Montag, 13. Januar 2014

Die elektronische Gesundheitskarte gefährdet Ihre Gesundheit


Stimmt die Überschrift? Teils, teils! Aber was eben richtig ist, das ist, daß die neue elektronische Gesundheitskarte der Einstieg in den gläsernen Menschen ist. Wer da glaubt, man bleibe bei den Anfängen, wo die Änderung zur bisherigen Karte nur das Aufbringen eines Fotos sei, der ist mehr als naiv. Als wenn man deshalb diesen Aufwand getrieben hätte! Nein, Endziel ist und bleibt der gläserne Mensch, wo letztendlich die Zahnarzthelferin sehen kann, daß der Patient der sich gerade einen Zahn hat ziehen lassen, einen Tag vorher beim Arzt für Geschlechtskrankheiten war und das und das Medikament gegen seinen Tripper verschrieben bekommen hat.

Hier mal ein paar Links zu kritischen Meinungen gegenüber der neuen elektronischen Gesundheitskarte:


 
Die Verbraucherzentrale schreibt:

„Die elektronische Gesundheitskarte löst die Krankenversichertenkarte ab, die gesetzlich Krankenversicherte seit Mitte der 90er Jahre zum Arzt mitnehmen müssen. Sie kann am Anfang nicht wesentlich mehr als die alte Karte, soll aber schrittweise ausgebaut werden. In der letzten Stufe soll sie als Zugang und Schlüssel zur elektronischen Patientenakte dienen, das ist eine Sammlung aller Dokumente, die bei Ärzten, Krankenhäusern und anderen Therapeuten über einen Patienten angelegt werden. Solche Sammlungen von Dokumenten auf zentralen Servern abzulegen, birgt erhebliche Risiken. Während in Deutschland die Regierung zur Einführung der neuen Karte erheblichen Druck auf die Krankenkassen ausübt, werden anderswo vergleichbare Projekte bereits wegen Undurchführbarkeit beerdigt. So berichtete am 23. September 2011 die britische Zeitung "The Guardian“ vom »Stopp eines Mega-Projekts des Nationalen Gesundheitsdienstes zur technischen Aufrüstung des Gesundheitswesens und zum Aufbau eines Systems elektronischer Patientenakten, in das bereits 14,5 Milliarden Euro geflossen sein sollen« – das ist etwa ebenso viel wie in Deutschland als pessimistische Annahme zu den Kosten der elektronischen Gesundheitskarte und der Telematikinfrastruktur geschätzt werden (zitiert nach heise online)".
 
Die Ärztekammer schreibt:
 
„Für Versicherte, die das elektronische Kärtchen grundsätzlich ablehnen, wird es nach der Übergangsfrist nicht einfach. Wollen sie auch künftig partout kein Foto abgeben, bleibt ihnen erst einmal nur eins: Die Wahl der Kostenerstattung statt der Abrechnung per Gesundheitskarte. Dann muss die Arztrechnung selbst gezahlt und später von der Kasse erstattet werden. Damit läuft ein Patient aber Risiko, dass er auf so manchen Kosten sitzen bleibt...."

„Die Welt“ vom 11.11.2013:
 
„Wer in Zeiten von Abhörskandalen und internationaler Datensammelwut skeptisch bleibt, kann sich zunächst einmal nur damit trösten: An der neuen Gesundheitskarte ist bislang nur das Foto neu, wie Hubloher betont. Das soll sicherstellen, dass die Karte auch dem Patienten gehört, der sie vorzeigt – und für den die Kassen zahlen müssen. Alle anderen, stark umstrittenen Funktionen wie das Speichern von Rezepten, Behandlungen oder der Ausbau zur elektronischen Patientenakte sei noch Zukunftsmusik, betont auch die Verbraucherzentrale Hamburg. Allerdings: Die Möglichkeit zum Datensammeln ist bereits auf dem Chip angelegt. Die Karte ist insofern "lernfähig".“

Interessant und bezeichnend finde ich mal wieder die Ausnahmen! Da heißt es: „Eine Gesundheitskarte ohne Foto erhalten lediglich Kinder unter 16 Jahren sowie Versicherte, die aus gesundheitlichen Gründen kein Foto einreichen können, wie etwa Pflegebedürftige. Akzeptierte Ausnahmefälle sind auch Entstellungen oder religiöse Gründe.“
 
Ja und dann das typische für unsere Klassengesellschaft! Während die Masse des Volkes gläsern werden soll, da verschont man natürlich die Oberschicht, denn alles das trifft für reiche Menschen die in einer privaten Versicherung sind, nicht zu. Die lassen sich nicht so leicht gläsern machen und  rennen auch nicht freudig wie eine Herde blökender Lämmer dem Schäfer hinterher, der sie ins Schlachthaus führt. Daß bisher 95 % der gesetzlich Versicherten ohne Protest brav ein Foto an die Krankenkassen geschickt haben, zeigt, daß Boykottaufrufe verhallt sind. Wie immer trottet der deutsche Bürger ohne zu murren mit dem Mainstream mit und jammert später, wenn es zu spät ist. Auf Chipkarten der privaten Krankenkassen werden selbstverständlich nicht, wie bei dem gemeinen Volk, das Foto und später Krankheitsverläufe etc. gespeichert, siehe dazu: 

„Seit über 10 Jahren gibt es zunehmend auch für Kunden einer privaten Voll- oder stationären Zusatzversicherung eine Chipkarte mit maschinenlesbaren Patientendaten. Sie stellt das Gegenstück zur Krankenkarte in der gesetzlichen Krankenversicherung dar. Die Chipkarte erleichtert die Erfassung von grundlegenden Patientendaten wie Name, Anschrift und Versicherungsnummer, wenn man sich bei einem Arzt oder Krankenhaus vorstellt. Davor war es jedoch keine Selbstverständlichkeit eine solche Karte auszugeben. Und es ist für Privatversicherte auch heutzutage nicht zwingend, zum Behandlungsbeginn eine Chipkarte vorzulegen. Im Gegenteil, es besteht grundsätzlich keine Pflicht dazu, wenn man sie mal vergessen haben sollte oder wenn man generell auf ihre Vorteile verzichten will.“

Ein nicht ernst zu nehmender Tipp von mir: Entweder sie werden Beamter, Bundestagsabgeordneter oder sie verdienen endlich soviel, daß sie aus der gesetzlichen Krankenkasse raus können, sich einer privaten Krankenkasse anschließen können um nicht der gläserne Patient in späteren Jahren zu werden, oder sie schließen sich einer Religion an, die aber nicht christlich sein darf, denn aus religiösen Gründen darf man ja auch das Foto verweigern, so z.B. Muslimas, die der Ganzkörperverschleierung frönen usw. und so fort. (lol)

Stolle und Vogelfutter in den Müll?



Können Sie sich noch an diesen Blogbeitrag erinnern, liebe Leser: http://barrynoa.blogspot.de/2013/12/unmoralische-supermarkte-lebensmittel.html?
 
Ja, da ging es um weggeschmissene Lebensmittel in Supermärkten! Meine Bekannte, die damals als Praktikantin in einem Supermarkt arbeitete, ist nach wie vor arbeitslos, also das Praktikum war nur dazu da die Arbeitslosenstatistik der Arbeitsagentur zu beschönigen und dem Supermarkt eine billige Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen.
 
In der Zeit ihres Praktikums hatte sie sich mit einer Minijobberin angefreundet, die berichtete ihr, daß es auch ihr stinkt wie mit Lebensmitteln dort umgegangen wird. Obwohl diese selbst noch ergänzendes Hartz-IV bekommt, darf sie sich von den weggeworfenen Lebensmitteln auch nichts mit nach Hause nehmen. Das ist strengstens verboten! Es dauert sie, als sie dieser Tage Unmassen an Stollen, Weihnachtsnaschereien und Backwaren in den Müll schmeißen mußte. Obwohl sie selbst im Winter Vögel an einem Futterhäuschen füttert, durfte sie sich noch nicht mal Tüten mit Sonnenblumenkernen mitnehmen. Auch die landeten im Müll. Also meine persönliche Meinung ist die, daß eine Supermarktleiterin, die solches anordnet, ein verkommenes minderwertiges Subjekt ist,   
Anordnung von oben, hin oder her, denn wenn schon die Sonnenblumenkerne nicht verkauft werden können, da der Winter so mild ist, so kann man sie zumindestens den Vögeln in der Umgebung hin schmeißen, statt sie in die Mülltonne zu schmeißen.
 
Auch die Stollen und die Backwaren müssen doch nicht in den Müll geschmissen werden, nur weil sie keiner mehr kauft, dann könnte man sie doch der Bahnhofsmission geben, die täglich Menschen beköstigen muß und wo man oft nicht weiß wie man an genügend Lebensmittel kommt. Daß Supermarktleiter Lebensmittel nicht gern der Dessauer Tafel zur Verfügung stellen, das kann ich allerdings verstehen. Wer meine Blogbeiträge über die Dessauer Tafel gelesen hat, der weiß weshalb man da nichts hingeben sollte. Lebensmittel, die noch in Ordnung sind, allerdings in den Müll zu schmeißen, dies ist für mich tatsächlich Sünde und nicht das was Religionen und die verkommene bundesdeutsche Gesellschaft gemeinhin als sündhaft bezeichnen, z.B. wenn ein Obdachloser in einem Supermarkt Lebensmittel klaut, weil er sonst hungern müßte. Ich stelle mir vor, daß ein Obdachloser in dem Supermarkt ein Päckchen dieser Stolle geklaut hätte, die einen Tag später in Massen in den Müll geschmissen wurden, er wäre von der Justiz als Nichtseßhafter zu Gefängnis verurteilt worden und als etwaiger Wiederholungstäter nicht nur zu ein paar Tagen! Es ist schon eine entartete Gesellschaft in welcher wir leben, aber sie ist eben auch nur das Ergebnis der Mehrheitsmeinung des Volkes, welche so ein System noch wunderbar findet und nichts auf Deutschland kommen läßt.
 
Dankenswerter Weise hat, auf mein Anraten hin, die Minijobberin Fotos gemacht, was nach dem fotografieren von ihr in den Müll geschmissen werden mußte, siehe obige Fotos. Ich hatte das deshalb angeraten, weil es sonst manch ungläubiger Leser nicht glauben würde, was so eine Minijobberin erzählt, und ich es ohne Fotos im Blog nicht bringen würde, da es immer wieder bourgeoise und kleinbürgerliche Leser gibt, die Zweifel an solchen Erzählungen haben, weil sie nicht in ihr idealisiertes Bild von Deutschland passen.

Sonntag, 12. Januar 2014

Die antiautoritäre "Neue Schule", Hamburg, bei motzgurke.tv

Besonders wegen meines Blogbeitrages http://barrynoa.blogspot.de/2011/04/freiheitliche-schule-kontra.html, hat es mich gefreut, daß im Kinderprogramm von motzgurke.tv endlich mal die „Neue Schule Hamburg“ vorgestellt wurde, denn in der Bevölkerung herrscht immer noch viel Skepsis über antiautoritäre Schulformen, kein Wunder, denn das kleinbürgerliche, autoritäre und obrigkeitshörige Denken ist fest eingebrannt in der Meinung breiter Schichten des Volkes. Wie sollte es denn auch anders sein, denn viele Jahrhunderte war der Freiheitsgedanke verfemt und erst durch die 68er Bewegung bei uns in Deutschland überhaupt erst wahrgenommen worden, obwohl schon um 1900 und dann in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts antiautoritäre Schulformen in den USA und in England großen Erfolg hatten. 

Daß der Freiheitsgedanke natürlich den reaktionären Kräften nicht in den Kram paßt, dies ist einleuchtend und so wurde die gesamte antiautoritäre Erziehung als angeblich nicht praktikabel denunziert. Das ist natürlich absolut nicht der Fall, aber die einfältigen Spießbürger in unserem Land fallen, wie so oft, auf derlei Demagogie herein. Es ist ja hinlänglich durch unsere unrühmliche jüngere Geschichte bewiesen, daß das Volk aufgrund der kleinbürgerlichen Denkweise bestens auf reaktionäre und unfreiheitliche Parolen herein fällt. Daß überhaupt mal im deutschen Volksverdummungsfernsehen über eine antiautoritäre Schule berichtet wird, ist schon ein Wunder, denn man möchte es ja nicht, daß diese Schulform Schule macht. Dies wäre den meisten Lehrern ein Graus, nicht mehr als Autoritätsperson in der Schule auftreten zu können, ja sich dem Votum der Schüler zu stellen, ob er überhaupt das Vertrauen der Schüler genießt, dies nicht mal als Lehrer, sondern Lehrer gibt es nicht, sondern als Mentor. 

Hier der Link zur „Neuen Schule", Hamburg: http://neue-schule-hamburg.org

Schön daß es auch ein Video vom Motzgurke-Team bei ihrem Besuch in dieser Schule im Internet gibt. Ich möche es jedem empfehlen, es anzuschauen. Unfreiheitlich Spießbürger werden dies natürlich nicht tun, denn bei Ihnen ist es so wie bei den Rassisten: Sie haben ihre feststehende reaktionäre Meinung und die wollen sie sich durch Fakten nicht kaputt machen lassen. Auf diese Typen kann allerdings Deutschland bestens verzichten. 
Das Video:
http://www.kindernetz.de/motzgurketv/allefolgen/folge/-/id=248888/nid=248888/did=288716/pv=video/jkq9pf/index.html  (ab Minute 3.30 Besuch in der Neuen Schule, Ende ca. Minute 8.30) 

Unbedingt lesenswert und Standardwerk für jeden freiheitlich Denkenden, das Buch von Daniel Greenberg „Endlich frei!: Leben und Lernen an der Sudbury Valley Schule“:



Weiterführend, nach 30 Jahren erfolgreicher antiautoritärer Schulen, das Buch „Ein klarer Blick - Neue Erkenntnisse aus 30 Jahren Sudbury Valley School“, ebenfalls von Daniel Greenberg, Titel des amerikanischen Originals: "A Clearer View: New Insights into the Sudbury School Model". 




„Dieses Buch entstand im Rahmen des 30jährigen Jubiläums der Sudbury Valley School und beschäftigt sich mit fundamentalen Fragen der Schule, die sich Schüler, Mitarbeiter und Eltern über die Jahre hinweg stellten. Daniel Greenberg gibt in diesem Buch tiefe Einblicke in die Überlegungen, die hinter dem Sudbury-Konzept stecken. Er entwickelt seine Gedanken mit wissenschaftlicher Präzision und Schärfe. Durch die Untermauerung seiner Überlegungen mit Beobachtungen und Erfahrungen aus 30 Jahren Schulalltag bietet dieses Buch nicht nur Wissenwertes für Neulinge, sondern auch einige Aha-Momente für Kenner des Konzepts. Die Sudbury Valley School in Framingham, Massachusetts in den USA gewährt ihren Schülern seit 1968 ein konsequent demokratisches, natürliches und selbstbestimmtes Lernen. Schulen vom Sudbury-Typ entstehen seitdem überall auf der Welt.“ 
aus dem Klappentext

Unbedingt noch zu empfehlen: „Die Sudbury Valley School - Eine neue Sicht auf das Lernen von: Daniel Greenberg u.a., Titel des amerikanischen Originals: "The Sudbury Valley School Experience"



"Ausgangspunkt all unserer Überlegungen war die anscheinend revolutionäre Idee, daß ein Kind eine Person ist, und daß es als Mensch vollen Respekt verdient." Die Sudbury Valley School stellt seit 1968 bisher gewohnte Ansichten zum Lernen grundsätzlich in Frage. Die Schüler bestimmen hier selbst jederzeit, was sie lernen, wie sie lernen, womit sie lernen und mit wem sie lernen. Der Erfolg von inzwischen mehr als 30 Schulen dieses Typs auf vier Erdteilen ist nicht von der Hand zu weisen: Ihre Absolventen sind ohne Ausnahme erfolgreich im Berufsleben und engagiert im demokratischen und sozialen Gemeinwesen.“
aus dem Klappentext

Samstag, 11. Januar 2014

Neu bei Neumann: Arkadische Szene von Cornelis van Poelenburgh (1594-1667)



Die großartigen Bilder des Malers Cornelis van Poelenburgh (1594-1667), dem berühmten holländischen Maler, wurden natürlich in späteren Jahren auch in Kupfer gestochen, um sie einem breiteren Publikum bekannt zu machen, so auch die oben abgebildete arkadische Szene, gestochen von Haas und Schürer, veröffentlicht bei Pascal in Berlin um 1700. Dieser Kupferstich ist neu im Angebot des Antikhandels Neumann, Dessau (http://antikhandelneumann.npage.de).

Für alle diejenigen Blogleser, welche die großartigen Bilder Poelenburghs nicht kennen, hier eine kleine Seite mit Abbildungen seiner Werke: http://www.wga.hu/frames-e.html?/html/p/poelenbu/index.html

Donnerstag, 9. Januar 2014

Ausgestorben: Anhaltische Volkslieder


Ich habe mal wieder in meinem anhaltischen Volksliederbuch aus den 20er Jahren geblättert und mußte feststellen, daß nicht ein einziges der dort verewigten anhaltischen Volkslieder noch irgendwo gesungen wird. Das anhaltische Brauchtum steht nur noch in alten Büchern, im Leben der Anhalter ist es gänzlich verschwunden. Das ist insofern bedauerlich, da in anderen deutschen Landstrichen das Brauchtum noch einen hohen Stellenwert hat und Volkslieder sind meiner Meinung nach ein sehr wichtiger Bestandteil der Identität eines Landstrichs.

Schon die SED-Sozialfaschisten versuchten anhaltische Identität den Menschen auszutreiben, allein die Bildung von Bezirken die landsmannschaftliche Grenzen außer acht ließ, war dazu ein Mittel. So schlug man einfach einen Teil Anhalts zum preußischen Bezirk Magdeburg und einen anderen Teil dem sächsischen Bezirk Halle zu. Anhaltische Identität wurde damit klein gemacht. Wer da nun meinte, nach der Wende würde sich alles ändern, der wurde enttäuscht, das Gegenteil war der Fall! Anhalt wurde vor ein paar Jahren restlos zerschlagen, durch die Bildung von Landkreisen wo anhaltische Kreise völlig untergingen, da denke man nur an den künstlichen Landkreis Anhalt-Bitterfeld, wo Köthen und Zerbst auf einmal mit Bitterfeld zusammen gelegt wurden. Daß dies landsmannschaftlich überhaupt nicht paßt, dies liegt auf der Hand und daß damit anhaltische Identität vor die Hunde gehen muß, das ist auch einleuchtend. Sollen sich die Zerbster als alte Anhalter, jetzt als Anhalt-Bitterfelder fühlen? Einem Bitterfeld, mit dem sie sprachlich, traditionsmäßig und mental so gut wie nichts gemeinsam haben, während alte anhaltische Gebiete neben Zerbst wiederum Wittenberg zugeschlagen wurden, wie Wörlitz und Oranienbaum, Städte die Jahrhunderte lang engstens zu Dessau gehörten. Es ist klar, daß wenn die Hauptstadt eines Landkreises Wittenberg heißt, daß von dort aus kein Interesse besteht anhaltische Volkslieder am Leben zu erhalten.

Ich habe ein paar Seiten des anhaltischen Volksliederbuches mal eingescannt, auch das Inhaltsverzeichnis der dort mit Noten veröffentlichten 50 anhaltischen Volkslieder. Der Buchschmuck und die Grafiken stammten von Paul Heil, zusammengestellt wurde das Buch von dem bekannten anhaltischen Volkskundler Alfred Wirth, erschienen im C. Dünnhaupt-Verlag, Dessau. Interessant ist, daß Wirth die einzelnen Volkslieder Orten zuordnete, so z.B. das Volkslied „Des Kaisers Töchterlein“ Zerbst oder das Volkslied „Das Mädchen und das Bäumchen“ dem Dorf Natho. Da das Volkslied „Das Schloß in Österreich“ aus Dessau stammen soll, es Wirth auch Dessau zuordnete, habe ich es mal ganz eingescannt. Wenn man den Text liest, wo ein junger Mann (aus Dessau stammend?) auf einem Schloß in Österreich eines Diebstahls zu Unrecht beschuldigt wurde und dem Henker überantwortet wurde, so stellt sich mir die Frage, ob es für dieses Volkslied einen realen Hintergrund gab, was anzunehmen ist, denn daß ein Volkslied in Dessau gesungen wurde, was von einem Schloß in Österreich handelt, ohne einen Bezug zu Dessau, dies wäre schon recht unwahrscheinlich.






 

Mittwoch, 8. Januar 2014

Enver Hoxhas Buch "Imperialismus und Revolution"






Das oberste Foto, wo ich in einem Buch von Enver Hoxha lese, das sieht aus wie gestellt - ist es aber aber nicht, denn ich habe mir heute mal wieder die alten albanischen Schriften aus dem Schrank geholt und lese mal wieder darin.

Unbestritten ist Enver Hoxhas Buch „Imperialismus und Revolution“ das gehaltvollste. Es ist sagenhaft wie damals Enver Hoxha analysieren konnte, ja geradezu die Zukunft voraus sehen konnte, was mit den Supermächten passieren wird. Das meiste ist tatsächlich so eingetreten. Er war ein Rufer in der Wüste und schon gar nicht hörten auf ihn die Verräter am Sozialismus im Ostblock. Sowohl die sowjetischen Sozialimperialisten, die SED-Sozialfaschisten, wie auch die Maoisten, hatten bekanntlich einen antisozialistischen Kurs eingeschlagen. Dies erfuhr die Weltöffentlichkeit vor allem durch den Sender Radio Tirana, welcher natürlich auch in deutscher Sprache sendete.

Weniger bekannt ist, daß das kleine Albanien keine Kosten scheute, auch Schriften die darüber aufklärten, in vielen Sprachen in alle Welt zu senden, so wiederum auch in deutscher Sprache. Im Westen war es kein Problem an diese Schriften zu kommen, dagegen waren sie in der DDR streng verboten, wie mein Beschlagnamebild von albanischen Schriften zeigt, darunter sogar das rein kulturell ausgerichtete Journal „Albanien heute“. Aber den SED-Sozialfaschisten und ihren Schergen, der Stasi, war nichts geheuer was aus Albanien kam, denn durch den klaren marxistisch-leninistischen Kurs dort, wurden vielen Menschen im Ostblock die Augen geöffnet, was für ein antisozialistisches und sozialfaschistischer Kurs im Ostblock den Leuten als „Sozialismus“ propagandistisch angedreht wurde.

Ich hatte Glück, ein westdeutscher Bekannter brachte das obige Buch und weitere Schriften 1980 unbeschadet durch den Zoll, aber auch nur deshalb, weil er im Zug nicht kontrolliert wurde, was sehr oft geschah.

Viele albanische Schriften und Bücher in deutscher Sprache wurden in dem legendären Verlag „8. Nentori“ (8. November) verlegt, der dem Institut für marxistisch-leninistische Studien beim ZK der Partei der Arbeit Albaniens angegliedert war. Leiterin dieses Instituts war übrigens Nexhmije Hoxha, die Frau Enver Hoxhas, eine durch und durch gebildete Frau und schaut man sich ihre Facebook-Seite an, so war sie als junge Frau auch eine ausgesprochen hübsche Frau, wie auch Enver Hoxha ein gut aussehender Mann war, der sich wohltuend von den Häßlingen der führenden Leute des Ostblocks abhob, die auch charakterlich miese Typen durch und durch waren.

Hier die Facebook-Seite von Nexhmije Hoxha: https://de-de.facebook.com/pages/Nexhmije-Hoxha/70980057635  

Montag, 6. Januar 2014

Antikhandel Neumann: Ludwig von Hofmanns Ilias-Holzschnitte

Ludwig von Hofmann (1861-1945) malte nicht nur wunderbar farbige arkadische Oelbilder, siehe das beim Antikhandel Neumann, Dessau, auf der ersten Seite unter Topartikel angebotene Oelbild,


sondern er war auch ein begnadeter Grafiker, dessen Holzschnitte das Kunstpublikum begeisterten. Als Freund des griechischen Altertums, siehe eben Arkadien, da schuf er auch etliche Holzschnitte zu der Ilias von Homer. Der Antikhandel Neumann (http://antikhandelneumann.npage.de) hat ganz neu in seinem Angebot 4 dieser interessanten Holzschnitte zu einem sehr moderaten Preis, siehe hier: