Montag, 18. Januar 2016

Zauberhafte Kolibris und Orchideen von Martin Johnson Heade (1819-1904)

Sind sie nicht zauberhaft, die Bilder mit Kolibris und Orchideen, von Martin Johnson Heade (1819-1904) meisterhaft gemalt? Nicht umsonst bezeichnet man Kolibris als Edelsteine der Lüfte und für Orchideen verwendete der chinesische Philosoph Konfuzius (551–478 v. Chr.) sie als Schriftzeichen »lán« (chinesisch:  ), was so viel wie "Anmut, Liebe, Reinheit, Eleganz und Schönheit" bedeutet.

Der Maler Martin Johnson Heade:

 
 






  

Sonntag, 17. Januar 2016

50er Jahre: Ein Traum von Haus



Wenn ich eben aus dem Fenster schaue, dann schaue ich auf eine verschneite Winterlandschaft. Ich war noch nie ein Freund des Winters und gerade jetzt wünschte ich mir so ein Haus (ein großartiger Rundbau), wie das obige, welches ein Cartoonist (mir unbekannter Künstler) in den 1950er Jahren gemalt hat, wo in einem großen Wintergarten die Hausbewohner sich in sommerlicher Bekleidung und bei sommerlicher Betätigung tummeln. Stellte man sich in den 50er Jahren so zukünftiges Wohnen vor? Ähnliche Wintergärten gibt es tatsächlich jetzt, aber so überdimensioniert wie auf diesem Bild sind sie denn doch nicht.

Auf jeden Fall ist dieser Cartoon noch heute ansehenswert und wer wünschte sich in kalter Jahreszeit nicht so ein Haus und so einen Wintergarten!

Samstag, 16. Januar 2016

Lutz Reißlands Fragen an die Grünen betreffs der Akzeptanz des Schächtens

Schon mehrmals bin ich auf die unglaublichen Forderungen des Grünen-Politikers Beck nach mehr Akzeptanz bei der deutschen Bevölkerung für das islamische Schächten, die Genitalverstümmelung und das Kopftuchtragen, in Blogbeiträgen eingangen, siehe:






Unter der Fülle von Protesten gegen diese unglaublichen Forderungen des Beck, ist ein offener Brief von Lutz Reißland besonders wert publiziert zu werden, da Reißland besonders fundierte Fragen an die Grünen stellt.



Vor einiger Zeit veröffentlicht hier:




Die Forderung nach Akzeptanz des Schächtens durch einige Ihrer Abgeordneten und Parteimitglieder

 
Sehr geehrte Damen und Herren,

einige von Ihnen kennen mich noch, ich war Ende der Neunziger des letzten Jahrhunderts 3 Jahre lang Mitglied in Ihrer Partei und zweimal bei Bundesversammlungen zugegen und bin dann aber im Zusammenhang mit den Kriegseinsatz in Bosnien aus Gewissensgründen wieder ausgetreten.

Zu dem o.g. Thema schließe ich mich voll und ganz den Inhalten der unten stehenden Schreiben an, die Äußerungen einiger Ihrer Abgeordneten sind an Peinlichkeit nicht mehr zu übertreffen! Diese Forderungen Ihres Abgeordneten, mittelalterliche Praktiken zu akzeptieren, zeugen nicht von Klugheit und Bildung! Solche Politiker und Parteimitglieder fügen Ihrer Partei schweren Schaden zu!

Ich bitte Sie und Ihre Abgeordneten, statt sich für die Akzeptanz und Verbreitung von mittelalterlichen Glaubensrichtungen aller Art mit ihren ganzen, z.T. negativen Auswirkungen für den Rest der Bevölkerung und für Tiere mehr für die Notwendigkeit der Verbreitung von Wissen einzusetzen, denn das Wissen steht eindeutig über dem Glaube! Dort wo sich Wissen breit macht, wird der Glaube verdrängt.

Zu dem Wissen gehört z.B. die unwiderlegbare Tatsache, dass wir Menschen nur eine biologische Art neben mindestens 100000000 anderen Arten sind, nicht mehr und nicht weniger. Zum Wissen gehört, dass wir innerhalb dieser Arten eigentlich gar keine Sonderstellung haben, sondern uns diese nur herausnehmen und anmaßen und dadurch nicht nur Arten vernichten, sondern auch unseren Planeten und unsere Lebensgrundlagen zerstören! Zum Wissen gehört auch, das es zwischen den Tieren und dem Menschen nur einen graduellen und keinen prinzipiellen Unterschied gibt! Ebenfalls zum Wissen gehört auch, das es einen Gott, so wie ihn sich viele Glaubensrichtungen und Religionen wünschen, nicht gibt !

Bis jetzt habe ich in einer Gesellschaft gelebt, deren Gesetze und Leitbilder von wissenschaftlicher Erkenntnis geprägt waren und ich möchte, das das so bleibt. Zu dieser wissenschaftlichen Erkenntnis gehört auch die unumstößliche Tatsache, das Tiere genauso leidensfähig sind, wie wir, ja meist noch über wesentlich höhere Sensibilitäten verfügen.

Nicht artgerechte Haltung oder gar Schmerzen sind für sie mindestens eine genauso große Qual, wie diese für uns wären. Tierquälerei ist deshalb eine Schande für eine Gesellschaft, eine schwere Straftat und nicht tolerierbar und das Schächten von Tieren, egal ob aus religiösen Gründen oder nicht, gehört dazu! Schon der Gedanke an solche grausamen Praktiken ist für mich unerträglich! Es ist eine Beleidigung für mich, wenn es Vertreter der gleichen Spezies gibt, der auch ich angehöre, die so mit Tieren umgehen. Glauben Sie mir, ich schäme mich jeden Tag dafür und die Leute, die so etwas aus Glaubensgründen machen, bringen Schande über ihre Religion!

Ich möchte hier ein Zitat bringen:

“In ihrem Verhalten gegenüber der Kreatur sind alle Menschen Nazis… Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka…”
Isaac Bashevis Singer, ein im Dritten Reich verfolgter Jude / Nobelpreisträger

Dieser Meinung schließe ich mich an und sage, alle die Tiere in irgendeiner Form quälen (und dazu gehört das Schächten und auch die Massentierhaltung) können sich in eine Reihe mit den Nazis stellen und wenn ich sage alle, dann meine ich nicht nur die, die es tun und davon profitieren, sondern auch die, die das Fleisch von den geschundenen Tieren gedankenlos in ihre dummen Köpfe stopfen, dies akzeptieren, tolerieren oder nichts dagegen tun !!!

Von einer Partei im deutschen Bundestag, besonders wenn diese sich selbst als fortschrittlich und grün bezeichnet, erwarte ich, das sie diese Erkenntnisse verinnerlicht, sich massiv dafür einsetzt, das der Schutz der Tiere wie auch der Natur mindestens mit menschlichen Schutznormen gleichgesetzt wird, das ihre Entscheidungen auf wissenschaftlicher Basis entstehen und dass sie sich von jeglicher Tierquälerei, und dazu gehört das Schächten, eindeutig, klar und unwiderruflich distanziert. Solche Methoden haben in einer modernen Gesellschaft, wie der unseren, keinen Platz!

Wenn eine Partei vor solch mittelalterlichen Vorstellungen und Praktiken einknickt, kann man diese nicht ernst nehmen und sie ist auch nicht mehr wählbar!

Um zukünftig auch für mich Klarheit über die Inhalte und Zielsetzungen Ihrer Partei zu erreichen habe ich folgende Fragen:
Werden sich diese Abgeordneten, die sich in Ihrer Einfalt zu diesen Entgleisungen hinreißen liesen, öffentlich entschuldigen?
Wenn nicht, werden Sie diese Mitglieder Ihrer Partei aus Ihren Reihen ausschließen?
Werden Sie (Ihre Partei) sich von jeglicher Tierquälerei, und dazu gehört das Schächten, eindeutig, klar und unwiderruflich distanzieren?
Was werden Sie außerdem gegen diese Tierquälereien unternehmen?
Werden Sie sich dafür einsetzen, das den wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechend, der Mensch sich im System Erde als nur eine Art von vielen begreift, sich in seinem Handeln und Tun zurück nimmt und den Schutz aller Lebewesen sowie auch des Systems Erde selbst in den Mittelpunkt rückt?
Werden Sie weiterhin dem anthropozentrischen Denken verhaftete politische Fehlentscheidungen und Entgleisungen produzieren oder setzen Sie sich für ein biozentrisch- holistisches Weltbild ein, welches die Realitäten auf unserem Planeten besser wiederspiegelt und Fehler von vornherein vermeiden hilft?
Werden Sie sich weiterhin, nur weil es vielleicht opportun ist, in Ihrer politischen Grundausrichtung von irgendwelchen Glaubens-oder Religionsgemeinschaften beeinflussen lassen ?

Für die Beantwortung meines Schreibens und der darin gestellten einfachen Fragen möchte ich Ihnen Zeit bis 22.1.2016 geben. Höre ich bis dahin nichts von Ihnen, muss ich davon ausgehen, dass Ihnen das alles egal ist.

Hier für Sie noch ein Zitat unseres großen deutschen Universalgelehrten und Naturforschers Alexander von Humboldt (1769-1859), der schon vor 200 (!) Jahren folgendes sagte:

“Grausamkeit gegen Tiere kann weder bei wahrer Bildung noch wahrer Gelehrsamkeit bestehen.Sie ist eines der kennzeichnendsten Laster eines niederen und unedlen Volkes.” (!)

Wie wahr, wie wahr, das sollen sich all diejenigen, die meinen, Tiere sind nur Fleisch oder Sachen mit denen wir beliebig und nach Gutdünken verfahren können, hinter die Ohren schreiben!

In Erwartung einer Antwort bis zum besagten Termin wünscht Ihnen Allen schöne Feiertage und einen guten Rutsch in ein hoffentlich besseres 2016

Lutz Reißland

http://www.natur-projekte.de

Donnerstag, 14. Januar 2016

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos: Mahnung zum Jahresbeginn 2016

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos von „pro jure animalis“ (http://www.pro-iure-animalis.de) schrieben zum Jahresbeginn 2016 eine viel beachtete großartige Mahnung, die auch Sie, liebe Blogleser, unbedingt gelesen haben sollten, hebt sich dieser Beitrag doch gegen all das minderwertige Geschreibsel und Gerede des Mainstreams und der vermeintlich geistigen Elite der Menschheit positiv ab.


Mahnung zum Jahresbeginn 2016


Liebe Freunde der Tiere,

Bereits seit einem halben Jahrhundert prognostiziert die Wissenschaft, von Jahr zu Jahr dringender, dass ohne entschiedenes und koordiniertes weltumspannendes Gegensteuern unter den gegebenen Wachstumsannahmen immer mehr politische, ökologische und ökonomische Strukturen partiell oder in Gänze zusammenbrechen und Krisen sich synergistisch verbinden werden. Ein chaotischer Dominoeffekt, eine Metakrise, droht weltweit.

Rahmenbedingungen weltweit
Die Erdbevölkerung wächst netto täglich um ca. 200.000 Köpfe. Jeder Mensch vernichtet im Durchschnitt in der Zeit seines Daseins ca. 20.000 Tiere und produziert darüber hinaus 200.000 kg Müll. Zur Existenz braucht er ca. 1,8 ha (incl. Infrastruktur, Wohnraum, Anbaufläche etc.), also ca. 360.000 ha, die der freien Natur täglich entzogen werden.
Wissen, Bildung, Kultur nivelliert sich weltweit auf unterstem Niveau. Metaphysische Irrealitäten der diversen Religionen, ausgefochten in heftigsten Religionskriegen, treten somit an die Stelle von Erkenntnis, der Mensch fällt intellektuell in die Zeit vor der Antike zurück, ist aber mit der Technologie des 21.Jahrhunderts ausgerüstet, die er auf Grund seiner geistigen Beschränktheit zur Vernichtung der verbliebenen Natur einsetzt. Er vernichtet damit seinen eigenen Lebensraum. Die Vernunft hat ihren Kampf gegen die metaphysische und intellektuelle Verblödung der Massen verloren. Niederstes Bildungsniveau, Einschränkung der Freiheit, totale Überwachung, Entmündigung des Individuums sind die Folgen.
Die Ökosysteme des Planeten sind irreversibel geschädigt und gleiten immer schneller in chaotische Prozesse ab. Klimawandel, Umweltkatastrophen, Verkarstungen, Überflutungen, Wasserknappheit, Abholzung des Regenwaldes, Ressourcenknappheit, Übersäuerung und Vermüllung der Meere, Rückgang der Artenvielfalt und Risse im ökologischen Netz, Pandemien, MRSA, Verseuchung von Wasser und Boden mit Antibiotika, Pestiziden und Nanoteilchen dienen lediglich hierzu als Beispielsausgriff.
Arten, die ökonomisch nicht ausgebeutet werden können, werden durch die Menschenflut verschwinden, es sei denn, sie sind zu klein(Bakterien etc.), um sie flächendeckend zu nutzen oder zu bekämpfen.
Der Artenrückgang beschleunigt zusätzlich in einem Rückkopplungsprozess die Verwüstung des Planeten, die den verbleibenden Menschenmassen künftig nur noch ein Vegetieren in einer reinen Menschenwelt mit genormten Landschaften, Industrienahrung, rechtlosen Massengesellschaften unter strengster Kontrolle und Meinungsdiktatur, erlaubt. An diesem Punkt wird auch der Mensch zum entmündigten Wesen degradiert werden, kulturelle und geschichtliche Wurzeln und Bindungen verloren haben, sklavenähnlich in Superstädten als vielstellige Nummer wohnen, seiner Arbeit in anonymen Industriekomplexen nachgehen, genormte und industriell gefertigte Nahrung erhalten, verpestete Luft atmen, gefilterte und selektierte Informationen hören, lesen und sehen und allerorten elektronisch kontrolliert und überwacht sein.
Es gibt über 190 Staaten weltweit. Somit ist klar, dass es kein dauerhaft nachhaltiges gemeinsames Handeln in irgendeine Richtung (Klimaschutz, Bevölkerungswachstum) geben kann und geben wird. Kulturelle, politische, ökonomische Interessen sind zwischen ca. 190 Partnern nicht in Einklang zu bringen. Alle Klimagipfel und UN-Beschlüsse sind somit obsolet und dienen nur der Vortäuschung rettender Aktivitäten.
Das System Erde kollabiert an der Nutzenmaximierung einer Spezies. Die überwiegende Zahl aller Betrachtungsweisen zu Umweltproblematik und Bevölkerungswachstum sind mit dem Mangel der anthropozentrischen Weltsicht behaftet und berücksichtigen nur am Rande – und soweit es dem Nutzen des Menschen dient- andere Lebewesen. Notwendige Handlungen zugunsten des Planeten, seiner Natur und Tierwelt geschehen nur partiell und marginal als Alibifunktion. Nachhaltigkeit oder Denkumkehr fällt der Bevölkerungsexplosion zum Opfer. Diese Betrachtungsweise ist der Kulminationspunkt eines globalen Artenrassismus bzw. rassistischen Speziesismus. Brutalster, ungeschminkter archaischer Rassismus und Speziesismus findet sich aber immer dann, wenn sich die Expansionsbestrebungen gegen Sprachlose, gegen Wehrlose, gegen Ahnungs- und Arglose, also besonders gegen die rechtlose Tierwelt und ihren Lebensraum richtet. So wie jede kleine Gemeinde Lebensraum zugunsten neuer Wohngebiete für den homo stupidus schafft und damit Natur vernichtet, geschieht diese Vernichtung im großen Stil durch die Planierung der Regenwälder. Natur und Tierwelt sind und bleiben rechtlos, ihre Vernichtung ist das Mittel, die ungebremste Vermehrung des Menschen zu kanalisieren.
Sämtliche Religionen, Philosophien, ökonomische Konzepte sind weltweit anthropozentrisch ausgerichtet. Monotheistische Kulte sind zusätzlich in ihrem Kern totalitär. So hat die Religion, der Gottesglaube, als ein Verklärungs- und Selbsttäuschungsmedium die Vernunft in weiten Teilen der Welt, in weiten Teilen des täglichen Lebens, ersetzt.
Der ökologische Fußabdruck der Welt verschlechtert sich jährlich rapide. Wollte man nachhaltig auf heutigem Niveau weiterleben, wären 1,5 Erden erforderlich, d.h., die Menschheit nutzt die Ressourcen von 1,5 Erden. Das bedeutet, dass die Erde über ein Jahr und sechs Monate braucht, um den Verbrauch der Menschheit eines Jahres zu decken. Nimmt man den Anspruch von Deutschland wären sogar 4 Erden notwendig. Die Erdbevölkerung lebt seit Jahren von der Substanz auf Kosten künftiger Generationen.
Stark übervölkerte Lebensräume führen zu wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Verteilungskriegen, so dass zwangsläufig ein Ausweichen der Menschen in noch intakte Lebensräume erfolgt. Völkerwanderungen (Afrika/ Naher Osten nach Europa, Südamerika nach Nordamerika), soziale Unruhen, politische Instabilitäten, Finanzkrisen, (Jugend)arbeitslosigkeit, Altersarmut sind ein Teil der Folgen und werden zunehmend als politische Waffe eingesetzt.

Folgerungen

Die geschilderten Rahmenbedingungen setzen sich aus zahlreichen Einzelkomponenten zusammen, die sowohl lokal als auch global vorhanden sein können und zum überwiegenden Teil inzwischen irreversibel und nicht mehr zu ändern sind.

Das Zusammenwirken dieser Einzelkrisen, die sich meist synergistisch verstärken und aufschaukeln, führt aktuell zu einer Meta- oder Megakrise für den Planeten Erde, welche in ihrer Dimension, in ihrer Wirkung und in ihrer Entwicklungs- und Veränderungsgeschwindigkeit sowohl jegliche historische Dimension sprengt, als auch die Handlungsmöglichkeit eines einzelnen Landes übersteigt.

Ein Kollabieren der meisten Einzelsysteme in dem überschaubaren Zeitraum dieses Jahrhunderts ist wahrscheinlich, aber möglicherweise noch partiell korrigibel. Ein Systemzusammenbruch auf Metaebene führt allerdings zu chaotischen Prozessen, welche die Überlebensfähigkeit a l l e r Lebewesen des Planeten gefährdet, wenn nicht gar unmöglich macht.

Betrachtet man vorstehend geschildertes Szenario der Einzelkrisen in seiner Gesamtheit, lässt sich die Situation des Planeten mit zwei Zügen vergleichen, die auf dem gleichen Gleis einander entgegen rasen. Der eine Zug repräsentiert das Wachstum der menschlichen Bevölkerung, der andere Zug den Ressourcenrückgang, die Vernichtung von Wald, Ackerland und Meer, kurzum die anthropogene Vernichtung der umgebenden Natur. “Indem die Natur den Menschen zuließ, hat sie vielmehr als einen Rechenfehler begangen: ein Attentat auf sich selbst” schreibt der Philosoph Cioran – der Mensch, der Amokläufer der Evolution.

Die endliche Welt ist in ihrer Tragfähigkeit von menschlichen Lebewesen naturgemäß begrenzt, denn so wie man in eine Badewanne nicht beliebig viel Wasser einfüllen kann, genau so wenig kann die Erde unbegrenztes Bevölkerungswachstum verkraften. Eine Ächtung von Geburten findet trotzdem weltweit nirgends statt. Eine grundlegende zeitliche Verschiebung der geschilderten Situation wäre nur über einen konsequenten u n d weltweiten Antinatalismus, also über die Umsetzung der lebensachtenden Ethik der Nachkommenslosigkeit, gepaart mit einer stringenten Hinwendung zur Vernunft und der Ächtung jeglicher Gottesidee, zu erreichen. Diese Forderung ist jedoch nicht realisierbar, somit sind die letzten Bremsklötze gefallen, die den Absturz alles Lebenden ins apokalyptische Chaos auf diesem Planeten verhindert hätten.

Globaler Ausblick

Das Thema des herannahenden Chaos ist seit fast 50 Jahren auf der Tagesordnung unterschiedlichster Gremien und Länderregierungen. Zu erkennen sind minimale Veränderungen, die allerdings weder den globalen Krisen-Tsunami aufhalten noch verhindern. Alle Maßnahmen sind bisher länderspezifisch angelegt und somit global wirkungslos; es ist nicht gelungen, ein gemeinsames weltumgreifendes Handeln und Gegensteuern auf nur einen der Krisenbrennpunkte zu initiieren.

Die Politik, insbesondere die “demokratisch” angelegte Politik, ist handlungsunfähig, da in Kompetenz und Änderungswillen überfordert und wird letztlich nur durch das Kurzfristziel des nächsten Wahltermins determiniert. Ansätze der Änderung scheitern an Experten-Kontroversen mit bezahlten Gegenexperten verschiedenster Interessengruppen und selbst für den potentiellen Konsensfall ergibt sich nach demokratischem Prinzip immer eine Verwässerung der Ursache-Wirkungskette. Das Krisenrad dreht sich schnell, dreht sich immer schneller, dreht sich synchron zum Bevölkerungswachstum. Die ungebremste Vermehrung der Menschen wird als Handlungsparameter nicht in die Überlegungen einbezogen, ist ein Tabu.

Wachstum ist nach wie vor das Gebot der Stunde, Wachstumskrisen werden mit Wachstumsbeschleunigungs- Gesetzen bekämpft, die Feuerwehr löscht mit Benzin!
Menschheit, Tierwelt und die gesamte belebte Natur schauen in den Abgrund, in die Hölle der Metakrise, in das Auge des Infernos. Ein Abwenden des globalen Zusammenbruchs wird und kann es nicht geben; die Aufzählung weniger Eckpunkte genügt zur Verdeutlichung.

In einer endlichen Welt, auf der Wachstum Handlungsmaxime ist, werden die Grenzen des Planeten, seine Tragfähigkeit – auch bei langsamstem Wachstum! – immer erreicht werden. Ob in 50 Jahren, ob in 500 Jahren – alles wird dieser Grundlogik unterliegen, mit der Folge, dass spätestens zu diesem Zeitpunkt für jeden Neuankömmling auf dem Planeten ein bereits Existierender den Platz räumen muss.

Niemand wird seinen Platz freiwillig räumen. Verteilungs- und Überlebenskämpfe sind die Folge, Stärkere vernichten gnadenlos Schwächere, ein globaler Krieg ums Überleben entbrennt.

Regionen, die bis in unsere Tage noch von der steigenden Menschenflut verschont sind, werden in kürzester Zeit überschwemmt werden. Es wird ein globales, rechtloses Menschenmeer geben. Im Zuge dieser noch unvorstellbaren Völkerwanderung werden letzte Naturreste vernichtet werden, die Vielfalt des Lebens auf der Erde wird sich fast ausschließlich auf den Menschen reduzieren.

Tiere, die der Menschheit von Nutzen sind, werden unter grausamsten Bedingungen für den Konsum versklavt, Wildtiere werden mangels Lebensraum ausgelöscht werden.

Der Mensch nimmt den Platz der Tierwelt ein und wird als rechtlose, anonyme Masse von Nummern in anonymisierten und kontrollierten Städten ein elendes Dasein fristen. Sein Leben, seine Kultur wird wertlos; auch auf ihn wird dann das Grundaxiom zutreffen, dass alles, was im Überfluss vorhanden ist, wertlos, bedeutungslos wird.

Durch die Jahrhunderte aufgebaute und anerzogene kulturelle Hemmungen des Tötens, Raubens und Mordens werden für das persönliche Überleben wie eine Maske abgenommen, eine Maske, hinter der sich das Raubtier „Mensch“ zeitweise der Halluzination seiner Auserwähltheit, seiner Erhabenheit, hingab. Seine immanenten tierischen Instinkte werden wieder aktiviert.

Mit technologischer Raffinesse werden Überlebenskämpfe – jeder gegen jeden – solange geführt, bis schließlich die zu Neige gehenden Ressourcen, der gestiegene Meeresspiegel, die verkarsteten Landstriche, der fehlende Lebensraum auch diesem letzten Aufflackern ein Ende setzen. Im Strudel dieses Taifuns wird die anthropofugale Perspektive Realität, alles nähert sich dem Anorganischen, Mineralischen und Kristallinen an, bis nach einer Übergangszeit aus den überlebenden Mikroorganismen neues Leben entsteht, der Kreislauf des Leides, des Todes erneut beginnt.

Die Realisierung dieses Szenarios hat eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit. Ein Abwenden der Apokalypse würde nämlich bedeuten, dass eine umgehende, weltweite Aufgabe der Wachstumsideologie erfolgen müsste.

Selbst wenn dieser unwahrscheinliche Fall im ökonomischen Bereich unter anderem durch ein Ende des Kapitalismus realisiert werden könnte, ist ein g l o b a l e s Umdenken im menschlichen Fortpflanzungsverhalten nicht zu erwarten.

Herzliche Grüße
für pro iure animalis

Dr. Gunter Bleibohm und Harald Hoos

Mittwoch, 13. Januar 2016

Jagdglück mal andersrum



Die Zeitung „Corriere della Sera“ („Abend-Kurier“) ist eine der bekanntesten Zeitungen Italiens (https://de.wikipedia.org/wiki/Corriere_della_Sera).

Am Sonntag erscheint eine gesonderte Ausgabe dieser Zeitung: „Domenica del Corriere“ („Sonntags-Kurier“). Die Ausgabe vom 15. November 1959 ziert ein Titelbild, welches ich besonders mag, eine farbige Zeichnung, die zwei Jäger und einen Hund beim Picknick zeigt und der Hund kommt gerade mit seiner Pfote an den Abzug eines Gewehres und schießt auf einen der Jäger und trifft ihn auch.

Entsetzen und Schmerz auf dem Gesicht dieses Jägers! Dieses Bild soll zwar wahrscheinlich ein Humorbild sein, ist aber für jeden Tierfreund eine Freude anzusehen, kommt da doch mal seltene Gerechtigkeit zum Zuge, wenn auch nur in einem Bild. So wie jeder wirkliche Tierfreund Freude darüber empfindet, wenn mal - was selten vorkommt - Stierkämpfer oder Zuschauer in der Arena, zu Schaden kommen, wenn sie mal von einem Stier aufgespießt werden und den Schmerz spüren, den sie sonst erbarmungslos einem Tier zufügen oder sich an diesem Schmerz als Zuschauer erfreuen, so erfreut einen auch dieses obige Titelbild.

Noch immer ist Italien das „Land der Sonntagsjäger“, die zu hunderttausenden alles an Wildtieren abknallen was ihnen vor die Flinte kommt und dies nur zu reinem "Vergnügen".

Es werden jetzt sehr oft die „europäischen Werte“ hoch gehalten, die es zu verteidigen gelte. Einen Dreck sind sie wert, diese schändlichen Werte und man kann nur hoffen, daß diese EU bald den Bach herunter geht, damit wir mit solchen extrem tierfeindlichen Ländern, wie Spanien, Italien, Malta, nicht weiter in einem gemeinsamen Boot sitzen müssen.  


Dienstag, 12. Januar 2016

Die tierfeindliche Tierschutzpartei

Bald sind in einigen Bundesländern wieder Landtagswahlen und die Bürger sind verunsichert, wen sie noch wählen können, stehen doch fortschrittliche Parteien gar nicht auf dem Wahlzettel und man hat nur die Wahl zwischen ganz schlimmen Übeln und weniger schlimmen Übeln. Wer als Tierfreund nun meint, da gäbe es doch eine Partei, die man guten Gewissens wählen könne - die Tierschutzpartei - der sollte es sich zehn mal überlegen, ob er sein Kreuz bei dieser schändlichen Truppe macht, denn das Wohl der Tiere haben diese Typen nicht auf der Agenda, wie ich früher annahm, da ist man nun eines Besseren belehrt worden. Auch ich war blauäugig, ließ mich früher von dem Namen blenden und wählte sie, was ein großer Fehler war, denn der Name „Tierschutzpartei“ ist leider übler Etikettenschwindel.

Lesen Sie doch bitte mal diesen Link aus einer Zeitung aus NRW:


Auszüge aus diesem Zeitungsartikel:

„Nach dem Bekanntwerden der Pläne zu einem halalen Schlachthof (Schlachtungen nach muslimischem Ritus) kochten die Emotionen hoch. Insbesondere Tierfreunde äußerten sich besorgt und empört. Weit verbreitete Bedenken zum halalen Schlachten brachte sie bereits im Vorfeld auf die Barrikaden. So hatte die Mahnwache am vergangenen Samstag das Potenzial für jede Menge Krawall. Doch genau dazu kam es nicht. Etwa 40 Tierfreunde waren dem Aufruf der Partei Mensch Umwelt Tierschutz gefolgt und trotzten Kälte und Regen, um ihr Anliegen mit einer drastischen Aktion zu verdeutlichen: "Wir wollen keinen neuen Schlachthof in Neuss!" Unerwünschte Unterstützung aus der rechtsextremen Ecke blieb dabei fern. Thomas Schwarz, Generalsekretär der Bundespartei und Vorsitzender im Landesvorstand: "Uns ist klar, dass viele Menschen den Tierschutz als Vorwand nehmen, obwohl sie eigentlich nur andere Kulturen kritisieren wollen. Auf solche Unterstützer können wir gut verzichten und das haben wir im Vorfeld auch mehr als klar gemacht. Es wären sicher noch viel mehr Demonstranten gekommen, aber das wollten wir nicht um jeden Preis. Pegida-Vertreter aus NRW, zum Beispiel aus Aachen, hatten sich angekündigt, sind zum Glück aber nicht gekommen!"
...

Eingeladen waren auch die Parteien – gezeigt hat sich: Niemand. Schwarz: "Wir werten dies als Zeichen des Desinteresses an Themen, die Bürger aufwühlen, verunsichern und die das Potenzial besitzen, Ressentiments zu schüren und Hass zu erzeugen."

 
Ach, da hat diese Schandpartei also die Systemparteien zu dieser Mahnwache eingeladen, von denen niemand kam?! Und nun jammert der Generalsekretär der Tierschutzpartei, Thomas Schwarz, daß von denen keiner kam, es nur 40 Personen insgesamt waren, die dort protestierten, derselbe Schwarz, der vorher anreisen wollende Pegida-Freunde aus Aachen auslud, weil die Tierschutzpartei mit denen nichts zu tun haben will. Sehr tierfreundlich (ironisch gemeint), diese Tierschutzpartei, denen islamische Zuwanderung sehr lieb zu sein scheint, wohl wissend, daß damit zwangsläufig das Tierleid in Deutschland zunimmt.
 
Astrid Suchanek und Ulrich Dittmann haben dieser Schandpartei in einem Blogbeitrag auf dem Wolodja-Blog, sachlich fundiert, tüchtig Zunder gegeben (https://wolodja51.wordpress.com/2016/01/12/fragwuerdige-aktion-der-tierschutzpartei-gegen-das-kriminelle-schaechten)


Ein kleiner Auszug daraus, der gesamte Text: siehe obiger Link zum Wolodja-Blog:

 
Astrid Suchanek:

Wissen diese Akteure überhaupt, was sie wollen? Worum geht es ihnen? Aha, nicht um halal. Hoffentlich haben sie nicht versäumt, dem Schlächter für das “schöne Gespräch” die Hände zu küssen.

Ja, und das wichtigste am Tierschutz scheint ihnen zu sein, daß man betont, nichts mit Pegida-Vertretern aus NRW zu tun haben und auch nicht in die rechte Ecke gestellt werden zu wollen. Das zu betonen ist ihnen ganz wichtig, weil es wahrscheinlich auch für die Tiere ganz wichtig ist! Vor allem ist das für das eigene Selbstverständnis ganz wichtig. Am besten, man betont das bei jeder PM, setzt das jedem Schreiben als Präambel hinzu. Vielleicht sollte man sich selber abschaffen, damit man nicht versehentlich mal vergißt, das wieder zu betonen und dann doch in die rechte Ecke gestellt wird. Diese Betonung scheint wohl das wichtigste am Tierschutz zu sein.


Ulrich Dittmann:

Wer, wenn nicht die “Tierschutzpartei” wäre mehr prädestiniert sich (auch) gegen das Schächten einzusetzen. Aber doch nicht so wie hier die TSP agiert, mit Ausgrenzung anderer Tierfreunde, mit selbst aufgesetztem Heiligenschein und Deutungshoheit beanspruchend, wer denn Tierschutz betreiben darf!? Die Tierschutzpartei betreibt hier einen Terror der politischen Korrektheit. Man kennt aus der Vergangenheit nur zu gut eine braune oder rote Diktatur. In der Gegenwart wird der gut dressierte Michl-Bürger in Deutschland von einer bislang unbekannten Diktatur der politischen Korrektheit drangsaliert.

Was wohl die Betroffenen, die Tiere, zu diesem “schönen Gespräch” , das die TSP mit diesem Amir M. Baharifar führen durfte, sagen würden?




Montag, 11. Januar 2016

Der frühe Antispeziesist: Robert Louis Stevenson (1850-1894)

Du denkst, Tiere kommen nicht in den Himmel? Ich sage dir, sie werden früher dort sein als irgend einer von uns.
Robert Louis Stevenson





An wen und was denken Sie sofort, liebe Blogleser, wenn Sie sich diese alte Rum-Werbung ansehen? Natürlich sofort an Stevensons „Schatzinsel“ und an "Long John Silver" mit seinem Papagei! Den soll wohl auch diese Reklame darstellen und, daß Rum bei dessen Piraten hoch im Kurs stand, das weiß ein jeder der die „Schatzinsel“ gelesen hat:
„Fünfzehn Mann auf des toten Mannes Kiste.
Yo-ho-ho und ’ne Buddel voll Rum!“
.


So gut wie jeder kennt Stevensons „Schatzinsel“, „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ oder „Das Flaschenteufelchen“, aber, daß Stevenson (1850-1894) auch ein großartiger Essayist war, dessen Essays noch heute brandaktuell sind, dies ist weniger bekannt. „Essay über den Müßiggang und ein falsches Arbeitsethos“ ist so ein Essay, hier im Blog zu lesen: http://barrynoa.blogspot.de/2011/04/robert-louis-stevenson-1850-1894-essay.html.

Wußten Sie aber auch, daß man Stevenson als einen der ersten Antispeziesisten bezeichnen kann? Etliche seiner Texte deuten in diese Richtung, das zu einer Zeit, vor 1900 (!), wo man in Tieren allgemein minderwertigere Wesen sah und im Menschen die Krone der Schöpfung sah. Sowohl die Religiösen, wie auch die Atheisten hatten diese Einstellung. Eine Vorreiterrolle für den Antispeziesismus einnehmend, ist der nachfolgende Text von Robert Louis Stevenson und absolut lesenswert. Erschreckend, daß Stevenson schon vor 1900 so klar sah und wir im Jahre 2016 noch immer unter uns so viele irrationale Reaktionäre in allen politischen Lagern und Schichten des Volkes haben, die verblendet im Größenwahn dem Menschen eine herausragende Rolle unter den Lebewesen auf der Erde andichten.




Der Text ist Stevensons 1896 erstmals erschienenen Reiseberichten "In der Südsee" entnommen:


Nichts erregt heftiger unsern Abscheu als der Kannibalismus, nichts erschüttert mit größerer Sicherheit die menschliche Gesellschaft, nichts, so könnten wir schließen, muß die Gemüter derjenigen, die ihm anhängen, so sehr verhärten und entwürdigen. Und doch machen wir auf Buddhisten und Vegetarier einen ganz ähnlichen Eindruck. Wir verzehren die Leiber von Geschöpfen, die uns verwandte Neigungen, Leidenschaften und Organe haben, wir essen Junge, wenn auch nicht unsere eigenen, und der Schlachthof hallt täglich wider von Schreien der Qual und Furcht.

Wir machen Unterschiede, das ist wahr, aber die Abneigung vieler Nationen gegen das Fleisch von Hunden, Tieren also, mit denen wir aufs innigste zusammenleben, zeigt, wie fragwürdig die Unterscheidungen begründet sind.

Das Schwein ist die Hauptnahrung der Eingeborenen auf den Inseln, und ich hatte oft Gelegenheit, da meine Phantasie durch die Kannibalenumgebung angeregt war, den Charakter dieses Tieres und die Art seines Todes zu beobachten. Viele Insulaner leben mit den Schweinen wie wir mit unseren Hunden; beide bewegen sich in gleicher Freiheit in der Nähe des häuslichen Herdes, und das Inselschwein ist ein Kerl voll Lebendigkeit, Unternehmungslust und Klugheit. Es schält seine Kokosnüsse selbst und rollt sie, wie man mir erzählte, in die Sonne, damit sie platzen; es ist der Schrecken der Schafhirten! Die alte Frau Stevenson beobachtete, wie eines in die Wälder flüchtete mit einem Lamm in der Schnauze, und ich sah, wie eines plötzlich zu der Überzeugung kam, die »Casco« ginge unter; es schwamm durch die Sturzwellen zur Reeling, um sich zu retten. Man erzählte mir in der Jugendzeit, daß Schweine nicht schwimmen können; ich habe eines gekannt, das über Bord sprang, vierhundert Meter schwamm bis zur Küste und zum Hause des früheren Besitzers zurückkehrte.

Ich hatte einst, in Tautira, eine Schweinezüchterei von ziemlichem Ausmaß; zunächst herrschte in meinem Stall äußerste Zutraulichkeit; eine junge Sau mit Leibschmerzen kam herbei und flehte wie ein Kind um Hilfe; und ein stattlicher schwarzer Eber, den wir Catholicus nannten, weil er ein Sondergeschenk der Katholiken des Dorfes war, zeigte sehr bald Mut und Freundschaftlichkeit. Kein anderes Tier, weder Hund noch Schwein, durfte sich ihm nähern, wenn er fraß, und für menschliche Wesen bewies er das höchste Maß jener untertänigen Zuneigung, die den niederen Tieren eigen ist. Eines Tages sah ich beim Besuch der Schweineställe zu meinem Erstaunen, daß Catholicus sich mit Schreckensschreien vor jeder Annäherung zurückzog, und wenn ich über diese Veränderung verwundert war, so erschrak ich tatsächlich, als ich die Ursache erfuhr. Eines der Schweine war an jenem Morgen geschlachtet worden, Catholicus hatte den Mord beobachtet, er hatte entdeckt, daß er zwischen Schlachtbänken lebte, und von dieser Zeit waren Vertrauen und Lebenslust dahin. Wir verschonten ihn noch eine ganze Weile, aber er konnte den Anblick zweibeiniger Wesen nicht mehr ertragen, und wir unsererseits konnten unter diesen Umständen nicht ohne Verwirrung seinen Blicken begegnen. Ich habe übrigens dem Akt des Schlachtens in Hörweite beigewohnt; ich glaube, ich hätte vielleicht die Schmerzensschreie des Opfers ertragen, aber die Hinrichtung ging nicht glatt vonstatten, und der Ausdruck seines Entsetzens wirkte ansteckend: dies kleine Herz schlug nach derselben Melodie wie das unsere.

Auf solchen »Fundamenten des Schreckens« ruht das Leben des Europäers, und doch gehört der Europäer zu den weniger grausamen Rassen. Die Schreckenskammer des Mordes, die brutale Zurichtung der Nahrung wird den Blicken verborgen; äußerste Empfindlichkeit herrscht an der Oberfläche, und Damen fallen in Ohnmacht, wenn man ihnen einen Bruchteil dessen schildert, was sie von ihren Metzgern täglich verlangen. Menschen werden sich in ihrem Innersten auch gegen mich empören wegen der Rohheit meiner Worte.