Die Kinderzeitschrift „Fröhlich sein und singen“ war ein Eldorado für Cartoonfreunde. Fast alle namhaften Cartoonisten der DDR steuerten Beiträge zu und ab und an brachte die Zeitschrift auch Bildgeschichten ausländischer Zeichner. Immer wieder vertreten war Willi Moese mit Titelbildern, Bildern oder Witzen, siehe:
Jürgen Kieser den man eigentlich nur in der Kinderzeitschrift „Atze“ vermuten würde, war auch in etlichen Ausgaben der „Fröhlich sein und singen“ vertreten, sogar mit seinen Mäuseknaben Fix und Fax aus der „Atze“, siehe:
Die 50er und 60er Jahre waren ja zwei Jahrzehnte wo von Staats wegen die Kinderzeitschriften der DDR auch einen hohen Bildungsauftrag zu erfüllen hatten. Dies tat die „Frösi“ vorbildlich. In unterhaltsamer Form wurden in Bildgeschichten historische Zusammenhänge erklärt und Fachwissen den Kindern beigebracht, so z.B. in den Bildgeschichten des Postillions, einer Comicfigur der Frösi die immer mal wieder auftauchte, die aber nicht so im Vordergrund stand wie z.B. Mäxchen Pfiffig oder Korbine Früchtchen. Letztere hatten den Auftrag den Kindern jeweils herrschende Moralbegriffe des Pionieralltags lustig rüber zu bringen. Durch Korbine Früchtchen z.B. sollten die Kinder angeregt werden Wildfrüchte zu sammeln oder im Schrebergarten Gemüse selbst zu züchten um dies dann in den Annahmestellen von Obst und Gemüse abzuliefern. Damit sollte in bescheidenem Umfang die Obst-und Gemüseknappheit in der DDR ein wenig gemildert werden. Außerdem bekam man ja in diesen Annahmestellen gutes Geld für abgelieferte Früchte. Im Verkauf waren diese Waren dann weit billiger als im Ankauf gezahlt wurde, eine Folge der staatlichen Subventionen in der DDR für Nahrungsmittel und ähnliches. Hier eine Serie mit dem Postillion, gezeichnet von Ludwig Nawrotzky wo in interessanter Form die Entstehung der Schrift vermittelt wird, dann eine Serie von Mäxchen Pfiffig und Tüte gezeichnet von Richard Hambach. Diese Mäxchen Pfiffig-Serien waren in fast jedem Heft zu finden, waren sozusagen ein Gerüst der „Frösi“. Anschließend eine Seite mit Korbine Früchtchen mit eingedrucktem Sammelschein:
Ab und an gab es auch Serien aus dem Ausland, aus der CSSR der Roboter Emil oder die über etliche Teile laufende Serie mit Atomino (Atomino wurde von Marcello Argilli erdacht und gezeichnet von Vinicio Berti für die Beilage „il Pionere“ der italienischen Zeitung der kommunistischen Partei „l Unita“. Atomino, ein Produkt der damaligen Fortschrittsgläubigkeit was die Atomindustrie anlangte):
Klassenkämpferisch war die Serie Mexy Cano angelegt, in Lateinamerika spielend ging es um die Befreiungsbewegungen Südamerikas, dabei wurde Kuba als Vorbild hingestellt, Zeichner T. Elischer:
Neben den Bildserien gab es jede Menge Kurzgeschichten die aber alle bebildert waren. Ein Autor der immer wieder vertreten war, war Günther Feustel. Als Scan ein typisches Beispiel „Marangu und der kleine Elefant“, Zeichnungen von G. Hain. Ebenfalls von G. Hain stammen die Zeichnungen zu dem Comic „Abenteuer in der Tiefsee“. In solcherart Geschichten sollte Spannung dem Leser dargebracht werden, was auch gelang. Nach dem Lesen dieser Bildgeschichte kaufte ich mir als Kind das Buch „Das Geheimnis zweier Ozeane“ von Adamow, woher die Bildgeschichte entlehnt war:
Mittwoch, 10. Februar 2010
Dienstag, 9. Februar 2010
B.N. und Gyula Macskássy
Apropos:
Wer es noch nicht mitbekommen haben sollte: Alle Fotos im Blog können generell durch anklicken vergrößert werden!
Montag, 8. Februar 2010
Droll und Binisatt
Sonntag, 7. Februar 2010
"Mücken und Tücken" von Walter Ledig und Arpad Schmidhammer (Teil 1)
Viel Spaß!
Mehr Platz für deutsche Spießbürger?
„Sich fügen heißt lügen!“ (Erich Mühsam)
http://www.hronline.de/website/rubriken/nachrichten/index.jsp?key=standard_document_33432764&rubrik=5710 und die Altersgruppe der im mittleren Alter stehenden Menschen wird permanent vom Staat geschröpft und mit immer neuen Bestimmungen und verschärften Gesetzen auf allen Gebieten um die Lust am Leben hier in Deutschland gebracht, ausgenommen natürlich die Profiteure dieses Systems, wie die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und die Beamten.
Dieses erzählte ich einer Bekannten und deren Reaktion war folgende: „Sollen sie abhauen, dann wird wenigstens wieder Platz für uns in Deutschland!“ Hm! Für wenn wird da mehr Platz? Für alle die, die in deutscher Wagenburgmentalität zu Deutschland stehen, egal wie schlecht das Gesellschaftssystem ist? Diese Meinung erinnerte mich an die der deutschen Spießbürger der letzten 200 Jahre. Als nach 1815 freiheitsliebende Deutsche den feudalen Absolutismus in den deutschen Kleinstaaten mit all der Unterdrückung und Gängelung nicht mehr aushielten, da wanderten sie nach Amerika aus, damals ein Kontinent der Freiheit, jedenfalls gegenüber Europa. Ja und die öffentliche Meinung der daheim gebliebenen Kleinbürger? Die war so, daß man den Auswanderern keine Träne nachweinte, man bezeichnete sie gar als Kriminelle und minderwertiges Pack welches es angeblich zuhause zu nichts gebracht hatte. Nicht anders erging es den Emigranten die ab 1933 Deutschland den Rücken kehrten. Auch die hielten die Unterdrückung durch den nationalsozialistischen Staat nicht aus und zogen weg von Deutschland. Von den in Deutschland verbliebenen Kleinbürgern aufs heftigste als Vaterlandsverräter beschimpft waren diese Deutschen aber die moralisch Hochstehenden im Gegensatz zu denen die sie beschimpften. Abertausende Deutsche emigrierten, von den besten Dichtern Deutschlands bis hin zu demokratischen Politikern, die z.B. in Prag eine antifaschistische deutsche Presse aufbauten. Ja, wer verläßt schon ohne Not und ohne Einsicht, daß es in absehbarer Zeit nicht gelingen wird die gesellschaftlichen Zustände des Vaterlandes zum Besseren zu ändern, sein Heimatland? Kaum jemand! Immer sind es die Aufrichtigen die ihr Vaterland verlassen und zurück bleiben die welche nicht weg können aus den verschiedensten persönlichen Gründen und die, die das jeweils herrschende System gut finden, sei es auch noch so repressiv wie das der Nazis. Nicht viel anders erging es den Flüchtlingen welche die sozialfaschistische DDR verließen, die sogar bei der Flucht ihr Leben riskierten. Gingen sie frohen Herzens weg? In den seltensten Fällen war dies der Fall. Sie gingen weg weil sie den Staatsbürokratismus, der in der DDR fälschlich als Sozialismus verkauft wurde, nicht länger ertragen wollten. Ja und gab es keine Spießbürger in Westdeutschland? Zur Genüge! Als ab 1968 endlich ein befreiender Wind durch das reaktionäre Land wehte, da war es der kleinbürgerliche Mob der gegen die fortschrittlichen Studenten und Demonstranten hetzte. Ein bekannter Spruch dieses reaktionären Pöbels lautete: „Sollen sie doch nach drüben in den Osten gehen, dann sind wir sie endlich los!“
Immer ist es der Freiheitsdrang der Bürger eines Landes der dazu treibt das eigene Land zu verlassen. Warum fliehen denn geradezu Millionen Bundesbürger im Urlaub ins Ausland? Nur der Sonne wegen? Wohl kaum, auch weil es sich in vielen Ländern mittlerweile freier leben läßt als in Deutschland. Und könnten es sich Millionen Deutsche finanziell leisten dann würden sie den Großteil des Jahres in freieren Ländern verbringen, unterbrochen nur von kurzen Stippvisiten in Deutschland. Im Gegensatz dazu die kleinbürgerlichen Deutschen in ihrer Wagenburgmentalität: Sie würden es noch begrüßen und gutheißen wenn Hartz-IV-Empfänger in Marschkolonnen und im Häftlingsanzug die Straßen kehren müßten, so wie früher die Gefangenen zu Kaisers Zeiten. Schon heute regt sich kaum ein Bürger darüber auf, daß 1-Euro-Jobber in öffentlichen Grünanlagen Zwangsarbeit leisten müssen und sie schon von weitem als 1-Euro-Jobber stigmatisiert werden durch kanariengelbe Arbeitsanzüge.
„Sollen sie abhauen, dann wird wenigstens wieder Platz für uns in Deutschland!“ – Na dann, mehr Platz für den deutschen Spießbürger, frei nach Voltaires Zitat aus einem seiner Werke wo der Akteur meint in der besten aller Welten (Länder) zu leben und dem Veränderungen zu mehr Freiheit ein Graus waren. Willy Brandts berühmter Slogan „Mehr Freiheit wagen!“ den fand der deutsche Spießbürger schon damals suspekt und heute mehr denn je.
Apropos! Die Vertreter der Meinung, daß mehr Platz in Deutschland dann für sie selber käme wenn libertär eingestellte Bürger das Land verließen, dies wird ein Irrtum sein, denn immer noch ist die Einwanderung entschieden höher als die Auswanderung. Warum kommen nun diese Immigranten nach Deutschland wenn hier alles so schlecht ist, fragen dann diejenigen die, die gesellschaftlichen Zustände in Deutschland noch immer so gut finden? Sie kommen deshalb weil sie im Gegensatz zu den vielen kuschenden, verhuschten, spießbürgerlichen Deutschen sich vieles hier gar nicht gefallen lassen. Selbstbewußt gehen sie meistens durchs Leben und halten zusammen. Wo gäbe es das, daß z.B. Türken einen Landsmann in Deutschland jahrelang obdachlos allein ließen? Gibt es nicht (Obdachlosenstatistik)! Dort herrscht eine solidarischere Mentalität als unter den Deutschen. Bei Deutschen passiert es, daß deutsche Hartz-IV-Empfänger sich Obdachlosen moralisch überlegen fühlen, diese gar als Penner diskriminierend bezeichnen und sie schauen weg wenn Obdachlose von Bahnhöfen und Einkaufspassagen unsanft von Sicherheitskräften in die Kälte raus geschmissen werden. Da kann es sogar passieren, das Hartz-IV-Empfänger die das Glück haben das ihnen die Wohnungsmiete und die Heizkosten vom Staat bezahlt werden, weil sie über 25 Jahre alt sind und immer schön brav ihrem Fallmanager zum Mund geredet haben und dadurch Privilegien gegenüber kritischen Bürgern haben, die Nase rümpfen wenn in ihrem Keller im Wohnblock sich „unerlaubt“ ein Obdachloser mal über Nacht einquartiert hat um draußen nicht zu erfrieren. Solche moralisch entsolidarisierten Typen bringen es sogar fertig und würden die Polizei rufen die dann den Obdachsuchenden dort entfernt – eine typische Mentalität des deutschen Spießbürgers: Nach oben katzbuckeln und nach unten treten!
Samstag, 6. Februar 2010
Die dümmsten Kälber wählen ihre Schlachter selber!
Ja, schön dämlich, kann man da nur sagen, waren diese Knechte und Mägde, damals vor 100 Jahren! Aber das einfache Volk war eben damals sehr ungebildet und durch die Propaganda der herrschenden Klassen verdummt, aber heute im Jahre 2010 ist das ja anders, da kennen die Leute ihre Rechte und inzwischen gab es ja all die sozialen Errungenschaften, die wird man sich doch nicht kampflos wieder weg nehmen lassen, oder? Pustekuchen! Die spießbürgerliche Wesensart der deutschen ausgebeuteten Schichten hat sich leider kaum verändert, dazu sitzt die deutsche unterwürfige Mentalität den „Ur“-Deutschen zu sehr in den genetischen Knochen.
Wir schreiben das Jahr 2010! Die Schwester meiner Bekannten Rosi arbeitet seit langem als Verkäuferin zwei Tage in der Woche, eine Volltagsstelle bekam sie aufgrund der Situation auf dem Arbeitsmarkt leider nicht. Nun, schließlich ist sie gelernte Fachverkäuferin, bekam Auszeichnungen in der DDR für gute fachliche und gesellschaftliche Arbeit, war strammes Mitglied der SED und sogar etliche Jahre Stadtverordnete. Sie müßte doch eigentlich ein wenig was mitbekommen haben was Mindestlohn, Rechte des Arbeitnehmers und dergleichen anlangt, aber scheinbar nicht, scheinbar ging alles an ihr geistig vorbei und die innere spießbürgerliche Mentalität hatte sich bloß zu DDR-Zeiten den damaligen geforderten Floskeln angepaßt, so wie das Opportunisten halt immer tun, da kann kommen was will, ob nun Kaiser, Hitler, Honecker oder die parlamentarische Demokratie, man paßt sich immer an und marschiert kräftig mit, am besten in der zweiten Reihe, damit man bei einem Systemwechsel sagen kann, man wäre nur ein Mitläufer gewesen und man empfehle sich für das neue System, denn man habe ja hauptsächlich nur fachliche Erfahrung gesammelt. Nun gut, sie arbeitet also 2 Tage in der Woche und bekommt den reichlichen Rest zum Lebensunterhalt vom Amt – Hartz IV. Was wäre daran nun so schlecht? Schlecht daran ist, daß sie für einen sittenwidrigen Lohn arbeitet (1,08 Euro die Stunde), damit zutiefst sich unsolidarisch allen anderen Arbeitnehmern verhält, weil durch derlei Dumpinglöhne das Lohnniveau im Handel sittenwidrigst gesenkt wird. Das makabre an der Sache ist, daß ihr im Winter, wenn sie nicht mit dem Rad fahren kann, sondern auf den Bus angewiesen ist, ihr nur noch knapp 30 Euro für diesen Halbtagsjob im Monat bleiben. Ja und noch makabrer ist, daß sie ein Angebot der Gewerkschaft ausschlug, die von diesem sittenwidrigen Lohn hörten, die sie unterstützen wollten bei einem Arbeitsgerichtsverfahren, daß der Arbeitgeber zu mindestens den Lohn rückwirkend zahlen müßte der nicht sittenwidrig sei. Es gibt zwar keinen gesetzlichen Mindestlohn, aber es gibt den Passus im Arbeitsgesetzbuch, daß es nicht gestattet ist sittenwidrige Löhne zu zahlen und ein Lohn von brutto 1,08 Euro die Stunde ist eindeutig sittenwidrig und die Schwester meiner Bekannten hätte eine 100%ige Chance diesen Prozess zu gewinnen. Dies lehnte sie aber ab in der unheilvollen Tradition der dummen Knechte und Mägde die die Gewerkschafter im Jahre 1910 mit Forken und Mistgabeln fortjagten.
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich! Nur mit derlei verhuschten deutschen Typen, die sich hergeben für 1,08 Euro die Stunde regulär zu arbeiten und die nicht wollen, daß durch ein Arbeitsgerichtsverfahren derlei Ausbeutungslöhne gestoppt werden, die diese sittenwidrige Ausbeutung unterstützen obwohl sie selber dabei die Dummen sind, da ist wahrlich kein Staat zu machen und es braucht sich kein Bürger über den Abbau des Sozialstaates empören und die Regierung oder die Oberschichten dafür allein verantwortlich machen, wenn sogar die Ausgebeuteten es oft so wollen, daß sie so ausgebeutet werden!
PS.: Ein Rätsel ist es mir, daß das Hartz IV-Amt nichts gegen solcherart sittenwidrige Löhne selber unternimmt! Schließlich sind denen ja die Lohnsumme bekannt und sie müssen aus unser aller Steuergeldern diese Personen alimentieren, die sowenig an Lohn bekommen, daß sie davon nicht leben können. Je niedriger der Stundenlohn, desto höher ist quasi der Anteil den wir die Allgemeinheit aufbringen muß, eine ganz simple Rechnung!
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