Sonntag, 8. April 2012

Ostern vor 50 Jahren – 1962









50 Jahre sind sie alt, die schon leicht verblichenen Dia-Fotos, siehe obige Scans (Meine Mutter, mein Vater und ich) vom Ostereiersuchen auf dem Knarrberg in Dessau-Ziebigk, wo ich mit meinen lieben Eltern zuhause war. Am Ostersonntag am Vormittag ging es raus in den Garten und ich durfte Ostereier suchen. Mutter hatte so 10-12 Eier eingefärbt, in den ersten Jahren mit Zwiebeln und dann später mit bunter Ostereierfarbe. Und dann gab es da noch die jedes Jahr wieder verwendeten großen Pappeier in denen leckere Süßigkeiten in Papiergras lagen. Viele dieser Süßigkeiten stammten von meiner Oma Martha aus dem Westen. Ostern 1962 war unser Garten, wie man sieht, noch recht kahl, denn frisches Grün zum Verstecken der Eier sehe ich nicht. Aber trotzdem freute man sich auf über das traditionelle Ostereiersuchen, welches so bis zu meinem 13. Lebensjahr stattfand. Als Jugendlicher mit 14 Jahren wollte man dann natürlich nicht mehr Ostereier suchen.

Heute baute ich seit langem mal wieder unsere alten Ostersachen auf, eben die Pappeier von damals und die kleinen Osterfigürchen, dazu ein paar Ostersachen der neueren Zeit. Ist er nicht hübsch anzusehen, der naturalistische Hase auf dem großen Pappei? Auch wenn er dummerweise als Eierbringer in der Tradition die Funktion des Huhnes übernahm, so freut mich noch heute dieses Osterei. Gab es 1962 noch viele Hasen auf den Feldern – man sah dauernd welche – so ist der Feldhase heute fast ausgestorben. Die industrielle Landwirtschaft heutiger Zeit (Raps ohne Ende für die Pseudo-Öko-Mafia) hat unsere natürlichen Landschaften kaputt gemacht und dazu kam dann nach der Wende das massive Jagdunwesen. Das Abknallen von Tieren macht eben dem Establishment Spaß. Waren es zu DDR-Zeiten nur die am Töten größten Gefallen findenden SED-Bonzen um Obertierabknaller Erich Honecker, so schießen wie wild jetzt auch die sich das leisten könnenden Bourgeois und da besonders die aus dem Westen kommenden Jagdpächter und Jäger. Wandern Sie mal durch Wald und Feld in Anhalt, liebe Leser, alle paar hundert Meter werden Sie einen Hochsitz finden. Einfach nur abscheulich, diese Lust am Töten von Tieren, die dann auch noch heuchlerisch als „Hege und Pflege“ getarnt wird.

Frohe Ostern, allen Lesern (ausgenommen allen Tiertötern), wünscht Ihnen
Ihr
B.N.

Und hier Links zu früheren Osterbeiträgen im B.N.-Blog:

http://barrynoa.blogspot.de/2010/03/osterlammer-schlachten-eine-unheilvolle.html
http://barrynoa.blogspot.de/2010/04/entartetes-abendlandisches.html
http://barrynoa.blogspot.de/2009/04/karfreitag-jetzt-mit-osterfeuer-bier.html
http://barrynoa.blogspot.de/2011/04/frohliche-ostern-2011-mit-osterkarten.html
http://barrynoa.blogspot.de/2008/03/ostern-2008-im-schnee.html
http://barrynoa.blogspot.de/2011/04/ostern-mit-altem-osterschmuck-der.html  
http://barrynoa.blogspot.de/2009/03/fastenzeit.html

Evangelische Kirche und FDP gegen Betreuungsgeld - Zeichen ihrer Inhumanität

Drei viel über den moralischen Zustand von evangelischer Kirche und FDP aussagende Meldungen der letzten Tage:

epd: Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, Präses Nikolaus Schneider, und
DGB-Chef Michael Sommer haben sich am Freitag gegen ein Betreuungsgeld ausgesprochen.

epd: Berlins evangelischer Bischof Markus Dröge lehnt das von der Bundesregierung geplante Betreuungsgeld ab. Er sehe das Vorhaben kritisch, sagte Dröge der in Potsdam erscheinenden "Märkischen Allgemeinen". Es sei gut, wenn Kinder in Kindertagsstätten betreut werden.

welt.de: Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) bekräftigte unterdessen ihren Widerstand zum Betreuungsgeld. Sie plädierte im "Spiegel" dafür, dem Ausbau der Kita-Plätze Priorität zu geben. Die von der Koalition ab 2013 geplante Leistung für Familien, deren Kinder privat betreut werden, "passt eigentlich nicht mehr in die Zeit", sagte sie.

Es trennt sich in punkto Humanität die Spreu vom Weizen, während die CSU und die römisch-katholische Kirche noch eine humane Vorstellung davon haben, wo Kinder im Babyalter und als Kleinkind aufwachsen sollten: bei der Mutter und nur im Notfall fremdbetreut in heimähnlichen Einrichtungen, wie Krippen, siehe dazu: http://barrynoa.blogspot.de/2012/04/betreuungsgeld-statt.html, stellt sich die evangelische Kirche auf die Seite der kinderfeindlichen Kräfte. Typisch für diese Kirche, die über viele derartige Kindereinrichtungen verfügt und aus ihnen Kapital schlägt. Das Wohl eines Kindes ist der evangelischen Kirche egal, Hauptsache man kann seinen Einfluß ausbauen, der durch ein mehr solcher Kindereinrichtungen entstehen würde und durch die Hintertür könnten dann die dort verbrachten Kinder schön im Sinne der evangelischen Kirche indoktriniert werden, so wie das schon die SED in ihrem Sinne in ihren Kindereinrichtungen praktizierte. Abstoßend diese Kirche und statt vermehrt aus der römisch-katholischen Kirche auszutreten, sollten Christen in Deutschland eher aus der evangelischen Kirche austreten, denn die römisch-katholische Kirche hat sich, wahrscheinlich wegen ihres liebevollen Marienbildes als Mutter, noch ein wenig Natürlichlichkeit und Humanität bewahrt, genau wie die CSU.

Die FDP wie immer auf der Seite der Unfreiheit: Das Betreuungsgeld passe eigentlich nicht mehr in die Zeit, so die FDP (siehe Meldung oben). Diese Typen haben wohl noch nicht geschnallt, daß ihre Partei nicht mehr in die Zeit paßt (1 %-Partei), aber, daß es zeitlos und die natürlichste Sache der Welt ist, wenn ein Baby und Kleinkind zu seiner Mutter gehört und nicht in eine kollektivistische Fremdbetreuung, die, sei sie auch noch so gut, zwangsläufig gegen die Natur ist, da durch die Trennungsängste irreparable Schäden bei den in solchen Einrichtungen verbrachten Kindern entstehen. Wer natürlich die Massentierhaltung normal findet oder den Mord von ungeborenem Leben (Abtreibungen), so wie eben die evangelische Kirche und die FDP, denen ist auch ihre amoralische Einstellung zum Betreuungsgeld nicht zu verdenken.  

Freitag, 6. April 2012

Hetzkampagne deutscher gleichgeschalteter Medien gegen Nobelpreisträger Günter Grass

Günter Grass: Das Gedicht "Was gesagt werden muss" hier zu lesen:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/gedicht-zum-konflikt-zwischen-israel-und-iran-was-gesagt-werden-muss-1.1325809  

Unsere Gesellschaft wird jeden Tag ein wenig unfreier – wo ist der Unterschied zur Gleichschaltung der Medien in der sozialfaschistischen DDR? Freie und unabhängige Medien? Eine gleichgeschaltete Medienmafia haben wir schon lange. Permanent wird von wichtigen Themen abgelenkt und wirklich wichtige Sachen, entweder nicht gebracht oder vertuscht und dies ist der Grund warum die Politiker das Internet unter ihrer Kontrolle haben wollen. Es ist das einzige Medium was sie und die etablierte Medienmafia noch nicht steuern können.

Also was soll man von den deutschen Medien anderes erwarten als die derzeitige Hetzkampagne gegen den Nobelpreisträger Günter Grass wegen seines israelkritischen Gedichtes. Verwunderlich, daß sich Grass über diese Reaktionen verwundert, scheinbar meinte er naiv in einem freiheitlichen Land zu leben. Allem voran die Bild-Zeitung und 99 % der Medien suggerieren dem Pöbel was er denkt. Diese Medienmafia macht gemeinsam mit den etablierten Parteien und den anderen staatstragenden gesellschaftlichen Kräften „die“ Meinung und beten sie solange vor bis der Pöbel sie gefressen hat.

Warum diese Hetzkampagne gegen Grass und keine Auseinandersetzung mit den Fakten? Ganz klar, faktenmäßig kann man nicht diskutieren, da käme heraus, daß seit der Gründung des Staates Israel sich das Staatsgebiet Israels auf Kosten der Palästinenser immer mehr vergrößert hat und dies besonders im Sechstagekrieg 1966 durch einen Aggressionskrieg mit anschließender unrechtmäßiger Besetzung fremder Länder und Unterdrückung der dortigen arabischen Bevölkerung. Ja und ist Israel nun im Besitz von Atomwaffen? Das Gegenteil kann nicht bewiesen werden, aber der Iran soll Kontrollen über sich ergehen lassen, die Israel im eigenen Land niemals zulassen würde. Wo aber artikuliert sich die Empörung über ein Atomprogramm Israels in den gleichgeschalteten deutschen Medien? Ja und dann die Antisemitismuskeule, die man immer bei israelkritischen Äußerungen schwingt und dies auch bei Meinungen die nicht das geringste mit Antisemitismus zu tun haben. Damit tut man den berechtigten jüdischen Interessen keinen Gefallen. Selbstverständlich ist die derzeitige innere Gesellschaftsform von Israel mit Demokratie und persönlichen Freiheiten der mittelalterlichen klerikalen islamischen Gesellschaft des Iran bei weitem überlegen, nur Reaktionäre und Menschenverachter können einen islamischen Gottesstaat gutheißen, dies rechtfertigt aber noch lange nicht die unrechtmäßige Besetzung fremder Länder und die Drohung Israels gegen den Iran militärisch vorzugehen, nur weil der Iran eventuell später mal Atomwaffen bauen könnte, die jetzt schon mit größter Wahrscheinlichkeit die Israelis besitzen, was tatsächlich, wie Grass schreibt, den Weltfrieden gefährdet.

Donnerstag, 5. April 2012

Betreuungsgeld statt sozialfaschistischer kollektivistischer Krippenerziehung

Das schlägt doch dem Faß den Boden aus – da jammert die SED-Sozialfaschistin Margot Honecker in ihrem Luxusdomizil in Chile, daß sie monatlich „nur“ 1.500,- Euro monatlich an Rente von der Bundesrepublik Deutschland überwiesen bekommt. Ihre Opfer aber können sich glücklich schätzen wenn sie die Hälfte dieser Summe an Rente bekämen. Aber so ist das verkommene bundesdeutsche Schweinesystem, diejenigen welche früher Freiheit bis aufs Messer bekämpften, und oft auch schlimmste Verbrechen begangen haben, werden überdurchschnittlich vom bundesdeutschen Staat „belohnt“, ein Schlag ins Gesicht der Normalbürger und ohne jeglichen Anstand und Moral.

Langsam sind sie weggestorben, all die Verbrecher des NS-Regimes, die Wachleute der SS bei den KZ´s, aber jahrzehntelang wurden die Zeiten ihres KZ-Dienstes mit guten Rentenpunkten belohnt und so hatten diese Typen fast immer gute Renten, während die Opfer des NS-Regimes mit Hungerrenten auskommen mußten und weiterhin müssen. Makaber, daß jahrzehntelang lang SS-Männer aus der Ukraine und den baltischen Staaten für ihre Schandtaten Rente vom bundesdeutschen Staat bekamen, da diese Zeiten als Wehrdienst von der Rentenkasse so gewertet wurden. Diese Renten wurden ihnen in ihre Heimatländer überwiesen.

Margot Honecker war eine der am meisten gehaßten Politiker in der DDR. Die größte Schuld lud sie als „Volksbildungsministerin“ auf sich und speziell da sie die gesamte DDR mit Jugendwerkhöfen und Kinderkrippen überzog. Die Jugendwerkhöfe waren Lager der Rechtlosigkeit und Hort schlimmster Menschenrechtsverletzungen gegenüber Jugendlichen und die Kinderkrippen waren deshalb so unmenschlich, weil sie Kleinkinder ihrer normalen Kleinkindheit zuhause beraubten und dies in großem Stile. Kollektivierung schon bei Babys und Kleinkindern war das Ziel dieser moralisch verkommenen Person Margot Honecker. Erziehung in der Masse sollte die freie Entfaltung der Babys und Kleinkinder zu individuellen Persönlichkeiten verhindern.

Das Übelste was jetzt in der Bundesrepublik geschieht, ist, daß dieses abscheuliche System der DDR kopiert wird und fast genau die gleiche Schiene wie in der DDR gefahren wird: das Unterbringen von Babys und Kleinkindern in Krippen wurde salonfähig gemacht und das Krippensystem soll massenhaft ausgebaut werden, Kräfte die dagegen sich aussprechen, werden wie in der DDR, als „rückständig“ diffamiert. Eines der menschlichsten und kinderfreundlichsten Vorhaben der jetzigen Koalition, das Betreuungsgeld, wird massiv angegriffen, dies nicht nur von den kinderfeindlichen Parteien SPD, Grüne und Linke, sondern auch von der FDP und sogar von einigen CDU-Abgeordneten. Der Bundeskanzlerin muß man es hoch anrechnen, daß sie weiterhin das Betreuungsgeld durchsetzen möchte und natürlich der CSU, die als einzigste der Bundestagsparteien ein Herz für Kinder hat. Es kostet dem Staat ein mehrfaches wenn ein Kind in einer Krippe untergebracht wird und da ist es nur gerecht wenn Mütter und Väter die ihr Kind bis zum 3. Lebensjahr zuhause betreuen - was die natürlichste Sache der Welt ist - ihr eigenes Kind nicht Fremden übergeben und es einer kollektivistischen Masse überantworteten, daß die ein wenig finanzielle Anerkennung finden.

Wie grauenvoll eine Kleinkindheit in einer Krippe ist und welche schlimmen psychischen Auswirkungen es auf den Menschen hat, dies ist der Wissenschaft bekannt, wird aber aus politischen und wirtschaftlichen Gründen (Frauen sollen arbeiten gehen, die Kapitalisten brauchen Menschen die ihnen Profit bringen und der Staat braucht Steuerzahler um sein Riesenheer an Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst weiterhin an den fetten Futtertrögen zu halten) ausgeblendet. Margot Honeckers Krippensystem brachte hundertausendfaches Leid hervor und dieses System war eindeutig ein sozialfaschistisches, und dies soll nun in der Bundesrepublik Deutschland übernommen werden?


Freiheit statt Sozialfaschismus á la Margot Honecker


„Freiheit statt Sozialismus“, unter dieser Parole traten wir als Demokratischer Aufbruch in der „Allianz für Deutschland“ an die Volkskammerwahlen im März 1990 zu gewinnen. Als wir als ein kleiner Kreis von Gleichgesinnten in der Wendezeit den Demokratischen Aufbruch in Dessau gründeten, da ging es uns neben vielen anderen Themen auch um die Überwindung der „sozialistischen“ Erziehung. Das DDR-Erziehungssystem war ja besonders perfide, benutzte es doch wehrlose Kleinkinder schon für seine Interessen. Von der Wiege bis zur Bahre sollten die Menschen dem sozialfaschistischen System gefügig gemacht werden - Kollektivismus statt individueller Freiheit war das Ziel der herrschenden Cliquen von SED und Stasi. Ganz besonders übel war es, dass man die Krippenerziehung von Kleinkindern propagierte. So war die DDR an der Spitze in der Welt was die Zahl der Krippenplätze im Verhältnis zur Anzahl der Bürger betraf. In den 40 Jahren des Bestehens der DDR mussten hunderttausende Kinder diese Einrichtungen ertragen, die Spätfolgen zeigen sich noch jetzt. So ist im Durchschnitt der normale westdeutsche 50jährige Bürger psychisch ein viel freierer Mensch als der Ostdeutsche welcher die ersten 3 Lebensjahre in einer DDR-Krippe leben musste. Die kollektivistischen Grundhaltungen lassen sich nicht so leicht abschütteln, denn gerade die ersten 3 Lebensjahre sind die prägendsten im Leben und die tägliche Trennung von der Mutter hinterlässt natürlich Spätschäden. Dass ein Baby und Kleinkind zur Mutter gehört und nicht in fremde Hände, dies ist dem hinterwäldlerischsten Stamm auf Papua-Neuguinea bewusst. Schlimm genug, dass das Schicksal manchmal erbarmungslos zuschlägt und Kinder zu Waisen macht oder dass es Eltern hat, die das Kind vernachlässigen und es in ein Heim muss, aber aus freien Stücken ohne Not in einer Krippe abgegeben zu werden, dies war in der DDR Staatsdoktrin. Dieses unmoralische Denken war weit verbreitet in der DDR. Kamen auch sonstige Parolen der SED-Sozialfaschisten nicht bei den Bürgern an, so war gerade dies ein akzeptiertes Modell, ebenso wie die Akzeptanz der Abtreibung die in der DDR massenweise angewandt wurde und wo ebenso kaum moralische Skrupel vorhanden waren. So wiesen die meisten DDR-Bürger die berechtigten Bedenken der Kirchen zur Abtreibung weit von sich. Die Erkenntnis, dass die Tötung ungeborenen Lebens eben auch eine Tötung war, die war nicht vorhanden, eine Folge der Verrohung und der Verproletarisierung durch die Politik der SED. Dies kann auch damit erklärt werden, dass bis 1961 ein Großteil der geistigen Eliten und das ethisch geprägte Bildungsbürgertum die DDR in Richtung Westen verlassen hatte, zurück blieben sehr oft die Opportunisten, das Proletariat und dass in kleinbürgerlichen Denkweisen verhaftete Restbürgertum.

Es war ja durchaus nicht so, dass die DDR die Familien zwang ihre Kinder in Krippen zu geben, wer da nicht mitmachte, der musste keine Repressalien erdulden, aber gefördert wurde eben nur die werktätige Bürgerin die dann zwangsläufig ihre Kinder in einer Krippe abgeben musste, weil andere Möglichkeiten nicht vorhanden waren. Ein existentiell finanzieller Druck war nicht vorhanden, man konnte auch gut von einem einzigen Einkommen in der DDR leben, also z.B. von dem des Mannes, aber eben in Bescheidenheit. Diese Bescheidenheit war selten vorhanden, der „sozialistische“ Mensch in der DDR war eben nicht der Idealist frei von kleinbürgerlichem Konsumdenken, sondern eher das Gegenteil. Der Hang war groß sich persönlichen Besitz zuzulegen wie ein Auto, eine Datsche, moderne Möbel und dergleichen mehr. Für diese materiellen Dinge opferte man das Wohl des Kindes und gab es in eine Krippe. Eine gute Bekannte von mir erzählte mir dieser Tage, dass sie ihr Kind sogar in eine Wochenkrippe gegeben hatte, einer Krippenform die es nur in der DDR gab und was schon fast keinen Unterschied mehr zu einem Kinderheim darstellte. Dass nun aber Heimkinder immer einen schweren seelischen Schaden durch ihr Leben im Heim bekamen, dies wussten sogar die DDR-Bürger. Da war ich doch schon sehr entsetzt weil ich ihr diese Handlungsweise nicht zugetraut hatte. Ein Kind gar in einer Wochenkrippe abzugeben, dies war auch in der DDR nicht die Regel und wurde mit Recht als unmoralisch verworfen. Mussten Frauen tatsächlich arbeiten gehen weil sie alleinstehend waren, so bekamen sie jederzeit ohne Probleme eine solche Arbeit die es ermöglicht hätte ihr Kind zumindestens jeden Abend selbst zu haben. Es war für mich schon befremdlich zu hören, dass meine Bekannte ihr Kind auch schon da in eine Wochenkrippe gegeben hatte, als sie noch verheiratet war und ihr Mann verdiente, aber man sparte auf ein teures Auto!!! Diese Denkweise wird leider seit einiger Zeit auch in der Bundesrepublik wieder salonfähig. Immer mehr steuern wir auf die unselige Kinderbetreuungsideologie einer Margot Honecker zu. Die Kampagne der Schaffung von mehr Kitas, die Propagierung der Ganztagsschule sogar durch christliche Politiker, lässt nichts gutes ahnen für die Zukunft. Personen die sich mit Recht gegen diese verhängnisvolle Entwicklung stemmen werden verunglimpft, so wie dass das staatskonforme öffentliche rechtliche Fernsehen mit der Autorin Eva Herman tat. Deren Buch „Das Prinzip Eva“ legte die Finger in die Wunde des heutigen Rollbacks in Zeiten der unseligen DDR-Kinderbetreung. Ich möchte den werten Lesern meines Blogs den Link auf die Seiten dieser so mutigen Publizistin empfehlen und natürlich ihre Bücher als Lektüre empfehlen:
http://www.eva-herman.de/ 

Wie besonders Kleinkinder unter den Trennungsängsten von ihren Eltern leiden und welche Traumata sie quälen, dies wird ignoriert, der Egoismus mit seiner scheinbaren Verwirklichung eigener oberflächlicher Interessen, die meistens nur in schnöden materiellen Dingen gipfeln, dies geht vor! Wie Kinder daß damalige DDR-System der Kinderbetreung empfanden und zu dem jetzt große Kreise in der Gesellschaft ebenfalls hin wollen, dies zeigt ein Auszug aus einem Artikel in der Schweizer sehr empfehlenswerten Zeitschrift (ich lese sie seit langem) „Die Weltwoche“, den ich den werten Lesern meines Blogs zur Kenntnis bringen möchte:

"Kerstin Götze, vierfache Mutter, besuchte eine Krippe in der DDR. Eine traumatische Erfahrung. Heute bestünden sogar Arbeitslose darauf, ihre Kinder in der «Einrichtung» abzugeben. Sie fragt sich: Lieben Eltern ihre Kinder nicht mehr?

Von Daniela Niederberger

Frau Götze, Sie kamen in der DDR zur Welt und wurden als Kleinkind in eine Krippe gebracht. Wie sah die aus? Wir wohnten in einem Industrieballungsraum. Die Krippe war in einem hochmodernen Gebäude mit grossen Fenstern. Baulich und vom Lichteinfall her gute Bedingungen. Doch die Einrichtungs-Bedingungen sind einem Kind völlig egal. Weshalb brachten Ihre Eltern Sie in die Krippe? Wie viele in der DDR waren sie relativ knapp dran, obwohl mein Vater Hochschulabschluss hatte. Er unterrichtete an einem Gymnasium Latein und Griechisch. Meine Mutter hatte sich schon mit Händen und Füssen gewehrt, mich eher wegzugeben. Doch meine Eltern mussten jeden Pfennig zweimal umdrehen. Ich war fünf oder sechs Tage die Woche in der Krippe, für jeweils sieben Stunden. Das war noch gut. Normalerweise wurden die Kinder in der DDR-Zeit früh um sechs abgegeben und abends um fünf geholt. Die nächste Stufe war die Wochenkrippe für Schichtarbeiter und Künstler. Da waren die Kinder nur am Wochenende zu Hause. Ich sprach mit Erzieherinnen, die da gearbeitet haben und den Job aufgeben mussten, weil sie es nicht ertrugen. Die Kinder schrien die ersten drei Tage und lagen dann nur noch apathisch da. Als Mutter würde mir das Herz brechen. Da funktioniert Ihr Herz offensichtlich noch. Nach der zweiten oder dritten Krippengeneration funktioniert es tendenziell nicht mehr. Wir sind weit weg vom Normalen. Wenn man mit Westdeutschen spricht, die ihr Kind in die Krippe bringen, sagen die oft, sie hätten zu kämpfen mit ihrem Gewissen. Diese innere Stimme ist hier beinahe verlorengegangen. Das ist das «normale» Leben, dass ein Kind in die Krippe gehört, egal, ob die Eltern zu Hause sind oder nicht. Es bringen auch Arbeitslose ihr Kind weg, die bestehen drauf. Die wollen die Kinder nicht bei sich? Nein. Ich kenne eine junge Krippenerzieherin. Sie sagt, es sei so weit, dass Mütter ihre kranken Kinder abgeben wollten. Mit der Bemerkung: Das Gequengel würden sie nicht den ganzen Tag ertragen. Es ist ihr inzwischen egal, ob sie ihren Arbeitsplatz verliert, sie tut ihren Mund auf. In der Elternversammlung sagt sie: Sie sind verantwortlich für Ihr Kind. Wenn Ihr Kind krank ist, braucht es Sie. Das getraut man den Eltern sonst nicht zu sagen. Das hören die nicht gern.Die Betreuerinnen beschönigen die Sache? Ja. Weint das Kind am Morgen beim Hinbringen, wird den Eltern gesagt: Ach, sobald Sie rausgehen, wird das schon. Je schneller sich das Kind dran gewöhnt, desto besser. Wenn eine Mutter sich nun fragt, ob es vielleicht doch nicht so gut ist, was sie tut, wird sie nie die Bestätigung kriegen, dass ihr mütterliches Empfinden richtig ist. Es ist uns abgewöhnt worden. Über Jahre wurde gesagt, Mütter seien nicht nötig fürs Kind. Frauen seien wichtig in der Produktion. Im Laufe der DDR-Zeit wurde die Mutter hinsichtlich der Betreuung ihrer Kinder zunehmend zur Randfigur. Sie war kaum noch für ihr kleines Kind greifbar. Ihre Verantwortung und Kompetenz wurden ihr qua-si an der Krippentür abgenommen. So bestimmte man die Art und Weise, wie die Kinder gekleidet sein sollten, damit das Umziehen mühelos ging. Der Tagesablauf war streng geregelt, mit festen Schlaf- und Essenszeiten. Aber auch ärztliche Untersuchungen fanden ohne die Eltern statt.Hat die Entmündigung der Eltern Auswirkungen? Ja. Das ganz persönliche Verantwortungsgefühl für das eigene Kind ist im Niedergang. Manche Eltern fordern die Einrichtungen sogar selber ein, weil sie diese Art aufzuwachsen für normal halten. Die sagen: Was, jetzt soll ich selber zum Arzt gehen mit meinem Kind? Selbst Arbeitslose, die eigentlich zu Hause sind, lassen die Kinder ganztätig in der Einrichtung. Sie fühlen sich nicht gerufen, ihm ein Mittagessen zu kochen. Nein, das Kind kann ich nicht den ganzen Nachmittag ertragen! Unglaublich. Und dann wird gesagt: Die Eltern sind unfähig, wir brauchen mehr Einrichtungen, so nennt man Krippen bei uns. Doch je mehr Einrichtungen wir haben, desto mehr verlieren wir in der nächsten Generation die Fähigkeit und den Willen, unsere eigenen Kinder zu versorgen. Bringt eine Mehrheit die Kinder in die Krippe? Ja. Ist das kostenlos? Nein, aber Geringverdiener zahlen wenig, Arbeitslose zum Teil gar nichts. Die sind zu Hause, geben ihr Kind weg und kriegen die grossen Subventionen des Staates. Frauen wie ich, die freiwillig mit ihren Kindern zu Hause bleiben, sind eine Seltenheit und gehen finanziell leer aus. Wie alt waren Sie, als Sie in die Krippe gebracht wurden?Knapp zweieinhalbjährig. In dem Moment setzt mein Erinnerungsvermögen ein. Es war ein Trauma. Können Sie das näher beschreiben? Ich sage es erst wissenschaftlich: Der Mensch ist in seinem frühen Dasein auf Bindung angelegt. Die Trennung ist ein schwerwiegendes Trauma, das ist in der Bindungsforschung heute erkannt. Wenn meine Mutter mich morgens abgab und ging, hatte ich das Gefühl, ich falle ins Bodenlose. Es ist so eine Existenzangst, dass ich heute weiss, wie wohl Todesangst sein muss. Die Mutter geht, und als kleines Kind weiss man nicht, wohin sie geht und ob sie wiederkommt. Man denkt, sie ist für immer weg. Ich schrie bis zur Besinnungslosigkeit. Dann setzte ich mich stundenlang in einen engen Leiterwagen. Die Waden schmerzten von den Holzstangen, aber diese Enge tat irgendwie gut. Wie ging es weiter?Ich wurde immer wieder sehr stark krank, hatte mehrmals Lungenentzündungen und musste wochenlang zu Hause bleiben. Zum Schluss hatte ich eine schwere Lungenentzündung mit einer Komplikation. Meine Eltern riefen nachts den Notarzt, und der sagte, wenn Ihr Kind nicht sofort Penizillin bekommt, garantiere ich für nichts. Mein Vater ging, da sie weder Auto noch Telefon hatten, zu Fuss von einem Ende einer mittleren Kreisstadt ans andere, in eine Apotheke. Da beschloss er, mit der Krippe aufzuhören. Meine Mutter dachte zu Hause dasselbe. Unser Kind stirbt uns sonst noch unter den Händen weg. Ihren Eltern war klar, dass die Krankheiten durch die Krippe ausgelöst wurden? Meine Mutter sagt, vorher sei ich überhaupt nie krank gewesen.Und dann gab sie den Beruf auf? Ja. Es kam ihr der Umstand zu Hilfe, dass mein Grossvater starb. Da konnte sie bei der Arbeit vorgeben, sie müsse sich um die Schwiegermutter kümmern. Wie reagierte die Umgebung darauf, dass Ihre Mutter mit Ihnen zu Hause blieb?Es gab hässliche Äusserungen. Na, Ihr Kind ist doch gross, das kann doch nun weg. Bekannte und Nachbarinnen sagten meiner Mutter, na, die wird Ihnen immer am Rockzipfel hängen. Sie werden dann schon sehen, was Sie davon haben, dass Sie so ein Aufhebens machen um dieses Kind. Das ist schwer zu ertragen. Ich weiss, wie das ist, weil es heute vielfach immer noch so ist. Es kann den Leuten doch egal sein, wenn eine Familie die Kinder nicht in eine Krippe bringen möchte. Jedes totalitäre Regime muss versuchen, die Bindung zwischen Eltern und Kindern zu kappen, damit man die Kinder besser in die Hand bekommt. Die Bindung lässt sich am besten an der Wurzel zerstören. So dass sich die Kinder nicht mehr an den Eltern orientieren. Bei mir waren es insgesamt zwar nur einige Monate, die ich in der Krippe war. Da ich davon immer vier Wochen krank und eine Woche gesund war, war ich eigentlich nur wenige Wochen dort. Aber ich spüre heute noch Narbenschmerzen. Narbenschmerzen? Ja. Zum Beispiel, wenn alle Welt Krippen für toll hält. Jede meiner Fasern gerät dann in Stress. Oder wenn ich miterleben muss, wie Kinder von Bekannten weggebracht werden. Oder wenn ich Kleinkinder sehe, die keine normalen Regungen zeigen, die mit gesenktem Kopf rumlaufen. Es merkt keiner mehr, dass das nicht normal ist. Mir flattert das Herz, wenn ich mit jemandem über Krippen rede und die Leute mit ihren Schutzbehauptungen kommen: Uns hat das auch nicht geschadet. Ich habe Angst vor der Lieblosigkeit, die hier grassiert. Wie man mit verlogenen Argumenten jetzt in ganz Deutschland, auch im Westen, den Bau neuer Krippen vorantreiben will. Wenn wir in unserer Gesellschaft noch genug Liebe hätten, dann würden wir das von vornherein nicht ins Auge fassen: Ein kleines Kind aus seiner Familie rauszuziehen, es von seiner Mutter zu trennen. Wenn wir noch genug Liebe hätten, würden wir in unserem Herzen wissen, dass das nicht gut ist.Manche Leute sagen, Krippen seien die moderne Form der Grossfamilie. Früher hätten sich auch mehrere Leute um ein Kind gekümmert, Tanten und Grosseltern. Die Kinder seien nicht so ausschliesslich mit der Mutter zusammengewesen, wie das heute der Fall ist.Das sind völlig unterschiedliche Dinge. Ein Kind kann sehr wohl zwischen seinen Leuten und Fremden unterscheiden. Sowohl in einer frühmenschheitlichen Horde als auch in einer Grossfamilie hatte die Mutter eine exponierte Stellung für das Kind. Es wusste ganz genau, wann es sich an die Mutter wenden konnte. Die Mutter war vorhanden. In der Krippe ist das nicht der Fall. Das kleine Kind braucht Nähe, das Wohlgefühl des Mutterleibs muss immer wieder hergestellt werden. Das Gehirn braucht das für die Entwicklung. Liebe erhalten, umfangen sein vom Körper der Mutter, das ist unser Naturprogramm. Erst wenn wir gediehen sind und innere Sicherheit haben, wird unser Aktionsradius grösser. Als Sie Mutter wurden, war da der Druck noch gross, die Kinder wegzugeben, um zu arbeiten? Na sicherlich. Mein erstes Kind wurde noch zu DDR-Zeiten geboren. Ich wusste nicht, was tun. Ich wollte es nicht in eine Krippe schicken. Damals arbeitete ich als Diplo m-Bibliothekarin. Normalerweise blieben Mütter fünf Monate bezahlt zu Hause. Wer aber keinen Krippenplatz nachweisen konnte, durfte drei Jahre zu Hause bleiben, und der Betrieb musste einen wiederaufnehmen. Ich hatte damals wenig Mut und getraute mich nicht zu sagen, ich kündige und bleibe zu Hause. Ich ging zu dem Amt in unserem kleinen Ort und schickte Stossgebete zum Himmel, dass mir geholfen werde. Und sie werden es nicht glauben: Die Frau auf dem Amt sagt, ich sehe, dass Sie Ihr Kind ungern weggeben. Ich habe sowieso nicht genug Krippenplätze, ich mache das deshalb so, wie jeder will. Wenn Sie mir sagen, ich will drei Jahre zuhause bleiben, dann mach ich das so. Als mein zweites Kind geboren wurde, genau zur Wende, musste ich mich nirgendwo mehr verpflichten. Ich kündigte und bin seither Hausfrau. Ich klinkte mich aus diesem System von Arbeiten-Gehen oder Arbeitsamt aus. Hat die grossflächige Fremdbetreuung über Generationen hinweg Spuren hinterlassen in der ostdeutschen Gesellschaft? Durch die gesamte Kindheit zieht sich Ungeborgenheit. Die Eltern-Kind-Beziehungen sind vielerorts gestört. Ich beobachte eine Gefühlsarmut und -kälte. Eine junge Frau, die zu mir in die Stillgruppe kommt, sagt von sich, dass sie Schwierigkeiten hat, etwas zu empfinden. Mit Therapien lernt sie, ihre Gefühle wahrzunehmen. Sie war als Kind immer in Krippen und hatte später grosse Beziehungsschwierigkeiten. Mittlerweile hat sie ein Kind und tastet sich zäh in eine liebende Mütterlichkeit hinein. Wir haben hier im Osten auch grosse Probleme mit Alkohol und Drogen. Jugendheime schiessen wie Pilze aus dem Boden. Da sehen Sie einen direkten Zusammenhang zur Fremdbetreuung? Ja. Die Basis aller seelischen und geistigen Fähigkeiten wird in den ersten drei Jahren gelegt. In dieser Zeit wird das Gehirn entwickelt. Das Gehirn eines Neugeborenen kann mit einem Rosenbusch verglichen werden. Die geschlossenen Rosenknospen sind die Synapsen. Wenn der Rosenbusch keine optimalen Entfaltungsbedingungen hat, verkümmern die Synapsen, das heisst, die Knospen gehen nicht auf. Kinder, die nicht gestillt wurden und die zu wenig gut gebunden sind, haben später eher Suchtprobleme, aber auch Verhaltensprobleme und Lernschwierigkeiten, es fehlt eher die Anstrengungsbereitschaft. Weshalb?Das Saugen an der Mutterbrust ist für das Baby anstrengend. Die Milch fliesst nicht automatisch. Doch die Mühe wird belohnt, es kommt die süsse Milch. Spreche ich mit Lehrern, höre ich immer dies: Es fehlt der Wille zur Anstrengung und die Fähigkeit, sich auf eine Person zu konzentrieren. Wenn ich mich als Kind auf das Gesicht der Mutter konzentrieren durfte, bin ich später besser in der Lage, mich auf eine Person zu konzentrieren, die mir etwas sagen will.Woher nehmen Sie Ihr Wissen? Ich lese sehr viel. Seit der Wende, seit man an Literatur rankommt, bin ich ständig mit einem Sachbuch beschäftigt. Ausserdem sehe und höre ich als Still-Beraterin vieles. Aber die eigentlichen Dinge haben mich meine Kinder gelehrt. Bemerken Sie einen Unterschied zwischen Ihren Kindern, die Sie zu Hause grosszogen, und Krippenkindern?Ich kann nur sagen, dass ich regelmässig von fremden Leuten auf der Strasse, von Verkäuferinnen oder Sprechstundenhilfen angesprochen wurde: Was das für strahlende, ausgeglichene Kinder seien. Ähnlich später in der Schule. Die Lehrer sagten, so ausgeglichene, selbständig und konzentriert arbeitende Kinder, das gäbe es nur noch selten. Davon könnte man fünfzig in einer Klasse unterrichten. In der Schule fallen Ihre Kinder auf? Die Lehrer fragen mich jeweils: Wie haben Sie das mit Ihren Kindern gemacht? Da sage ich immer: Ich lebte sehr unmodern. Ich stillte sie lange, war da, nährte sie. Es ist nicht die Frage, dass wir Mütter daheim am Herd stehen. Sondern, dass wir das Gemüt des Kindes ernähren und schützen. Da sagen die Lehrer: Warum sagt das einem eigentlich keiner? Wieso hört man davon nichts? Wenn ich im Zeugnis meines Fünfzehnjährigen lese, er falle auf durch seine freundliche und höfliche Art, dann fühle ich mich ein bisschen rehabilitiert. Viele hier sehnen sich im Grunde nach einem intakten Familienleben. Junge Frauen schlittern von einer Beziehung in die nächste. Da war einmal eine junge Verkäuferin, die guckte ganz entzückt auf mein schlafendes Kind und sagte zu mir: Ach, ist das schön. Ich fragte: Haben Sie schon Kinder? Sie: Nein, ich will auch keine. Ich sagte: Darf ich fragen, weshalb nicht? Ach, das kann ich Ihnen sagen. Ich habe nur Freundinnen rundum, die haben ein Kind und keinen Mann mehr. Weil die Männer taugen hier alle nichts. Und machen sich fort, wenn es um die Verantwortung geht. Das will ich nicht. Müssen nicht viele Frauen in Ostdeutschland arbeiten? Aus finanziellen Gründen?Der finanzielle Druck ist schon allgegenwärtig. Doch viele haben auch grundsätzlich das Gefühl, nichts wert zu sein, wenn sie nicht arbeiten gehen. Die Idee, dass einem in der Ehe sowieso alles gehört, dieses Gedankengut ist unterrepräsentiert. Die Frauen wollen ihr eigenes Geld. Wahrscheinlich weil sie wissen, dass sie sich auf den Partner nicht verlassen können. Wir haben einen Liebesnotstand noch viel mehr als einen Arbeitslosennotstand."

Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 50/07

http://www.weltwoche.ch/

Mittwoch, 4. April 2012

Die Gemeinsamkeit von Ratten und Menschen und die Theologie der Tierdiskriminierung

Unsere Rattendamen schauen interessiert auf den Bildschirm

"Wenn es im Himmel keine Ratten gibt, dann möchte ich, wenn ich sterbe, dahin gehen, wo sie hingegangen sind."

frei nach Will Rogers, 1897-1935)


"Eine Religion oder eine Kirche, die nur dem Menschen eine Seele und das Himmelreich zubilligt, die kann ich nur verachten." (B.N.)


Ratten sind einer neuen Studie zufolge ebenso gut in der Entscheidungsfindung wie Menschen, denn die Tiere können Reize optimal verarbeiten und Informationen auswerten. Das geht aus einer am Mittwoch in der US-Zeitschrift „Journal of Neuroscience“ veröffentlichten Studie hervor. Obwohl Ratten bereits allgemein als intelligent galten, zeigt die Untersuchung nach Angaben von Studienleiterin Anne Churchland erstmals, dass eine optimale Auswertung und Kombination von Reizen neben dem Menschen auch bei Tieren auftreten kann.
Die Ratten wurden von den Wissenschaftlern mit verschiedenen Ton- und Bildsignalen konfrontiert und dabei beobachtet, wie sie die Informationen auswerteten und Muster erkannten. Im Vergleich zu ähnlichen Tests bei Menschen zeigte sich demnach, dass die Ratten ebenfalls die bestmöglichen Entscheidungen trafen.“ (Focus-online, siehe: http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/natur/nager-versus-mensch-so-clever-sind-ratten_aid_723876.html oder auch Magazin Woxikon, siehe: http://magazin.woxikon.de/10422/ratten-und-menschen-verarbeiten-informationen-gleich-gut.

Diese Forschungsergebnisse sollten sich mal die Leser zu Gemüte führen die ein wenig überheblich (typisch für die meisten Menschen gegenüber Tieren) meine Beiträge http://barrynoa.blogspot.com/2011/12/von-ratten-und-menschen-und-dem-mitleid.html und http://barrynoa.blogspot.com/2012/01/intelligente-ratten.html in Emails an mich kommentierten, dies unter dem Motto: „Das sind doch n u r Tiere“. Daß also Ton-und Bildsignale (Fernsehen, Computer) auch von Ratten optimal ausgewertet werden können, ist ja nun den ungläubigen Michaels in diesen Versuchen bewiesen und besagtes Foto (siehe nochmals oben) welches als Zufälligkeit abgetan wurde, kann nun wohl doch in anderem Lichte gesehen werden.

Traurig ist es dennoch, daß Menschen im Jahre 2012 immer noch den Vorstellungen anhängen, daß der Mensch die Krone der Schöpfung sei und er weit über den Tieren stehen würde, sei es geistig oder wertig. Schuld an dieser Einstellung haben zu großen Teilen die monotheistischen Religionen Judentum, Christentum, Islam, die theologische Denkgebäude errichtet haben die den Menschen über alle anderen Lebewesen stellen, ihm allein eine Seele zuerkennen und dergleichen mehr. Deren Mehrheitstheologen waren immer Theologen der Diskrimierung des Tieres. Diese Einstellungen wurden fast unverändert auch von Atheisten übernommen, man denke da nur an die Zeiten des Sozialismus, wo dem Menschen das absolute Primat zuerkannt wurde und Tiere auch als viel minderwertiger angesehen wurden als Menschen. Auch da galt das Tier nicht als ebenbürtiges Lebewesen, sondern als weit unter dem Menschen stehend, was man nach Strich und Faden ausbeuten durfte. Man regte sich moralisch furchtbar auf über die „Ausbeutung des Menschen durch den Menschen“ in den vorsozialistischen Gesellschaftsformen, aber die gnadenlose Tierhaltung in Käfiganlagen für Hühner oder Pelztiere fand man ethisch richtig. Nur dem Menschen stand ein Leben ohne Ausbeutung, Folter, Misshandlung (theoretisch!) zu. Daß nun das derzeitige Gesellschaftssystem nicht besser ist, zeigt sich an den Gesetzen. Wenn Tiere nach dem Gesetz immer noch als „Sachen“ gelten, dann sagt das doch alles!

Daß es auch unter Christen tierliebe Menschen gibt, dies ist erfreulich, auch daß es schon Gottesdienste und Segnungen von Mensch und Tier gibt, auch Bestrebungen einzelner in den christlichen Kirchen die Diskriminierung der Tiere zu mildern, da denke man nur den Theologen Eugen Drewermann, aber solange nicht das ganze verquaste theologische Korsett gesprengt wird, daß Gott angeblich den Menschen aus all seinen Lebewesen als Krone der Schöpfung auserwählt hat und nur der Mensch eine Seele hat und in den Himmel kommt, da wird sich nicht viel ändern. Leider haben sich in der Vergangenheit oft die Religionen, religiösen Gemeinschaften und Ethiken durchgesetzt, die Tiere diskriminierten. So haben jüngere Religionen, wie das Christentum und der Islam, Milliarden Anhänger und z.B. die älteste noch existierende Religion, der Jainismus, welche Tiere als Brüder und Schwestern ansieht die den Menschen ebenbürtig sind und genau so eine Seele haben wie Menschen (http://de.wikipedia.org/wiki/Jainismus) nur rund 4 Millionen Gläubige.

Mecki (jung)

Elisabeth (gestorben) und Jecki

Esmeralda

Jecki

Dienstag, 3. April 2012

Das Café am Bauhaus - gestern und heute



1961/62 wurde in unmittelbarer Nachbarschaft des Dessauer Bauhauses das bei den Dessauern sehr beliebte Café am Bauhaus errichtet. Im Erdgeschoß beherbergte es eine HO-Kaufhalle und oben gab es das Café mit Bar und einer kleinen Tanzfläche. Zu DDR-Zeiten herrschte ja in Dessau nicht die Tristesse die heute herrscht, es gab jede Menge Tanzlokale, Klubhäuser, Jugendklubs, Cafés und Gaststätten, die immer gut besucht waren, auch in der Woche über. So war auch in dem Tanz-Café am Bauhaus jeden Abend und jede Nacht immer was los. Zu einer kleinen Live-Kapelle konnte man bis in den frühen Morgen tanzen, gut speisen und an der Bar internationale Cocktails trinken und dies zu Preisen die sich jeder Bürger leisten konnte. Ich fand das Café am Bauhaus sehr ansprechend, sowohl die moderne Architektur mit der tollen Neonreklame an der Forderseite und Seite, die in der Nacht Großstadtflair verbreitete, wie auch die Inneneinrichtung und die gepflegte Gastronomie sprachen mich an. Wie so vieles andere, ging nach der Wende auch diese, den Dessauern so viel bedeutende Einrichtung kaputt. Vorbei die Zeiten des tollen Nachtlebens, Dessau ist jetzt eine tote Stadt und auf Kleinstadtniveau herab gesunken.

Nach vielen Jahren des Leerstandes wurde das Gebäude jetzt einer neuen Bestimmung zugeführt, es beherbergt nun die gemeinsame Bibliothek der Hochschule Anhalt und der Stiftung Bauhaus. Am 30. März 2012 erfolgte die Einweihung der „Bibliotheken am Bauhaus“. Nun ja, besser als wenn dieses wunderbare Gebäude dem Verfall preisgegeben worden wäre, aber ein Aufleben des tollen Nachtlebens, indem man das alte Tanz-Café als 60er-Jahre-Nostalgie-Café  wieder aufgemacht hätte, dies wäre bürgerfreundlicher gewesen. Auch die Kaufhalle im Erdgeschoß hätte man wieder aufmachen können. Dies hätte auch am Tage wieder Leben in diese Gegend bringen können.

Fotos: Ansichtskarte des Bauhaus-Cafés aus den 60er Jahren und Foto des Jetztzustandes, gestern von mir gemacht.  

Montag, 2. April 2012

Zweiklassengesellschaft: Pendlerpauschale 30 Cent, Fahrkostenerstattung für Arbeitslose 20 Cent

Benzin wird immer teurer und dies merken auch die Berufstätigen, die aber für den Weg zur Arbeit 30 Cent pro Kilometer in der Pendlerpauschale geltend machen können. Da das die Unkosten nunmehr nicht mehr deckt wird über eine Erhöhung der Pendlerpauschale diskutiert. In der Union gibt es Unterstützung für die Forderung der FDP, die Pendlerpauschale von 30 Cent pro Kilometer zu erhöhen. "Ich halte eine Erhöhung von zehn Cent pro Kilometer für durchaus angemessen", sagte der CDU-Politiker Karl-Josef Laumann, also zukünftig 40 Cent pro Kilometer.

Daß Arbeitslose Menschen zweiter Klasse sind, zeigt sich mal wieder daran, daß Ihnen bis jetzt nur 20 Cent Fahrkostenerstattung pro Kilometer zustehen und im Monat eine Höchstgrenze von 130,- Euro gilt, was bei den Bürgern erster Klasse nicht der Fall ist. Die Arbeitslosen müssen also von ihrem armseligen Arbeitslosengeld oder den Hartz-IV-Almosen die Fahrtkosten zu großen Teilen begleichen. Dies betrifft alle die in unentgeltlichen Praktika arbeiten müssen (!), zu Maßnahmen, Kursen oder„Weiterbildungsmaßnahmen“ verpflichtet (!) wurden oder die zu Meldungen und Gesprächen in die Arbeitsämter und Jobcenter verpflichtend eingeladen werden, Nichterscheinen führt zu Sanktionen bis hin zum völligen Einstellen der Geldleistung.

Bald also 40 Cent pro Kilometer für die Bürger erster Klasse und für die Bürger zweiter Klasse weiterhin nur 20 Cent? Dies ist natürlich kein Thema für die Gewerkschaften der Arbeiteraristokratie wie verdi oder die IG Metall, die setzen sich lieber für ihre eh schon gut Verdienenden ein, Arbeitslose gehen ihnen doch schon immer am A.... vorbei. Diese Gewerkschaften nützen der Masse der Bürger nicht, ganz im Gegenteil, sie schaden ihnen, siehe die maßlosen Erhöhungen im öffentlichen Dienst, die der einfache Bürger mit höheren Gebühren, Steuern, Eintrittspreisen in öffentlichen Einrichtungen und dergleichen zu tragen hat. Die Gewerkschaften und ihre Klientel kann man getrost als Sozialschmarotzer bezeichnen, die auf Kosten der armen Schichten gut leben, aber noch immer gibt es Einfältige die als Arbeitslose Mitglied der Gewerkschaft sind, mit ihren Beiträgen diese Organisationen mit finanzieren.