Ab und an gibt es ihn, den goldenen Oktober. Besonders wenn, wie heute, die Sonne um die Mittagszeit strahlend scheint, man sich auf der Terrasse sogar ein paar Stunden lang sonnen kann und sonnentrunkene Insekten noch um einen herum fliegen. Die letzten Farbtupfer im Garten, wie Herbstblüher, Vogelbeeren, Knallerbsenfrüchte, die roten Blätter der Heidelbeere und ein paar letzte Himbeeren und Äpfel, die erfreuen einen dann, denn wenn man an die trüben Tage, Wochen, Monate, denkt, die jetzt folgen, dann kann es einen grausen.
Dienstag, 19. Oktober 2010
Goldener Oktober-Garten
Ab und an gibt es ihn, den goldenen Oktober. Besonders wenn, wie heute, die Sonne um die Mittagszeit strahlend scheint, man sich auf der Terrasse sogar ein paar Stunden lang sonnen kann und sonnentrunkene Insekten noch um einen herum fliegen. Die letzten Farbtupfer im Garten, wie Herbstblüher, Vogelbeeren, Knallerbsenfrüchte, die roten Blätter der Heidelbeere und ein paar letzte Himbeeren und Äpfel, die erfreuen einen dann, denn wenn man an die trüben Tage, Wochen, Monate, denkt, die jetzt folgen, dann kann es einen grausen.
Samstag, 16. Oktober 2010
Alte Schulhefte in der DDR (1958-1961)
Vor einiger Zeit hatte ich hier im Blog einen Beitrag über ein altes Schulheft von 1851 veröffentlicht, siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2010/07/ein-altes-schulheft-von-franz-otto.html . 1851 ist lange her, aber wer kann sich wohl noch an die Schulhefte Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre in der DDR erinnern? Heute holte ich mal einige von meiner Schulzeit aus einer Kramkiste hervor. Interessant finde ich ja die Rückseiten der Umschläge, wo die Werbungen für die Schulsparaktionen drauf waren. Aber auch das Deutsche Hygiene-Museum (siehe Scans) war mit Gesundheitstipps vertreten. In einem Deutschheft der 3. Klasse entdeckte ich einen Wunschzettel für Weihnachten. Wahrscheinlich sollten wir Schüler so einen anfertigen. Ja, und das Buch „Das Geheimnis im schwarzen Berg“ habe ich von meinen Eltern tatsächlich bekommen, ich habe es heute noch, lehrreich zwar nicht gerade, aber ein ziemlich spannendes Buch für Kinder! Daß es von Pionieren handelte war zwangsläufig, denn so gut wie alle Kinder in der DDR waren bei den „Jungen Pionieren“ und als Kind konnte man sich dagegen schon gar nicht wehren. Ob ich das gewünschte Briefmarkenalbum bekommen habe, dies weiß ich allerdings nicht mehr, aber wahrscheinlich ist es, denn ich bekam meine gesamte Kindheit etliche dieser Alben geschenkt, denn Briefmarkensammeln war eines meiner Hobbys, siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2009/03/bn-und-das-briefmarkensammeln.html .
Ach ja, das Fach Russisch! Wenn ich da so in die alten Schulhefte schaue, dann muß ich leider feststellen, daß so gut wie nichts bei mir hängen geblieben ist, dies obwohl ich Russisch schon ab der 3. Klasse hatte, ansonsten gab es ja den Russisch-Unterricht erst ab der 5. Klasse. Sogar bei den kyrillischen Buchstaben komme ich ins Schleudern. Äh, und dann diese ekelhaften Tintenfüllhalter, wo es immer wieder Kleckse gab, eines meiner alten Löschblätter zeugt davon! Ein Segen war die Erfindung des Kugelschreibers, jedenfalls für uns arme Schulkinder.
Schule war mir immer zuwider, kein Wunder für freiheitsliebende Menschen sind derartige kollektivistische Zwingburgen nichts. Sich den Autoritäten der sozialfaschistischen SED-Volksbildung zu fügen, dies fiel nicht jedem leicht. Ich könnte nicht sagen, daß ich irgendwie positive Erinnerungen an meine Schulzeit hätte, ausgenommen ein ganz klein wenig die ersten Jahre bei meiner Klassenlehrerin Frau Krause, was danach kam war nur noch …. (Netiquette), siehe dazu auch: http://barrynoa.blogspot.com/2009/08/von-einem-brutalen-sportlehrer-und.html !
Ein wenig erfreulich mein altes Zeichenheft, beginnend mit der 1. Klasse. Da gab es zwar auch Vorgaben, aber ein wenig Freiheit konnte man sich schon erlauben. Daß ich den „See“ gern zeichnete, dies war klar, denn im Sommer war ich sehr gern an diesem Elbteich, welcher sich in der Nähe des Dessauer Kornhauses befand. Eine wilde Badestelle, ohne Aufseher, wo man machen konnte was man wollte, ja das war ein Stück Freiheit. Leider wurde dieser Elbteich beim Bau der Kläranlage an der Elbe zugeschüttet. Schade, daß ich nicht ein einziges Foto von diesem herrlichen Naturkleinod habe. Er war für uns Kinder ein Stück Heimat und neben Spaß und Spiel hatten wir dort auch das Glück Aufklärung nicht nur aus Büchern zu bekommen. Nicht nur Kinder spielten dort, auch junge Heranwachsende zog es an den Elbteich und die tranken gerne einen mal über den Durst. Und dann ging es ab ins Wasser, nackt, und anschließend verzogen sich Pärchen des öfteren in die Büsche. Wir Kinder fanden das mehr als interessant so ein Pärchen beim Sex zu belauschen und hinter einem Busch zuzusehen. Damals, wie heute, hielt man ja den Anblick so eines koitierenden Pärchens für Kinderaugen schädlich - ausgemachter Schwachsinn, das Gegenteil ist der Fall, wie die wirklich wissenschaftlichen Sexualwissenschaftler feststellten, wie z.B. Prof. Ernest Borneman in den 70er Jahren.
Auf einem der Bilder sehe ich, daß ich da ein Motorbootrennen gemalt habe. Kein Wunder, denn in meiner Kindheit fanden auf dem Kurs an der Elbe immer sehr spannende Motorbootrennen statt, siehe: http://barrynoa.blogspot.com/2010/04/dessauer-motorbootrennen-ende-einer.html .
Ja, und auf dem letzten von mir eingescannten Bild habe ich unser Wohnzimmer Ende der 50er Jahre wieder entdeckt, den roten, gerade von meinen Eltern gekauften, Perserteppich, der mich immer noch erfreut, dann die damals neuen Sessel im Stromlinienstil und der damals nagelneue Fernsehapparat, der ziemlich sensationell war, denn außer einem Rundfunkmechaniker hatte weit und breit sonst noch keiner einen Fernseher.
Freitag, 15. Oktober 2010
Proteste gegen Erhöhung des Renteneintrittsalters in Frankreich. Und in Deutschland?
1. Millionen protestieren in Frankreich gegen Rentenreform - Yahoo ...
12. Okt. 2010 ... In Frankreich haben die Proteste gegen die Rentenreform einen neuen Höhepunkt ... Erhöhung des Renteneintrittsalters von 60 auf 62 Jahre. ...
de.news.yahoo.com/.../tpl-millionen-protestieren-in-frankreich-451fab7.html - Im Cache
2. Großdemonstration: Proteste gegen Rentenerhöhung in Frankreich ...
7. Sept. 2010 ... "Proteste gegen Rentenerhöhung in Frankreich" Die Franzosen werden GARANTIERT NICHTS gegen eine rentenerhöhung haben und deswegen ...
www.derwesten.de/.../Proteste-gegen-Rentenerhoehung-in-Frankreich-id3666782.html - Im Cache
3. Massenproteste gegen Rentenreform in Frankreich - dpa-Ticker ...
24. Juni 2010 ... Zu massiven Protesten gegen die geplante Erhöhung des Rentenalters ist es auch in der französischen Hafenstadt Marseille gekommen. ...
www.handelsblatt.com/.../massenproteste-gegen-rentenreform-in-frankreich;...
4. Rentenreform
Proteste lähmen Frankreich
Politik-Nachrichten ...
7. Sept. 2010 ... «Das Rentenalter zu erhöhen ist die ungerechteste Maßnahme», ... Protest gegen Sarkozy. Der französische Präsident läßt 1000 Roma abschieben ...
www.news.de/politik/855072390/proteste-laehmen-frankreich/1/
5. Frankreich: Hunderttausende protestieren gegen Sarkozys ...
3. Okt. 2010 ... Protest von Stahlarbeitern in Marseille: Rentenalter soll auf 62 steigen ... Aber gegen eine Erhöhung des Rentenalters zu demonstrieren ist ...
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,720947,00.html
6. Streiksaison in Frankreich: Proteste gegen Rentenreform - n-tv.de
7. Sept. 2010 ... Streiksaison in Frankreich: Proteste gegen Rentenreform ... Allein die Erhöhung des Rentenalters soll 20 Milliarden einbringen. ...
www.n-tv.de/politik/Proteste-gegen-Rentenreform-article1432256.html
7. Gegen Rentenreform: Frankreich im Streik - Politik - Tagesspiegel
24. Juni 2010 ... Gegen die geplante Erhöhung des Renteneintrittsalters von 60 auf 62 Jahre haben am Donnerstag hunderttausende Franzosen protestiert. ...
www.tagesspiegel.de/politik/frankreich-im-streik/1867378.html
8. Erhöhung des Rentenalters: Streik gegen Rentenreform in Frankreich
7. Sept. 2010 ... Aus Protest gegen die geplante Erhöhung des Rentenalters sind in Frankreich tausende Menschen in den Streik getreten.
www.epochtimes.de/articles/2010/09/07/614440.html - Im Cache
9. Druck auf Sarkozy: Proteste gegen Rentenreform in Frankreich ...
24. Juni 2010... die französischen Gewerkschaften die geplante Erhöhung des Renteneintrittsalters verhindern Es.. ... Frankreich will Rentenalter auf 62 Jahre anheben ... Druck auf Sarkozy: Proteste gegen Rentenreform in Frankreich ...
www.faz.net/.../Doc~EE410D80C93984CBEA073416436783391~ATpl~Ecommon~Scont...
10. SUCHERGEBNISSE FRANKREICH AND STREIKS
Mit einem landesweiten Streik haben die Gewerkschaften in Frankreich gegen die geplante Erhöhung des Rentenalters protestiert. Betroffen waren Bus- und ...
www.ad-hoc-news.de/de/suchergebnisse/?q...Streiks%22 -
Gibt man bei Google den Begriff „Proteste gegen geplante Renteneintrittsaltererhöhung in Frankreich“ ein, dann wird man vollkommen erschlagen von den vielen Massendemonstrationen von Millionen Franzosen, den vielen Streiks, den Lahmlegungen des Verkehrs usw. Was ist passiert, was die Franzosen auf die Barrikaden bringt? Das bisherige Renteneintrittsalter (für Männer und Frauen ohne Abschläge) soll von 60 Jahren auf 62 Jahre erhöht werden! Mit dieser volksfeindlichen Maßnahme sind die Franzosen nicht einverstanden und sie wehren sich mit allen Kräften. Und die Deutschen? Die hatten klaglos schon früher ein Renteneintrittsalter 65 akzeptiert, unter dem Motto „Arbeit, Arbeit, Arbeit von der Wiege bis zur Bahre (natürlich nicht für die von ihrem Vermögen lebenden Kapitalisten)“ und wo ist der Aufruf zum Generalstreik, zu Streiks, wo sind die Massendemonstrationen der Millionen Deutschen die gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahre protestieren? Fehlanzeige. Der Deutsche läßt eben halt nichts auf seine geliebte Erwerbsarbeit kommen und die Alten sollen mal tüchtig malochen und wenn es keine reguläre Arbeit mehr gibt, dann ab in die 1-Euro-Job-Brigaden und die Straßen gefegt, damit der deutsche Spießbürger es schön sauber und ordentlich hat, denn neben der Arbeit ist Ordnung und Sauberkeit dem Ur-Deutschen Herzenssache. Da kann man nur Tschingderassabumbumbum anstimmen: „Deutsche Tuuugend, deutscher Wein, das muß sein“, oder wie das Lied aus der Mottenkiste der „volks“tümlichen deutschen Weisen lautet.
Donnerstag, 14. Oktober 2010
Deutsche Leitkultur?
Allenthalben nehmen reaktionäre deutsche Politiker jetzt die Worte von der „Deutschen Leitkultur“ in den Mund. Diese „Leitkultur“ soll vor „negativen“ Einflüssen von außen bewahrt werden. Fragt man nach was eigentlich unter diesem „Deutschen“ verstanden wird, dann herrscht Schweigen. Es wäre ja schön, wenn unter „Deutscher Leitkultur“ die hervorragenden künstlerischen Leistungen eines Goethe, eines Beethoven, eines Schlingensief oder die gesellschaftspolitischen Leistungen eines Thomas Müntzer, eines Wilhelm Reich oder eines Rudi Dutschke verstanden würden, doch diese Leistungen entstanden eben nicht aus der Mitte des deutschen Volkes heraus, sondern sogar gegen den Widerstand der deutschen Kultur, die in der Breite immer eine spießbürgerliche war.
Sind wirklich deutsche Charaktereigenschaften es wert, daß man um deren Überleben bangt, sich in einer deutschen Wagenburgmentalität wiederfindet, eine deutsche Volksgemeinschaft beschwört, die es nie gegeben hat. Das propagierte deutsche Volkstum ist eine Mär und hätte es nicht völkische Einflüsse von Außen im Laufe der Geschichte gegeben, dann sähe es noch schlechter aus mit der deutschen Mentalität. Holländer und französische Hugenotten brachten den Deutschen erst Modernität und freieres Denken in das bis dahin dumpfe deutsche Volk, ein Volk welches sich noch im 30jährigen Krieg gegenseitig abschlachtete.
Man hat jetzt Angst vor „Überfremdung“? Ja will man denn in den sogenannten deutschen „Tugenden“, im Mief der deutschen Gehässigkeit, der Obrigkeitshörigkeit, der Liebe zu Vorschriften auf allen Gebieten und der miesen deutschen Volksmentalität verbleiben, einer Mentalität die den Deutschen in der Welt den Beinamen des „hässlichen“ Deutschen eingebracht hat?
Nur ein Beispiel wie abstoßend typisch deutsche Volksmentalität auf diejenigen wirkt, die sich zu diesem Deutschtum nicht bekennen:
Dieser Tage traf ich einen ehemaligen Nachbarn. Früher war er wie Millionen anderer ostdeutscher Opportunisten in der SED und haute immer mächtig auf den „sozialistischen“ Putz. Über zwanzig Jahre lang hatte ich ihn nicht mehr gesehen und wir wechselten ein paar Worte. Ihm geht es mehr als gut, sowohl er, wie auch seine Frau, haben sehr gute Renten und als über 70jähriger ist er auch noch gesundheitlich topfit. In unserem Gespräch regte er sich über die faulen Arbeitslosen auf, die seiner Meinung nach mehr angetrieben werden müssten, da sie ja auf Kosten der anderen Bürger leben würden. Daß seine fette Rente ebenfalls von Bürgern aufgebracht werden muß, dies ignorierte er vollkommen, stattdessen Treten auf diejenigen die am wenigsten vom großen Volkskuchen abbekommen. Er hatte Glück, konnte vorzeitig in eine gute Rente gehen, was die heutigen Menschen nicht mehr können, wenn sie nicht gerade im öffentlichen Dienst arbeiten, und wäre er 20 Jahre jünger, hätte es ihm leicht selber passieren können, daß er in einer 1-Euro-Job-Brigade, wo er Zwangsarbeit hätte leisten müssen, gelandet wäre. Es haute mich fast um als dieser ehemalige SED-Genosse mit Empörung in der Stimme erzählte, daß im Wald an seinem Eigenheim eine 1-Euro-Job-Brigade arbeiten würde und wie er mit seinem Fernglas feststellen müsse, würden sie sich mehr auf ihre Hacken aufstützen als mit diesen zu arbeiten. Er hätte schon bei übergeordneten Stellen deshalb angerufen, aber es würde sich nichts wesentliches ändern.
Da ist sie wieder, die typisch deutsche Mentalität, wo nach unten getreten wird und nach oben gekatzbuckelt, wo zu gern die Ärmsten der Armen durch Anleiern schikaniert werden. Es hat sich nichts an der miesen Mentalität dieser deutschen Spießbürger geändert. Unter dem Kaiser zeigten diese Deutschen ihre Mitbürger beim Schutzmann an wenn diese im Sommer an einem einsamen Waldteich wenig bekleidet badeten, da dies gegen die „guten“ Sitten verstieß. Unter Hitler noch schlimmer, da feierte die deutsche Blockwartmentalität Triumphe. Zehntausende Mitbürger wurden von ihren deutschen „Volksgenossen“ angezeigt, weil sie am sogenannten Eintopftag etwas anderes zu Mittag aßen als eben diesen Volkseintopf. Und obwohl die Anscheißer wußten, daß ihre Mitbürger ins KZ kamen, zeigten sie diese an wenn sie sogenannte Feindsender im Radio hörten. Ganze Heerscharen lauschten an der Wand ob nicht der Nachbar dies tat, um ihn dann ins KZ bringen zu können. Ja und was die Millionen Stasipitzel, SED-Genossen und Konsorten zu DDR-Zeiten mit ihren Mitbürgern trieben, dies ist hinlänglich bekannt: Kontinuität deutscher Mentalität vom Kaiserreich bis jetzt. Und diese deutsche Leitkultur soll erhaltenswert sein? Die Kultur der Sinti und Roma hält man gar für minderwertiger als diese sogenannte deutsche Leitkultur, die hauptsächlich durch das deutsche Spießbürgertum mit ihren unsolidarischen Verhaltensweisen bestimmt wird?
Von dem ehemaligen Nachbarn verabschiedete ich mich mit den Worten, daß er froh sein könne, daß die von ihren deutschen Mitbürgern unterdrückten 1-Euro-Jobber wie die naiven Schafe sind, die sich brav zur Schlachtbank führen lassen, Franzosen z.B. die hätten sich dieses deutsche Denunziantentum nicht gefallen lassen, da hätte eventuell so eine Hacke zu etwas anderem genutzt als nur mit ihr Erde zu hacken oder sich auf sie zu stützen.
Dienstag, 12. Oktober 2010
Andacht in der Dessauer Bahnhofsmission
Vom Weltgericht (Mt. 25,31-46)
Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.
Da wird dann der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.
Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dir zu essen gegeben? oder durstig und haben dir zu trinken gegeben? Wann haben wir dich als Fremden gesehen und haben dich aufgenommen? oder nackt und haben dich gekleidet? Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?
Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.
Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich nicht aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht gekleidet. Ich bin krank und im Gefängnis gewesen, und ihr habt mich nicht besucht.
Dann werden sie ihm auch antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehen oder als Fremden oder nackt oder krank oder im Gefängnis und haben dir nicht gedient? Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem von diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.
Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben.
Eine ökumenische Einrichtung die in vorbildlicher Weise die Herrenworte Jesu in die Tat umsetzt, ist die Bahnhofsmission in Dessau. Unter der wahrhaft christlichen Leitung von Frau Wenzkowski kümmert sich ein Team von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Helfern um in materielle, seelische und geistliche Not geratene Menschen und gibt Hilfestellung auf allen Gebieten für Reisende. Bisherige Beiträge über die Dessauer Bahnhofsmission hier im Blog:
http://barrynoa.blogspot.com/2008/12/weihnachtsfeier-in-der-bahnhofsmission.html ,
http://barrynoa.blogspot.com/2009/07/die-dessauer-bahnhofsmission.html .
Neben den praktischen Hilfestellungen ist auch die Missionsarbeit in unaufdringlicher Weise ein Anliegen der Bahnhofsmission, dazu dienen die Andachten mit anschließenden geselligem Beisammensein, die mit großer Liebe von den Mitarbeitern organisiert werden und die auch immer stärker von Dessauern besucht werden. Die Andachten werden von Pfarrern, Predigern und Mitarbeitern verschiedener Konfessionen gehalten und jedesmal ist es wieder schön, gerade durch die Unterschiedlichkeit der persönlichen Art der Vortragenden, geistliches Rüstzeug für den Alltag zu gewinnen.
Die heutige Andacht hielt Pater Alfons Averbeck S.M. (Marist), der dies zum ersten Mal in der Bahnhofsmission machte. Pater Averbeck wird manchem Wörlitzfreund vielleicht bekannt sein, denn er versieht, neben vielen anderen Dingen, auch Dienst im Bibelturm der Wörlitzer Kirche. Da die Maristen zur römisch-katholischen Kirche gehören (einer der Träger der Bahnhofsmission), erlaubte ich mir, eine meiner orthodoxen Ikonen für die Andacht beizusteuern (siehe Fotos), passend zu dem christlichen Hymnus auf die Größe Gottes („Der Mensch ist eine Ikone Gottes“), welchen Pater Averbeck zur Einstimmung mitbrachte.
In seiner Andacht führte Pater Averbeck uns in die historische Zeit Jesu, wo unserem Heiland von den damaligen Mitmenschen sowohl Erstaunen über die Fähigkeiten Jesu, wie aber auch Unverständnis ihm gegenüber entgegen gebracht wurde. Unter Einbeziehung der Anwesenden der Andacht bei Fragen und Antworten wurde das schwierige Thema der Dreieinigkeit auch weniger damit befassten näher gebracht: Gott, Sohn und Heiliger Geist sind eins! Und durch Gottes Sohn, Jesus Christus, wurde die Verheißung „Fürchte Dich nicht“ Realität für alle die an Jesus Christus glauben und ihm praktisch nachfolgen (siehe: Mt. 25,31-46 und Joh. 6,47).
Die segensreiche Arbeit der Bahnhofsmission lebt auch durch die Spenden von guten Menschen, zu nennen wäre, unter vielen anderen, Frau Pfeiffer, die seit langem die Bahnhofsmission unterstützt, so backte sie z.B. für den geselligen Teil der heutigen Andacht einen wunderbaren Pflaumenkuchen der allen Besuchern mundete. Neben Geld-und Lebensmittelspenden nimmt die Bahnhofsmission auch andere Sachspenden, wie Kleidung und Schuhe, entgegen, die für in Not geratene Menschen kostenlos weiter gegeben werden. Dies ist besonders für Menschen eine große Hilfe die durch alle Maschen der sozialen Unterstützung gerutscht sind, z.B. bei Versagung von Sozialhilfe oder Hartz IV usw. aus den verschiedensten Gründen, sei es aus Verschulden von Ämtern oder aus Selbstverschulden. Auch kleine Beiträge zur Arbeit der Bahnhofsmission sind immer willkommen und helfen notleidenden Menschen unbürokratisch.
Ein paar Schnappschüsse von der heutigen Andacht:
Sonntag, 10. Oktober 2010
Altes: Ostasiatika
Im vorherigen Beitrag über eine japanische Porzellanschale mit Briefmarken war diese neben einer alten chinesischen Pfeife und einem japanischen Teetassengedeck zu sehen. In der chinesischen Pfeife, die ebenfalls aus der Zeit um 1900 stammt, wurde früher Opium geraucht, wie man unschwer am Besteck erkennen kann. Sehr hübsch anzusehen sind bei dieser Pfeife auch die kleinen Porzellankugeln, die an den Kordeln angebracht sind. Es sind darauf wieder die sehr belieben Goldfische zu sehen. Die Opiumpfeife ist aus Metall, wie auch bei dem nächsten Foto die daneben stehende japanische Schnupftabakflasche mit interessanter Metalleinlegearbeit. Diese Snuff Bottles gab es sowohl in China wie auch in Japan. Die Blütezeit war von 1850 bis 1900 und Schnupftabakfläschchen gab es aus den verschiedensten Materialien. Den großen Teller der japanischen Teetasse (um 1920) habe ich ebenfalls mal eingescannt, denn er ist motivisch sehr schön gestaltet, traditionell, aber mit einem Hauch modernen Einflusses.
Kurios: Altes japanisches Porzellan mit Briefmarken
Als Jugendlicher ertauschte (erkaupelte) ich mir mal eine alte japanische Porzellanschale. Ich war fasziniert, daß sich unter der Glasur, also mit dem Porzellan eingebrannt, sich zwei Briefmarken der Kaiserlich Japanischen Post (Imperial Japanese Post) befanden. Daß man um 1900 dies öfter tat, dies wußte ich bis dato nicht. Da auch den heutigen Bloglesern solches nicht bekannt sein dürfte, erlaube ich mir, die noch in meinem Besitz befindliche, auch von der Malerei her, sehr schöne Schale, zu zeigen. Besonders die Freunde ostasiatischer Kunst und Antiquitäten dürfte dies erfreuen. Auf dem ersten Foto befindet sich besagte Schale links außen neben einer Pfeife und einem Teetassengedeck.
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