Montag, 8. März 2010
Ostalgie: Der Musikinstrumenten-Versandhandel Meinel &. Herold, Klingenthal
Sonntag, 7. März 2010
B.N. und Lore und Dieter Harbrucker
Er war kleinwüchsig, d.h. Hände und Kopf waren normal, nur der Körper war dem eines kleinen Kindes. Da er schlecht laufen konnte, fuhr er mit einem Dreirad durch die Straßen. Trotz dieser Behinderung führte er ein erfülltes Leben, neben vielen geistigen Interessen ging er auch in Kneipen, trank Unmengen Bier, rauchte Pfeife und hatte diverse junge Freundinnen, mit denen er auch Sex hatte - auch das war ihm möglich. Die Ärzte hatten ihm als Kind und Jugendlichen keine hohe Lebenserwartung gegeben, er wurde trotzdem über 50 Jahre alt. Lore Harbrucker war etliche Jahre Sekretärin der Kunsthistorikerin Charlotte Timmling. Nachdem Lore Harbrucker aus Altersgründen aufgehört hatte für Frau Timmling tätig zu sein, bekam ich den Job (http://barrynoa.blogspot.com/2008/02/charlotte-timmling-und-bn.html ).
Zur Erinnerung an diese kulturvolle langjährige Freundschaft heute dieses Foto!
Samstag, 6. März 2010
Deutscher Winder Adieu? Pustekuchen!
PS:
An meine Freunde die den Winter über Deutschland meiden und in wärmeren Gefilden das Leben genießen, frei vom deutschen Wetter und von der deutschen Mentalität und Bürokratie! Ihr tut gut daran, jedes Jahr den Winter in Thailand (Fam. Bergt aus Zerbst) oder Paraguay (Armin von Bodenhausen und Karl Amberg) zu verbringen. Ich muß Euch in Allem recht geben!!!
Freitag, 5. März 2010
Zum Gedenken an Prof. Dr. phil. Georg Hoeltje
Daß nun zwei der Mitglieder dieses Kreises selbst in der NSDAP waren, erklärt sich daraus, daß man von 1918 bis zur Machtergreifung der Nazis mit dem deutschnationalen Spektrum sympathisierte, bzw. diesem selbst angehörte. So gehörten z.B. Dr. Walter Timmling und Dr. Horst von Rabenau (siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2008/03/dr-horst-von-rabenau-zum-gedenken.html ) 1919 einem Freikorps an welches im Grenzschutz zum Baltikum eingesetzt war. Mit der Linken stand man auf Kriegsfuß, sah also bis 1933 in einer deutschnationalen Front die Lösung für Deutschland um aus den Versailler Zwangsdiktaten heraus zu kommen, unter denen natürlich die deutsche Bevölkerung zu leiden hatte. Auch Kommunisten forderten damals die Aufhebung der Siegertribute, bzw. deren Reduzierung. Innerhalb des Frankl-Kreises wurden z.B. Dr. Werner Meinhof nie Vorwürfe wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP gemacht, sorgte dies doch dafür, daß man nicht weiter auffiel als Gruppe und nicht wie andere derartige Gruppierungen sofort eliminiert wurde.
In einer Zeit, 1935/36 als die Hetze gegen den Gottesbund Loge Tanatra schon gewisse Ausmaße angenommen hatte, unterstützte man diese religiöse Gemeinschaft und nahm an deren Leben teil. Eine eingetragene Mitgliedschaft, wie in Kirchen üblich, gab es ja nie in der Loge Tanatra. Die Zugehörigkeit zu Tanatra war immer eine private Sache, man ging zu den in Privaträumen stattfindenden Zusammenkünften, kaufte dort eventuell die Zeitung von Tanatra, den „Freitag“, erschienen bis 1934, und hielt in Treue untereinander fest, auch nachdem der Bund 1936 verboten wurde. Die Intensität der religiösen Heimatfindung im Gedankengut Tanatras war bei den Mitgliedern des Frankls-Kreises unterschiedlich. 1936 nach dem Verbot von Tanatra (Anordnung des Stellvertretenden Chefs der Preußischen Geheimen Staatspolizei vom 10.07.1936 - II 1 B 1-S 554/3) sah Dr. Georg Hoeltje nur noch die Möglichkeit der Emigration und als einzigster des Frankl-Kreises verließ er Deutschland. Seine Appelle an seine Freunde ebenfalls das Land zu verlassen fruchteten nichts, man hoffte auf eine Besserung der Lage, was natürlich ein Trugschluß war. Besonders Dr. Walter Timmling und Dr. Werner Meinhof waren eng befreundet. Wie mir die Frau von Walter Timmling, die Kunsthistorikerin Charlotte Timmling (ebenfalls Frankl-Schülerin und Mitglied des Kreises ehemaliger Frankl-Schüler) berichtete, saßen Walter und Werner stundenlang zusammen und diskutierten, analysierten die Lage in Deutschland, dies schrieb sie auch in ihrer nicht vollendeten Schrift „Unser Haus“ nieder.
Dr. Georg Hoeltje fiel das Verdienst zu mit anderen Freunden von Tanatra diesen Geistesbund auch in Südamerika bekannt gemacht zu haben. In Brasilien und Paraguay existieren dank dieser Emigranten noch heute kleinere Gruppen von Tanatra. Dr. Georg Hoeltje emigrierte nach Brasilien. 1938 kam er noch einmal nach Deutschland um für Dr. Walter Timmling in dessen Schandprozess zu seinen Gunsten auszusagen. Vergeblich, Dr. Walter Timmling wurde zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Für Dr. Hoeltje war diese Rückkehr und das Einsetzen für Walter Timmling nicht ungefährlich, hätte er doch selbst Schwierigkeiten bekommen können, denn er besaß noch immer die deutsche Staatsangehörigkeit. Gerade noch rechtzeitig macht er wieder nach Südamerika zurück. Dieses wäre nach Ausbruch des Krieges ja nicht mehr möglich gewesen. In Brasilien lebte er bis 1953, erst dann zog es ihn wieder nach Deutschland zurück. Bis zu seiner Pensionierung war er an der TH Hannover als Professor tätig.
Besonders nach 1945 war Georg Hoeltje ein Engel für seine Freunde in Deutschland, herrschte dort doch große Not. Die Pakete mit Kaffee und anderen Lebensmitteln aus Brasilien retteten vielen Freunden das Leben. Die Timmlings wären regelrecht verhungert, hätte es Georg Hoeltjes Unterstützung nicht gegeben. Wenn nun heute philisterhafte weltfremde Publizisten/innen Tanatra Widerständigkeit absprechen, ja den Kreis der ehemaligen Frankl-Schüler klein reden wollen, ja sich nur auf Dokumente stützen, die selbstverständlich wenn sie in der NS-Zeit geschrieben worden sind, die wahren Einstellungen nicht offen legen konnten, weil man sonst verhaftet worden wäre, dann ist dies der Tatsache geschuldet, daß diese Personen keine Ahnung haben, daß man damals nur konspirativ gegen das herrschende System arbeiten konnte. Die Naivität manch linker Publizisten/innen die zu diesem Thema gearbeitet haben, ist erschreckend. Erst diese Tage habe ich mit einer sehr bekannten linken Politikerin und Publizistin korrespondiert. Sie wollte nicht akzeptieren, daß z.B. Dr. Werner Meinhof mit zweierlei Zungen sprechen mußte, z.B. die Verurteilung Dr. Walter Timmlings offiziell rechtfertigen. Hätte er das nicht gemacht, wäre es ihm selbst an den Kragen gegangen. Märtyrertum von Menschen zu verlangen, die in einer Zeit leben mußten wo es um Leben und Tod ging, läßt sich leicht von der bürgerlichen Sicherheit heutiger selbsternannter Antifaschisten tun. Wäre man selbst in der Lage von damals gewesen, würde man anders reden. Daß, z. B. Werner Meinhof nicht der Gattin von Walter Timmling einen Brief schreiben konnte in welchem er zu Timmling stand, dies ist ja nun mehr als logisch. Offiziell mußte sich natürlich auch Hoeltje von Timmling distanzieren, eine Selbstverständlichkeit! Trotz dieser offiziellen Distanzierung hielten a l l e damaligen Frankl-Kreis-Freunde zusammen, ließen niemanden fallen. Natürlich konnte dies nur konspirativ erfolgen, Briefe z.B. wurden ja generell von der Gestapo gelesen, also nur Deppen schrieben in ihnen ihre wahre Gesinnung auf. Neben einem Foto und Zeichnungen Dr. Georg Hoeltjes (darunter zwei Selbstporträts) veröffentliche ich hier zum ersten Mal einen Brief Georg Hoeltjes an Charlotte Timmling aus dem Jahre 1948 aus meinen Unterlagen sowie Zeichnungen und ein Foto von Georg Hoeltje welches mir exklusiv für meinen Blog von der Weltloge Tanatra zur Verfügung gestellt wird, dies obwohl ansonsten es kaum mal Freigaben seitens der Weltloge Tanatra von Archivdokumenten für private Publikationen gibt. Vielen Dank für dieses Entgegenkommen! Zu Walter Timmling, siehe auch meine Monografie über Walter Timmling, im Reprint noch in Restbeständen erhältlich, siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2008/12/der-tanatra-kunst-verlag-empfiehlt_15.html
Donnerstag, 4. März 2010
Frühling mit Hans Bartels und Suse Bley
Dienstag, 2. März 2010
"Alles für den Bürger in Dessau-Roßlau" oder "Alles vom Bürger in Dessau-Roßlau"?
Wie mittlerweile der Bürger in Dessau-Roßlau abgezockt werden soll und in was für einer Polizeistadt wir mittlerweile leben, dies zeigt der Umgang der Stadtverwaltung mit Bürgern die vergessen haben ihren Ausweis verlängert zu haben. Besonders alte und kranke Leute trifft dies schwer, denn wer denkt schon von diesen alten Leutchen daran rechtzeitig zum Amt nach Dessau zu fahren um den Personalausweis zu verlängern? Viele Wege werden da den alten Leuten aufgebrummt, wie neue Fotos machen lassen und mehrmals zum Rathaus fahren. Daß dies auch Geld kostet, was Kleinrentner nicht haben, dies interessiert natürlich gutverdienende Angestellte der Stadt nicht, sie haben ja diese Geldsorgen nicht. Ja und da passiert es des öfteren, daß so ein Bürger - meistens alte Leute - feststellt, daß sein Ausweis abgelaufen ist. Da heißt es dann, ein Taxi bestellen um zum Fotografen zu fahren wegen der neuen Paßbilder, falls man nicht mehr gut zu Fuß ist und es nicht mehr schafft Bus und Straßenbahn zu nutzen - soll ja vorkommen, daß alte und kranke Leute dies nicht mehr können, oder? Woher diese Kleinrentner das Geld nun nehmen sollen, dies interessiert die „bürgerfreundliche“ Dessauer Stadtverwaltung natürlich nicht, denn sie setzen noch eins drauf, melden so einen Bürger/in dem Ordnungsamt und dieses schreibt dann solche Briefe wie ich einen heute eingescannt habe (Vielen Dank dem Blogleser für diesen Tipp und die Überlassung des Schreibens!). Da werden ärmsten und kranken Leutchen gleich mal 1000,- Euro Bußgeld angedroht, eine Stellungnahme verlangt, d.h. man kann dies verweigern, aber man wird verpflichtet die Angaben zur Person – die das Amt schon hat, also reine Schikane – innerhalb einer Woche an das Rathaus zu senden, anderenfalls kommt zu dem Bußgeld für den abgelaufenen Ausweis noch ein Bußgeld wegen Nichtausfüllens der Pflichtangaben dazu!!!
Nun meinen Sie, werte Leser, daß dies wahrscheinlich leider in dem Bürokratenstaat Deutschland überall gleich sei, man dies nicht ändern könne? Weit gefehlt, die meisten Städte schikanieren und zocken ihre Bürger in dieser Form nicht ab, diese Anzeigen, wie in obigem Schreiben von einer Mitarbeiterin an das Ordnungsamt, werden nur selten mal gemacht – Dessau macht es! Ich habe mal als Beleg dafür eine Diskussion aus einem Forum, wo es um dieses Thema ging, verlinkt. Unter ca. 50 Zuschriften war nur eine, wo ein Bürger von seiner Stadtverwaltung diesbezüglich abgezockt werden sollte, siehe: http://www.talkteria.de/forum/topic-9132.html
Scheinbar will Dessau seinen Ruf verfestigen: An Dessau kommt keiner vorbei! An der Bürgerfeindlichkeit der Stadtverwaltung leider auch kein Dessau-Roßlauer!
Montag, 1. März 2010
B.N. und seine Kinderbekleidung der 50er Jahre in der DDR
Über die Beseeltheit der Dinge habe ich ja schon in meiner Kolumne http://barrynoa.blogspot.com/2009/02/zwei-ampeln-und-die-beseeltheit-der.html geschrieben, auch die Gefühlskälte des deutschen Protestantismus bemängelt, welcher nur die kanonisierten Schriften gelten läßt und ansonsten sich allen anderen Offenbarungen und Erscheinungen des Heiligen Geistes in belebter und unbelebter Natur, in der Kunst und den Dingen taub und blind verhält. Heute habe ich mal etliche meiner alten Kindersachen hervor geholt und mich daran erfreut, sah in ihnen nicht nur Textilien, sondern sie vermittelten mir auch den Geist der damaligen Zeit von vor über 50 Jahren sehr nachdrücklich, nachdrücklicher und spiritueller als es Fotos je könnten.
Für mich sind es Kindheitserinnerungen, für die Leser sollen sie einen kleinen Einblick geben in die Lebensweise und die Kinderbekleidung Anfang der 50er Jahre. Es ist allerdings in meiner Familie immer so gewesen, daß wir uns Modediktaten nie unterworfen haben und gerade meine Mutter - in alter Familientradition - Bekleidung am liebsten selbst angefertigt hat. So wurden etliche meiner Sachen von ihr geschneidert oder gestrickt. Wurde mal ein Kleidungsstück gekauft, dann mußte es etwas besonderes sein, etwas mit künstlerischem oder kunstgewerblichem Anspruch, so die in meinen Scans abgebildeten Westen (Foto von mir im Alter von 7 Jahren mit roter Weste, rote Weste, Fellweste von vorn, Fellweste Rückenpartie). Solche Sachen hatte damals nicht jeder, in einer Zeit wo es sowieso kaum etwas in den Geschäften zu kaufen gab. Die Kaninchenfellweste z.B., die ich besonders mochte und die ich natürlich bis heute aufgehoben habe, da ich sie immer noch liebe, wurde in ganz geringen Stückzahlen von einer Kunsthandwerkerin bei Berlin hergestellt. Die Bemalungen sind Handarbeit, wenngleich die Textilkünstlerin vorher wahrscheinlich eine Vorlage angefertigt hatte. So etwas gehörte in der DDR Anfang der 50er Jahre zu den absoluten Spitzenprodukten der Kinderbekleidung. Leider weiß ich den Namen der Herstellerin nicht, meine Eltern kann ich nicht mehr fragen, sie sind tot, aber vielleicht meldet sich ja ein Kenner aufgrund meines Blogbeitrages und kann mir weiter helfen. Dafür wäre ich dankbar. Wie immer nur eine Email senden an anhaltantik@yahoo.de .
Von meinen Eltern weiß ich, daß bei dieser Kunsthandwerkerin hochrangige Staats-und Parteiprominenz kaufte und Wartelisten bestanden. Dadurch, daß mein Vater Anfang der 50er Jahre in Berlin persönlicher Referent des Ministers für Handel und Versorgung war, muß es zu einem Kontakt zu dieser Textilkünstlerin gekommen sein.
Massenware war dagegen der von mir abgebildete Hosenträger, im Stil der Zeit mit leider kitschigem röhrendem Hirsch. Aus der privaten Fotokiste Bilder aus dieser alten Zeit:
1. Foto: Ich im damals üblichen Kinderwagen auf dem Sandberg in Dessau-Törten mit Verwandten, ganz rechts meine Mutter, ganz links mein Patenonkel, der in Dessau-Törten bekannte Einzelhändler Fritz Bönicke, dessen Geschäft in dritter Generation noch heute besteht.
2. Foto: Mein Cousin Jochen und ich auf meinem Roller auf dem Sandberg
3. Foto: Mein Vater und ich im Winter vor dem Zaun unseres Hauses.
4. Foto: Meine Mutter und ich auf dem Hof des Hauses im Winter. Mein Mäntelchen war von ihr selbst entworfen und geschneidert.
5. Foto: Mein Vater und ich 1 ½ Jahre alt – von Mutter gehäkelte Hose und Weste.
6. Foto: Mein 5. Geburtstag
7. Foto: Auf dem Foto steht rückseitig: Bernd 2 Jahre alt – Oma Martha (Erläuterung: Vaters Mutter die im Westen wohnte) hat ein Paket geschickt. Die Rosinen (er nennt sie „Sinen“) interessieren ihn am meisten.
8. Foto: Ich 7 Jahre alt, im Urgroßvatergarten Dessau-Ziebigk, Schulstraße 5
9. Foto: Porträt von mir, 1 Jahr alt
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