ihre Haare, schneiderte selbst ihre Kleider und strickte ihre Jacken, fertigte ihre Ledertaschen selbst an, beackerte den Garten, pflückte das Obst, verkaufte die Unmassen an Obst und selbstgezogenen Blumen und war trotz all der ländlichen Plackerei eine hochgebildete Frau mit großem Allgemeinwissen mit der ich mich zeitlebens über alle Dinge der Kultur, der Politik, der Kunst, austauschen konnte wie mit kaum einem anderen Menschen. In der Nacht vom 21. zum 22. Juni vorigen Jahres ist sie von mir gegangen - ich werde sie immer in meinem Herzen haben!
Ja, Kinder, habt die Mutter lieb!
Das Leben bringt euch keine Liebe,
die so wohl wie diese tut.
Euripides
Nun, dieser Spruch kann wohl nicht verallgemeinert werden, denn Rabenmütter gab und gibt es zuhauf, auch Mütter die ihre Mutterrolle nicht annehmen wollen, die sogar ihr Kind in fremde Hände geben, wie z.B. in eine Kinderkrippe und dies oft ohne Not! Mein größtes Glück im Leben war, daß ich eine großartige Mutter hatte, die eine wirkliche Mutter war auf die der Spruch von Euripides voll zutrifft. Was wäre wohl aus mir geworden als ich im frühen Jugendalter einen schweren Unfall hatte, man mir im Krankenhaus das Bein abnehmen wollte, dies schon beschlossene Sache war, aber meine Mutter diese verhinderte indem sie einen externen Chirurgen, den großartigen Dr. Moniak, bat den Fall zu übernehmen und der dann mit viel Zivilcourage mich aus den unfähigen Fängen der bisherigen Ärzte befreite, obwohl ihm das viel Ärger einbrachte, denn schon früher wollten die Halbgötter in Weiß keine Fehler eingestehen; der mich dann nochmals mit Erfolg operierte mit dem Ergebnis, daß ich immer noch auf zwei Beinen laufen kann statt wie von den anderen Ärzten geplant ein Holzbein gehabt hätte. Ja, und wäre eine andere Mutter in der sozialfaschistischen DDR zuhause geblieben als es mir einige Jahre danach gesundheitlich weiter schlecht ging, in einer Zeit wo Hausfrau- und Muttersein verpönt war, wo Frauen ihre Kraft hauptsächlich dem „Aufbau des Sozialismus“ (richtiger wäre dem „DDR-Establishment und der Stasiherrscher“) zur Verfügung stellen sollten? Viele Frauen waren materialistisch eingestellt, arbeiteten gern für den „Sozialismus“ statt sich um ihre Kinder zu kümmern, nicht wegen des Sozialismus, sondern aus Egoismus, wollten sich etwas leisten: Bohnenkaffee trinken, zum Frisör gehen, sich tolle Kleider kaufen, in Bars gehen und das Tanzbein schwingen. All das machte meine Mutter nicht; sie war für die Familie da und statt egoistischer Selbstverwirklichung mit all den luxuriösen Annehmlichkeiten lebte sie mehr als bescheiden, machte eben selber ihre Haare, schneiderte selbst ihre Kleider und strickte ihre Jacken, fertigte ihre Ledertaschen selbst an, beackerte den Garten, pflückte das Obst, verkaufte die Unmassen an Obst und selbstgezogenen Blumen und war trotz all der ländlichen Plackerei eine hochgebildete Frau mit großem Allgemeinwissen mit der ich mich zeitlebens über alle Dinge der Kultur, der Politik, der Kunst, austauschen konnte wie mit kaum einem anderen Menschen. In der Nacht vom 21. zum 22. Juni vorigen Jahres ist sie von mir gegangen - ich werde sie immer in meinem Herzen haben!
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