Dienstag, 24. Dezember 2019

Dr. Gunter Bleibohm: Zitate aus seinen Büchern (15)


Die Welt braucht eigentlich nur diese obigen 3 Bücher von Dr. Gunter Bleibohm, dem so einzigartigen genialen Philosophen, der ganze Heerscharen von einfältigen „Denkern“ in den Schatten stellt. In loser Reihe möchte ich Zitate aus seinen Büchern bringen, die nicht leicht verdaulich sind, die aber im Gegensatz zu dem üblichen sonstigen Mummenschanz was an Philosophie den Menschen vorgesetzt wird, ungeschminkte und ungeschönte Realität sind.

Das Zitat "Zufall" halte ich für das Beste aus der Feder von Dr. Gunter Bleibohm überhaupt, da es in die tiefste Tiefe geht, die von den anderen Talmi-Philosophen nie angesprochen wird, da diese Kleingeister in ihren menschenzentrierten Gedanken gefangen sind. 

Sehr passend zum heutigen "Heiligen Abend", einem guten Beispiel menschlicher Kleinkariertheit und Dummheit. 


Z u f a l l

Es ist der große Fluch des Universums, dass es die Erde in der habitablen Zone platziert hat. Es hätte auch woanders sein können, in einer anderen Galaxie, bei einer anderen Sonne. Diesem unsäglichen Zufall verdanken alle Lebewesen die Qualen ihrer Existenz, der sie in die vergebliche Lebenshölle des Kosmos unschuldig gezwungen hat. Die Wahrscheinlichkeit des Unwahrscheinlichsten hat sich nachdrücklich manifestiert.

Wenn man zu denken anfängt, wird man ausgehöhlt“ (Albert Camus, Mythos des Sisyphos), denn die Erkenntnis vom Leid und Elend in der Welt, körperliches wie geistiges Elend, führt zu der Feststellung, dass ein Sinn in der Existenz nirgendwo zu erkennen ist.
Der sensible, der achtsame Mensch fühlt, wie fremd ihm das ganze Weltgeschehen ist, wie vergeblich die bisherigen Bemühungen seines eigenen Lebens waren, einen verlässlichen Fixpunkt im Denken und im Sein zu finden. Er erkennt, zuerst vage, dann mit zunehmendem Alter, mit wachsender Erfahrung, immer schneller und klarer, die Sinnlosigkeit der Welt, die Vergeblichkeit allen Seins.

Die Gefahr ist nicht gering, dass der tiefere Geist in eine existenzielle Krise gerät, wenn er weiterhin nach Sinngebung sucht. Dies fällt umso schwerer und ist zum Scheitern veurteilt, je komplexer und wissensbasierter seine Urteile und Weltanschauungen sind, denn es steht ihm fast niemand gegenüber, der annähernd kongruent empfindet. Er erkennt, dass die Suche nach Sinn in einer in allen Punkten sinnleeren Welt zwangsläufig vergeblich ist und in der intellektuellen Einsamkeit endet, enden muss.

Das Wissen um das Absurde jeglicher Existenz manifestiert sich in ihm, füllt sein Wesen aus und die Resignation folgt. Er ist Nihilist geworden und hat als Ausweg, da er unverschuldet und ungefragt in sein Leben gezwungen wurde, nur zwei Fluchtwege. Entweder – und da steht meist der Lebenswille entgegen – den bilanzierten Freitod, die Negierung des Willens zum Leben oder das Setzen eines persönlichen Sinns, wohlwissend, dass dieser „Sinn“ nur dazu dient, das eigene Leben in weitgehender Zufriedenheit fortzuführen; der Rücksprung zu erster Lösungsalternative bleibt dabei immer parallel bestehen.

An diesem Punkt gaben die Stoiker den Rat, dass „Außendinge die Seele nicht berühren dürfen“, dass Außendinge zwar registriert, aber, da unveränderbare Faktoren, ausgeblendet werden müssen, um die Seele nicht der Verzweiflung auszuliefern. Man gelangt so zu einer situativen Philosophie, abhängig von Alter, Geschlecht, Kulturkreis, abhängig von sozialen Faktoren, körperlicher und geistiger Disposition, die letztendlich immer der persönlichen Nutzenmaximierung untergeordnet ist; vor diesem Hintergrund ist der Mensch immer Egoist.
Wenn man, wie Pitigrilli meint, nicht mit der „Gnade der Dummheit“ gesegnet ist, ist Leben – frei nach Nietzsche – immer ein Blick in den Abgrund der Sinnlosigkeit … und der Abgrund schaut dabei immer umgekehrt in das Lebewesen hinein. 

Nur unbelebte Materie ist leidensfrei, alles andere ist von Übel. Leben ist der große Irrtum des Universums, es hat den Frieden des Seins zerstört.


Montag, 23. Dezember 2019

Julius Taschner (1871-1913): Werbung für Wachslichter und Lebkuchen

Wer kennt ihn nicht, den Künstler Ignatius Taschner (1871-1913), siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Ignatius_Taschner. Spätestens bei der Erwähnung der zehn Figuren des Märchenbrunnens im Volkspark Friedrichshain in Berlin, die von ihm sind, da fällt bei den meisten der Groschen. Allerdings bei Kulturbanausen wird auch da der Groschen nicht fallen, aber für diese Typen ist ja mein Blog auch nicht gedacht.

Ignatius Taschner war bekanntlich Bildhauer, Medailleur, Illustrator und Grafiker. Als Grafiker machte er auch Werbegrafiken und die waren hoch künstlerisch, so die unten abgebildete Werbung für Wachslichter und Lebkuchen. Einfach großartig diese Werbung und sehr deutsch und modern des Jugendstils um 1900. Bei dem alten Mann im normalen Alltagsmantel mit einem Sack voller Lebkuchen denkt man an den Weihnachtsmann und vergißt, daß der Weihnachtsmann, so wie wir ihn jetzt kennen, mit rotem Mantel, roter Mütze und weißem Rauschebart, keineswegs eine alte Figur ist, sondern erst in den 1930er Jahren aufkam, durch die Werbung von Coca-Cola. Schon merkwürdig, daß man meint, daß der Weihnachtsmann eine uralte Tradition hat.  Der muntere Knabe mit den Wachslichtern soll eventuell das Christkind sein, aber so genau weiß man nicht, was sich Taschner dabei dachte. Auf jeden Fall ist diese Werbung weihnachtlicher als das was heutzutage als Weihnacht gebräuchlich ist. 

Sonntag, 22. Dezember 2019

Erinnerung an die Politikerin Wilhelmine Schirmer-Pröscher (1889-1992)

Ein großer Segen für die DDR-Bürger war, daß Stalin, im Gegensatz zur Sowjetunion, in der SBZ und später DDR, Blockparteien zuließ. Diese hatten sich zwar dem Diktat der SED unterzuordnen, aber hatten doch Mitspracherecht. 

Wenn man Politiker der SED mit denen z.B. der LDPD verglich, dann stellte man fest, daß die LDPD-Politiker den SED-Oberen haushoch intellektuell überlegen waren. SED-Politiker waren oft Proleten spießbürgerlichster Natur und es muß den LDPD-Politikern schwer gefallen sein, sich diesen primitiven Typen unterzuordnen. Intellektuelle Ausnahmen gab es auch in der SED, aber diese Politiker kamen nie an die Spitze, wurden von den Proleten an der Spitze auf die zweite Reihe verwiesen, so z.B. der großartige Kulturminister Johannes R. Becher. 

Wenn ich die LDPD-Politiker Revue passieren lasse, auch die auf kommunaler Ebene, so waren diese intellektuell den SED-Leuten weit überlegen. Allein wenn ich an die primitiven mächtigen SED-Kreisleitungs-Chefs von Dessau zurück denke, dann wird mir übel über soviel Primitivität und niedere Instinkte, siehe:


http://barrynoa.blogspot.com/2011/08/gedanken-anlalich-des-50jahrestags-des.html.



Allein schon von seiner äußeren Erscheinung (der Mann mit der Maigret-Pfeife) war der Kreisvorsitzende der LDPD in Dessau, Edgar Wahn, aus ganz anderem Kaliber als die SED-Leute. Man konnte sich mit ihm sehr gut über Kunst, Kultur etc. unterhalten, wo er sehr bewandert war. In meiner Eigenschaft als Klubhausleiter hatte ich das zweifelhafte Vergnügen mich den Weisungen der SED-Bonzen zu fügen, so gut wie immer primitive Typen ohne Allgemeinbildung, dazu versoffen bis zum „Gehtnichtmehr“! Die Klubhäuser der Werktätigen hatten Trägerbetriebe, denen man finanziell unterstellt war und in diesen Trägerbetrieben herrschte immer das „heilige“ Dreigestirn: staatlicher Leiter, Betriebsparteisekretär und Gewerkschaftsboss. Ich kannte diese Typen nur als versoffene Primitivlinge, kulturlos, daß einem schlecht wurde. Das höchste der Kultur war für diese Typen Fußball und der Anglerverein. Ich stelle mir vor, die Siegermacht UdSSR hätte in der DDR nur ein 1-Parteien-SED-System installiert, also das wäre schrecklich gewesen. Durch die Existenz von Blockparteien wurde die DDR erträglicher.



Besonders die LDPD hatte hervorragende Politiker, wie Prof. Dr. Johannes Dieckmann und Dr. Manfred Gerlach, aber auch der NDPD-Politiker Lothar Bolz war ein großartiger Außenminister. Unvergessen, als er die Bombenangriffe der Angloamerikaner als das bezeichnete was sie waren: Terrorangriffe!




Persönlich kannte ich von den hohen LDPD-Politikern nur Wilhelmine Schirmer-Pröscher (1889-1992), die noch mit 100 Jahren Volkskammerabgeordnete war, und damit natürlich Alterspräsidentin. Es ist überliefert, daß Honecker LDPD-Politiker nicht mochte und sie klein hielt. Kein Wunder, denn er spürte wohl, daß sie ihm intellektuell weit überlegen waren und bekanntlich haben Dumme eine Abneigung gegenüber Intelligenten und wollen sie unterdrücken. Die einzigste LDPD-Politikerin vor der Honecker Respekt hatte, das war Wilhelmine Schirmer-Pröscher, das war allgemein bekannt. Er wollte es sich mit ihr nicht verscherzen und was Dr. Gerlach nie gelang, bei Honecker etwas durchzusetzen, was nicht die reine SED-Linie war, das gelang sehr oft Wilhelmine Schirmer-Pröscher. Auch die Kommunalpolitiker machten oft das was sie vorschlug. So wurde das Altersheim in Roßlau auf ihren Wunsch hin außerplanmäßig aus dem Boden gestampft. Es konnte gut möglich sein, daß Honecker Wilhelmine Schirmer-Pröscher sogar ein wenig fürchtete, weil sie gute persönliche Kontakte zu den Ehefrauen der sowjetischen Generalsekretäre hatte, außer später zu der Frau von Gorbatschow. Ich schätzte Wilhelmine Schirmer-Pröscher sehr, war sie doch eine große Kunstfreundin und sie unterstützte meine Forschung zu dem Maler, Kunsthistoriker und Lyriker Dr. Walter Timmling, da sie selber Timmlings Bilder mochte.



Sie hatte zwei Timmling-Bilder aus meinem Besitz gekauft, zwei wundervolle Landschaften. Sie war es auch, die dafür sorgte, daß ich eine Druckgenehmigung für die von mir ausgerichtete Walter-Timmling-Ausstellung schnell und unbürokratisch bekam, siehe:



Ich war allerdings nur einmal in ihrer Wohnung, wo sich die Gespräche um Walter Timmling drehten und wo ich begeistert war von ihren vielen Kunstgegenständen in der Wohnung. Ein paar mal sahen wir uns in Dessau, davon besuchte sie mich einmal zuhause und das völlig überraschend. Ich war außer Haus und als ich nach Hause kam, da stand ein einfacher Wartburg mit ihrem Fahrer vor unserem Haus und als ich reinkam, das saß meine Mutter mit Frau Wilhelmine Schirmer-Pröscher beim Kaffee. Wie mir meine Mutter später erzählte, wollte Wilhelmine Schirmer-Pröscher unbedingt auch mal meine Mutter kennen lernen, weil ich damals ihr von meiner Mutter erzählt hatte, daß ich durch sie zur Literatur und Kunst gekommen war. Was mich sehr freute, daß meine Mutter mir später erzählte, daß Wilhelmine Schirmer-Pröscher voll des Lobes von mir gewesen sei. Sie hätte gesagt: „Frau Nowack, sie haben einen großartigen Sohn, hoch gebildet, mit scharfem Verstand und mit dem Herz auf dem rechten Fleck. Die DDR braucht viel mehr solcher Leute, aber leider ist oft das Mittelmaß vorherrschend“! 

Daß mich dieses Lob ehrte, es bei mir runter ging wie Öl, das wird man verstehen, zumal ich sonst von den Bonzen in Dessau nie besonders gelobt wurde, sondern mir oft eher Steine in den Weg gelegt wurden und ich in der Kulturarbeit besser sein mußte, als meine Kollegen SED-Genossen. Sehr ungerecht, war, daß nach der Wende Wilhelmine Schirmer-Pröscher die Ehrenbürgerschaft der Stadt Berlin aberkannt wurde. Es wurde damit begründet, daß sie sich zu sehr dem SED-Regime unterworfen hätte. Was für ein Wahnsinn, als wenn es einen anderen Weg gegeben hätte. Fundamentalopposition wäre doch gar nicht möglich gewesen, aber mitzuwirken in der sozialistischen Gesellschaft und sie menschlicher zu machen, das war doch eine segensreiche Möglichkeit, denn eins steht fest, ohne die Blockparteien wäre die DDR viel bürgerfeindlicher gewesen und darum kann ich das Niedermachen der Blockparteien nach der Wende nicht gutheißen. 

Freitag, 20. Dezember 2019

Fordert Fridays-for-future die Abschaffung des Internets, weil das Internet ein größerer Klimakiller als die Kohle ist?

Fridays-for-future-Demo mit dümmlichen sexualisierten Parolen, dazu dümmliche Gesichter

Meldung: Fridays-for-future macht Demopause bis nach Neujahr!

Nanu, keine Freitags-Demos mehr? Ach, so, die Wohlstandskinder gehen doch nicht in der Weihnachtszeit auf die Straße, nur wegen des Klimas! Nein, es sind ja schließlich Weihnachtsferien und da feiert man Weihnachten und Silvester, man verreist in südliche Gefilde, natürlich mit dem Flugzeug, denn so wichtig ist diesen Gymnasiasten (Gymnasien gab es in der DDR nicht und damit auch nicht dieses bourgeoise Gesindel!) und Studenten das Klima denn doch nicht. Man will das freie Leben eben genießen, das Volk kann ja in dieser Zeit arbeiten gehen, wie die Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter, die keine Ferien haben, wie die Gymnasiasten und Studenten. Die können eventuell als Kellner und Köche die bourgeoisen Wohlstandskinder in dieser Zeit in den Edel-Restaurants bedienen, wo man es sich mit den Eltern gut sein läßt. 

Man stelle sich vor, Revolutionäre hätten auch Pause gemacht, um Weihnachten und Silvester herum, Frankreich hätte noch heute einen Bourbonenkönig auf dem Thron und wir noch einen deutschen Kaiser!

Die bourgeoisen pubertierenden Schreihälse von Fridays-for-future forderten vor ihrer Pause wegen des CO2-Ausstoßes das sofortige Ende der fossilen Brennstoffe und damit das Aus des Autoverkehrs und der Heizungen. Ein Verbot des Internets forderten diese Typen allerdings nicht, ist es doch mittlerweile so, daß 99 % dieser Jugendlichen geradezu süchtig nach dem Internet sind, sie angeblich ohne Surfen im Internet, ohne Youtube, ohne Whats-App, ohne Email-Versenden, sie schwere Entzugserscheinungen haben. 

Wenn sie allerdings ehrlich an einer CO2-Reduktion auf der Erde interessiert wären, dann würden sie zuallererst das Internet verbieten, oder zumindestens es mit einer hohen CO2-Strafsteuer versehen, so wie das jetzt mit Benzin und Heizung ab 2020 geschieht und was den Typen von Fridays-for-future noch viel zu wenig ist. 

Fridays-for-future-Gören ignorieren, was dieser Tage die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margrethe Vestager, sagte. Sie hat auf den enormen Energieverbrauch des Internets und die Folgen für den Klimawandel hingewiesen. Und mit der weiteren Digitalisierung werde der Verbrauch noch zunehmen, sagte die dänische Politikerin der Funke Mediengruppe. Schon im vergangenen Jahr hätten die Streamingplattformen ungefähr so viel Strom verbraucht wie alle Privathaushalte in Deutschland, Italien und Polen zusammen. 

"Die Digitalisierung braucht dringend einen ökologischen Ordnungsrahmen, sonst wird sie zum Klimakiller statt zum Klimaretter", warnt auch Dieter Janecek, Grünen-Experte für digitale Wirtschaft.

Auf Computer, Smartphone und Tablet, jedes Megabyte genutzten Cloud-Speichers, jede E-Mail oder Google-Suche landet in einem der zahlreichen, energiehungrigen Rechenzentren weltweit und verursacht hohe CO2-Belastungen. Ganz egal, wie viel oder wenig Strom unsere internetfähigen Geräte vor Ort ziehen: Allein mit ihrer alltäglichen Nutzung verursachen wir im Rechenzentrum einen deutlich höheren Stromverbrauch. Im Gegensatz zum heimischen Computer oder Arbeitsrechner sind Server täglich rund um die Uhr im Betrieb. Dabei verbrauchen sie nicht nur viel Strom für die eigentliche Rechenleistung, sondern sie benötigen auch viel Energie für komplexe Kühlsysteme – also Klimaanlagen, Rückkühlung, Ventilatoren und mehr.

Der Energiebedarf des Internet-Streamings so hoch wie komplette deutsche Ökostromerzeugung. Interessiert die bourgeoisen Schreihälse von Fridays-for-future nicht, stattdessen hetzen sie weiter gegen Autos und Heizung. Ohne Internet könnte ich bestens leben, habe es ja auch über die Hälfte meines Lebens nicht gebraucht, aber ohne Heizung nicht und in einem abgelegenen Vorort bin ich auch auf das Auto angewiesen.

Donnerstag, 19. Dezember 2019

Adel schützt vor Dummheit nicht


In der gestrigen Abendsendung von „Bares für Rares“ kam zu Horst Lichter eine arrogante westdeutsche Adelsfamilie und bot ein echt goldenes Zigaretten-Etui an, welches aus dem Besitz des Großvaters des Adeligen stammte. 

Dieses Etui wurde dem Großvater im Jahre 1917 von seiner Frau zum 42. Geburtstag geschenkt. 1917 war das Jahr, wo das deutsche Volk hungerte, zehntausende verhungerten regelrecht und die einfachen Soldaten wurden zu Millionen an der Front verheizt, unter unmenschlichen Bedingungen. Während mein Opa mit einem Wangendurchschuß nicht krank geschrieben wurde, er keine feste Nahrung zu sich nehmen konnte und er nur überlebte, weil er seine Stiefel gegen Eier und Milch bei einem französischen Bauern eintauschte, da ließen es sich die adeligen Offiziere bei Wein und gutem Essen wohl sein. 

Und ein Adeliger, bekam von seiner Frau ein kostbares goldenes Etui (jetziger Wert: 8.000 Euro) geschenkt und dies, wo das Volk aufgefordert wurde, Gold gegen Eisen für den „Endsieg“ abzugeben, was auch gemacht wurde. Das adelige Pack machte das nicht, wie man sehen konnte.

Und nun das perverseste: Der jetzige Besitzer, der adelige Enkel, meinte, daß man nach dem Ende des 1. Weltkrieges sich wieder etwas leisten konnte und wollte. 1917, Ende des 1. Weltkrieges? Jedes Schulkind in der DDR wußte, daß der 1. Weltkrieg von 1914 bis Ende 1918 dauerte und ein arroganter westdeutscher Adeliger, der weiß das nicht? Arme Bundesrepublik Deutschland, mit einer Elite die so dumm und außerdem arrogant ist. Dumm und arrogant, das paßt zusammen! 1945 wurde dieses Pack in der sowjetischen Besatzungszone enteignet und flüchtete mehrheitlich in den Westen. 

Sehr aufschlußreich, diese Story! Einmal, daß ein Adeliger sich 1917 ein massiv goldenes Zigarettenetui leisten konnte, was extra für ihn angefertigt wurde, während das einfache Volk hungerte und sein Gold dem Staat gegen Eisen abgab, und daß jemand, im Jahre 2019, nicht weiß, wann der 1. Weltkrieg zu Ende war. 

Ekelhaft diese bundesdeutsche (westdeutsche) Gesellschaft!

Dr. Gunter Bleibohm: Zitate aus seinen Büchern (14)


Die Welt braucht eigentlich nur diese obigen 3 Bücher von Dr. Gunter Bleibohm, dem so einzigartigen genialen Philosophen, der ganze Heerscharen von einfältigen „Denkern“ in den Schatten stellt. In loser Reihe möchte ich Zitate aus seinen Büchern bringen, die nicht leicht verdaulich sind, die aber im Gegensatz zu dem üblichen sonstigen Mummenschanz was an Philosophie den Menschen vorgesetzt wird, ungeschminkte und ungeschönte Realität sind.


P h i l o s o p h i e l e h r e r

 Die Philosophie ist in der Gegenwart zur Wortdrechselei verkommen, hat ihren praktischen Nutzen akademischem Sophismus geopfert und ihre einstige Freiheit und Ungebundenheit gelehrter Abhängigkeit als Broterwerb unterworfen.
Wer heute ihre fundamentalen Kerne sucht, muss in ihren einsamen Tälern und Höhenzügen zum Pfadfinder werden, sich selber unterrichten, sein eigener Philosophielehrer werden. Der Wille zur Erkenntnis bedingt den Mut zur Einsamkeit, dafür sind die gefundenen Früchte aber umso süßer.

I d e n t i s c h

Hoffnung und Furcht ist das, was man in der Wissenschaft mit „Wahrscheinlichkeit“ bezeichnet.


Ü b e r l e g e n

Ich beneide niemanden, nie und nimmer. Aber wenn ich wählen könnte, welche Wesenszüge ich gerne hätte, dann die meiner Hunde. Demütiger Einklang mit dem zugewiesenen Schicksal, das kleine Glück des Tages genießend, Schmerz und Sorgen ertragend, klaglos, bescheiden. Zu dieser Größe hat sich nie auch nur ein einziger Mensch aufgeschwungen: die wahre Überlegenheit der Hunde. Tiere, die wahren Götter der Natur.