Montag, 17. Januar 2011

Eine kleine Seerose im Januar


Im Juli vergangenen Jahres schrieb ich einen Blogbeitrag über meine gerade wunderbar blühenden Seerosen, siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2010/07/die-seerosen-bluhen.html . Bis zu den ersten Frösten blühten die Seerosen, dann war mein kleiner Teich zugefroren und dies mit einer extrem dicken Eisdecke. Eine einzige Seerosenknospe ragte aus dem Eis hervor, bis auch sie unter den mächtigen Schneemassen verschwand. Zum Glück zeigte sich der Januar von einer besseren Seite als der Dezember und ließ Schnee und Eis wegtauen. Es war wie ein kleines Wunder, der zarten Seerosenknospe hatten das dicke Eis um es herum nichts anhaben können. Noch von letzten Eisbrocken umgeben ragte die Seerose aus dem Wasser (erstes Foto). Da die Temperaturen ja nun nicht so sind, daß eine Seerose jetzt draußen blühen könnte, habe ich sie abgeschnitten und erfreue mich nun drinnen in einer Vase an der Blume (zweites Foto). Es ist erstaunlich, auch der Stiel weist keinerlei Verletzungen auf und dies obwohl große Eismassen die Seerose gedrückt hatten. So eine zarte kleine Seerose könnte Menschen Mut machen, Menschen die zart beseitet sind, sensibel, und großem Druck der kalten deutschen Gesellschaft ausgesetzt sind, daß auch sie eventuell diesem Druck der feindlichen Umgebung standhalten können, so wie die Seerose Kälte und Eis trotzen konnte.      


Seerosen im Juli 2010

Walter Timmlings "Prolegomena zur Theologie der Künste"


1949 erschien Walter Timmlings „Prolegomena zur Theologie der Künste“ in der Zeitschrift „Pastoraltheologie“ im 2. Heft des 38. Jahrgangs. Da ich diese allgemeinsten Gedanken Timmlings nicht dem Vergessen anheim fallen lassen möchte, habe ich die Seiten eingescannt um sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wie alle von mir eingescannten Dokumente oder Fotos sind sie selbstverständlich mit einem einfachen Mausklick zu vergrößern. Dies schreibe ich deshalb, weil es immer wieder vorkommt das Leser mich anmailen und um eine höhere Auflöung bitten, diesen war diese Vergrößerungsfunktion bisher nicht bekannt.

Sonntag, 16. Januar 2011

Walter-Timmling-Ausstellungen in den 1930er Jahren bei Kühl (Dresden) und im Prinzessinnenschlößchen (Jena)


Links von meinen Blogbeiträgen die sich mit dem Maler, Lyriker und Kunstwissenschaftler Dr. Walter Timmling (1897-1948) beschäftigen, die finden Sie hier: http://barrynoa.blogspot.com/2011/01/literaturhinweise-zu-walter-timmling.html .
Schon zu DDR-Zeiten recherchierte ich zu Timmling, die damals geplante Publikation konnte allerdings dann erst im Jahr 2000 erscheinen. Jedenfalls wußte ich, daß Timmling 1934 bei Kühl in Dresden eine Ausstellung zusammen mit Arthur Henne hatte, Unterlagen gab es nicht mehr. Ich schrieb 1986 die auch noch in der DDR-Zeit existierende Kunsthandlung Kühl an und bekam dankenswerter Weise zwei Abschriften von Zeitungsrezensionen die diese Ausstellung behandelten. Fotos der Ausstellung in Dresden waren leider nicht mehr vorhanden. In Jena hatte Timmling mehrmals ausgestellt. Dies lag wahrscheinlich daran, daß ihm sein Freund Dr. Werner Meinhof, der in Jena Museumsdirektor war, den Weg zum dortigen Kunstbetrieb geöffnet hatte. Zu diesen Ausstellungen konnten bislang keine Dokumente gefunden werden. Anfragen meinerseits in Jena verliefen damals fast ergebnislos (siehe eingescannte alte Briefe). Allein drei alte Fotos zeigten Bilder Timmlings und einen Ausstellungsraum im Jenaer Prinzessinnenschlößchen, wo Timmling in den 30er Jahren ausgestellt hatte. Sowohl die damaligen Zeitungsrezensionen wie auch die Fotos der Ausstellung im Jenaer Prinzessinnenschlößchen, die auch in meiner Timmling-Publikation zu finden sind, habe ich heute für Freunde der Kunst Timmlings eingescannt. Alle die auf den schwarz-weissen Fotos zu sehenden großformatigen Oelbilder Timmlings existieren nicht mehr. Sie alle verbrannten bei dem Bombeninferno des 13.-15. Februar in Dresden.    

Samstag, 15. Januar 2011

Altes: Krimis aus dem Westen


Krimis zu bekommen war in der DDR kein Problem. Neben den Klassikern, wie Conan Doyles „Sherlock Holmes“ und den Romanen von Agatha Christie, die auch in der DDR verlegt wurden und die ich mit Begeisterung las, da hätte ich natürlich auch gern Edgar Wallace gelesen, nur den bekam man in der DDR nicht, wenngleich die bekannten Edgar-Wallace-Filme in den Kinos gespielt wurden. Aber es gab ja noch den Schwarzmarkt, wo man für teures Ostgeld Bücher aus westlicher Produktion bekam. Einige dieser damals so erworbenen Bücher habe ich immer noch, da sie mir bis heute sehr gefallen, so z.B. Bernhard Borges „Tod im Blausee“, Victor Gunns „Auf eigene Faust“, und Georges Simenons „Maigret verschenkt seine Pfeife“. Simenons Bücher gab es zu späteren Zeiten, so ab Mitte der 70er Jahre, dann auch in der DDR zu kaufen, aber man mußte dazu kommen, denn  es waren etliche Autoren so gefragt, daß das Angebot die Nachfrage nicht decken konnte, aber man konnte Bücher ja immer noch in der Bücherei ausleihen und dies natürlich völlig kostenlos. Das Maigret-Taschenbuch kostete laut Eintrag in den 60er Jahren 2,40 Mark (West). 10 Ostmark mußte man schon hinlegen um so ein ausgelesenes Exemplar in der DDR zu bekommen. Der Umtauschkurs war also ungefähr 1 zu 4, ein durchaus üblicher Kurs zur damaligen Zeit auch für andere Dinge und ein einträgliches Geschäft für diejenigen die derlei Sachen aus dem Westen bekamen und dann hier verscheuerten.  

Freitag, 14. Januar 2011

Ein bislang unveröffentlichtes Oelbild von Pietro Barucci (1845-1917)



Die Italiensehnsucht deutscher Künstler der Goethezeit war groß, aber auch danach zog „das Land wo die Zitronen blühen“ immer wieder Deutsche, die deutsches Wetter und deutsche Mentalität satt hatten, in ihren Bann. Besonders die Gegend um Neapel erschien als irdisches Paradies, so schrieb Goethe: „Neapel ist ein Paradies, jedermann lebt in einer Art von trunkner Selbstvergessenheit. Mir geht es ebenso, ich erkenne mich kaum, ich scheine mir ein ganz anderer Mensch.“

In meinem gestrigen Blogbeitrag hatte ich das Foto einer Porzellanschnecke mit dem Bild des Vesuvs vorgestellt, passend dazu heute ein Oelbild des italienischen Malers Pietro Barucci (1845-1917) mit dem Titel „Knabe auf einem Fischerboot in der Bucht von Napoli“. Von dem bekannten Maler Barucci findet man in der Kunstliteratur oder im Internet eine beachtliche Anzahl von Bildern. Das von mir fotografierte wird man bislang vergeblich finden, denn es wurde bisher noch nicht veröffentlicht. Vielen Dank dem in der Nähe Dessaus beheimateten Besitzer, einem langjährigen treuen Leser meines Blogs, für das Vertrauen dieses Bild erstmalig in meinem Blog veröffentlichen zu dürfen.  

Donnerstag, 13. Januar 2011

Eine alte Porzellanschnecke - Erinnerung an meinen Onkel Oskar


Daß die abstoßenden Eigenschaften der Deutschen auch in der Vergangenheit viele sensible Menschen aus dem Lande treiben ließen, dies ist den wenigsten bewußt. Nicht erst seit der Machtergreifung der Nazis 1933 waren die besseren Deutschen die, die ins Exil gingen oder gehen mußten. Auch waren es die Besten und Aufrichtigsten die bis zum 13. August 1961 die rotfaschistische DDR verließen. Die Verhältnisse waren gerade für sensible Menschen unerträglich. Besonders schmerzte es, daß die Mehrheit der Deutschen autoritäre und brutale Regime und Gesetze immer sehr begrüßt hat. An dieser Mentalität hat sich bis heute nur wenig geändert, dies zeigt sich an dem ständigen Abbau von Freiheitsrechten seit etlichen Jahren, dem von der Mehrheit der Deutschen zugestimmt wird. Auch in der Weimarer Republik sah es nicht viel anders aus, republikanisch freiheitlich war nur eine kleine Minderheit gesonnen, unter der freiheitlichen Maske war der Ungeist autoritärer Kaiserzeiten mehr als lebendig, dieser Ungeist war Alltag. Seit 1850 wanderten hunderttausende Menschen aus diesem Deutschland aus, in Länder die damals freiheitlicher waren als ihre bisherige Heimat: USA, Australien, Kanada, Brasilien, Paraguay. In den 20er Jahren, nach dem 1. Weltkrieg, war es nicht so einfach aus dem Land rauszukommen, die typischen Einwanderungsländer hatten Bedenken viele Deutsche aufzunehmen, eine Folge des 1. Weltkriegs. Was aber tun, wenn Menschen die deutsche Mentalität und die deutschen Zustände nicht mehr ertrugen?

Ein Onkel von mir, Onkel Oskar, persönlich habe ich ihn nie kennen lernen dürfen, der war ein sensibler Junge, besonders nach dem frühen Tod seiner Mutter litt er unter der Lieblosigkeit seines Vaters Max, meines Urgroßvaters, und den deutschen kaltherzigen Zuständen. Als 15jähriger begann er eine Lehre und die war kein Zuckerschlecken. „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ – dieser typische die deutsche Mentalität des Tretens nach unten und des Katzbuckelns nach oben entlarvende Spruch, zeigte sich in krasser Form bei Oskar – Mobbing und Demütigungen waren bei dieser Lehre an der Tagesordnung und wie auch in heutiger Zeit die kleinsten Angestellten im öffentlichen Dienst oft am meisten die Bürger schikanieren, so waren es die Gesellen die ihn schikanierten. Oskar ertrug dies nicht! Die Lehre einfach hin schmeissen, dies ging nicht, so wie es auch heutzutage nicht geht einfach eine Lehre hin zu schmeissen. Drohen heute massive Sanktionen vom Arbeitsamt, so drohten damals Maßnahmen des autoritären Vaters. Die einzigste Möglichkeit die sich Oskar bot, war abzuhauen nach Hamburg, dort auf einem Schiff anzuheuern. Wäre dies heute noch möglich, daß ein 15jähriger von zuhause abhauen kann und auf einem Schiff anheuern könnte? Wohl kaum! 15jährige haben heute noch weniger Freiheitsrechte als in den 20er Jahren, die Bevormundung von Jugendlichen wird in Deutschland immer schlimmer, dies unter dem Deckmantel der Fürsorge.

Onkel Oskar heuerte in Hamburg bei einem brasilianischem Schiff als Küchenhelfer an. Bei einem deutschen Schiff anzuheuern, wäre möglich gewesen, aber dort herrschte ja im Kleinen die gleiche deutsche Mentalität wie im Großen. Onkel Oskar kam erst als Erwachsener wieder nach Hause, und auch da nur zu Besuch. Mittlerweile war er ein gefragter Schiffskoch geworden. Irgendwann schenkte er mal meiner Großmutter, seiner Schwester, die oben abgebildete Porzellanschnecke (die ohne das Ritzbild). Wenn ich als Kind bei meinen Großeltern war, dann legten sie mir diese Schnecke oft an mein Ohr, damit ich das „Rauschen des Meeres“ hören sollte, ein bekanntes Phänomen solcher Schnecken. Später kaufte ich mir mal noch eine zweite dieser Porzellanschnecken, die aber deshalb, weil ich das dort eingeritzte Bild der Bucht von Neapel mit dem Vesuv so interessant fand. Die einfache Porzellanschnecke aber, die wird mich zeitlebens an meinen Onkel Oskar erinnern, der mir schon deshalb sympathisch ist, weil er als sensibler und freiheitlicher Mensch mit den anderen Deutschen nicht mit marschierte.    

Dienstag, 11. Januar 2011

Beiträge zur anhaltischen Mundart - Teil 11: Georg Müller



Der im anhaltischen Nienburg als Sohn des Bürgermeisters geborene Georg Müller (1864-1933) war als Postbeamter in Bernburg tätig. Neben seinem Ehrenamt als Stadtrat für Kultur und Friedhofswesen schrieb er in anhaltischer Mundart Geschichten und Gedichte, vorwiegend in Zeitungen. 1925 und 1929 erschienen die oben abgebildeten Bücher von ihm (1996 noch einmal in einem Band vereint verlegt). 2009 erschien in der Anhalt Edition Dessau „Mei Anhalt, wu ich heeme bin“, ein Buch mit Geschichten und Gedichten Georg Müllers, die teilweise nur in früheren Zeitungsbeiträgen zu lesen waren.