Montag, 22. November 2010
Beiträge zur anhaltischen Mundart - Teil 8: Leo Weif
Leo Weif (Max Wolff), 1866 - 1935, nahm sich 1903 „Rooslooer Geschichten“ in anhaltischer Mundart an. Band 1: "Een Schpinnahm`nt in Roßloo", Ernstes un Heiteres aus Rossloos Vergang`nheet, Druck und Verlag von Carl Dietze, Roßloo an de Bache, 113 S. (Expedizijon der Roßlooer Neieste Na`hricht`n) und Band 2: „Heinz von Warberg, der Schloßvogt von Roßlau“, Ernstes un Heiteres aus Rossloos Vergang`nheet, Druck und Verlag von Carl Dietze, Roßloo an de Bache, 105 S. (Expedizijon der Roßlooer Neieste Na`hricht`n).
Sonntag, 21. November 2010
Mutters Rosen
Samstag, 20. November 2010
Oranienbaumer Impressionen: Von einem Hilfssheriff bis zum Beamen in das Zeitalter der Empfindsamkeit
Was liegt näher als auf der Rückfahrt von einem Ausflug mal noch kurz Rast in Oranienbaum zu machen um Freunden das Oranienbaumer Schloß und den Park zu zeigen. Na und das man sich mit der deutschen einheimischen Bevölkerung meistens blamiert, dies liegt schon deshalb auf der Hand da der Anteil von Ausländern/Migranten in unserer Gegend gegen null geht. Das heißt, allenthalben muß man mit deutscher Mentalität rechnen, die da heißt: preußische Zucht-und Ordnungsanhimmelei und Hilfssheriffstum. Wer nun nicht weiß was ich meine, der lese mal ein paar diesbezügliche Blogbeiträge über die typische deutsche „Un“wesensart und besonders genieße er mal im ersten Link die youtube-Videos des französischen Filmemachers Alfons:
http://barrynoa.blogspot.com/2010/09/kontinuitat-deutscher-unwesensart.html
http://barrynoa.blogspot.com/2010/10/deutsche-leitkultur.html
http://barrynoa.blogspot.com/2010/10/deutschtumelei-sogar-beim-blutplasma.html
http://barrynoa.blogspot.com/2010/09/deutsche-buttel-allenthalben.html
http://barrynoa.blogspot.com/2010/10/7-oktober-2010-61-jahrestag-der.html
http://barrynoa.blogspot.com/2010/10/deutsche-nachbarschaftshilfe.html
http://barrynoa.blogspot.com/2010/10/proteste-gegen-erhohung-des.html
Na jedenfalls war der Parkplatz vor dem Schloß Oranienbaum trotz des sonnigen Wetters wie ausgestorben, also kein Problem das etwas große Tanatra-Mobil über drei Parkplätze zu stellen (siehe erstes Foto), zumal es auf einen normalen Parkplatz wegen Überlänge eh nicht ganz hinpaßt. Aber da hatten wir die Rechnung nicht mit einem wachsamen Bürger (natürlich deutscher Ureinwohner!) gemacht, der sich bemüßigt fühlte uns zu belehren, daß wir damit die Parkordnung (die des Autoparkplatzes, nicht des Parkes) verletzen würden und er verlangte, daß wir uns „vorschriftsmäßig“ hinstellen sollten. Hm! Die Entgegnung, daß doch gähnende Leere herrscht und dadurch keinem anderen ein Parkplatz weggenommen werden würde, dies interessierte diesen deutschtümelnden Typen nicht: Vorschrift! War der Bürger eine männliche Politesse? Nein, aber was ein richtiger Deutscher ist, der achtet natürlich auf Ordnung und Gesetze, da aber eigentlich nur auf die Einhaltung von Vorschriften durch Mitbürger, denn erst das macht Spaß und erwärmt das deutsche Spießerherz. Nun, wir ließen diesen Zeitgenossen (Genosse schien zu passen, denn für einen ehemaligen Blockwart aus Nazizeiten war er denn doch zu jung, aber so mit ehemals SED und so und dann noch Mitglied eines „Aktivs für Ordnung und Sicherheit“ und dergleichen „…“ [Nettiquette!], dies konnte altersmäßig passen) links liegen, so wie man das mit Spießbürgern machen sollte, und ignorierten natürlich sein Ansinnen und es ging zum Schloß und Park Oranienbaum.
Wunderbar, die restaurierte Sonnenuhr am rechten Anbau des Schlosses. Sie ist ein wirkliches Schmuckstück geworden.
Einem auswärtigen Besucher gar nicht vermitteln kann man den seit Jahrzehnten desolaten Zustand der linken Anbauten (siehe Fotos). Da man durch eines dieser halbverfallenen Gebäude hindurch muß, um in den Park zu kommen, sind auswärtige Besucher mehr als geschockt und man fragt sich wie lange noch auf eine dringend nötige Restaurierung gewartet werden soll.
Erstaunt und erfreut war ich, daß das chinesische Teehaus doch bald in neuem alten Glanz erstrahlen wird. Wenn auch noch kräftig um das Teehaus herum gelandschaftsbaut wird und noch jede Menge Bauzäune dort stehen, so kann man doch schon erkennen wie es nach der Restaurierung aussehen wird: Wunderbar mit diesen tollen Farben!
Für alle diejenigen die mit den Augen lustwandeln wollen und reine Schönheit, ohne einen bitteren Beigeschmack, hier erwarten, noch ein paar Fotos von dem hinteren chinesischen Teil des Oranienbaumer Parks, dort wo keine Bauzäune stehen und wo man auch Ende November, trotz aller sonstiger Tristesse, das eigene Gemüt in das Zeitalter der Empfindsamkeit zurück beamen kann.
http://barrynoa.blogspot.com/2010/09/kontinuitat-deutscher-unwesensart.html
http://barrynoa.blogspot.com/2010/10/deutsche-leitkultur.html
http://barrynoa.blogspot.com/2010/10/deutschtumelei-sogar-beim-blutplasma.html
http://barrynoa.blogspot.com/2010/09/deutsche-buttel-allenthalben.html
http://barrynoa.blogspot.com/2010/10/7-oktober-2010-61-jahrestag-der.html
http://barrynoa.blogspot.com/2010/10/deutsche-nachbarschaftshilfe.html
http://barrynoa.blogspot.com/2010/10/proteste-gegen-erhohung-des.html
Na jedenfalls war der Parkplatz vor dem Schloß Oranienbaum trotz des sonnigen Wetters wie ausgestorben, also kein Problem das etwas große Tanatra-Mobil über drei Parkplätze zu stellen (siehe erstes Foto), zumal es auf einen normalen Parkplatz wegen Überlänge eh nicht ganz hinpaßt. Aber da hatten wir die Rechnung nicht mit einem wachsamen Bürger (natürlich deutscher Ureinwohner!) gemacht, der sich bemüßigt fühlte uns zu belehren, daß wir damit die Parkordnung (die des Autoparkplatzes, nicht des Parkes) verletzen würden und er verlangte, daß wir uns „vorschriftsmäßig“ hinstellen sollten. Hm! Die Entgegnung, daß doch gähnende Leere herrscht und dadurch keinem anderen ein Parkplatz weggenommen werden würde, dies interessierte diesen deutschtümelnden Typen nicht: Vorschrift! War der Bürger eine männliche Politesse? Nein, aber was ein richtiger Deutscher ist, der achtet natürlich auf Ordnung und Gesetze, da aber eigentlich nur auf die Einhaltung von Vorschriften durch Mitbürger, denn erst das macht Spaß und erwärmt das deutsche Spießerherz. Nun, wir ließen diesen Zeitgenossen (Genosse schien zu passen, denn für einen ehemaligen Blockwart aus Nazizeiten war er denn doch zu jung, aber so mit ehemals SED und so und dann noch Mitglied eines „Aktivs für Ordnung und Sicherheit“ und dergleichen „…“ [Nettiquette!], dies konnte altersmäßig passen) links liegen, so wie man das mit Spießbürgern machen sollte, und ignorierten natürlich sein Ansinnen und es ging zum Schloß und Park Oranienbaum.
Wunderbar, die restaurierte Sonnenuhr am rechten Anbau des Schlosses. Sie ist ein wirkliches Schmuckstück geworden.
Erstaunt und erfreut war ich, daß das chinesische Teehaus doch bald in neuem alten Glanz erstrahlen wird. Wenn auch noch kräftig um das Teehaus herum gelandschaftsbaut wird und noch jede Menge Bauzäune dort stehen, so kann man doch schon erkennen wie es nach der Restaurierung aussehen wird: Wunderbar mit diesen tollen Farben!
Für alle diejenigen die mit den Augen lustwandeln wollen und reine Schönheit, ohne einen bitteren Beigeschmack, hier erwarten, noch ein paar Fotos von dem hinteren chinesischen Teil des Oranienbaumer Parks, dort wo keine Bauzäune stehen und wo man auch Ende November, trotz aller sonstiger Tristesse, das eigene Gemüt in das Zeitalter der Empfindsamkeit zurück beamen kann.
Freitag, 19. November 2010
Der Kunstverein zu Gotha 1898: "Sommer" von Hermann Gattiker und "Winter am See" von Viktor Olgyay-Matirko
Um die 1900er Jahrhundertwende waren die Kunstvereine ein wichtiger Mittler von zeitgenössischer Kunst vom Künstler zum Bürger. Es war Usus, daß die Förderer und Mitglieder dieser Kunstvereine sich selbst mit Jahresgaben von Grafiken bedachten. Meist waren diese Grafiken Radierungen, schon wegen der möglichen hohen Auflagen dieser Blätter. Um eine gewisse Exklusivität zu sichern, limitierte man die Auflagen, meistens ein paar wenige Blätter mehr wie Förderer und Mitglieder eines Kunstvereins vorhanden waren. Ich habe heute mal zwei solcher Radierungen eingescannt die der Kunstverein zu Gotha 1898 heraus brachte, einmal das Blatt „Sommer“ von Hermann Gattiker und das Blatt „Winter am See“ von Viktor Olgyay-Matirko. Beide Radierungen mag ich sehr, geben sie doch vortrefflich beide Jahreszeiten wieder, so wie wir Landschaft im Wandel der Jahreszeiten immer wieder vorfinden. Beide Grafiken des Kunstvereins zu Gotha erhielten die Mitglieder und Förderer signiert von den Künstlern mit Limitangabe, später wurden Nachdrucke obiger Grafiken von den Originalplatten unsigniert und unlimitiert der „Zeitschrift für bildende Kunst“ als Kunstgabe beigelegt.
Mittwoch, 17. November 2010
Reiz der Biedermeier-Grafik
Daß das Biedermeier eine spießbürgerliche Zeit war, dies wissen wir! Bezeichnend auch, daß in der Malerei und Grafik sehr pinnibel gearbeitet wurde, großzügige Malweise war dieser Zeit fremd. Dennoch haben die künstlerischen Produkte jener Epoche einen gewissen Reiz für uns heutige Kunstfreunde. Ich habe heute mal zwei Aquarelle (Stilleben mit Vogelnest und Erdbeeren, sowie Rosen) und zwei Steindrucke (Wanderer an einem Steg und Frauen mit Pferd und Esel) eingescannt um dies zu belegen. Das erste Aquarell stammt aus dem Jahre 1858, alle anderen sind nicht datiert, stammen aber wahrscheinlich auch aus der Zeit von 1850-1865.
Dienstag, 16. November 2010
Radierungen von Friedrich Campe, Nürnberg 1814
Um noch einen kleinen Einblick in die Welt der Bilderbögen des Friedrich Campe des Jahres 1814 zu geben, siehe den vorigen Blogbeitrag, habe ich noch ein paar dieser Radierungen für die Leser eingescannt. Neben dem Blatt "Asyl von Reimold" aus der Serie "Deutsche Classiker" und einem Blatt aus "Paul und Virginie", habe ich noch drei Grafiken mit bekannten Motiven und Texten zum Alten Testament ausgewählt.
Die Türkenpfeife von Pfeffel
1814 erschienen bei Friedrich Campe in Nürnberg etliche Bilderbogen als Radierungen, die dem Volk die Literatur oder die Bibel bildlich nahe bringen sollten. Eine dieser Serien war „Deutsche Classiker“, wovon ich den Lesern des B.N.-Blogs ein Blatt aus meiner Grafiksammlung heute vorstellen möchte. Es ist die Radierung „Die Türkenpfeife von Pfeffel“ mit den zwei ersten Strophen des bekannten Gedichtes von Gottlieb Konrad Pfeffel (1736-1809). Ich bringe allerdings noch das gesamte Gedicht um die Gesamtaussage nicht zu schmälern. Schaut man sich unter der Lupe die Türkenpfeife auf der Radierung des Grafikers Johann Michael Voltz (1784-1858) genau an, dann sieht man, daß es sich bei der Türkenpfeife um eine tönerne Tschibukpfeife handelt. Einen solchen Pfeifenkopf habe ich mal eingescannt und ich denke, daß beides zusammen, sowohl Radierung wie auch die Pfeife, das Gedicht Pfeffels anschaulicher machen lassen, als wenn man es nur so lesen würden.
Gott grüß' euch Alter, schmeckt das Pfeifchen?
Weißt her! - Ein Blumenkopf
Von rothem Thon mit goldnem Reifchen:
Was wollt ihr für den Kopf?
O Herr, den Kopf kann ich nicht lassen,
Er kommt vom bravsten Mann,
Der ihn, Gott weiß es, einem Bassen,
Bey Belgrad abgewann.
Da, Herr, da gab es rechte Beute,
Es lebe Prinz Eugen!
Wie Grummet sah man unsre Leute
Der Türken Glieder mähn.
Ein andermal von euren Thaten!
Hier, Alter, seyd kein Tropf:
Nehmt diesen doppelten Dukaten
Für euren Pfeifenkopf.
Ich bin ein armer Kerl, und lebe
Von meinem Gnadensold,
Doch, Herr! den Pfeifenkopf, den gebe
Ich nicht um alles Gold.
Hört nur: Einst jagten wir Husaren,
Den Feind nach Herzenslust,
Da schoß ein Hund von Janitscharen
Den Hauptmann in die Brust.
Ich hob ihn flugs auf meinen Schimmel,
Er hätt' es auch gethan,
Und trug ihn sanft aus dem Getümmel
Zu einem Edelmann.
Ich pflegte sein. Vor seinem Ende
Reicht er mir all sein Geld,
Und diesen Kopf, drückt mir die Hände,
Und blieb im Tod noch Held.
Das Geld must du dem Wirthe schenken,
Der dreymal Plündrung litt,
So dacht' ich, und zum Angedenken,
Nahm ich die Pfeife mit.
Ich trug auf allen meinen Zügen,
Sie wie ein Heiligthum,
Wir mochten weichen oder siegen
Im Stiefel mit herum.
Vor Prag verlohr ich auf der Streife
Das Bein durch einen Schuß,
Da griff ich erst nach meiner Pfeife,
Und dann nach meinem Fuß.
Ihr rührt mich, Alter, bis zu Zähren,
O sagt, wie hieß der Mann?
Damit mein Herz auch ihn verehren
Und ihn beneiden kann.
Man hieß ihn nur den tapfern Walter,
Dort lag sein Gut am Rhein.
Das war mein Ahne, lieber Alter,
Und jenes Gut ist mein!
Kommt, Freund! Ihr sollt bey mir nun leben,
Vergesset eure Noth,
Kommt, trinkt mit mir von Walters Reben
Und eßt von Walters Brod.
Nun top! Ihr seyd sein wahrer Erbe,
Ich ziehe morgen ein,
Und euer Lohn soll wenn ich sterbe
Die Türkenpfeife seyn!
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